Agent Ravelish - Im Dienste der Republik

GeschichteThriller, Sci-Fi / P16
OC (Own Character)
05.08.2019
08.10.2020
118
227.468
10
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09.09.2020 2.327
 
Kapitel 101: Auf Kurs in den Schatten

Schwere Schritte näherten sich...unregelmäßig klingende, brutale Schritte...auf unebenem, von schrammen und Dellen gezeichnetem Boden. Boden, der einst von blankpolierter Reinheit gewesen war...und über den nun Stiefel traten, die schon längst keine Sauberkeit gesehen hatten. Abgewetzte, vom Boden mehrerer Planeten Spuren tragende Stiefel, an denen nichts mehr an ihre einst zeitlose, maßgeschneiderte Eleganz erinnerte. Dennoch waren sie Respekt einflößend, ebenso wie die breite, mit einem Krähenartigen Symbol und einigen Schriftzeichen versehene Robe, die die übermannsgroße, schweigsam durch den Raum schreitende Person über ihre muskelbepackten Arme gelegt hatte...die in steifer Denkerpose verschränkt vor ihr herzuschweben schienen...sodass jedem der 10 bereits eingetroffenen Brückenoffiziere des Sternenzerstöreres „Celebration“ sofort das wohl markanteste...und schaurigste Merkmal der Person auffiel, deren Blick ruhig und gelassen auf den Apparaturen und Personen ruhte, die langsam in ihr Blickfeld kamen. Sie schaute bedauernd auf die durchgerissenen Kabel, die Rauchspuren an Decke und Wänden...und auf die notdürftig ersetzten Frontscheiben der Brücke...vor denen langsam die Schwärze des Alls in Sicht kam. Davor thronte eine Person in grauer Militäruniform, die keine Anstalten machte, sich zu den Neuankömmlingen, der Person und ihren Klon-Begleitern umzusehen. Admiral Andomyun Serygait hatte freilich besseres zu tun, als seine von den Jedi gestellten Personenschützer wie Ehrengäste zu begrüßen, schließlich hatte er nicht im Ansatz um die Unterstützung durch die Jedi oder die Klon-Sondereinsatzbrigade gebeten. Im Gegenteil. Er musste nachdenken...und noch eine Reihe an Vorkehrungen treffen, bei denen Jedi und Klone eher hinderlich waren. Er hörte, wie die Gestalten hinter ihm abrupt und wie auf Kommando anhielten...dann erklang eine tiefe, fast unhörbare Stimme...mit hallender Lautstärke: „Admiral Serygait. Sie haben die Operation Eine Rotation zu früh begonnen!“ „Ach hab ich das? Wenn ich mich recht entsinne, setzte man mich als Kommandanten der 3. Flotte ein, Lady Knight Commander Yades.“ Serygait lächelte verhalten, während die massige Jedi-Leibwächterin sich breitbeinig neben ihm ans Frontfenster der Brücke stellte...und ihre Klon-Begleiter den Admiral regelrecht umringten. Mit einem ruhigen Nicken erwiderte sie etwas auf einer Außerirdischen Sprache, bevor sie ihre Unterarme auf das Kommandopult aufstützte und hauchte: „Ihr Menschen seht die Zeit als euren Feind. Doch ihr begreift nicht, dass sie euch Sicherheit geben kann. Sicherheit, die ihr bitter nötig habt, Admiral...nicht wahr, Commander Hall?“ Ein Klon-Kommandant trat vor und ergänzte: „Die komplette Sicherheitsmannschaft ist erst vor wenigen Minuten eingetroffen, Admiral. Captain Pocket musste vorzeitig von seiner letzten Mission abgezogen werden.“ Serygait nickte. „Aber dennoch sind sie an Bord, Lady Knight Commander. Und können mir, sollte ich es nötig haben, ihre Dienste erweisen.“ Die Jedi hob die schmalen, von tiefen Falten unterlaufenen Augenbrauen und sah den Admiral erneut an, während ihre massigen Unterarme sich langsam hoben. Der Admiral schaute mit ebenso hochgezogenen Augenbrauen zurück und deutete auf den hinteren Teil der Brücke. Nervosität schwang in seiner Stimme mit, während er auch die Klone um Commander Hall und Captain Pocket eines eiskalten Blickes bedachte: „Dann nehmen sie dort hinten Aufstellung, sichern sie die Tür...und lassen sie uns unsere Arbeit machen.“ Jedi-Knight-Commander Idritte Yades verzog keine Miene, während ihre Arme einen Kreis in der Luft vollzogen...sodass Admiral Serygait ohne Zweifel die Fehlenden Hände sehen konnte...von denen er allerdings mit Sicherheit bereits wusste. Die Miene des Admirals blieb unverändert hart...dann schloss sie die Augen...und trat einen Schritt zurück. „Soldaten. Gehen sie auf ihre Posten. Der Herr Admiral wird uns früh genug brauchen.“ Serygait nickte und sah in Ruhe dabei zu, wie die Jedi und ihre gut 10 Klon-Begleiter sich langsam an der Rückseite der marodierten Brücke positionierten...während draußen bereits die Hyperraum-Schlepper in Sicht kamen, die die am schwersten beschädigten und kaum flugfähigen Begleitschiffe der Celebration ins Zielgebiet schleppen würden. Dann sah Serygait zu Boden...und auf seinen persönlichen Computer, den er selber hatte auf der Brücke installieren lassen...und lächelte...während er leise vor sich hin flüsterte: „Oh nein, Jedi. Sie werden lange warten müssen, bis ich sie brauche. Ach...ich vergas...sie wissen ja gar nicht, worum es hier eigentlich geht.“ Während er den Hyperraumsprung der Celebration befahl, lagen seine Gedanken bei den Agenten, die losgeschickt worden waren...zuverlässig oder nicht, das würde sich noch zeigen...außer bei einem...einem Agenten, auf den er sein vollstes Vertrauen legte...anders als auf irgendwelche Jedi oder Klone.

„Bitte folgen sie mir unauffällig. Um diese Uhrzeit ist hier im Covvium-Dock eigentlich niemand mehr, aber man kann ja nie wissen“, krächzte der gelbschuppige Trandoshaner, der die drei RSB-Agenten auf der unteren Landeplattform der fernab der Hauptstraßen von Coruscant gelegenen Covvium-Raumdocks in Empfang genommen hatte. Dass er eingeweiht war schien den Agenten mittlerweile als Fakt, weswegen sie ihm ohne weitere Fragen in Richtung der seitlich am Hauptturm der Docks liegenden Eingangstore gefolgt waren. Seit der Explosion der Gleiter vor wenigen Sekunden sicherte Agent Lados Stridor den Innenhof, in dem sie gelandet waren, mit einer seiner Raketenkanonen, während Galy Anilex das Gebäude mit ihrem Helmvisier genauestens absuchte...Tytus wusste, dass sie sich mit Gebäuden wie diesem auskannte...Gebäuden, in denen es Wege gab, die nicht einmal den regulären Kleinkriminellen bekannt waren. Er selbst hatte sein Augenmerk auf den Trandoshaner gerichtet, der einen Schritt zugelegt hatte, während auch er sich immer wieder nervös umsah...Tytus konnte keine Spuren einer Lethargie oder einer Fremdkontrolle des Trandoshaners feststellen, keinen Chip und auch keinen Nervenintegrierten Port. Er hatte den elektromagnetischen Scanner in seinem Armcomputer mehrfach unauffällig aktiviert...doch ohne zufriedenstellendes Ergebnis. „Ihr Schiff startet in wenigen Minuten von Plattform A-76 aus“, fing der Trandoshaner an, als sie die Tür passiert hatten und in einen langen, menschenleeren Gang eingebogen waren, der für Tytus sichtlich schlecht zusammengeschweißt war...die Segmente des Ganges passten nicht an einander...oder zumindest nur notdürftig. „Es ist die Eisengreif, ein Versorgungsfrachter.“ „Gehört die Crew des Schiffes zu den Eingeweihten?“, fragte Galy Anilex Tytus via Helmfunk. Der Balkronide erwiderte, ohne dass es der Trandoshaner hören konnte: „Vermutlich nicht. Sonst hätte man uns direkt nach oben gebracht.“ Anilex nickte zustimmend. „Das bedeutet, wir werden bereits außerhalb in den Container geschleust“, hauchte sie, während Tytus ihren Blick auf die Konstruktion des Gebäudes mittels seiner Helmsicht verfolgte. Sie schien zu begreifen, welcher kriminelle Kniff diesem turmhohen Gebäude innerwohnte. Mit einem ernsten: „Das ist anzunehmen.“ gab er seiner Partnerin zu verstehen, dass er dies in gewisser Weise auch tat. Denn ihm war ein kleines Detail aufgefallen, dass nur ihm etwas sagte...Eine Reihe Splitter auf dem Boden...daneben...eingetrocknete, bläuliche Flüssigkeit. Genau auf einem Spalt zwischenZwei Gangabschnitten. Ein Indiz, das in Tytus Assoziationen auslöste...ihm aber auch eine unabstreitbare Gewissheit gab. „Hey! Sie! Sie sind spät dran! Die auf Serenno machen uns fertig, wenn wir noch mal zu spät kommen!“, erklang in diesen Sekunden eine heisere Stimme vom anderen Ende des Ganges. Tytus reagierte instinktiv und stellte sich breitbeinig neben den Trandoshaner, sodass die wütende Gestalt am Ende des Ganges zumindest seine weiße Rüstung als eine von Republikanischer Herkunft erkennen konnte. Der Trandoshaner war zunächst erschrocken und perplex, dann aber verstand er und krähte zurück: „Ich hab nichts mit euch zu tun! Das hier ist eine Inspektion der Republik!“ Im nächsten Moment aktivierte er grinsend einen Knopf an der Wand...und zeigte damit die Bewandtnis der nicht-verschweißten Gangsegmente...denn ehe sich die Person am Ende des Ganges versah, waren der Trandoshaner und die drei weißen Gestalten auch schon mitsamt des Gangabteils in der Decke verschwunden. Während sich die drei Agenten tonlos gegen die Schubkraft des versteckten Aufzuges stemmten, erklärte der Trandoshaner munter weiter: „Sie kommen gleich auf Ebene 8 raus! Dort befindet sich die Verladestation der Kisten. Sucht euch eine aus, auf der „Serenno“ und eine dreistellige Zahlenkombination steht und geht einfach rein. Die Kisten werden in 2 Minuten zum Fließband nach unten gebracht, dann müsst ihr drin sein!“ Tytus nickte: „Was ist mit den Lagerarbeiten? Gibt es einen Weg, wie wir sie umgehen können?“ „Ja“, meinte der Trandoshaner grinsend, wobei die Agenten seine durchaus vielfältigen Zahnlücken zu Gesicht bekamen, „ich bin dieser Weg! Bevor wir uns nicht wiedersehen, schon mal Tschüss und viel Spaß in der Blauen Hölle!“ Tytus verzog das Gesicht...doch sagte nichts, während das Gangsegment in einem dunklen Raum zum stehen kam, der beim näheren hinsehen die Innenseite eines fest montierten Containers sein musste. Türen schwangen auf...und der Trandoshaner gab den Agenten zu verstehen, dass sie noch einen Moment warten sollten, bevor er mit schnellen Schritten den Container verließ und rief: „Achtung, Achtung! Die Lieferung nach Serenno hat´s eilig! Los, Leute!“ Grinsend drehte er sich um, als die Greifarme in der halboffenen Verladehalle zu arbeiten begannen und eine Reihe Arbeiter zu den Ausgangstoren lief. „Schnell! Schnell! Verladerampen ausfahren!“ „Die letzte Lieferung trifft gerade ein!“ Donnernde Maschinen hoben die Container von einem Ort zum nächsten...schwüle, heiße Abgasluft zischte zwischen ihnen hindurch und hinterließ schwarze Rauchwolken...durch die die Agenten im Schatten der Container liefen. „Bleibt zusammen! Da herüber!“, kommandierte Tytus, der die Container bereits gescannt hatte...in einigen befanden sich Waffen, in anderen exotische Früchte...und in wieder anderen...Droiden, Baumaterialien, Gleiter und tatsächlich auch Lebewesen. „Agent Ravelish! Container voraus!“, sprach Agent Raven in seinen Helmfunk, als er einen passenden Container sah, doch Tytuzs sah sich noch einmal genau um...und zählte die Container, die über das Kürzel des Planeten Serenno und eine dreistellige Zahl verfügten...es waren fünf an der Zahl...die alle als endgültigen Zielplaneten Gveu-Tecion zu haben schienen...und laut dem Trandoshaner war auch jeder Container eine adäquate Mitfahrgelegenheit...doch eines kam Tytus in den Kopf...das erste, was man auf Serenno tun würde, wenn die Container zum Weiterflug nach Gveu-Tecion eintrafen, war, sie nach Lebensformen zu scannen...Tytus tauchte geschickt unter einem der Container hinweg, während Galy Anilex ebenfalls eine Transportkiste gefunden hatte und hinter ihr vor einem Arbeiter in Deckung ging, der mit einem Tunnelblick zu einer verrosteten, manuellen Kontrollkonsole lief und dabei Agent Raven übersah, der sich an einer Kiste festgehalten hatte um im toten Winkel dieser zu Tytus schwang. „Was ist? Wir müssen hier rein!“, rief Galy Anilex durch den Helmfunk, doch Tytus verneinte. „Zu riskant! Nur eine Kiste ist die richtige...und zwar die dort drüben! Agent Stridor! Entriegle das Tor! Schnell!“ Die Kiste, die Tytus in den Sinn gekommen war, war die, in der sich bereits Lebensformen befanden. Und das nicht durch Zufall, wie er am erstaunlich leicht zu öffnenden Eingangstor bemerkte, das Agent Raven binnen Sekunden mit seinen mechanischen Armverstärkern geknackt hatte. Mit gezogenem Repetiergewehr hechtete Tytus ins Innere des Containers, gefolgt von Agent Raven. „Agent Anilex! Schnell!“, rief dieser, doch Galy Anilex saß noch immer hinter ihrer Kiste fest...die Arbeiter kamen just in diesem Moment näher...sie würden sowohl Tytus und Raven, als auch Anilex erblicken, wenn nicht... „Raven! Das Kabel!“, rief Tytus seinem Partner an der Tür zu, der sofort reagierte, seine Waffe zückte und einen schallgedämpften, kaum hörbaren Schuss auf ein Haltekabel abgab, das an einem Kran von der Decke hing...und eine Transportkiste beförderte. Wenige Wimpernschläge später krachte die Kiste vor den Füßen der Arbeiter zu Boden...und noch während dieser ächzte und vibrierte hechtete Galy Anilex in den Container hinein...und verschloss hinter sich das praktischerweise von innen steuerbare Tor. Es dauerte nur Sekunden, bis sich das Fließband, auf dem der Container lag, in Bewegung setzte. Sekunden, in denen sich die drei Agenten in völliger Dunkelheit nur mit ihren helmintegrierten Nachtsichtgeräten ansahen... „Diese Kiste war für uns vorbereitet, richtig?“, wagte Raven es als erster zu sprechen. Tytus nickte, während er seine Waffe unentwegt auf den schwer einsehbaren, hinteren Teil des Containers richtete...er sah ein Regal...eine Kiste und...einige Tanks...doch nichts bewegte sich. „Festhalten“, hauchte Galy Anilex und griff nach einem Gestell, das aus der glatten Containerwand ragte...und an dem Essensrationen befestigt waren...ebenso wie ein Langsteckentransmitter. Der Container geriet in den nächsten Sekunden in eine unangenehme Schieflage und wurde stark beschleunigt, was dazu führte, dass Tytus und Raven das Gleichgewicht verloren...und auf dem Boden rutschend durch den Container glitten...bis ein Tank sie abrupt stoppte. „Was ist das?“, entfuhr es Raven, während Tytus beim Anblick der im Tank hängenden und offenbar in einer Art Wachkoma befindlichen Wesen nickte...und abwartete, bis der Container das Fließband verlassen hatte und von einem jaulenden Kran hochgehoben wurde. „Das hier...ist unser lebender Schutzschirm. Veddok-Aale. Fähig, mittels Ionisiertem Wasser starke Stromstöße abzugeben“, las er langsam und deutlich von seinem Armcomputer ab, auf dem die „abgespeckte“ Variante von ZEKOM geöffnet war. Krachend landete derweil die Kiste auf einem Boden, der leicht nachgab...dem Boden des Ladedecks eines Raumfrachters, das durch Federungen gesichert war. Tytus bedeutete den beiden anderen Agenten, ab Boden sitzen zu bleiben, während neben ihnen weitere Container auf die Eisengreif verladen wurden...und draußen Schritte erklangen...dazu die Stimme des Mannes, der bereits im Gang auf sie gewartet hatte... „Was? Alle Kisten an Bord? Das können doch nicht alle sein! Was? Verflucht! Dann los! Scannt die Kisten durch und los!“ „Roger, Roger“, erwiderte eine Droidenstimme unmittelbar
danach...und ein lautes Piepen erklang, während sich zeitgleich das Schott des Ladedecks schloss...und Maschinen hochfuhren. Schritte...das Piepen...Galy Anilex sah die anderen instinktiv mit gezogener Waffe an...doch Tytus blieb ruhig…bedeutete ihr, sich leise zu setzen...und auf die Höhe der Tanks heruntergehen...während der Scanner die Lebensformen registrierte...und vermerkte. „Roger, Captain Tirkis! Wir haben die Emitter an Bord, die Generatoren und auch die Aale. Die Lieferung ist komplett eingetroffen“, meldete der Droide einige Meter entfernt in Richtung einer erhöhten Position, von der aus die krächzende Stimme des Frachterkapitäns zurück rief: „Schön! Dann verlieren wir keine Zeit! Covvium-Kontrolle! Hier ist Frachter Eisengreif! Erbitten Startfreigabe ab Plattform A-76!“ Tytus hielt unter seinem Helm die Luft an, während der Frachter mit einem scheppernden Dröhnen startete...dann blickte er auf die Aale...und auf die Containerwand und hauchte: „Sphäre Null. Etappe Drei hat soeben begonnen. Keine Schwierigkeiten bisher. Sphäre Null? Widerhole. Hier Aggent R-00. Etappe Drei hat soeben...Sphäre Null?“
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