Last Golden Summer

von Serzel
GeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
Akaashi Keiji Bokuto Koutarou
04.08.2019
31.08.2019
5
8.737
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04.08.2019 789
 
Eigentlich war es nur eine verrückte Idee gewesen, die Bokuto ausgesprochen hatte – wie eigentlich immer. Er sah etwas, hörte etwas, selten las er auch etwas und dann wollte er es auch. Den größten schlechten Einfluss hatte generell der Fernseher auf ihn abgesehen von Kuroo Tetsurou, der ihn immer wieder mit seinen furchtbar fragwürdigen Ideen köderte. Akaashi hatte oft darunter leiden müssen, wenn wieder etwas ausgeheckt wurde.
Dieses Mal jedoch musste er die Schuld bei sich selbst suchen und so ganz wusste er noch nicht, ob er sich freuen oder alles bereuen sollte.

Das Fernsehen war dieses Mal der Auslöser gewesen, der alles ins Rollen brachte. Eine Serie über Autounfälle, die Bokuto sich aus unerklärlichen Gründen gerne ansah, ließ sie zum Fantasieren eines Roadtrips abschweifen. Fukurodanis Ass war so begeistert von der Idee gewesen, dass er am liebsten sofort hatte aufbrechen wollen. Aber sie hatten keinen Führerschein – natürlich nicht, schließlich gingen sie noch zur High School. Bokuto hatte sich nicht abbringen lassen und Akaashi tagelang genervt, bis dieser schließlich eingeknickt war.

Eine Fahrradtour als Bicycle Roadtrip von Akaashi verkauft, weil Bokuto auf einen coolen Namen eher ansprang, war das Ergebnis. Die Tage zwischen dem Trainingscamp und der Vorrunde zur nationalen Frühjahrsmeisterschaft waren knapp, reichten aber für ihre Verhältnisse völlig aus. Die Strecke maß weniger als 400 Kilometer und führte nicht einmal Ansatzweise durch ganz Japan, doch es musste reichen, um Bokuto zufriedenzustellen. Normalerweise ging das bei ihm sowieso ziemlich leicht, wären da nicht gewisse Regeln, die Akaashi aufgestellt hatte.

Regel Nr. 1: Während dem Bicycle Roadtrip herrscht absolutes Handyverbot.

Sinn dieses simplen aber doch für Bokuto schwerwiegenden Verbots war, ihm den Kontakt zu ihren Mitspielern, ganz besonders aber zu Kuroo zu nehmen. Es war nicht nur anstrengend, dass er ständig alles brühwarm weitererzählen musste – auch die sehr privaten Dinge! -, er wollte auch verhindern, dass Bokuto während ihrer Reise von idiotischen Ideen infiziert wurde und sich vom nächsten Staudamm stürzte, sie im Wald nach einer sprechenden blauen Raupe suchen mussten oder Kuroo dazu anstiftete, nackt in den Badesee zu springen.

Ganz nebenbei – Akaashi würde es niemals zugeben – wollte er während des Ausflugs Bokutos ungeteilte Aufmerksamkeit. Es war für ihn kein Geheimnis mehr, wie anders er ohne schlechte Einflüsse war.

Regel Nr. 2: Es wird vernünftig Fahrrad gefahren, mit beiden Händen am Lenkrad und mit Blick nach vorne.

Wenn Bokuto etwas gut konnte, dann war es, seine Aufmerksamkeit durch irgendetwas für normale Leute völlig uninteressantes auf sich ziehen zu lassen. Auf den Wegen, die sie befahren wollten, gab es die ein oder andere Sehenswürdigkeit, aber vermutlich würde schon ein Vogelschwarm, ein Eichhörnchen oder ein besonders cooles Auto ausreichen, dass Bokuto nicht mehr schaute, wo er hinfuhr. Da ihr Weg durch Berglandschaften führte, würde er noch einen Abhang hinunter stürzen, wenn er nicht aufpasste. Freihändig einen Berg herunterfahren wäre auch äußerst ungünstig.

Regel Nr. 3: Es wird nicht ohne Akaashis Erlaubnis weggelaufen.

Regel Nr. 4: Es wird an den verabredeten Orten gewartet, bis der jeweils andere wieder da ist. Nicht woanders – egal was passiert.

Natürlich waren die beiden Regeln wichtig, während Bokuto nicht über sein Handy erreichbar war. Die Gefahr, dass er plötzlich verschwand, war zu groß um unbedacht zu bleiben. An vielen Orten war es möglich, dass sie keinen Empfang hatten und selbst mit Handy aufgeschmissen wären. Ganz zu schweigen davon, dass Bokutos Beschreibungen auch immer zu wünschen übrig ließen, wenn er verloren ging - „Ich steh hier zwischen zwei Bäumen“ war im Wald genau so erfolgversprechend wie gar keine Information.

Regel Nr. 5: Es dürfen beliebig viele weitere Regeln hinzugefügt werden, wenn es nötig wird, solange Akaashi zustimmt.

Für den Fall der Fälle, dass irgendetwas passiert, über das Akaashi vorher nicht nachgedacht hatte, weil es zu abstrus war, wurde die Joker-Regel eingeführt. Selbst wenn Bokuto mittlerweile sehr einfach zu lesen war, so gab es doch immer noch Überraschungen oder Momente, die nicht vorhersehbar waren.



Es hatte länger gedauert, bis diese Regeln von Bokuto akzeptiert wurden. Gegen das Handyverbot war lautstark protestiert worden – wie sollte er denn so seinem Bro erzählen, was sie gerade tolles machten? Gar nicht, fand Akaashi, und am Ende musste sich Bokuto geschlagen geben. Die Beschwichtigung, er könne ja nach dem Roadtrip in einem langen Telefonat davon berichten, hatte ihn letztendlich besänftigt und so waren sie aufgebrochen mitsamt Campingausrüstung und Gepäck in einem kleinen Fahrradanhänger, den das muskulöse Ass mit Stolz und Freude hinter sich her zog. Er war so viel stärker, da war es selbstverständlich, dass er die zusätzliche Last auf sich nahm, hatte er gemeint.
Nach nicht einmal 10 Kilometern fing er allerdings an zu jammern. Nicht, weil der Hänger so schwer war, sondern weil der Weg so weit und Bokuto die Lust vergangen war Fahrrad zu fahren.

Dabei hatte ihre Reise gerade erst begonnen.