Geschichten aus Eberron

GeschichteAllgemein / P12
03.08.2019
24.04.2020
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24.04.2020 689
 
Es lebte einmal einmal ein reicher und machtvoller Gutsherr, dem ein großes und ertragreiches Stück Land gehörte.  Getreide reifte auf den Feldern  und Trauben an den Hängen, die Wälder waren voller Wild und Holz, die Teiche wimmelten von Fischen und in den Dörfern lebten fleißige, zufriedenen Handwerker und Bauern.  Der Gutsbesitzer war respektiert und fürchtete wenig für die Zukunft, denn er hatte fünf stattliche Kinder, jedes mit seinen besonderen stärken und Tugenden.

Die erstgeborene Tochter war eine Bardin,  feinsinnig und kreativ, von deren Liedern die Leute von nah und fern niemals genug bekommen konnten.
Der zweitgeborene Sohn war ein Krieger, furchtlos und zäh, der so machen grimmigen Feind im Zweikampf besiegt hatte.
Der drittgeborene Sohn war ein Kleriker, fromm und genügsam, auf dessen Gebete die Götter mit Wohlwollen antworteten.
Der viertgeborene Sohn war ein Magier, gelehrt und analytisch, dessen Zauber wiederholt unglaubliche Werke schufen.
Die  jüngste Tochter war eine Schurkin, schlau und geschickt, vor deren Schlichen kein noch so wohl gehüteter Preis sicher war.
Alle fünf Geschwister arbeiteten treu und fleißig für ihren Vater, auf dass die Bewohner seines Landes in Sicherheit und Wohlstand leben konnten.

Doch es kam der Tag an welchem der Gutsherr auf dem Sterbebett lag und das Land an seinen Erben übergeben musste. Die Bardin war seine Erstgeborene und den alten Traditionen folgend ernannte er sie zur neuren Herrin seines Besitzes.  Doch die Bardin hatte viele Jahre recht unbeschwert gelebt und ihren Herzen hatte jedes ihrer Geschwister insgeheim gehofft dass ihre eigenen gewissenhaften Dienste mit der Herrschaft über das Land belohnt würden.  Sie alle fühlten sich um ihren gerechten Lohn geprellt.

"Unser Vater hat schlecht entschieden", sprach daher der Kleriker.  "Ist es nicht mein Verdienst, dass der Segen der Götter über unserem  Land liegt? Für das Wohl von jedermann wäre es doch besser wenn ich herrschen würde."
"Lächerlich", erwiderte die Bardin. "Nicht nur steht nach den alten Bräuchen das Erbe mir zu, sondern das Volk selbst liebt mich und meine Werke. Wer sollte denn sonst über das Land herrschen?".
"Der Verteidiger des Landes natürlich!", rief der Krieger. "Ich habe euch alle öfters beschützt als ihr überhaupt wisst. Der neue Herrscher hier sollte der Stärkste sein und dass bin ich."
"Was soll uns so ein Schlagetot?", fragte der Magier verächtlich. "Klugheit ist für einen Herrscher am wichtigsten. Mein scharfer Verstand ist was das Land am meisten braucht."
"Hier ist einer aufgeblasener als der andere", lachte die Schurkin. "Ich kenne durch meine Arbeit das einfache Volk und dessen Sorgen besser als jeder andere hier. Ich bin es, die man ran lassen sollte."

Die fünf Geschwister gerieten in so in einen Streit, der immer hitzige und bösartiger wurde. Worte wurden durch Schläge abgelöst, als Brüder und Schwestern gegenseitig ihr Blut vergossen. Niemand kann sagen was dann genau passierte. Wer schlug so brutal  nach der Bardin? Oder hatte sie den tödlichen Streich selbst provoziert? Sicher ist nur dass plötzlich die Bardin sterbend am Boden lag, während ihr Blut den Boden tränkte. Und die Götter waren erzürnt über diesen aus Ehrgeiz geborenen Frevel und sprachen ihre Strafe aus. Im weiten Umkreis um den Leichnam der Bardin verdorrte das Land und wurde unbewohnbar.

Voller Schrecken und Scham darüber was passiert war schlossen die verbliebenen vier Geschwister hastig Frieden. Doch statt danach  gemeinsam weiter zum Wohle des gemeinsamen Landes zu arbeiten nahm sich jeder ein eigenes Stück davon und erklärte sich zu dessen Herrscher. Zumindest die Schurkin empfand genug Reue, um die heimatlos gewordenen Kinder der Bardin in ihrem Land aufzunehmen.

Und so bleiben die Geschwister mit ihren Ländereien bis zum heutigen Tage getrennt, als Feinde und Rivalen, anstatt als Freunde und Verwandte. Der Kampf ist vorbei, doch der Stolz und die Machtgier blieben. Kann dieser Zank jemals überwunden werden, auf das Frieden und Einigkeit ins Land zurück kehren?  Nur die Götter können dies sagen. Für uns Sterbliche liegt die Zukunft im Ungewissen.

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Mal sehen welcher Leser zuerst sagen kann, auf welches Ereignis in Eberron sich diese Sage bezieht.
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