Beast Beneath The Moonlight

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
05.08.2019
29.09.2019
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Hallöchen :D
Hier kommt wieder mal eine Kurzgeschichte von mir dazwischen gegrätscht. Diesmal wurde ich von einem Manga namens inspiriert, aber du solltest ihn nicht absichtlich vor dieser Geschichte nachschlagen oder lesen, um dich nicht schon vor Beginn ein wenig zu spoilern, auch wenn ich nur die grobe Grundidee übernommen habe.
Aber ob du ihn nun kennst oder nicht, ich hoffe dir gefällt meine kleine Soukoku-Version.
Viel Spaß beim Lesen!


««««««««««»«»«»«»«»«»»»»»»»»»»

Sein Aufwachen war wie immer begleitet von sengenden Schmerzen in seinem Rückgrat. Es waren nicht die einzigsten, aber er vergaß die meisten anderen zu beachten, wann immer er die Augen aufschlug und sich selbst bestätigte, dass das weiche Kitzeln auf seiner linken Schulter tatsächlich seinen Haaren zuzuschreiben war. Sie wuchsen über Nacht von 10 bis zu 20 Zentimetern. Aber etwas längeres Haar und ein paar Schmerzen waren nichts im Vergleich zu den Menschenleben, die ein paar Stunden Schlaf mehr als unbedingt nötig gekostet hatten, bevor er der Port Mafia beigetreten war.
Es erleichterte ihn schon beinahe, nahm ihm einen schweren Stein vom Herzen, auch wenn er sich jetzt mit der Mafia auch dem Töten im Wachzustand verschrieben hatte. Aber das war etwas gänzlich anderes.
Arahabaki war etwas gänzlich anderes, wenn er Chuuyas im Schlaf geschwächtes Bewusstsein überwand und hervorbrach, auch wenn er sich am nächsten Morgen an nichts als den Schmerz erinnern konnte. Woher er dann wissen konnte, dass er für die gefundenen Toten in Radio und Fernsehen verantwortlich war?
Er wusste es einfach, weil Arahabaki sich nie die Mühe gemacht hatte, seinen Körper nach seinen Massakern von Blut und Dreck zu reinigen.

Als Chuuya jedoch nach der zweiten Nacht in seinem neuen Quartier bei der Mafia aufgewacht war, war sein Körper zum ersten Mal nicht in Blut getränkt gewesen, obwohl er sein Haar hatte schneiden müssen. Die Schmerzen allerdings waren dieselben geblieben. Wenigstens ungefähr. Also hatte er sich immer noch verwandelt, aber keinem anderen mehr als sich selbst Schaden zugefügt. Und das hatte sich bis heute nicht geändert.
Er war einfach dankbar. Und auch ein wenig misstrauisch und ungläubig, denn selbst nach zwei Jahren wachte er noch mit derselben Routine wie am allerersten Morgen auf.
Er fühlte den Schmerz,
dann fühlte er die Locken auf seiner Schulter,
dann öffnete er die Augen und sah sie,
bevor er schließlich aufstand,
sie wie eine Dornenpflanze zurückschnitt
und ganz einfach vergaß.

So, wie er auch gern vergaß, dass er in der Dämmerung zu Mori Ougais Hand werden würde, während er bis zum Herabsenken der Sonne noch als ganz normaler Bewohner Yokohamas lebte.
Und so wie Dazai Osamu unter Tageslicht vergaß, dass er Chuuya hasste. Aber vielleicht war es auch nur eines seiner Spielchen.
Chuuya verließ fertig angezogen sein Schlafzimmer und schlurfte durch das Wohnzimmer, auf dessen Couch sich Dazai bereits lümmelte, um sich in der Küche einen Kaffee machen zu können.
Ein Spielchen wie dieses.

"Wie bist du diesmal reingekommen? Hab ich ein Fenster offen gelassen? Unter dem Türschlitz durch? Die Belüftungsanlage? Den Abfluss hoch? Ja, das muss es wohl sein," er hielt sich die Nase zu.

"Nein, eigentlich mit dem Schlüssel, den du mir gegeben hast."

Wie zur Bestätigung klimperte es auf dem Glas des Couchtisches und Chuuya nahm die Finger von seiner Nase.

"Oh... wow. Tatsächlich? Ich bin überrascht."

Chuuya zuckte zusammen, als er das Gewicht zweier Hände auf seinen Schultern spürte. Es knackte und seinen Lippen entrang ein Seufzen, als die Finger sich exakt genau in die Knoten seiner Muskeln drückten und sie mit einer Leichtigkeit lösten, die nur ein Orthopäde, Arzt oder Auftragskiller zu beherrschen wussten.

"Deine Schultern sind wieder ganz steif."

"Ach, dann nimm doch einfach die Finger da weg, wenn es dich stört."

Chuuya schüttelte die Hände trotz der wohltuenden Massage ab, nahm seinen Kaffee und setzte sich an den Tisch. Er war nicht so gut darin sein Nachtleben und sein Tagleben voneinander zu trennen. Das dämonische Wunderkind und Dazai Osamu voneinander zu trennen. Diese beiden so unterschiedlichen Seiten ein und derselben Medaille. Er hatte es anfangs für einen Witz gehalten und diesen Fremden ausgelacht, der vorgab dasselbe Arschloch zu sein, das ihm in den Schatten der Mafia nie genug auf den Geist gehen konnte.
Mittlerweile war er dankbar, denn er konnte sich bei bestem Willen nicht vorstellen, dass Dazai diese Seite der Medaille jedem zu zeigen bereit war. Vielleicht war es nur Einbildung, doch Chuuya klammerte sich viel lieber an diese törichte Hoffnung, als das ungute Gefühl bloß verarscht zu werden zuzulassen.
Trotzdem konnte er sich nicht dazu durchringen sein Gemüt so drastisch zu verändern, wie Dazai es tat, und plötzlich so nett zu ihm zu sein, als hätten sie sich niemals zuvor in die Haare bekommen.
Wie machte er das nur? So ein trügerischer Mann.
Chuuya sah über den Tassenrand auf und sein Blick traf direkt auf das dunkle Nirvana in Dazais Augen. Er hätte sich beinah an seinem Kaffee verschluckt.

"Schlecht geschlafen?"

fragte er mit verschränkten Armen und sein Blick schien dabei dunkler als die Brühe in Chuuyas Tasse. In seinem Nacken stellten sich sämtliche Härchen auf.

"Könnte man so sagen."
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