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Agent Ravelish - Im Dienste der Republik

GeschichteThriller, Sci-Fi / P16
OC (Own Character)
05.08.2019
08.10.2020
118
227.468
10
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Dieses Kapitel
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01.08.2020 1.895
 
Kapitel 88: Die Sphäre Null

Tytus lächelte, während hinter ihm die zwei Flügel der doppelt gesicherten Panzertür zuschlugen...und erwiderte ohne zu zögern: „Ja. Ich weiß. Man gab mir den Befehl, Sie schnellstmöglich aufzusuchen.“ Colonell Elmerin war für seinen hohen Rang erstaunlich jung, hatte vielleicht das vierzigste Standardjahr erreicht, aber verfügte über denselben, strengen, aber keinesfalls herablassenden Blick, der bislang allen Offizieren der Senatswachen anzusehen war...für Tytus Ravelish war es keine Frage, dass Elmerin auch ein von Erayn Canodair für diesen Zweck angeworbenes Gründungsmitglied und ein Kontaktmann der RSB war...und dass es sich bei dem Treffen, zu dem der Colonell anscheinend schon sehr bald eingeladen war, um nichts geringeres als das erste, vermutlich konstituierende Briefing der Sicherheitsbehörde handeln musste. Der Colonell nickte, ohne dabei den kleinen Funken Misstrauen aus seinem Gesicht zu verlieren, den Tytus ebenfalls sofort erkannt hatte. „Dann hat man sie bereits informiert?“, fragte der Colonell und bedeutete Tytus, ihm schnell und unauffällig zu folgen, bevor er sich mit militärischen Marschschritten abwandte und in den hinteren Teil seines geräumigen Büros trat, das beim näheren Hinsehen von einem ganzen Arsenal an versteckten Abwehreinrichtungen und Waffensystemen geschützt wurde...und die allesamt mit einem Scannersystem gekoppelt waren, durch das Tytus dem Colonell folgte...und das wieder und wieder seine Identität auf verschiedenen Servern mit einer komplett neu angelegten Datenbank abglich... „Zum Teil, ja“, erwiderte Tytus, während er neben sich, unterhalb des Schreibtisches, einen kleinen Monitor mit der Aufschrift R-00 positiv erkennen konnte...dessen Kabel noch nicht endgültig mit denen des Tisches verknüpft waren...was darauf schließen ließ, dass dieser Raum erst in den letzten 24 Stunden zu einer derartigen Festung aufgerüstet war. „Also gut. Wir haben nicht viel Zeit, aber dennoch möchte ich sie kurz über meine Rolle aufklären, bevor sie Sphäre Null erreichen“, hauchte der Colonell sichtlich nervös, während er wieder und wieder einen Blick auf seinen Schreibtisch warf, auf dem zahlreiche analoge Akten und Missionsberichte lagen... „Wenn es vorgesehen ist. Laut meiner Anzeige beläuft sich meine Briefingzeit noch auf genau 9 Minuten.“ Der Colonell nickte abermals und drückte eine der unzähligen, blank polierten Wandfliesen, die die Rückwand des Büros säumten...und auch erst kürzlich eingebaut worden waren...bevor er seinem Tisch zurief: „T.E.S.! Sicherheitssystem scharf schalten!“ Eine weibliche Computerstimme antwortete schnell: „Ja, Sir. System wird hochgefahren.“ Tytus staunte nicht schlecht, als sich die beiden Aktenschränke an den Wänden neben der Tür mit einem leisen Surren öffneten, ausklappten und in eine weitere, durastahlgesicherte Mauer verwandelten, die mit supraleitenden Magneten an der primären Tür zu haften begann. Ein elektrostatisches Störfeld erfüllte beinahe Zeitgleich den Raum und wurde binnen Sekunden von T.E.S. scharfgestellt. „R-00. Im Namen des Aufsichtsrates der RSB heiße ich sie Willkommen am Eingang von Sphäre Null, ihrem neuen Zuhause. Es hat unsere Verbündeten bei der University of Architecture auf Shili große Mühen gekostet, dieses Gebäude vor den Augen der Öffentlichkeit und sogar vor den Augen meiner ehrenvollen Kameraden der Senatswachen umzurüsten, doch nun kann es den Ansprüchen des Krieges mehr als gerecht werden. Sie befinden sich an einem von drei Eingängen von Sphäre Null. Die anderen beiden liegen im Senatsgebäude und im Headquater des Coruscant Police Departments und sind über als Rohrleitungen getarnte Tunnel mit der Sphäre verbunden. Ihr Eingang ist hier bei mir, ich fungiere gewissermaßen als Türsteher. Deswegen werden sie außerhalb ihrer Tätigkeit für die RSB die Uniform eines Captain der Senatswachen tragen, die ihnen Zugang zu diesem Gebäude und zu den Außenstationen verschafft. Zudem erhalten sie ein eigenes Büro auf Ebene vier und zwei nicht eingeweihte Soldaten, die ihre Tarnung gegenüber den Senatswachen glaubwürdig machen.“ Mit einer raschen, leicht ungeschickten Handbewegung aktivierte der Colonell einen weiteren Mechanismus, der die Wandfliesen scheinbar in ihre Einzelteile zerfallen ließ...wobei hinter ihnen in der Wand eine Durchgangstür zum Vorschein kam... „Des weiteren werden sie mehrmals bei Betreten und Verlassen der Einrichtung gescannt. Mangels ausreichendem Personal konnten diese Scanner noch nicht besetzt werden, jedoch sollte dies in den nächsten Wochen und Monaten der Fall sein.“ „Bitte eintreten. Sie haben 2 Minuten Verspätung“, erklang eine tiefe Stimme aus dem dunklen Gang, der sich vor Tytus und dem Colonell auftat. „Verstanden“, gab der Colonell knapp zurück und gab Tytus das Zeichen, einzutreten, während er selbst entschieden zurück trat...Tytus wusste, dass der Ablauf noch nicht zu 100 Prozent abgesprochen und durchgeplant gewesen war...und doch war all das, was er in den letzten Minuten erfahren hatte...der eindeutige Beweis dafür, dass vor das Ergebnis des wohl größten Planes lag, der aus dem Krieg hervorgegangen war... „R-00. Folgen sie mir schnell. Die anderen Agenten treffen in Kürze ein“, hauchte die dunkle Stimme, während Tytus sich noch einmal kurz umschaute...und dann durch einen Haufen aus minimal schwebenden, scherbengleichen Wandfliesen in die Finsternis von Sphäre Null eintrat...in einen engen, feucht betonierten Tunnel, der mit flackernden Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet...und mit unzähligen Scannern bestückt worden war. „Freut mich, ihre Bekanntschaft zu machen“, sprach die dunkle Stimme tonlos, bei der es sich gleichermaßen um die einer Frau und eines Mannes handeln konnte. Tytus kniff die Augen zusammen und folgte der Person, deren Gesicht von einer Schutzmaske verhüllt war, durch den dunklen Gang in eine Art Kuppel, an deren Rändern ihm sofort zwei kleine, gedrungene Aliens auffielen, die mit Laserspaltern und Schweißwerkzeugen einige Eisenplatten zusammensetzten...und an den Wanden montierten...nur beim näheren Hinsehen erkannte der Balkronide mit nur schwer unterdrückbarem Staunen, dass es sich dabei um Monitore handelte, die sich auf Knopfdruck zu unterschiedlich großen Flächen an den runden Wänden zusammensetzen konnten...und somit eine dreidimensionale Wahrnehmung eines jeden Ortes ermöglichen konnten. Ferner fier ihm sofort auf, dass der offenbar erst jüngst kernsanierte Raum über unzählige noch freie Nischen verfügte, in denen teilweise bereits erste Analysecomputer im abgeschalteten Zustand lagerten. Über eine kleine Treppe gelangten er und die maskierte Gestalt hinab in die Halle, deren unterer Teil langsam Stück für Stück für Tytus Ravelish sichtbar wurde...zunächst waren es nur die Eingänge weiterer Tunnel, die er an den Wänden sah und die teilweise weit in die Ebenen von Coruscant hineinführten, teils aber auch bloß wenige Meter lang waren und in einem angrenzenden Raum endeten, aus dem flackernde Lichter zu Tytus durchdrangen...dann sah er die in weiße Ganzkörperuniformen gekleideten umbaranischen Soldaten, die die unterste Ebene, den Boden der Halle in gleichmäßigem Abstand bewachten...und die zur Persönlichen Leibgarde einer Person gehörten, die neben einem Throngleichen, hypermodernen Analysesessel in der Mitte der Halle stand...oberhalb von einem mit Platten abgedeckten Graben, in dem weitere Computer und Datenschnittstellen auf ihren baldigen Gebrauch warteten. Erayn Canodairs Augen verfolgen mit eisernem Blick, wie Tytus Ravelish von oben auf ihn zukam...und sich wieder und wieder in seiner Schöpfung umsah...deren Aufbau gerade erst begonnen hatte.

„Das ist beeindruckend“, hauchte Tytus, während seine Augen über eine Reihe an Abwehrschirmen und Radargeräten zu Erayn Canodair wanderte, der eine komplett weiße, lediglich von zwei schlichten, grauen Schulterklappen bestimmte Uniform trug, die in ihrer eiskalten Ausdruckskraft das Motto dieser Unternehmung perfekt wiederspiegelte...und die mit Sicherheit ebenso wie alles andere um sie herum vom Geld seiner Verbündeten finanziert worden war. „Beeindruckend, ja“, erwiderte Erayn Canodair, während der maskierte Bedienstete mit der Nummer C-00 sich neben ihm an einem Pult an die Arbeit machte, „doch es ist genau das richtige. Und das weißt du, R-00.“ Tytus nickte, während er sich zu Erayn Canodair neben den Sessel stellen wollte, doch die umbaranischen Soldaten hielten ihn zurück. Canodairs Miene verfinsterte sich augenblicklich: „Leider haben wir hier und jetzt keine Zeit, um zu philosophieren. Denn es gibt Dinge, die nicht für die Ohren anderer bestimmt sind. Denn so loyal meine Verbündeten auch erscheinen, so sehr kann es sein, dass selbst ich mich in einem von ihnen täusche... Du hingegen hast deine Treue zur Republik unter Beweis gestellt...du hast gezeigt, dass du diesen Krieg beenden willst. Deswegen wirst du ab jetzt die Dienstnummer R-00 tragen..ab jetzt. Egal, was gleich in diesem Raum gesagt wird...und egal, welche Befehle an dich und die anderen Agenten gegeben werden, dein Einsatz beginnt hier und jetzt. Während die anderen Agenten zunächst Loyalitätstests und eine geheimdienstliche Zusatzausbildung durchlaufen werden müssen, wirst du umgehend mit deiner Arbeit beginnen...“ Tytus nickte, ohne eine Miene zu verziehen. „Doch weswegen ich dich eigentlich sprechen wollte, ist folgendes. Du hast andere Agenten beschaffen, die womöglich die treuesten der Treuen sind. Und es werden noch weitere Agenten folgen. Aber egal, mit wem du zusammen arbeitest, diese Personen haben für die Missionen keine Bedeutungen. Sie sind entbehrlich, R-00. Alles ist entbehrlich. Das einzige, was zählt, ist deine Mission. Alles, was du tust, wird von uns verschleiert. Wenn du Erfolg hast. Hast du das verstanden?“ Tytus lächelte finster, während sich in ihm eine gähnende Leere auftat...er wusste, dass er Erayn Canodair nichts vormachen konnte...und dass alles, was er dachte ans Licht kommen würde...deswegen sagte er nichts. „Gut. Ich wusste, dass du es verstehen würdest, aber du weißt, dass ich gerne den sicheren Weg zum Ziel gehe. Und der Kanzler tut das auch. Aber du...wirst jedes Risiko eingehen. Du wirst alles tun, um die Republik zu schützen. Und wenn das bedeutet, dass du einen Verbündeten hinrichten musst, dann soll es so sein. Nachdem das Briefing vorbei ist, wirst du dich auf den Weg machen...und der Republik beweisen, wie weit du für sie bereit bist, zu gehen.“

Als Galy Anilex, Arrbol Kheon und kurze Zeit später auch Lados Stridor aus unterschiedlichen Gängen in die Sphäre Null traten, klappte allen dreien, der Menschin, dem Zabrak und dem Ferraner die Kinnlade herunter. In den letzten Minuten hatten sie bereits viel gesehen, was ihre Vorstellungskraft übersiegen hatte...die holographische Nachricht...das Büro von Superintendentin Torcha, das sich in einen Eingang verwandelt hatte...die Tunnel und Analyseräume...eine Trainingshalle...Ausrüstungskammern...und nun das...die Sphäre Null, ihre oberste Einsatzzentrale, von der aus alles gesteuert und koordiniert werden würde...und die nur unter Aufbringung der geheimen Anstrengungen sehr vieler Personen möglich gemacht wurde...die nun allesamt in Person oder in Form von hochauflösenden, speziell angefertigten Hologrammen vor ihnen standen. Ähnlich wie die von Tytus Ravelish, der auch offenbar erst vor wenigen Sekunden durch ein kleines Tor die Halle betreten hatte, klebten ihre Augen an den Köpfen, die hinter dem Plan steckten...und die nun ihre Befehlshaber und Kontaktpersonen sein würden. Neben Erayn Canodair, der einige Schritte zurück gegangen war, tauchten Captain Willhuf Tarkin, Commodore Wulff  Yularen und Admiral Andomyun Serygait vom Flottengeheimdienst aus dem Schatten der Computerwände auf...und machten Platz für Jedi-General Arligan Zey von der Sonder-Einsatzbrigade...General Kaal, dessen Miene finster wie nie zuvor war...sowie Superintendantin Torcha, Colonell Elmerin und die Person, deren Stimme Tytus Ravelish und die anderen in der Holo-Botschaft gehört hatten...und bei der es sich um einen Mann namens Scarth Atlayne handelte, der bis zu seiner augenscheinlichen Ermordung vor zwei Monaten der oberste Administrator aller republikanischen Datenbanken und Betriebssysteme gewesen war. Als letztes materialisierte das bläulich schimmernde Hologramm des obersten Kanzlers Sheev Palpatine in perfekter Koordination genau auf dem Throngleichen Sessel in der Mitte der Personen, die ab diesem Moment zum Aufsichtsrat der Republikanischen Sicherheitsbehörde RSB gehörten...und die allesamt ein Ziel teilten...oder, wie es durch die Köpfe der Agenten ging, einen Traum. Für einen Moment der Stille sahen die Personen sich, den Raum und die Agenten an, dann begann der oberste Kanzler mit seiner legendären, neutral-positiven Stimme zu sprechen.
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