Agent Ravelish - Im Dienste der Republik

GeschichteThriller, Sci-Fi / P16
OC (Own Character)
05.08.2019
08.10.2020
118
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29.08.2020 1.694
 
Kapitel 94: Die Feinde der Republik

Die Tür schwang auf...ohne, dass jemand von  außen es befohlen oder einen Aktivierungsmechanismus ausgelöst hatte...die schweren, mit vermutlich schusssicherem Leder überzogenen Türflügel wichen langsam, geradezu ängstlich der hochgewachsenen Gestalt und rasteten in einem Traktorfeld an der Wand ein. Die Gestalt verhielt sich ruhig, gelassen...sie reagierte weder auf die auffällig geringe Beleuchtung des Raumes, noch auf die zwei Kameradroiden, die Erix Benado zu seinem eigenen Schutz an den Wänden installiert hatte. Nein. Die Gestalt tangierte es nicht im geringsten, auch nicht, dass der einige Ton, der aus dem inneren des menschenleeren Audienzraumes von Senator Lawrion Verronis drang, ein leises, beinahe unhörbares Atmen war...sie nahm das Atmen war...und registrierte die darin mitschwingende Stimmlage als Identisch mit der von Senator Erix Benado...der nur wenige Sekunden später auch optisch zu sehen war...mit einer klassischen Senatorenpistole im Anschlag stand der Senator im Raum...alleine...und zielte auf die Gestalt, die langsam und mit kleinen Schritten aus dem Schatten hervor trat. „A-Gex-3? Bist du das?“, fragte der Senator mit zitternder, tonloser Stimme, während sich sein Gesicht langsam hinter seinen Haaren hervortauchte... „Ja, Sir. Senator Organa schickt mich. Senator Verronis gab ihm den Rat, ein persönliches Gespräch sei zu riskant“, erwiderte die Gestalt mit schnarrender, aber einfühlsam klingender Stimme...und starrte den Senator aus seinen mechanischen Augen an...Erix Benado hielt die Waffe mit zitternder Hand, während er mit einer Fernbedienung die Türflügel wieder ins Schloss gleiten ließ...und dadurch den Eingangsraum wieder ins Stockfinstere legte...einzig eine Tibana-betriebene Funzel auf dem Audienzpult von Senator Verronis erhellte nun das Gesicht von Erix Benado...und zeigte seine tiefen, vom Stress der letzten Tage, Wochen und Stunden heraufbeschworenen Falten...enthüllten jedoch nicht, dass A-Gex-3, dem Dienerdroiden von Senator Bail Organa die Hälfte seines Hinterkopfes fehlte... „Senator Verronis weiß also, dass sein Lakai mir Unterschlupf gegeben hat?“, fragte Senator Benado mit hoffnungsvoll angehobener Stimme, während er den Droiden zu sich herüberwinkte...und langsam die Waffe sinken ließ...die Augen jedoch stetig auf den Boten fokussiert.  „Das weiß ich nicht“, schnarrte der Droide, „aber Senator Organa konnte die Nachricht aus dem Paket als einen Hilferuf deuten. Senator Verronis teilte ihm lediglich mit, dass seine Räumlichkeiten derzeit nicht vom zentralen Kamerasystem überwacht würden, da er diese persönlich gekappt hätte.“ „Dann hat der Bothaner gute Arbeit geleistet. Du kannst Senator Organa mitteilen, dass auf Zirsk Kuluma stets Verlass ist, wenn es um das Übermitteln von Nachrichten geht. Und übermittle ihm bitte folgendes.“ Senator Erix Benado überprüfte abermals, dass die Türen, aber auch die als solche kaum erkennbaren Fenster geschlossen waren, bevor er mit schneller, zitternder Stimme hauchte: „Bail. Es ist dringend. Ich...nein! Die werden mich töten, wenn auch nur eine Information nach außen dringt! Hol Senator Organa! Sofort, Droide!“ „Nein“, erwiderte der Droide, während sich Erix Benado hektisch umsah, „er wird nicht kommen. Deine Bemühungen, deine Informationen zu vertuschen waren so gut, warum soll ich es nicht zuende bringen und Senator Organa und die anderen informieren?“ Erix Benado riss die Augen auf und ließ den Waffenarm in die Höhe schnellen: „Weil mein Informant sagt, sie seien überall! Sie nennen sich RSB und hätten Agenten, die...“ „...die Feinde der Republik jagen?“, setzte der Droide mit urplötzlich scharfem Ton fort, während Erix Benado in der Bewegung erstarrte und augenblicklich den Finger um den Abzug krümmte...sein Gesicht war aschfahl...seine Augen zitterten...und seine Lippen hauchten: „Du...bist ein...“ „Ganz recht...“, schnarrte Tytus Ravelishs Stimme aus Tezeros Mund, bevor die Originalstimme hinter dem Ohr des Senators den Satz vollendete: „...und ich jage die Feinde der Republik.“

Erix Benado stand da wie eine versteinerte Säule, wie ein eingefrorenes Feuer...wie eine Puppe, deren Spieler zu spielen aufgehört hatte...und lauschte dem Klicken von Agent Ravelishs Dienstwaffe, die von hinten auf seinen Kopf gerichtet war. „Tezero! Sperr den Raum ab. Scanne nach Abhörgeräten“, befahl der Balkronide und sah zu, wie sich der kugelförmige Kopf von Tezero aus dem Droiden löste und diesen wie ein Skelett in sich zusammenfallen ließ. „Roger. Zwei gefunden. Unter dem Tisch und in der Fensterleibung“, surrte der Droide nach wenigen Sekunden, während Tytus seinem Gefangenen in die Augen schaute. „Vernichten!“, hauchte er eiskalt, während seine freie Hand unbarmherzig nach Erix Benados Waffe griff und diese in seine Tasche beförderte. „Roger“, schnarrte Tezero und riss die Abhöranlagen von ihren Positionen fort. Erix Benado wollte instinktiv einen Schritt zurückweichen, doch Tytus  hinderte ihn daran. „Schickt man dich, um mich zu töten?“, hauchte der Senator, als Ruhe um ihn herum eingekehrt war. Tytus nickte, ohne dabei eine Miene zu verziehen und deutete auf den Nebenraum. „Durchsuchen“, befahlen seine Lippen dem Droiden, während er selbst Erix Benado einige Schritte auf das Audienzpult zuschob, von dem aus sämtliche technische Geräte im Raum bedient werden konnten. „Ja. Man schickt mich, um sie zu töten“, sprach er mit eiskalter Stimme in Richtung des Senators, dessen Bewegungen und Reaktionen er mit messerscharfem Blick beobachtete, während Tezero ein kurzes, aufgeschreckt klingendes Piepen von sich gab...dann aber ohne weitere Anzeichen von Anomalien zurück in den Audienzraum glitt. „Weil ich...weil ich ein Feind der Republik bin? Wollen sie mich deswegen töten? Und Senator Organa gleich mit?“, hauchten Erix Benados trockene, faltige Lippen mit fassungsloser Resignation, während Tytus auf dem Pult alle möglichen Informationswege zu anderen Senatoren, zu RLW oder...zu jemand anderem...prüfte, ohne Benado aus den Augen zu lassen. Er wusste, was er zu tun hatte...er hatte sich in Windeseile einen Plan zurecht gelegt, den er nun um jeden Preis durchführen musste...vorausgesetzt, niemand konnte auf irgendeine Weise diesem Gespräch beiwohnen. „Ja. Der Aufsichtsrat meiner Organisation sieht sie als Gefahr für die RSB und damit für die Sicherheit der Republik an. Sie wissen Dinge, die Sie nicht wissen dürfen.“ Erix Benado kniff die Augen zusammen...er war ein Diplomat, ein Unterhändler, jemand, der es verstand, seine Position zu halten und zu legitimieren...und das...war Tytus´ Chance. „Sie sind also ein Agent. Einer dieser Freiwilligen, von denen meine Quelle gesprochen hat. Ein gefährlicher Mann.“ „Gefährlich für wen?“, fragte Tytus Ravelish und sah auf ein Chronometer, das er sich selbst auf 3 Minuten gestellt hatte...von dem eine bereits abgelaufen war... „Gefährlich für Menschen wie mich. Menschen, die noch glauben, dass es nach dem Krieg so sein wird, wie zuvor.“ „Ich leiste mir keine politische Meinung“, log Tytus, „doch ich denke im hier und jetzt. Es herrscht Krieg...und die Republik wird ihn nicht ohne die RSB gewinnen. Genauso, wie sie diesen Raum nicht ohne meine Hilfe lebend verlassen werden.“ Tytus huschte ein kühnes Lächeln über die Lippen...ein herausforderndes Lächeln, das in seinem Gegenüber eine Reaktion provozierte...die ihm vieles zeigen würde...während seine Augen Tezero verfolgten, der in merklich unorthodoxer Flugbahn auf dem Tisch landete. „Nun“, hauchte Erix Benado mit einem Anflug von Hoffnung auf dem gezeichneten Gesicht, „dann besteht also doch eine Hoffnung für mich.“ „Es ist interessant. Sie denken nur an Sich, Senator. Ihr Überleben steht an höchster Stelle. Wenn ich sie aber aus diesem Raum lasse, verliert ihr Tod aber an Bedeutung. Zumindest für meine Vorgesetzten. Dann zählt für sie etwas anderes...nämlich wer...die Sicherheitslücke ist, die ihnen die entscheidenden Informationen zugespielt hat.“ Der Senator sah zu den Türen...und dann hinter sich selbst...bevor er fragte: „Ich musste schwören, meinen Kontakt für mich zu behalten.“ „Ich dachte, Ihr Überleben steht an oberster Stelle?“, fragte Tytus...genau, wie er es geplant hatte...doch der Senator überrasche Ihn mit einer beeindruckend selbstlosen Antwort: „Wenn Ich die Wahrheit über die Existenz der RSB nicht ans Licht bringe, wird mein Kontakt jemand anderes finden, der Licht ins Dunkle bringt.“ Tytus´ Miene verfinsterte sich, während er im Schatten von Erix Benado eine Bewegung wahrnahm... „Das bedeutet, er erpresst sie. Nein. Er wird sie töten, wenn sie ihn verraten, nicht wahr? Der Große Unbekannte wird sie töten!“, sprach Tytus Ravelish und sah Erix Benado erneut tief in die Augen. Der Senator biss sich auf die Lippen...und schwieg. Tytus derweil spürte, wie ihm kalter Schweiß auf die Stirn trat...es fühlte sich an, als zerrann seine Chance mit Erix Benado vor seinen Augen...seine Chance...seine Zukunft...alles lief auf eine Sache hinaus...eine Sache, von der er wusste...aber die so viel größer und weiter verzweigt war, als er es sich gedacht hatte...was konnte er noch tun? Seine Sekunden liefen ab...mit jedem Wimpernschlag, nach dem der Schatten von Erix Benado noch immer die Wand verdeckte...hinter der die Augen sich befanden...die Augen, die Tezero abgelenkt und soeben manipuliert hatten...und die die ganze Zeit über dem Gespräch zugehört hatten...die Augen, wegen derer Tytus die Frage aller Fragen...noch nicht gestellt hatte...und auch nicht mehr stellen konnte...die Augen, die alles und nichts sein konnten...doch die auf ihm lagen...seit er in der Halle der Sphäre Null gestanden hatte...und Erayn Canodair zugehört hatte...seitdem er in den Gang getreten war...ins Senatsgebäude...zu Senator Organa...die auf jeder Ebene hausten...die die Zukunft um jeden Preis bestimmten...und vor denen Tytus nicht entkommen konnte...denn sie waren das Ziel. Tytus nickte stumm...schloss die Augen...und drückte ab.

Erix Benados Körper sank unendlich leise zu Boden...Tytus verfolgte ihn mit seinen Augen...und angehaltenem Atem...er wusste, was er getan hatte...und in seinem Kopf sah er einen Jedi...der fassungslos den Kopf schüttelte...und sah die Begriffe Gefahr und Feind mit seinen Idealen, Zielen...und Hoffnungen kollidieren...doch sein Ziel...seine Aufgabe verlangte von ihm Dinge...Dinge, die wie eine Wiederholung der Katastrophe von Kattonia Prime in sein Gewissen stechen würden. Doch das, was vor ihm lag...das, was er verhinderte...und das, was er möglich machte...waren jedes Opfer wert. „Wir sind gerührt, dass sie es geschafft haben“, sprach die untersetzte Gestalt, die inmitten des Schatten des Toten stand...den Blick auf Tytus gerichtet... Tytus sah auf...nickte...und antwortete: „Ich hätte es viel früher schaffen können...ihr Hinweis wäre eindeutig gewesen. Und ich nehme stark an, dass der Graue Mann nicht die nötige Geduld hat, um mir diesen Fehler nachzusehen.“ Der korpulente Zygerrianer nickte: „Ja, Agent-7. Das ist leider war.“
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