The blue-eyed, engaged Problem

von Queeny99
KurzgeschichteDrama, Romanze / P18
05.08.2019
29.10.2019
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„Ich möchte noch nicht ins Motel zurück." Leicht lallend hakt sich Betty bei mir ein. „Sky! Wir müssen noch feiern." „Was willst du denn machen? Wir haben nur noch zwanzig Mäuse und unser Zug geht morgen Vormittag." „Keine Ahnung, aber morgen sind wir wieder zu Hause und übermorgen wieder am College. Wir brauchen noch einen Club... so wie den da." Mit einem Finger zeigt Betty auf einen Nachtclub rechts von uns. „Aber, wir können uns höchstens noch den Eintritt leisten. Drinks sind nicht mehr drinn." Unvermittelt bleibt sie stehen und keine Sekunde später liegen ihre Hände auf meinen Brüsten. „Ach, mit den beiden kommen wir auch an Drinks." Lachend schlage ich ihre Hände weg und steure den dritten Club am heutigen Abend an. Vor genau fünf Tagen haben wir beide beschlossen einen Kurzurlaub mit nicht ganz fünfhundert Dollar in der Tasche zu machen. Die letzte Nacht in San Francisco, habe wir uns geschworen, würde sensationell werden, bevor morgen wieder unser trister Alltag zu Hause losgeht.

Kurze Zeit später finden wir uns zwischen anderen Feierwütigen wieder. Ohne zu zögern streben wir die Tanzfläche an und bewegen uns wie im Rausch zur Musik. Uns ist klar, dass wir einige Blicke auf uns ziehen, vor allem die der Männer, aber wir haben einfach nur Spaß. Knapp über meinem Hintern spüre ich Bettys Hände, die mich näher an sich ziehen. Sexy bewegen wir unsere Hüften und genießen die verachtenden und neidischen Blicke der anderen Frauen. Ich mache mich von meiner Tanzpartnerin los und drehe mich einmal um meine eigene Achse. So war es auf jeden Fall geplant, denn mitten in der Bewegung verhaken sich meine Augen mit den Blauesten, die ich jemals gesehen habe. Wie versteinert stehe ich da und suche in meinem Gehirn nach einer angebrachten Reaktion, doch dieses scheint den Betrieb aufgegeben zu haben. In dem schummrigen Licht kann ich erkennen, wie er leicht seine Augenbraue nach oben zieht und schluckt. Markant springt sein Kehlkopf auf und ab und ich würde zu gerne die Bewegung an meinen Lippen spüren, während ich an seiner zarten Haut knabbere. Wo zum Teufel kam dieser Gedanke gerade her. Ich kenne den Typen doch gar nicht und ich bin auch definitiv kein Fan von One Night Stands. Doch sein Blick reicht aus, damit sich bei mir eine Gänsehaut auf dem ganzen Körper ausbreitet. Immer noch kann sich keiner von uns losreißen. „Sky, Skylar! Was ist los." Völlig verwirrt drehe ich mich zu meiner Freundin um. „Was soll los sein?" „Du stehst seit Minuten einfach nur da. Komm wir holen uns was zu trinken. Irgendwer wird uns schon was ausgeben." Ohne auf eine Antwort zu warten, zieht sie mich mit sich mit. Ich werfe nochmal einen Blick über meine Schulter, aber die blauen Augen sind weg.

Nur peripher bekomme ich mit, was Betty für uns bestellt und selbst als sie von einem schmierigen Typen angegraben wird, blende ich es aus, denn ich bin viel zu sehr damit beschäftigt mich nach ganz bestimmten Augen umzusehen. Erst als ein Cocktail in meinem Blickfeld erscheint, gebe ich meine Suche auf. Dankend lächle ich Betty an und trinke einen Schluck. Als sich das leichte Brennen vom Alkohol in meinem Rachen ausbreitet, atme ich einmal tief durch. Mit lauter Stimme ruft der Barkeeper, wie viel Geld er bekommt, was Betty mit einem Fingerdeut auf den Typen neben ihr abwälzt, der sie immer noch unverschämt angrinst. „Was bekomme ich von dir, Baby, wenn ich zahle?" Das ist der Satz, der mich vollends aus meiner Trance reißt. Ich möchte schon stellvertretend für meine Freundin antworten, aber sie ist schneller. „Du bekommst keinen Absatz in den Hintern, denn so wie du mich behandelst, so geht man einfach nicht mit einer Dame um. Nennen wir es einfach mal Schadensbegrenzung." Ein wenig empört gemischt mit Fassungslosigkeit starrt er sie an. Ich bemühe mich zwar ernst zu bleiben, aber es ist vergebens, und ich fange an zu lachen. Selbst der Barkeeper schmunzelt und auch Bettys Auge zuckt. Doch mein Lachen friert ziemlich schnell ein, als ich eine Stimme hinter mir höre, die in mir denselben Aufruhr verursacht, wie die blauen Augen. „Mark, zahl einfach. Die Abfuhr hast du verdient. Dass du dich auch immer wie ein Wichser aufführen musst." Grummelnd gibt besagter Mark nach und legt einen Schein auf den Tresen. Langsam drehe ich mich zu unserem Unterstützer um, was aber in Anbetracht der Reaktion meines Körpers gar nicht notwendig gewesen wäre, denn der weiß ziemlich genau wer hinter mir steht.

Zum zweiten Mal an diesem Abend bohren sich blaue Augen in meine und zum zweiten Mal an diesem Abend bin ich wie erstarrt. „Hi." „Äh..." Sehr einfallsreich Skylar, wirklich sehr toll gemacht. „Ich meine ‚Hi'." Seine Lippen verziehen sich zu einem Grinsen. „Ich bin Ben." „Sky." Gut, richtige Antwort, wir machen Fortschritte, jetzt muss ich noch meine Stimme dazu bringen nicht mehr wie Mickey Mouse zu klingen und dann ist alles gut. „Schöner Name." „Äh, danke." Ok, ich sehe es ein, entweder Wortfindungsstörungen oder Mickey Mouse Stimme. Eines davon bleibt mir erhalten. Wie völlig bescheuert fange ich an zu nicken, wie einer dieser Hunde mit dem Wackelkopf im Auto, bis mich ein Ellbogen in die Seite trifft und ich beinahe falle. Aber eben nur beinahe, denn Bens Hände sind da und fangen mich auf. „Komm, gehen wir woanders hin, wo es ruhiger ist." Mit einem kräftigen Griff, der aber nicht wehtut, zieht er mich aus der Gefahrenzone. „Ich, ähm, also, Betty." Mit einem Finger zeige ich auf meine Freundin. „Die scheint beschäftigt zu sein. Sie erklärt Mark, wie man nicht mit einer Frau flirten sollte. Er passt schon auf sie auf.“

Geschickt schlängelt er sich durch die Menschenmasse und ich folge ihm gezwungenermaßen. Erst vor dem Aufgang zum VIP- Bereich bleibt er stehen und sieht sich um. Erst als er sich sicher war, dass keiner der Securitymänner Acht gibt, zieht er mich am roten Absperrband vorbei. Geschwind steigen wir die Treppe hinauf. „Ben, warte mal. Ich denke nicht, dass wir das dürfen." „Ach was, bis jetzt scheint es niemanden zu stören." Frech zwinkert er mir zu und als er im Vorbeigehen unentdeckt eine volle Champagnerflasche von einem der Tische mitnimmt, hält er nur einen Finger an seine Lippen und symbolisiert mir so leise zu sein. „Stell die zurück." Meine Stimme ist nicht mehr als ein Hauchen, aber er scheint mich verstanden zu haben, denn er winkt nur ab und kommt mir so nahe, dass ich sein Aftershave riechen kann. „Die Mensch hier können den Verlust einer Champagnerflasche verkraften und jetzt komm mit." Er zieht mich immer weiter bis wir in einer kleinen Nische ankommen, die bis auf ein kleines Sofa leer ist. Vorne ist nur ein Geländer aus Glas, durch das man die Tanzfläche sehen kann. Ich lehne mich mit meiner Hüfte dagegen und scanne das Treiben unter mir, bis ich Betty finde. Sie diskutiert immer noch mit Mark und scheint schon den nächsten Drink in der Hand zu halten. Erst ein geflüstertes ‚Komm, setz dich zu mir' lässt mich aufschauen und ich wende mich wieder dem Blauäugigen zu. Ich lehne immer noch am Geländer und lasse meinen Blick über mein Gegenüber wandern. Erst jetzt nehme ich den Rest an ihm wahr. Seine dunkelblonden Haare bilden einen atemberaubenden Kontrast zu seinen Augen. Das weiße T-Shirt unterstreicht seine gebräunte Haut und hier und da spannt der Stoff und man kann erkennen, wie gut er trainiert ist.

Langsam setzt er die Flasche, die er immer noch in der Hand hält, an seine Lippen und trinkt einen großen Schluck. Ich bin von der Arbeit seiner Muskeln unter seinem Shirt so fasziniert, dass ich wirklich aufpassen muss, keinen wohlwollenden Laut von mir zu geben. Als er dann noch schluckt und sein Kehlkopf wieder auf und ab springt, lecke ich fast schon unbewusst über meine Lippen. Egal was der Mann vor mir tut, jede seiner Bewegungen ist einnehmend und löst ein Prickeln in mir aus, das ich in dieser Intensität noch nicht kannte. „Du solltest mich besser nicht so anschauen." „Wie denn?" Scheinheilig ziehe ich meine Lippe zwischen die Zähne. „Genau so." „Stört es dich?" „Stören? Nein, das nicht, aber ich kann noch nicht abschätzen, ob dir die Konsequenzen recht wären." „Was wären denn die Konsequenzen?"

Geschmeidig steht er auf und kommt auf mich zu. Er kommt so nahe, dass ich seinen Atem an meinem Hals spüren kann. „Zuerst würde ich herausfinden, ob das Glitzern in deinen Augen tatsächlich Erregung ist. Ich müsste nur meine Hand, unter deinem Kleid, über deinen Oberschenkel, nach oben wandern lassen. Dann würde ich dich mit in mein Hotelzimmer nehmen, mit dem Vorhaben dich in mein Bett zu bringen, aber ich bin mir sicher, dass wir nur zur Kommode neben der Tür kommen. Und kommen ist das Schlüsselwort, denn glaub mir, das wirst du. Nämlich so, dass sich selbst die anliegenden Zimmer noch ewig an deine Orgasmen erinnern können." Neckisch zieht er die Haut an meinem Hals zwischen die Zähne und lässt anschließend seine Zunge entschuldigend über die Stelle gleiten. Schwer schlucke ich und kann nicht leugnen, dass nicht jedes seiner Worte einem Stromschlag gleichkam. „Du bist ziemlich von dir überzeugt. Außerdem hat dein Plan einen großen Fehler. Ich gehe nicht mit wildfremden Männern mit." Der von mir erwartete verdatterte Blick bleibt aus, und seine Mundwinkel ziehen sich stattdessen verführerisch nach oben. „Also das ist das einzige was dich an meiner Ausführung stört, heißt das, dass du feucht bist?“ Kurz erstarre ich, bevor ich mich wieder fange und so überzeugend wie möglich ein ‚Nein.' stottere. Forschend zieht er eine Augenbraue nach oben. Ich kann gar nicht so schnell schauen, wie er mich an den Hüften packt und mit einer schnellen Bewegung umdreht.

„Ben, was soll das?“ Ohne auf meine Frage einzugehen, drängt er mich mit seinem Körper an das Geländer und ich spüre, wie eine seiner Hände über meinen Oberschenkel nach oben streicht und dadurch mein Kleid ein Stück nach oben schiebt. Mir stockt der Atem und ich warte darauf was er als nächstes macht. „Ben?" Meine Stimme ist nur ein Hauchen. Wieder bekomme ich keine Antwort und seine Finger wandern ein Stück tiefer, bis sie meine Haut berühren. Erneut stoppt er und ich bin mir mittlerweile sicher, dass er immer wieder innehält, damit ich ihn aufhalten könnte, aber das habe ich nicht vor. Er kann mit mir alles machen, er, als Fremder, in diesem Club, mehr oder weniger in der Öffentlichkeit. Wieder klettern seine Finger weiter aufwärts und ich höre ihn scharf die Luft einziehen, als er unter seinen Fingerspitzen fühlen kann, welchen Effekt er auf mich hat.
Völlig überwältigt lasse ich meinen Kopf auf seine Schulter sinken. „Ich hab doch noch fast gar nichts gemacht und trotzdem bist du schon so feucht für mich. Bin ich es, oder die Menschen, die nur ihren Kopf einen Moment heben müssten und sehen könnten, wie du unter meinen Finger zerfließt?" Ich kann gar nicht über seine Worte nachdenken, denn ohne Vorwarnung schieben sich seine Finger unter den Stoff meines Slips und es reicht beinahe der erste Fingerstreich aus, um mich über die Klippe zu schicken. Aber er scheint noch nicht fertig mit mir zu sein, denn so schnell wie er mich zu massieren begonnen hat, verharren seine Finger wieder ruhig. „Sag es mir, Skylar, was ist es?" „Du. Du bist es, nur bitte mach weiter." Ich umgreife sein Handgelenk und versuche so seine Hand zu bewegen, was er aber nicht zulässt. „Leg deine Hände auf das Geländer vor dir." Noch immer umklammere ich seine Hand. „Mach schon, oder ich lass dich auf der Stelle los." Keine Sekunde später umgreifen meine Finger das Metall vor mir, so fest, dass meine Knöchel weiß werden. Mit einer kleinen kreisenden Bewegung auf meiner Klit werde ich belohnt. Wieder halten seine Finger still und ich spüre, wie seine Zähne über meinen Hals kratzen. Wimmernd drücke ich mich an ihn. „Bitte Ben, mach weiter. Ich brauche mehr." Mit einem gegrummelten ‚ach, verdammt' lässt er ganz von mir ab und ich möchte mich schon beschweren, als seine Gürtelschnalle klimpert. Freudig erzittere ich, als ich keine Sekunde später das charakteristische Knistern eines Kondompäckchens höre. „Lehn dich noch ein Stück vor, meine Hübsche." Ich tue wie mir geheißen und keine Sekunde später spüre ich, wie mein Kleid nach oben geschoben wird, und seine heiße Spitze langsam mein Fleisch teilt. „Verdammt, fühlst du dich gut an.“

So gut es geht, versuche ich mein Stöhnen zu unterdrücken, denn ich möchte nicht unbedingt erwischt werden, aber es fühlt sich so gut an, sodass ich meinen Kopf drehe, um meine Lippen an seinen Hals zu pressen. Er dringt immer weiter in mich ein und stoppt erst, als er gänzlich in mir ist. Ich spüre sein Becken an meinem Po und winde mich, in der Hoffnung, dass er sich endlich bewegt. Provokant spanne ich einmal meine Muskeln an und kann an meinen Lippen spüren, dass er stöhnt. Ein zweites Mal verenge ich mich absichtlich um ihn herum und endlich fängt er an sich langsam, aber kraftvoll in mir zu bewegen. In Sekundenschnelle katapultiert er mich in schwindelerregende Höhen und es fehlt nur noch der bekannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen würde. Während sich seine rechte Hand unter mein Kleid schiebt und meine Perle mit gezielten Bewegungen zu reiben beginnt, zwirbelt seine Linke meine Brustwarze durch den Stoff. Mit zunehmender Geschwindigkeit zergehe ich in seinen Armen. „Lass dich fallen, Sky, ich halte dich." Er stöhnt die Worte mehr, als sie zu sagen und sie reichen aus, damit ich genau das tue. Es fühlt sich tatsächlich so an, als würde ich fallen und ich kann mich nicht erinnern jemals so etwas gefühlt zu haben. Nur peripher bekomme ich mit, dass ich Ben mit mir in die Tiefe reiße und erst ein zarter Kuss auf meine Lippen holt mich in die Realität zurück.

Keiner von uns sagt ein Wort, während wir unsere Kleider richten. Erst Bens Stimme durchreißt die Stille. „Wir sollten nach unten gehen." Immer noch überwältig nicke ich und lasse mich zur Treppe dirigieren. Dieses Mal steht ein Securitymann am Aufgang und ich versteife mich automatisch. Ben jedoch bleibt ruhig und schiebt mich weiter. Mit einem Nicken lässt uns der Mann durch die Absperrung. Unschlüssig stehen wir uns am Fuß der Treppe gegenüber und keiner weiß so recht, was jetzt passieren soll. Erleichtert atme ich auf, als ich Betty, mit Mark im Schlepptau, auf uns zukommen sehe. „Sky, da bist du ja." Ziemlich wacklig auf den Beinen kommt sie auf mich zu und umarmt mich klammernd. Sie riecht wie eine ganze Schnapsbrennerei und auch er  hat schon einen leichten Silberblick. Vorsichtig löse ich Bettys Arme von meinem Hals und lege stützend meine Hand um ihre Taille. „Irgendwie schaust du, hicks, anders aus als vorhin." Sie ignorierend drehe ich mich zu Ben und Mark um. „Ich sollte sie heimbringen." „Ja, Mark sollte auch ins Bett." Wieder meldet sich Betty zu Wort: „Nein, wirklich irgendwas ist anders. Irgendwie schaust du verbraucht aus, aber nicht umbedingt auf eine schlechte Art. Wenn ich nicht wüsste, wie verklemmt du bist... Sekunde, ich glaub ich muss kotzten." Alarmiert schaue ich sie an und bereite mich mental darauf vor ihr gleich die Haare halten zu müssen. „Nein, Fehlalarm. Mir gehtsut. Also wo war isch... Genau, wenn du nicht so prüde wärst, würde isch sagen, dass du gevögelt wurdest." Meine Wangen werden augenblicklich rot und Ben grinst sowohl stolz als auch versaut.  Überrascht reißt Betty die Augen auf und fängt an zu Lachen, wobei sie beinahe umkippt. „Echt jetzt." „Komm, ich bring dich ins Motel." Sie kann sich gar nicht mehr halten vor lauter Lachen und selbst als ich sie in Richtung Ausgang schiebe, beruhigt sie sich nicht. Ich werfe noch einen letzten Blick über meine Schulter und suche noch ein letztes Mal Bens blaue Augen, die mich immer noch anstarren, bevor mir die sommerwarme Nachtluft entgegenschlägt.

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Song: San Francisco von Scott McKenzie
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