Verloren

von hobbitff
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Bilbo Beutlin Fili Kili Legolas OC (Own Character) Thorin Eichenschild
03.08.2019
11.09.2019
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Yay, ein neues Kapitel! Schule ist echt anstrengend, aber ich habe es foch noch hinbekommen! Viel Spaß und ich würde mich mega über eine Review freuen!!

10. Als Erinnerung

Lumiel ritt durch den grünen Wald, genoss die Stille, atmete die frische Luft ein und achtete auf die Geräusche des Waldes. Wenn sie genau hinhört, konnte sie Vögel zwitschern hören, das Rascheln der Blätter und immer wieder das Knacken eines Astes.
Es war unglaublich beruhigend, alleine durch den Wald zu reiten, der bereits früher ein Rückzugsort für sie gewesen war.
Da schlichen sich wieder die Erinnerungen vom letzten Abend in Lumiels Gedächtnis und auch, was Ilmare gesagt hatte. Lumiel war hin und her gerissen. Sie wollte Ilmare nicht erneut im Stich lassen, aber das letzte was sie wollte war, in dem Düsterwald zurückzukehren. Komischerweise fühlte sie sich bei den Zwergen einfach wohl. Sie konnte, so wie sie es sich schon immer gewünscht hatte, sie selbst sein.  
Wieso kommt Ilmare nicht einfach mit?
Dieser Gedanke schoss ihr plötzlich in den Kopf. Das war die perfekte Lösung! Ilmare wollte nicht wieder alleine gelassen werden, also wieso kam sie nicht einfach mit? Außerdem würde auch ihr etwas Abstand vom Düsterwald gut tun.
Lumiel hoffte nur, dass Legolas und ihr Vater sich nicht zu viel Sorgen machten. Aber immerhin hatte sie einen Brief geschrieben, wo sie alles erklärte. Außerdem hatte ihr Vater ihr noch nie sehr viel Liebe gezeigt. Wieso sollte er das plötzlich ändern?
"Was ist? Wollen wir mal wieder zurück?", sagte Lumiel zu Lila und schon ritten sie zurück nach Bruchtal.

Nachdem Lumiel Lila abgesattelt und auf die Weide gebracht hatte, machte sie sich auf den Weg, Ilmare zu suchen. Sie musste ihr unbedingt von ihrer Idee erzählen!
Als sie durch Bruchtal ging, hörte die etwas entfernt lautes Jubeln. Neugierig ging sie in diese Richtung und was sie dort auffant, schockte sie.
Thorin und Ilmare kämpften gegeneinander!
Sofort rannte Lumiel auf die Wiese. Wieso griff niemand ein?
"Was soll das!?", schrie sie, als sie zu den Zwergen stürmte. Keiner beachtete sie, sondern feuerte die beiden sogar noch an. Aufgebracht ging Lumiel zu Ilmare und zog sie von Thorin weg.
"Hey!", protestierte Ilmare. Das Gejohle hatte nun aufgehört und Thorin richtete sich auf.
"Lumiel, es ist alles in Ordnung", versuchte er sie zu beruhigen.
"In Ordnung?", schrie Lumiel ihm an. "Ihr könnt doch nicht einfach so mit echten Schwertern aufeinander einschlagen!”
"Beruhig dich mal", sagte Ilmare gelassen und löste sich von Lumiels Griff. "Wir haben nur trainiert. Du machst das auch.”
“Das ist aber etwas anderes!”, fauchte Lumiel ihre Schwester an. Sie konnte nicht glauben, was eben geschehen war. Ilmare hätte sich ernsthaft verletzen können!
"Es ist wirklich nichts schlimmes dabei", mischte sich Kili ein.
"Doch! Ihr habt das einfach so zugelassen?"
"Hör einfach auf!", rief plötzlich Ilmare und ließ alle verstummen. "Ich kann auch kämpfen, wenn nicht sogar besser als du!" Dann stürmte sie an allen vorbei, verschwand in den Gebäuden. Zum zweiten Mal in ein paar Tagen war Lumiel daran Schuld, dass Ilmare wütend war, aber sie war noch zu aufgebracht, als dass sie sich hätte schlecht fühlen können.
"Und du lässt das einfach zu?!", schrie sie Thorin an.
"Ilmare hat Recht. Du brauchst dich nicht aufzuregen!", sagte er, aber da reichte es Lumiel. Mit voller Wucht schlug sie mit der Faust in sein Gesicht. Als sie die Hand zurück zog, strömte Blut aus seiner Nase.
"Komm. Wir gehen", flüsterte Gladhwen ihr zu. Lumiel war wie benebelt und ließ sich ohne protest wegziehen. Sie wollte sich noch entschuldigen, aber da wurde sie schon von der Wiese gezogen.

Gladhwen zog Lumiel durch Bruchtal, bis sie vor der Treppe zu ihrem Zimmer ankamen, dann blieben sie stehen. “Was sollte das?”, fragte Gladhwen gleichzeitig ruhig, aber auch aufgebracht.
“Ich wollte nur… Er hat… Ich weiß nicht”, murmelte Lumiel. Sie war nun bei dem Punkt angekommen, dass sie sich schlecht fühlte. Kontrolle über ihre Gefühle hatte sie noch nie gehabt, aber so schlimm war es nicht oft gewesen. Ilmare hatte Recht. Sie konnte genauso gut kämpfen wie Lumiel und Thorin hatte diesen Schlag nicht verdient. Und trotzdem war sie noch immer etwas wütend. “Wieso hast du das einfach so zugelassen?”
“Weil das einfach nur ein Duell war!”, entgegnete Gladhwen seufzend.
“Aber sie hätte sich verletzen können!”
“Lumiel, es ist an der Zeit, sie loszulassen”, sagte Gladhwen ruhig. “Sie ist schon 182, du kannst ihr nichts befehlen. Außerdem hätten die hier sie sofort wieder zusammengeflickt. Es ist nichts passiert.”
Lumiel atmete zittrig aus. Gladhwen hatte Recht. “Ich muss mich bei ihr entschuldigen.” Sie wollte schon losrennen, aber Gladhwen hielt sie auf.
“Noch nicht. Lass ihr Zeit.”

Den restlichen Tag über blieb Lumiel in ihrem Zimmer. Sie hatte keine Lust, mit irgendjemandem zu reden oder zu sehen. Hunger hatte sie auch nicht, weshalb sie nicht zum Abendessen erschien. Sie konnte nur daran denken, was passiert war. Legolas würde ihr erst einmal einen Vortrag halten: “Du musst dich zusammenreißen! Gefühle kann man leicht verletzten.” Ja, das hätte er gesagt. Was er wohl gerade tat?, fragte sie sich und drehte sich im Bett um. Vielleicht war er ja gerade mit Tauriel zusammen. Lumiel schmunzelte leicht. Die beiden hatten miteinander sehr viel Glück, selbst, wenn sie es noch nicht wussten. Wann würden sie es sich endlich eingestehen, dass sie wie füreinander bestimmt sind?! Lumiel wünschte sich, sie hätte auch jemanden, der sie so lieben würde. Natürlich hatte sie ihre Familie, aber das war etwas ganz anderes. Sie war schon einmal in jemanden verliebt gewesen. Feanor war sein Name gewesen, er hatte dunkelbraune schulterlange, glatte Haare gehabt und sah ziemlich gut aus. Für einen Elb war Feanor sehr männlich gewesen, wofür Elben ja eigentlich nicht bekannt waren, und das hatte Lumiel damals so gut gefallen. Das hatte allerdings nicht gut geendet. Aber das Gefühl, das Bauchkribbeln, das sie jedesmal gespürt hatte, wenn sie ihn gesehen hatte, war unbeschreiblich. Oder die Blicke die man einander zuwarf, nur um dann schnell wieder wegzusehen…
Lumiel schüttelte den Kopf. Sie hatte jetzt keine Zeit, über die Liebe nachzudenken. Sie war auf einem Abenteuer und jegliche Ablenkungen wären nicht gut! Ja, keine Ablenkungen, das schwor sich Lumiel.
Sie schwang die Beine aus dem Bett und beschloss, doch noch einen Spaziergang zu machen. Die Luft war frisch und der Mond schien bereits hoch am Himmel. Es war Vollmond.
Sie schlich die Treppen vor ihrem Zimmer hinunter, damit niemand sie entdecken würde, und machte sich auf dem Weg, zu ihrem Lieblingsplatz in Bruchtal. Es war ein kleiner Pavillon, der einen großartigen Blick auf das Tal gab.
Gerade kam sie auf der Wiese vor dem Pavillon an, da erkannte sie eine dunkle Gestalt vor ihr. Schnell duckte sie sich hinter eine Steinstatue. "Du kannst ruhig kommen", sagte eine tiefe Stimme. "Solange du mich nicht nochmal zusammenschlägst." Thorin.
Lumiel lief beid er Erinnerung an das, was sie getan hatte, rot an. Das war so dumm gewesen!
"Es tut mir Leid", murmelte sie und trat ins Mondlicht. "Ich bin einfach ausgerastet." Sie stellte sich neben Thorin, der die Arme vor seiner Brust verschränkt hatte und in die Ferne starrte. "Wie gehts der Nase?", fragte sie vorsichtig. Zu ihrem Erstaunen lachte Thorin auf.
"Wir Zwerge sind aus härterem Material, mach dir keine Sorgen", erwiderte er gelassen.
"Wieso bist du so nett zu mir", platzte Lumiel heraus und bereute es sofort.
"Wie meinst du das?" Thorin sah sie schief an.
Lumiel seufzte tief.
"Naja, du hast eigentlich keinen Grund mich zu mögen. Oder nett zu mir zu sein. Ich meine, ich tauche einfach so bei eurem Treffen auf, schleiche mich in die Unternehmung ein, bin eine Elbin." Sie könnte noch viel mehr sagen, aber Thorin unterbrach sie mit einem Lachen.
"Ja, deine Erscheinung war nicht gerade diskret, aber ich bin froh, dass du da warst", sagte er noch, streichelte kurz Lumiels arm und ließ sie verdattert zurück.
Das Gespräch mit Thorin immer noch im Kopf ging sie zum Pavillion. Als Lumiel ankam, seufzte sie leicht. Wie sie diesen Ort vermisst hatte. Es war einer der wenigen Orte, wo sie sich frei fühlte, als könnte sie alles schaffen. Im Düsterwald hatte sie auch so einen Platz gehabt, aber ihr Vater hatte ihn zugesperrt.
Sie setzte sich auf die Bank aus Marmor und holte ihr kleines Buch aus ihrer Ledertasche, worin sie gerne zeichnete. Das Zeichnen war schon immer eine ihrer ihrer Leidenschaften gewesen und da es eines der wenigen Dinge gewesen war, das ihr Vater ihr erlaubt hatte, hatte sie ganz viel geübt. Sie ging die bereits vollen Seiten durch. Mal war da eine Blume, ihr Zimmer oder Lila, ihr Pony, aber am liebsten zeichnete sie Gesichter von Legolas, Ilmare, Gladhwen oder Tauriel und vielleicht auch mal von jemand anderem im Schloss.
Lumiel zog Feder und Tinte aus ihrer Tasche und begann, das Tal vor ihr zu skizzieren. Gedankenverloren zeichnete sie in ihrem Buch und bemerkte gar nicht, dass sich jemand neben sie gesetzt hatte.
“Kann ich mal sehen?”, fragte Kili und Lumiel schreckte hoch. Als sie erkannte, wer es war, atmete sie erleichtert aus.
“Kili!”, stieß sie aus und schlug die Hand aufs Herz. “Erschreck mich nie wieder!”
“Ich dachte du bist nicht schreckhaft”, sagte er grinsend und auch Lumiel schmunzelte. “Zeig mal.”
“Es ist aber noch nicht fertig”, murmelte Lumiel verlegen.
“Na und”, erwiderte Kili und zog ihr das Buch aus der Hand. “Oh, wow, das sieht echt toll aus!”, staunte er und betrachtete die Zeichnung. Dann begann er, ohne Vorwarnung weiter zu blättern.
“Hey!”, protestierte Lumiel und wollte ihm das Buch aus der Hand reißen, aber Kili war stärker.
“Das sind echt tolle Zeichnungen!”, bestaunte er.
“Danke und jetzt gib es mir wieder!” Lumiel hasste es, wenn andere Leute in ihren Sachen rumwühlen.
“Es sind echt tolle Zeichnungen”, wiederholte Kili und stützte der Arm auf der Veranda ab. “Seit wann zeichnest du?”
“Schon immer, so weit ich mich erinnern kann”, antwortete Lumiel und strich über den Lederbezug. “Weißt du, meine Mutter hat auch gezeichnet. Ich habe einmal Zeichnungen von ihr gefunden, als ich… naja, in der Kommode meines Vaters rumgewühlt habe.” Sie lachte bei der Erinnerung daran.
“Also wirklich, das hätte ich nicht von einer Prinzessin erwartet”, sagte Kili schmunzelnd und stützte seinen Kopf auf seiner Hand. Lumiel blickte auf.
“Tja, ich stecke voller Überraschungen.” Sie sah ihm einen Moment in die Augen, die bei der Dunkelheit schwarz wirkten, und fühlte sich wie verloren. Dann aber blickte sie schnell weg, da es doch etwas peinlich wurde. Wie war das? Blicke zuwerfen, nur um dann schnell wieder wegzuschauen? Lumiel war froh, dass es Dunkel war, denn sonst hätte Kili ihre roten Wangen gesehen.
“Kann ich dich zeichnen?”, fragte sie, um das Thema zu wechseln. “Als Erinnerung.”
“Na klar. Wenn ich dir so viel bedeute”, sagte Kili schmunzelnd.
“Du bist dumm!”, lachte Lumiel und boxte ihm leicht in die Schulter.
“Wie soll ich mich hinsetzten?”
“Ach, du kannst so bleiben”, sagte Lumiel und begann Kili zu zeichnen. Sie genoss es etwas, ihn länger ansehen zu können, ohne dass es komisch wirkte und prägte sich jedes Detail seines Gesichtes ein.