Eine Laune des Schicksals

SongficDrama, Familie / P12
Harry Potter James "Krone" Potter Lily Potter Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
06.08.2019
09.10.2019
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Liebe Mom, lieber Dad,
ich musste lernen, ohne euch aufzuwachsen. Ihr wurdet mir genommen, bevor ich denken konnte und doch glaube ich, euch zu kennen. Aus den Erzählungen von Hagrid, Sirius und Remus oder den Anschuldigungen den Dursleys oder von Snape. Doch spätestens als ihr mich im Sommer 1998 in den verbotenen Wald begleitet habt, war mir klar, dass ihr nie weg gewesen seid. Dass ihr mich nie wirklich verlassen habt und dass ihr mich nie verlassen werdet.

Ich mag es, wie Du gehst
ich mag es, wie Du stehst
Ich mag es, wie Du sprichst
Aber bitte sprich jetzt nicht
Wir verloren uns aus den Augen
Aber niemals aus dem Sinn
Du lebst in mir noch ganz tief drin

Hagrid hat mir in meinem ersten Jahr ein Fotoalbum geschenkt. Ich habe es oft durchgeblättert ohne etwas bestimmtes zu suchen und doch habe ich immer eine Antwort gefunden. Meistens war diese Antwort einfach nur Geborgenheit und Liebe, die ich bei den Dursleys nie erlebt habe. Ich weiß Mom, dass Tante Petunia deine Schwester war und dass du sie geliebt hast, aber ich konnte nie verstehen, warum. Erst als unsere Wege sich im Sommer 1997 getrennt haben, habe ich Petunias liebevolle Seite kennen gelernt und erst da habe ich verstanden, dass sie dir nachtrauert, ganz gleich wie viel Mühe sie sich gibt, das zu verstecken. Ich hoffe, dass wir uns eines Tages wieder sehen werden und dass sie mir von dir erzählen kann.

Ich hab‘ Blut von Dir im Herzen
Das ist alles, was mir bleibt
Sehnsucht nach Dir in meinem Herzen
Lange noch kein Grund zur Traurigkeit

Dad, die Leute sagen, ich sähe aus wie du. Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht. Was ich nicht abstreiten kann ist deine Rumtreibermentalität, die ich geerbt habe und die mir schon einiges an Ärger beschert hat. Ich durfte nie mit dir Mist bauen, Streiche spielen oder Mom auf die Palme bringen. Du durftest mir zwar bei meinen ersten Flügen zuschauen, aber wir hatten nie Gelegenheit, zusammen Quidditch zu spielen. Ich hoffe, dass es tatsächlich ein Leben nach dem Tod gibt und wir all das nachholen können.

Wenn ich lange genug träume
Und meine Fantasie wird fett
Bringst Du unsere Kids zur Schule
Und kommst nochmal ins Bett
Ja, ich war schon immer Träumer
Träumer zwischen Tag und Nacht
Aber irgendwann werd‘ auch ich mal wach

Lieber Sirius,
erst mit 13 durfte ich dich kennen lernen. Du hast mir damals gehörig Angst eingejagt, bis ich erfahren habe, dass du meine Eltern nicht verraten hast. Manchmal überlege ich, was passiert wäre, wenn Dumbledore gewusst hätte, dass du nicht unser Geheimniswahrer warst und das Ministerium dich frei gesprochen hätte. Wäre ich bei dir aufgewachsen? Hätte Dumbledore es in Betracht gezogen, mich zu dir zu geben? Oder wenn ich damals bei deiner Flucht mit dir gegangen wäre. Wenn der Minister sich hätte überzeugen lassen, dass du unschuldig bist, wenn Peter nicht feige abgehauen wäre? Ich wäre von den Dursleys weg gegangen, die hätten keine Sekunde gezögert, mich weg zu geben. Wir hätten zusammen im Grimauldplatz gelebt und eine Menge Unsinn gemacht. Du wärest im Sommer mit zur Quidditch-Weltmeisterschaft gekommen.

Ich hab‘ Blut von Dir im Herzen
Das ist alles, was mir bleibt
Sehnsucht nach Dir in meinem Herzen
Eigentlich kein Grund zur Traurigkeit

Vielleicht wäre ich dann auch im fünften Jahr nicht ins Ministerium geflogen. Vielleicht hättest du überlebt. Als ich damals realisiert habe, dass du nicht dort bist, dass du nicht gefoltert wirst, war ich völlig verunsichert. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeuten sollte. Als dann der Orden aufgetaucht ist, glaubte ich uns fast sicher. Ich dachte, wir könnten es unbeschadet raus schaffen. Dann habe ich dich fallen gesehen. Es gab kein Begräbnis, nur eine kleine Trauerfeier. Du warst einfach weg. Ich kann heute an kein Grab gehen, wenn ich bei dir sein will. Ich habe nur noch den kaputten Zwei-Wege-Spiegel, den du mir geschenkt hast. Es tut mir leid, dass ich ihn in meinem Zorn und meiner Trauer zerbrochen habe. Aber ich brauche weder ein Grab noch Erinnerungsstücke. Ich weiß, dass du in meinem Herzen weiter lebst.

Ich mag es, wie Du gehst
ich mag es, wie Du Dich bewegst
Ich mag es, wie Du lachst
Was Du aus Deinem Leben machst
Ich verlor Dich aus den Augen
Aber niemals aus dem Sinn
Du bist bei mir noch ganz tief drin

Lieber Remus,
dich habe ich am längsten gekannt und doch warst du für mich immer ein Buch mit sieben Siegeln. Aber du warst da, als ich dich gebraucht habe und hast mir Halt gegeben. Du warst der erste Rumtreiber, den ich bewusst kennen gelernt habe und der letzte, der mich verlassen hat. Manchmal frage ich mich, wie es sich für dich angefühlt haben muss, mich erst zu kennen wie deinen eigenen Sohn und dann, 12 Jahre später, in meinen Augen ein Fremder zu sein. Ich schätze mich glücklich, dich als Lehrer gehabt zu haben. Du hast mir nicht nur viel beigebracht, du hattest auch immer ein offenes Ohr für mich und hast mir von meinen Eltern erzählt. Ich habe mich dafür nie angemessen bedankt, bitte verzeih mir das. Danke, dass du immer mit einem gut durchdachten Rat da warst.


Ich hab‘ Blut von Dir im Herzen
Das ist alles, was mir bleibt
Sehnsucht nach Dir in meinem Herzen
Lange noch kein Grund zur Traurigkeit
Eigentlich kein Grund zur Traurigkeit
Überhaupt kein Grund zur Traurigkeit

Ihr alle wart mein Familie. Ohne euch wäre ich nie da hin gekommen, wo ich jetzt stehe. Ich habe euch so viel zu verdanken. Irgendwann sehen wir uns wieder.
In Liebe, Harry

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Kein Vorwort? Kein Geschwafel? Bin ich krank? Nein, ich bin ein bisschen traurig. 15 Kapitel und so viele liebe Reviews. Es ist tatsächlich nicht selten vorgekommen, dass ich den ganzen Tag grinsend rumgerannt bin, weil ihr mir mit ein paar wohl gewählten Worten den Tag versüßt habt. „Eine Laune des Schicksals“ war mein erstes längeres Projekt und das erste, bei dem ich mir im Vorraus Gedanken gemacht habe, was in den einzelnen Kapiteln passieren soll (was selbstredend in den wenigsten Fällen funktioniert hat). Trotzdem kann ich im Nachhinein sagen, ich bin zufrieden. Ich hoffe, euch haben diese 15 Kapitel genauso viel Spaß gemacht und wir lesen uns bald wieder. Danke, dass ihr mich bis zum Ende unterstützt habt.
Ganz liebe Grüße, Caterina
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