Entscheidung über Leben und Tod

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Anthony J. Crowley Erzengel Gabriel Erziraphael Gott
04.08.2019
10.11.2019
29
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Hallo meine liebe Fan-Familie.
Ich habe es mal wieder geschafft etwas aus meinem Kopf umzusetzen. Diesmal eine Idee zu einem AU mit unseren Lieblingen aus Good Omens. Hat länger gedauert als gedacht, aber immerhin kommt es jetzt endlich in die Gänge. Geplant sind 4 Kapitel, ob ich das Ganze danach noch weiterführen kann oder werde, hängt von meiner Zeit und meinen Gedanken ab. Evtl. fällt euch ja noch etwas ein, worüber ihr gerne mehr wissen wollt (also aus fachlicher Sicht ^^" worum sich die beiden übernatürlichen Tierärzte kümmern könnten)
Ich freue mich sehr über die tolle Kommunikation mit MeraJuna, sie hat mich motiviert heute zu schreiben, während ich sie hoffentlich auch etwas motivieren kann.
Ich hoffe ihr habt Spaß und wenn ihr Fragen habt, immer her damit.
Ganz liebe Grüße vom Werwölfchen ;)


..........


Von einer großen Hauptstraße ausgehend, führte eine kleinere Seitenstraße durch eine wundervolle Allee mit Birken und Linden. Die Sonnenstrahlen fielen durch die Blätter und auf dem Asphalt bildete sich ein enges Zusammenspiel zwischen Licht und Schatten. Immer wenn der Wind durch die Kronen der Bäume wehte, bewegten sie sich wie im Tanz.
Die Allee führte an ihrem Ende zu einem Rondell mit einem prächtigen Brunnen und einem Blumenbeet in dessen Mitte. Der Brunnen spie das Wasser in einer Fontäne nach oben und die herabfallenden Tropfen bildeten sanfte Wellen auf der Oberfläche. Rundherum bildeten weiße und schwarze Rosen ein wundervolles Bild der Harmonie.

Direkt an diesem Rondell lag eine renommierte Tierklinik, ein prachtvoller Bau, der eher an eine helle und freundliche Villa erinnerte. An der rechten Seite waren Ställe für etliche Großtiere wie Pferde, Kühe und andere, während sich auf der linken Seite ein Parkplatz für die Mitarbeiter und Patientenbesitzer erstreckte. Am Parkplatz angeschlossen war ein kleiner Park, wo man seine Tiere ausführen konnte und weiter drin befand sich ein kleiner, wohl gepflegter Tierfriedhof. Kleine Steine und Kreuze schmückten die einzelnen Abteile, teilweise waren Bilder an ihnen befestigt, oder es lagen Spielzeuge und Blumen auf den Grabstellen. Insgesamt war es ein friedlicher Ort um den Tieren zu gedenken.

Hinter der Villa, jedoch nicht sichtbar für die etlichen Besucher, lagen die OP-Säle der Großtiere und eine eigene Pathologie.
Von außen schien alles idyllisch und freundlich, hätte man jedoch tiefer in die Struktur der Klinik schauen können, wären einem schnell zwei Lager aufgefallen.

Es gab zum ersten die Tierärzte und Tierarzthelfer, die für die Behandlungen und OPs zuständig waren und zum zweiten diejenigen, die sich um die Euthanasien und die pathologischen Untersuchungen kümmerten.
Die Klinikleiterin war eigentlich nie zu sehen, sie zog sich quasi sofort in ihr Büro zurück, sobald sie in der Klinik ankam. Einige Mitarbeiter munkelten, dass sie eventuell niemals den Raum verlassen hätte und auch nicht nach Hause fuhr. Es war fraglich, ob sie überhaupt etwas tat und dennoch lief die Klinik einwandfrei.
Wenn die Tierärzte der Behandlung Halbgötter in weiß waren, so nannten die Mitarbeiter ihre Leiterin spaßeshalber Gott.

Es gab zwei sehr erfolgreiche und bekannte Tierärzte in dieser Klinik. Zum einen wäre da Dr. Raphael Engel, eine wahre Koryphäe wenn es um Geburtshilfe und Kaiserschnitte ging. Fast jeder Fall wurde ihm zugeteilt, wenn er gerade greifbar war und er war so gut wie immer erfolgreich. Viele neue Leben hatten es ihm zu verdanken, dass sie auf der Welt waren. Von Kitten, über Welpen und Fohlen, bis hin zu Kälbern, Lämmern und Ferkeln.

Und dann gab es da Dr. Anthony J. Crowley, er begleitet seine Patienten und ihre Besitzer in den letzten Minuten. Er erlöste schwerkranke Tiere und führte ihre Seelen, so hoffte er, zurück ins Licht. Er wurde von seinen Kollegen aus der Pathologie belächelt, als ob Tiere eine Seele hätten, so machten sie sich über ihn lustig. Und die anderen Tierärzte verabscheuten ihn, da er die Tiere tötet und sie nicht heilte. Immerhin waren sie Tierärzte, das war doch ihre Aufgabe. Aber Anthony war bewusst, dass es eben nicht nur das eine geben konnte, die anderen sahen das jedoch ganz anders.

Einmal jedoch, als Dr. Crowley gerade zutiefst betrübt und in Gedanken versunken aus dem Raum 0 kam, ihr Raum für die Euthanasien, lief Dr. Engel an ihm vorbei, schaute ihm tief in die Augen und wollte seine Hand heben, als wenn er sie auf die Schulter des anderen legen wollte. Doch im selben Moment kamen ihnen zwei weitere Tierärzte entgegen, der Blickkontakt brach ab und die Hand wanderte unvollendeter Dinge zurück in die Kitteltasche.

Anthony war sich nicht sicher, aber hatte er gerade versucht ihn zu trösten? Schwachsinn, das taten diese aufgeblasenen Halbgötter in weiß nicht. Nun vielleicht würde es doch einer tun, aber nur einer.
Seine Augen folgten dem blonden Mann, bis dieser um eine Ecke verschwand. Sie waren vollkommen gegensätzlich, niemals würden sie miteinander auskommen, geschweige denn Freunde werden.

Was der Rothaarige jedoch nicht sah war, dass sich Raphael kurz hinter der Ecke mit seiner Schulter an die Wand lehnte und bedrückt seufzte. Er wusste, was das für eine schwere Arbeit war. Er würde sie selbst nie machen wollen, er holte Leben auf die Erde und beendete sie nicht. Dennoch wusste er, dass diese Aufgabe genauso wichtig war wie seine. Wenn er daran dachte, wie sich in manchen Ländern die Menschen quälen mussten, bis der Tod endlich so gnädig war und sie zu sich holte, so wusste er genau, warum er nie Humanarzt hätte werden können.

Jedoch keiner von beiden bemerkte die ganz leicht geöffnete Tür des Büros der Klinikleiterin, aus dessen Spalt ein helles Licht auf den Flur fiel.
Irgendetwas geriet ins Rollen.
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