Geschichten aus Eberron

GeschichteAllgemein / P12
03.08.2019
24.04.2020
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18.08.2019 1.013
 
Nichts in Eberron beweist besser das Wirken der Götter, als die Vielzahl von denkenden Rassen, die sie in ihrer Weisheit geschaffen haben. So wie die Götter jeder über eigenen Domänen in der Welt wachen, so hat eine jede Rasse ihre Rolle darin. Damit aber der Plan der Götter nicht durcheinandergebracht werden kann und die von ihnen geschaffenen Rassen durch Generationen der Vermischung verschwinden , haben sie es so eingerichtet, dass die meisten Rassen untereinander keine Nachkommen zeugen können. Wann immer gegen dieses göttliche Gesetz verstoßen wird sind meist unnatürliche oder außerweltliche Kräfte am Weg, wie etwa Kreaturen aus fremden Existenzebenen oder die Einflüsse der Dunklen Sechs. Doch heute soll nicht von Tieflingen, Aasimar oder den Kindern der Wechselbälger die Rede sein. Heute soll es um die Ursprünge der beiden natürlichen Mischlingsrassen von Khorvaire gehen, denen die Götter selbst ihren Segen gaben.

Als vor Tausenden von Jahren die Elfen damit begannen in größerer Zahl auf Khorvaire zu siedeln hatten sich Menschen dort bereits als eine der dominierenden Rassen etabliert. Zwar gab es zwischen beiden Rassen durchaus Missverständnisse und Konflikte, doch im allgemeinen waren die Elfen fasziniert darüber was für blühende Zivilisationen die Menschen in einer aus ihrer Sicht so kurzen Zeit errichtet  hatten, während die Menschen ihrerseits die Elfen für ihre Natur und ihre Errungenschaften bewunderten. So kam es, dass zwischen den Männern und Frauen beider Rassen Liebe erblühte und es war gut so. Doch in den Herzen vieler Elfen keimte Gier und Neid, als sie den Wohlstand und die Macht unter den Menschen sahen. Um sich anzueignen was Menschen gehörte, verfielen diese Elfen auf einen abscheulichen Plan. „Ein kurzlebiges Volk sind diese Menschen“, sagten sie sich. „Doch die meisten von ihnen sind unserer Schönheit und Anmut zugeneigt. Heiraten wir die Reichen und Mächtigen unter ihnen, so müssen wir keine hundert Jahre warten und können dann alles von ihnen erben. Für einen lachhaft kurzen Teil unserer Lebenszeit an der Seite eines Menschen zu verbringen ist ein geringer Preis, wenn dafür ihre Reichtümer, Ländereien, Geschäfte und Leibeigenen in unsern Besitz übergehen.“ Mit dieser Niedertracht im Herzen begannen jene Elfen die Adeligen, Gildenmeister und Kaufleute der Menschen zu verführen und zu heiraten, deren Besitz sie begehrten.

Als die strahlende Göttin Dol Arrah, die über Ehre, Gesetz und das Gute in jeder Seele wacht, sah wie die Elfen handelten, da verdüsterte sich ihr prächtiges Antlitz und sie rief die anderen Götter zusammen. „Wir haben die Elfen mit dem Geschenk eines langen Lebens gesegnet“, sprach sie ernst. „Doch nun missbrauchen so viele von ihnen unser Geschenk, um den heiligen Bund zwischen Mann und Frau zu entweihen. Voller Arglist und Selbstsucht heiraten sie die Menschen, um deren Platz in Khorvaire einzunehmen. Können wir dulden, dass sie am Ende ihren Nutzen aus solchem Verhalten ziehen werden?“. Die Götter waren sich einig, dass sie eingreifen mussten, doch wie sollten sie dies tun? Die von ihnen geschaffenen Gesetze der Welt für einen solchen Einzelfall kurzfristig oder nur für gewisse ausgewählte Elfen umzuschreiben, dies war nicht ihre Art. Schließ ergriff die sanfte  Arawai, die Patronin des Lebens und der Geburt, das Wort: „Ich weiß eine Lösung, welche sowohl die ehrliche Liebe zwischen Elfen und Menschen mit dem größten Geschenk belohnen kann, während es die Pläne der Gierigen unter den Elfen vereitelt und ihrem Hochmut eine Lektion erteilen wird. Wir haben bereits den Elfen als Heimatland Aerenal gegeben und den Menschen Sarlona. Warum sollte dann Khorvaire nicht zum Heimatland einer neuen Rasse werden, die aus den anderen beiden hervor gegangen ist?“. Und die Götter erkannten die Weisheit im Vorschlag von Arawai und stimmten zu, dass künftig aus der Verdingung von menschlichem und elfischem Blut die Khoravar entspringen sollten, die wahren Kinder von Khorvaire. Und damit die Khoravar das Schicksal ihrer Rasse selbst lenken könnten, so würden auch sie untereinander sowie mit den Menschen und den Elfen Kinder zeugen können. Damit aber die Existenz keiner der drei Rassen durch solche weiteren Vermischungen gefährdet würde, entschieden die Götter, dass wann immer ein Khoravar mit einem Menschen beziehungsweise Elfen Kinder in die Welt setzte, Olladra ihre Würfel werfen und danach entscheiden würde, welcher Rasse seines Elternteils dieses Kind angehörte. Dies entschieden die Götter und es war gut.

Schon bald spürten menschliche und elfische Frauen aus gemischten Verbindungen zu ihrem großen Erstaunen in sich neues Leben heranwachsen. Obgleich es zunächst Verwirrungen und Verdächtigungen gab, wurde rasch klar, dass dieses Phänomen alle in ihrer Situation betraf und dass göttlicher Segen dahinterstecken musste. So trug es sich zu, dass die erste Generation von Khoravar das Licht der Welt erblickte, Kinder einer neuen Rassen, in deren Zügen sich jene ihrer Elternrassen vermischte. Die Menschen und die Rechtschaffenen unter den Elfen waren voller Dankbarkeit für diese Gnade der Götter und priesen sie dafür. Die Verschlagenen unter den Elfen jedoch waren voller Abscheu und Schrecken, als sie Kinder vor sich sahen, sie sie für traurige Zerrgestalten ihrer eigenen Vollkommenheit hielten. So wurden ihre Pläne vereitelt und ihr falsches Spiel offenbart, als diese Unholde mit hübschem Angesicht und schwarzem Herzen ihre neuen Familien zurückließen. Es heißt aber auch dass so mancher unter den elfischen Täuschern dadurch lernte, dass vor den Göttern alle Rassen gleich sind und begann ehrliche Liebe für Kinder wie Partner zu fühlen.

So wuchs diese erste Generation der Khoravar größtenteils in Liebe und Wohlstand auf, selbstbewusst und stolz. Und als sie heranwuchsen wählten viele von ihnen sich Partner unter anderen Khoravar aus und auch die folgenden Generationen hielten es so. Daher sind die Khoravar heute einer der zahlreichsten und machtvollsten Rassen von Khorvaire. Weils es Dol Arrah und Arawai waren, der sie ihre Herkunft verdanken, werden diese beiden Göttinnen besonders von den Khoravar geliebt und verehrt. Wenn immer ihr also in den Tempeln und Schreinen ein Bildnis von Dol Arrah als eine ehrenvolle Khoravar-Kriegerin oder von Arawai als eine liebevolle Khoravar-Mutter seht, dann wisst ihr nun den Grund dafür.

Wie, ihr wollt wissen wo dann die Halborks von Khorvaire herkommen? Natürlich kann ich euch das ebenfalls erzählen. Lasst mich nur ein Bier trinken, dann erzähle ich euch die Geschichte der Jhor'guntaal, der Kinder zweier Rassen.
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