The Legend of Varren (Buch II)

GeschichteAbenteuer / P12
Korra OC (Own Character)
05.08.2019
10.10.2019
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Toran und Saya wurden in einem kleinen Raum im Tempel eingesperrt und bewacht. Schließlich waren sie Juns Ehrengäste auf dem Fest.
Saya saß aufgelöst in der Ecke und hatte die Beine eng an ihren Körper gezogen. Sie hasste sich für ihre eigene Dummheit und hoffte, dass Jun log. Sie hasste sich für Schwäche und ihr dummes Herz. Jetzt wusste sie, warum die Kiyoshi-Kriegerinnen nur Frauen waren. Männer und die Liebe waren gefährlich.
Toran lehnte sich an eine Wand und schaute zu Saya rüber.
„Wir kommen hier schon wieder raus. Keine Sorge.“ Natürlich hatte keinen Plan wie sie das schaffen sollten, aber ich wollte Saya beruhigen.
„Wie denn?“ Mit verheulten Augen schaute die junge Frau hoch. In ihren Augen zeichnete sich Hoffnungslosigkeit ab.
Toran ging zu ihr und ging die Hocke. Mit seiner Hand strich über ihren Kopf und lächelte etwas.
„Wir schaffen das.“
Es war nicht zu leugnen, dass die Situation ziemlich schlecht aussah, aber Toran wollte seine Hoffnung nicht aufgegeben. Sie würden einen Ausweg finden.

Bis zum Abend saßen Toran und Saya in dem Zimmer fest. Erst dann wurden sie von zwei Männern in der Uniform des weißes Lotus aus dem Zimmer geholt. Beiden wurden die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Grob wurden sie in Richtung Saal gezerrt. Durch die große Tür hörte man gedämpfte Stimmen und ein Raunen.
Mit Schwung wurden die Türen aufgerissen und die Beiden wurden den Raum stoßen. Die großen Leuchter blendeten Toran im ersten Moment. Die Männer, die ihn und Saya hierhergebracht hatte, drückten beide auf die Knie.
Blinzelnd sah Toran sich um. Die Gäste starrten die Beiden verwirrt an und wusste nicht genau, was hier passierte. Der Wasserbändiger konnte keinen der Bewohner des Tempels entdecken. Diese Erkenntnis ließ ihn schlimmes erahnen.
Noch einigen Minuten betrat Jun in Begleitung einiger fremden Männer den Raum. Alle Anwesenden schwiegen und wollten den Worten des Avatars lauschen. Die ganze Situation wirkte wie das letzte Fest in diesem Raum. Bedrohlich.
„Vielen Dank, dass Sie alle so zahlreich erschienen sind“, begrüßte Jun die Gäste, „leider müssen wir mit etwas bedauerlichen anfangen.“
Er machte eine kurze Pause, vermutlich um etwas Spannung aufzubauen.
„Neben mir sehen zwei Menschen, denen ich vertraut habe. Doch sie haben mich verraten.“ Jun stellte sich zwischen Toran und Saya und die Gäste.
„Diese zwei Verräter wollten mich töten und sie haben die Luftbändiger aus diesem Tempel verschleppt.“
Ein Raunen ging durch den Raum und Toran schluckte. Egal, was Jun vorhatte, es war übel.
„Aus diesem Grund müssen die zwei sterben.“
Einige der Gäste sahen Jun empört an. Sie konnten es nicht glauben, dass solche Worte aus dem Mund des Avatars kamen.
Doch die Pose und der Blick des Avatars machten deutlich, dass er nicht scherzte. Mit einem kleinen Lächeln wandte Jun sich zu Saya, die ihn wütend anfunkelte.
„Das wird mir so eine große Freude bereiten“, meinte er und holte einen Dolch aus seinem Gewand.
Denn im Gegensatz zu Varren damals, hatte Jun sich für ein traditionelles Erdbändigergewand entschieden um sich den Menschen zu präsentieren. Für ihn spielten Traditionen eine wichtige Rolle.
Saya versuchte nicht ängstlich auszusehen, als sie den Dolch sah. Schnell huschte ihr Blick zu Toran, der nach wie vor versuchte, sich zu befreien.
Mit der Klinge strich Jun über die Wange von Saya und wirkte sehr erfreut. Die junge Frau kniff die Augen zusammen, weil Jun leicht über ihre Wange kratzte.
Die Gäste, die sich im Raum befanden, waren entsetzt, doch niemand schritt ein. Denn in der Zwischenzeit waren Männer mit Masken aufgetaucht, die die Gäste im Zaum halten sollten.
„Mieser Bastard“, entwich es Toran und kassierte dafür einen Schlag von dem Mann hinter ihm.
Jun trat einen Schritt von Saya zurück und stellte sich so hin, dass er sie mit einem gezielten Messerstoß töten konnte.
Er hob seine Hand und ließ seinen Arm mit Schwung runter sausen.
Saya hatte ihre Augen immer zugekniffen und hoffte einfach, dass es schnell ging.
Doch sie spürte einfach nichts. Keine Schmerzen.
Langsam öffnete sie ihre Augen und schaute auf den Rücken eines Mannes, der Jun in seinem Angriff gestoppt hatte.
„Wag es noch einmal sie anzufassen und ich töte dich“, sagte der Mann zu Jun und seine Stimmlage machte deutlich, dass er es ernst meinte.
Als Saya die Stimme erkannte, schluckte sie, weil es sie nicht sicher war, ob sich das einbildete.
Jun starrte den Mann an, der seinen Arm festhielt. Er hatte nicht bemerkt, wie er sich aus der Masse der Gäste gelöst hatte. Verdammt!
„Du müsstest du tot sein.“
„So schnell lasse ich mich nicht töten, Bruder.“
Auch Toran hatte Varren nicht kommen hören. Es ging so schnell. Jun war dabei Saya zu erstechen und plötzlich stand jemand vor Jun und stoppte den Angriff. Der Avatar war wie aus dem Nichts aufgetaucht.
Der Wasserbändiger schaute seinen Freund an und musste feststellen, dass er etwas anders aussah, als er ihn das letzte Mal gesehen hatte.
Varren trug ein ärmelloses Shirt und darüber seine übliche Weste. Seine Hände und Arme waren teilweise mit Bandagen verdeckt. Auch sein Gesicht sah anders aus. Denn ein Drei-Tage-Bart zehrte seine Wangen. Sein ganzes Auftreten schien verändert.
Toran nahm hinter ihm wahr, wie sein Bewacher zu Boden ging und seine Handfesseln wurden gelöst. Schnell sprang er auf die Beine und wandte sich zu seinem Befreier.
Es war ein sehniger junger Mann, der ihn angrinste. Mit einem Kopfnicken bedankte er sich bei dem Fremden.
Jun hatte den Dolch fallen lassen und war einen Schritt zurückgetreten. Er konnte es nicht fassen, dass sein Bruder noch lebte. Das war eigentlich unmöglich.
„Dann muss ich es diesmal richtig machen“, meinte er und griff Varren mit einem gezielten Steinschlag an.
Da Varren mit sowas gerechnet hatte, konnte er ausweichen und selbst einen Angriff starten. Aber nicht mit Erdbändigen sondern mit einem Luftstoß. Die einzige Luftbändigertechnik, die er draufhatte. Aber es reichte aus, um Jun zu verwundern.
„Sieh es ein, dass ich der Avatar bin“, meinte Varren und wandte sich zu Saya, die immer noch auf Knien und gefesselt, hinter ihm war.
Die junge Frau starrte ihn mit großen Augen und wirkte etwas verschüchtert und ängstlich auf ihn. Er musste sie hier wegbringen, bevor es hier zu einem großen Kampf ausartete. Die Verbündeten von Jun hatten sich aus der Menschenmasse gelöst und sahen kampfbereit aus.
„Aven….Toran….verschwinden wir“, sagte Varren und hob dann Saya auf seinen Arm. Sie hatten keine Zeit sie von ihren Fesseln zu befreien.
Natürlich wusste Varren, dass es falsch war einfach zu fliehen und die anderen Gäste sich selbst zu überlassen. Aber er wollte seine Freunde in Sicherheit wissen und er hatte auch keine Ahnung wie viele der Gäste auf der Seite von Jun waren. Daher war Flucht in seinen Augen die bessere Wahl.

Diesmal endete die Flucht von dem Fest nicht in dem luxuriösen Apartment von Toran sondern in einem sehr schäbigen Haus am Rande der Stadt. Aber hier würden ihre Verfolger nicht suchen.
Varren, der Saya die ganze Zeit getragen hatte, setze sie vorsichtig auf ein Bett in einem der Zimmer. Ohne was zu Toran und Aven zu sagen, war er mit Saya ins Zimmer gegangen und hatte die Tür geschlossen.
Er musste einen Moment mit ihr alleine sein.
Der Avatar kniete sich vor das Bett und löste vorsichtig ihre Fesseln. Nach wie vor sah Saya sehr verunsichert aus und sprach kein Wort.
Eigentlich hatte Varren damit gerechnet, dass sie glücklich ist ihn zu sehen, aber davon spürte er gar nichts. Dabei hatte er sie sehr vermisst. Mehr als er zu geben würde.
„Bist du es diesmal wirklich?“, fragte sie leise und schaute zu ihm runter.
„Ja, bin ich. Versprochen.“
Die Beiden schwiegen sich für ein paar Minuten an, bis Varren aufstand. Er hatte Saya vermisst, aber vielleicht sollte er ihr ein paar Augenblicke geben, damit sie alles verarbeiten konnte.
„Ich hole Toran, damit er deine Wunde heilen kann.“
Der Avatar legte seine Hand auf die Türklinke und verharrte ein paar Sekunden ohne aus dem Raum zu gehen.
Saya saß still auf dem Bett und sah zu Varren rüber. Sie wollte diesmal nicht so überschwänglich sein. Nicht, dass sie wieder so dumm war und auf einen Betrüger reinfiel. Diesmal wollte sie auf ihren Kopf hören und nicht auf ihr Herz.
Varren murmelte irgendetwas und drehte sich wieder zu ihr um. Mit zwei Schritten überbrückte er die Distanz zwischen ihnen.
Er nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und küsste sie.
Im ersten Moment war sie sehr überrumpelt von seiner Aktion, doch eigentlich wusste sie genau, dass sie sich das schon lange wünscht hatte. Ein warmes Gefühl bereitete sich in ihrer Brust aus und sie fühlte sich glücklich.
„Das wollte ich schon lange machen“, flüsterte Varren als er seine Lippen von ihren löste. Sanft strich er ihr paar Strähnen aus dem Gesicht und wandte sich wieder zur Tür.
„Wir sollten zu den anderen.“ Er musste mit Toran reden, ob er wusste was sein Bruder vorhatte.
Varren reichte Saya seine Hand und zusammen gingen zu Toran und Aven.
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