Agent Ravelish - Im Dienste der Republik

GeschichteThriller, Sci-Fi / P16
OC (Own Character)
05.08.2019
08.10.2020
118
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04.09.2020 1.990
 
Kapitel 98: Operation Malevolence

„Agent?“ Tytus fuhr auf dem Absatz herum, noch ehe er die Biegung zum Hallen-Eingangsbereich erreicht hatte und schaute mir dezent demütigem, aber von sichtlichem Tatendrang zeugendem Bick zu der Person, die mit ihm zu sprechen beabsichtigte...und das, wohl gemerkt, noch vor Erreichen der Halle. Während in seinem Kopf bereits unzählige mögliche Gründe die Alarmsirenen zum schallen brachten, erinnerte er sich an ähnliche Gesprächssituationen, in denen er auf ähnliche Weise kurz vor einem wichtigen Treffen von jemandem abgefangen worden war...beispielsweise auf dem Sternenzerstörer Detonator von General Arligan Zey...oder hier in der Sphäre Null von Commodore Serygait. Beide Male aber hatte er nicht mit dem Gespräch gerechnet...hatte es nicht kommen gesehen. Beide Male hatten mächtige Personen enthüllt, was sie wussten...und hatten versucht, Tytus für ihre internen Ziele zu vereinnahmen. Dieses Mal aber war Tytus von der ersten Sekunde dieses geradezu unausweichlich kurzen Gesprächs an, was sein Gegenüber von ihm wollte... „Ihr Erfolg war von großer Wichtigkeit. Ich bin ihnen sehr dankbar“, hauchten Erayn Canodairs Lippen, während der Umbaraner in gut fünf Metern Entfernung zu Tytus stehen blieb und seinen Agenten mit hochgezogenen Augenbrauen, aber dennoch bekannt kalter Miene anschaute. „Ich habe mein bestes getan. Doch der Rest des Aufsichtsrates scheint von der Mission gewusst zu haben“, erwiderte Tytus und dachte an C-00 und seinen Empfang, während er in der Ferne bereits die ersten eintreffenden Personen hörte...doch Erayn Canodair nickte nur langsam, bevor er die Stirn in Falten legte und auf Tytus zutrat, sodass dieser ohne Zweifel sehen konnte, dass sich Erayn Canodair trotz der unüberwindbar wirkenden Sicherheitsvorkehrungen der Sphäre Null mit einer Pistole am Gürtel bewaffnet hatte. Tytus spürte, dass Erayn Canodair in seinen Kopf schauen wollte, doch er ließ seinen Ausdruck sachlich bleiben... „So ist es, Agent. Und es war ein Fehler, sie ohne Zustimmung des Aufsichtsrates auf eine so heikle Mission  zu schicken.“ „Es täte mir äußerst Leid, wenn Ihr Image...“, sprach Tytus, während der Umbaraner nur stumm nickte...und auf ihn zu trat. Tytus blieb jedoch stehen...und sah Erayn Canodair in die Augen. „Tytus. Ich kann nicht verneinen, aber das ist nicht Ihre Schuld. Sie haben ihren Auftrag erledigt. Das ist alles, was zählt.“ Tytus verstand, als Canodair für einen kurzen Moment innehielt und auf ein kleines Hologramm von einem beängstigend aussehenden, gewaltigen Raumschiff in seiner Hand schaute...„Mister Canodair. Sie haben die RSB ins Leben gerufen. Der Aufsichtsrat verdankt ihnen alles. Er wird Ihnen alle nötigen Befugnisse einräumen.“ „Das glaube ich nicht“, hauchte Erayn Canodair und schüttelte dabei unmerklich den Kopf, während seine Augen in einem zittern erstarrten...und er offenbar scharf nachdachte, „denn es gab eine Anomalie. Tytus. Ich muss sie deswegen vor der ersten offiziellen Mission eine Sache fragen.“ Tytus reagierte nun mehr instinktiv als geplant...während er alle Eventualitäten rund um Erayn Canodairs großes Wissen in seinem Kopf aufschlagen ließ... „Ja, Mister Canodair?“ „Hast du dort im Senat noch irgendetwas erfahren?“ „Ich...habe erfahren, dass Erix Benado verbündete hatte. Aber welche das waren...wollte er mir nicht sagen.“ Erayn Canodair verzog keine Miene...doch Tytus sah, wie er zu erbleichen begann. Schon während der letzten Gespräche hatte Tytus immer mehr und mehr begriffen, welche Bedeutung Emotionen für einen Umbaraner hatten...und so tat es Tytus sehr weh, dass er seinen Vorgesetzten derartig anlog...doch es war nötig, auch wenn er bereits ahnte, dass Erayn Canodairs scharfer Verstand den Umbaraner bereits auf etwas hingewiesen hatte... Seine Stimme klang trocken...ernüchtert...gar enttäuscht...„Das dachte ich mir. Trotzdem. Es war ein Versuch. Auch wenn ich es ihnen gleich nicht werde sagen können, bleibe ich jedenfalls dabei. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates sind ihre Vorgesetzten. Nicht ich alleine. Und sollte etwas über die RSB nach außen durchsickern, habe ich einen Notfallplan.“ „Bei allem Respekt, aber...sie setzten die RSB nicht aufs Spiel, oder?“, fragte Tytus, der sich bereits zum gehen wandte... „Nein. Dafür ist sie zu wichtig geworden. Wie sie jetzt gleich sehen werden“, hauchte Canodair und umklammerte mit einem verbittert wirkenden, aber trotzdem emotionslosen Blick das flackernde Hologramm in seiner Hand...

Schweigend folgte Tytus Ravelish dem Umbaraner in die Sphäre Null. Er schaute von der ersten Sekunde an nach oben, als sei ihm der ehemalige Senator nicht einmal aufgefallen, geschweige denn, begegnet. Er richtete seinen Blick demonstrativ nach vorne und zeigte sich von der Seite, die die Anwesenden von ihm erwarteten...während seine Augen an dem Pult vorbei wanderten, das unterhalb des throngleichen Sessels aufgebaut worden war und hinter dem C-00 schweigend die gewaltigen Holographischen Pläne im Raum steuerte, registrierte Tytus Ravelish all die Personen, die anwesend waren. Neben den im Graben sitzenden Analytikern aus Administrator Atlayne´s Gefolge und den zwei einsam am Rande der Halle postierten Umbaranischen Wachen wohnten dem bevorstehenden Briefing lediglich Captain Tarkin, die Superintendantin Torcha sowie Atlayne und Canodair bei...doch die anderen Mitglieder des Aufsichtsrates erschienen nach Einander in Form holographischer Abbilder, die auf ein Minimum an Details reduziert waren...um eine möglichst geringe Datenangriffsfläche zu bieten. Tytus sah keinem der Gesichter in die Augen...während in seinem Kopf sein Ziel erschien...das von Erayn Canodairs alarmierenden Worten auf beängstigende Weise unterstützt wurde... „Agent R-00 ist eingetroffen“, hallte die Stimme von T.E.S. durch den Raum, die von der unauffällig im Computergraben sitzenden Programmiererin A-00 überwacht wurde. „Dann ist das Einsatzteam komplett“, kommentierte Captain Tarkin und bedachte Tytus dabei mit einem abschätzigen lächeln...War er es, der den Rest des Aufsichtsrates auf irgendeine Weise von Tytus´ inoffizieller Mission in Kenntnis gesetzt hatte? Tytus zwang sich, aufzuschauen, als über ihm ein Holographisches Bild von dem beängstigenden, in Natura mindestens vier Kilometer langen Raumkreuzers erschien, der in seiner Form vage an einen gewaltigen Haifisch erinnerte, dessen Rückenflosse mehrere hundert Meter emporragte...und an dessen Seiten zwei atemberaubend große, auf dem Bild flackernd vibrierende Energiegeschütze montiert waren. Neben dem Balkroniden tauchten nun auch Agent Galy Anilex und Agent Lados Stridor in weißen, mit Messgeräten überzogenen Trainingsanzügen auf und stellten sich schweigend neben den Balkroniden. Tytus sah sich kurz um...und erkannte auf den ersten Blick das Feuer des Tatendranges in den Augen der beiden...ein Feuer, das er teilen konnte, während über ihnen Aufnahmen mehrerer verheerender Raumschlachten abgespielt wurden. T.E.S. kommentierte diese mit den folgenden, maschinell generierten Worten: „Was sie vor sich sehen, ist Archivmaterial aus den Bordspeichern des Sternenzerstörers Triumphant, der zunächst als vermisst gemeldet und später als zerstört bestätigt wurde. Auf der linken Seite ist ein Raumschiff zu sehen, welches uns bis zur Auswertung der Black Box der Triumphant völlig unbekannt war, und welches von unserem Feind als Malevolence bezeichnet wurde. Ein Schlachtschiff nie gekannten Ausmaßes, das vor wenigen Monaten in Dienst gestellt wurde...und das der Republik bis zu seiner Vernichtung durch den Jedi-General Anakin Skywalker mehrere Flottenverbände sowie eine planetare Blockade gekostet hat. Sollten Sie das Schiff noch nicht kennen, sei Ihnen gesagt, dass die Malevolence das tödlichste Schlachtschiff des Feinds war.“ Tytus senkte kurz den Kopf...er dachte innerlich an die Blue Destiny...und den infernalen Schaden, den der Separatisten-Dreadnought auf Taamon ausgelöst hatte... „Grund für die immense und unberechenbare Schlagkraft der Malevolence war ihre neuartige Waffe, eine so-genannte Ionen-Kanone, welche Imstande war, ganze Flotten mit einer Waffenladung lahmzulegen. Die Ionenkanone besaß die Kraft, jedem Schiff, ungeachtet der zumeist in Panik aktivierten Schilde, jegliche Bordenergie zu rauben und diese somit wehrlos gegenüber weiteren Angriffen zu machen. Die Überlebenschance im Kampf gegen die Malevolence waren verschwindend gering.“ Galy Anilex schaute wie gebannt auf die immer wieder ablaufende Rekonstruktion der Zerstörung einer kleinen Flotte durch die Malevolence, die sich wie ein drohender Schatten über sie gelegt hatte...irgendwann öffnete sie ihren Mund und hauchte: „Dürfte ich...eine Zwischenfrage..stellen?“ Der Aufsichtsrat sah sich kurz gegenseitig an...einige blickten auf Canodair...dieser nickte. Tytus realisierte jede Bewegung...und doch hing er an den Lippen von Agent Anilex... „Ich habe davon gehört. Selbst in der Unterstadt von Coruscant war die Rede von der Geheimwaffe...der Malevolence. Aber...sie wurde doch schon vor Monaten zerstört...warum also...ich meine...“ Böse Blicke trafen die drei Agenten durch das Licht der Hologramme, doch Erayn Canodair antwortete ohne Wertung... „Agent Anilex. Selbst verständlich führten sowohl der Flottengeheimdienst, als auch das Klon-Aufklärungscorps eine Suche nach Schwesternschiffen der Malevolence durch. Und wie mittlerweile bekannt ist, wurde auch eines gefunden, das sofort zum Primärziel meiner Flottenoperationen wurde. Wir konnten die Fertigstellung des Schiffes verhindern und es annihilieren. Was jedoch viel wichtiger ist, ist die Technologie der Malevolence.“ Canodair gab A-00 ein Zeichen, während Tytus die Mitglieder des Aufsichtsrates aus dem Augenwinkel ansah...sie alle sahen verhalten aus...unsicher...demütig...und doch erkannte Tytus in ihren Augen die Zielstrebigkeit, die er erwartet hatte...die er beinahe schon fürchtete... T.E.S. sprach sonorisch weiter, während die Ionenkanone der Malevolence ins Blickfeld der Agenten rückte. „Die einzigartige Primärwaffe der Malevolence benötigte zwar einen enormen Energieaufwand, jedoch war sie bislang uneingeschränkt erfolgreich.“ „Die Tatsache, dass die Malevolence derartig erfolgreich war, lässt nur den Schluss zu“, sprach Admiral Serygait, dessen Hologramm am verschleiertesten von allen war, „nämlich, dass sie eigentlich für andere Zwecke gedacht war. So zum Beispiel für orbitale Verteidigungsforts.“ „Vor wenigen Monaten, kurz nach der Zerstörung der Malevolence, besetzten die Separatisten aus heiterem Himmel die bis dahin neutrale Randwelt Gveu-Tecion. Das Oberkommando der Flotte und der Jedi-Orden vermuteten einen Rückzug“, erläuterte T.E.S., „doch auch nach vermehrtem Angriff durch die mittlerweile als verschollen gemeldete 904. Legion ließ sich der Planet nicht einnehmen. Der Feind beschützt ihn allmählich zu stark für einen einfachen Rückzugsort.“ Tytus lächelte, bevor er zum ersten Mal das Wort erhob: „Und durch die Zeitliche Nähe zwischen der Malevolence-Katastrophe und der Besetzung von Gveu-Tecion liegt es nahe, dass eine Verbindung zwischen den beiden Schachzügen besteht.“ Administrator Atlayne schüttelte kurz und unauffällig den Kopf... „Und die Tatsache, dass die 904. Legion als verschollen gemeldet wurde, deutet auf etwas Bestimmtes hin.“ „So ist es. Unsere Analytiker vermuten stark, dass sich unter der Oberfläche von Gveu-Tecion eine Ionenwaffe befindet, möglicherweise gar eine Produktionsstelle. Der Planet ist, was Nachschub angeht, ideal gelegen, betrachtet man die übrigen Planeten unter separatistischer Kontrolle“,  sprach General Arligan Zey, dessen Hologramm ihn an einem Bürotisch zeigte... Tytus fuhr ein Schmales Lächeln über die Lippen: „Doch unsere Aufgabe kann wohl kaum die Infiltration und Vernichtung dieser einen Waffe sein. Nein. Es geht um mehr, nicht wahr?“ Erayn Canodair nickte. „Richtig, Agent. Denn wir haben bereits unter höchster Kraftanstrengung zwei dieser tödlichen Waffen zerstört. Eine Dritte zu vernichten wäre lediglich das Startsignal für weitere Ionenkanonen. Nein. Unser Anspruch ist es, gegenüber weiteren Ionenkanonen erhaben zu sein.“ T.E.S. übernahm wieder auf Knopfdruck...und zeigte ein Modell von einem Schildgenerator, auf den wieder und wieder eine Ionensalve wie die der Malevolence prallte. „Was sie hier sehen, ist ein so genanntes Frequenzbild. Es zeigt die Auswirkungen, die Ionenwaffen auf Strahlenschilde haben. Ihr Augenmerk sollte an dieser Stelle dem Teilchenwinkel gelten, also dem Winkel, in dem die Ionenteilchen auf den Schild auftreffen. Jedes Schild ist auf ein ganz spezielles Spektrum an Teilchenwinkeln ausgelegt, zum Beispiel auf das gewöhnlicher Lasersalven. Die Ionenkanone der Malevolence jedoch umgeht alle bisherigen Schilde, was daran liegt, dass der Winkel der Ionenteilchen den jeglicher Schilde passiert.“ Fasziniert schauten die drei Agenten dem Schauspiel zu, während sie langsam begriffen. T.E.S. sprach weiter: „Sowohl der Winkel der Ionenkanonen, als auch der unserer Schilde kann beim Bau der jeweiligen Geräte angepasst und modifiziert werden. Da wir davon ausgehen, dass der Feind einen Großteil seiner Ionenwaffen bereits vorproduziert hat, ist unsere Chance denkbar einfach erklärt: Eine simple Messung im Reaktor einer Ionenwaffe auf Gveu-Tecion gibt uns einen Wert, gegen den sich unsere Flottentechnologen wappnen können. Sollte der Feind jedoch wissen, dass wir Kenntnis von Ihrem Wert haben, werden Sie ihre Ionenwaffen anpassen...und das immer wieder. Bleiben sie jedoch auf Gveu-Tecion unbemerkt...besteht die Chance, dass der Feind beim Einsatz seiner nächsten Ionenkanone...ein blaues Wunder erlebt.“
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