Dramione - Lass dein Glück nicht ziehen

GeschichteAllgemein / P18
Astoria Greengrass Cormac McLaggen Draco Malfoy Fred Weasley Hermine Granger Scorpius Malfoy
02.08.2019
14.01.2020
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Ihr seid unglaublich! Die Resonanz ist unfassbar stark und ich bin absolut gerührt :-)

Hoffe dieses Kapitel gefällt euch! Lasst es mich gerne wissen :-)

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Draco lief ins Badezimmer und frischte sich auf.

Blaise wartete während dessen auf ihn im Wohnzimmer.
Als Draco die Treppe wieder hinunterlief, unterhielten sie sich etwas über das Quidditch spiel, während sie darauf warteten, dass Hermine fertig wurde.

Nach ungefähr einer halben Stunde kam Hermine hinunter, ihre Wangen leicht gerötet, ihre Haare mit einem Zauber samtig wellig geformt, in Jeans und Karo Mantel.
Sie trug ein leichtes Makeup auf und ein Schal verdeckte die Zeichen der gestrigen Nacht auf ihrem Hals.
Draco begutachtete sie mit einem verschmitzten Grinsen, während sie in den Flur schritt.

„Bis später.“ lächelte Hermine Draco an und winkte Blaise noch unsicher zu.
Blaise nickte und erwiderte grinsend den Gruß.
Er wollte sie nicht in Verlegenheit bringen, deshalb sagte er nichts zu der vorherigen Situation.

„Bis dann Granger.“

„Bis dann Zabini. Ich hoffe, unser nächstes Wiedersehen wird nicht mehr so peinlich verlaufen.“ lachte Hermine schüchtern, während sie sich ihre Schuhe anzog und ihre Perlenhandtasche an die Seiten presste.

Blaise zwinkerte.
„Also ich habe absolut nichts dagegen.“

Draco warf ihm einen warnenden Blick zu.
„Beherrsch dich Blaise. Ok?“ zischte er ihm zu.

Blaise grinste entschuldigend, hob die Hände abwehrend und Draco erhob sich, um Hermine zur Tür zu begleiten.
Dabei warf Draco ihm einen weiteren verärgerten Blick zu.

Draußen vor der Tür angekommen, hielt Draco sie etwas zu.
„Es tut mir leid Hermine. Er ist eben so.“ sagte Draco entschuldigend und kratzte sich am Drei Tage Bart.
Hermine lächelte nur und begutachtete nun Draco von oben bis unten.
„Willst du dir nicht etwas anziehen?“ fragte sie ihn mit einem verschmitzten Lächeln und Draco sah an sich hinunter.
Er trug noch immer nur seine Boxershorts.
„Eigentlich nicht.“ grinste er.

Hermine lachte kopfschüttelnd.
„Ich gehe dann mal. Bis später Draco. 17 Uhr.“

Draco grinste.
„Du siehst gut aus.“ flüsterte er, wandte sich um, drückte die Tür noch einen Spalt weiter zu und lief auf sie zu. Dabei nahm er ihr Gesicht in beide Hände und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen.
Als er sich von ihr löste, hatte er ein kleines Lächeln auf den Lippen.
„Ich schau mal zu, wie ich den alten da drin los werde.“ flüsterte er mit einer Kopfbewegung Richtung der Wohnung und Hermine nickte lächelnd.

„Das habe ich gehört Wixxer.“ schrie Blaise vom inneren der Wohnung und Hermine brach in ein Gelächter aus.

„Bis später Draco.“ flüsterte sie, strich ihm sanft durch die Wange und apparierte lächelnd davon. Draco schaute noch einige Sekunden auf die Stelle, an der sie gerade weg appariert war und lief wieder ins Haus.
Der Geruch ihres Parfüms hing ihm in der Nase. Er war einfach fantastisch.

„Also? Ich warte immer noch?“ forderte Blaise auf und Draco setzte sich.
Er lehnte sich an die Rücklehne des Sofas.
„Blaise, das ist jetzt nichts, dass man groß an die Glocke hängen muss.“ erwiderte Draco und rieb sich die Augen.
Er war in Gedanken noch immer bei diesem süßen Kuss von eben.

„Willst du mich verarschen man? Hast du mal gesehen, was du mit ihr angestellt hast?“ fragte Blaise und beugte sich ungläubig zu Draco vor.

„Auch wenn du es mir nicht glaubst- nichts. Ich habe nichts mit ihr angestellt.“ informierte Draco ihn lapidar und stand auf, um sich nun doch einen Kaffee zu machen.

Blaise stand ebenfalls auf und lief ihm hinterher in die Küche.
Er schaute Draco wartend an und lehnte sich auffordernd an die Tür.

Irgendwann gab Draco auf und wandte sich genervt um.
„Wir hätten fast miteinander geschlafen. Aber ich habe es nicht zugelassen.“

Blaise starrte ihn ungläubig mit geweiteten Augen an.

„WAS Blaise?“ zischte Draco ihm genervt zu. Blaise Reaktion nervte Ihn gerade unglaublich.

„Ist das gerade dein Ernst?“ fragte Blaise belustigt.

„Ja Salazar ist es. Und jetzt frag nicht mehr so viel.“

Blaise fing ungläubig an zu stottern.
„Also..sie.. warte mal kurz. Ich muss.. muss mal kurz Luft holen. Granger wollte mit dir schlafen- und du hast NEIN gesagt?! Und warum?“

Draco atmete genervt ein und aus.
„Weil es ihr erstes Mal wäre Blaise. Ich konnte nicht.“

Blaise senkte kopfschüttelnd den Kopf.
„Du bist zwar mein bester Freund... Aber so etwas macht man nicht Draco. Das ist mies.“

Draco wandte sich verärgert zu ihm um.
„Bist du irgendwie dumm? Warum sollte das mies sein? Ich habe es IHRETWEGEN gelassen. Nachher hätte sie es bereut und mich zum Schuldigen gemacht. Und jetzt- Schnauze halten, sonst stopf ich sie dir.“

Draco lief mit seinem Kaffee zurück ins Wohnzimmer und setzte sich hin. Er hatte Kopfschmerzen. Das alles machte ihm nur noch Kopfschmerzen.

Blaise jedoch setzte sich unnachgiebig neben ihm und schaute ihn unverwandt an.

„Red Blaise. Was willst du sagen? Damit wir dieses Thema ein für alle Mal lassen können. Ich habe keine Lust darüber zu reden.“

Blaise seufzte tief und stützte mit gebeugtem Oberkörper seine Ellenbogen an seinen Knien ab.

„Dray, ich weiß, dass es dir nicht so gut ging. Aber das Mädchen ist nett...“

Draco schaute ihn kühl an.
„Ich habe nie das Gegenteil behauptet. Ich mag Granger. Deswegen verstehe ich nicht, was du mir gerade beibringen willst. Du hast selber keine funktionierende Beziehung und Affären ohne Ende. Ich spiele wenigstens nicht mit ihr.“

Blaise lachte leise auf.
„Das gibt dir aber nicht das Recht, mit ihrem Herzen zu spielen.“

„Wirst du jetzt sentimental?“ höhnte Draco und Blaise schürzte kopfschüttelnd die Lippen.

„Nein. Du machst dir nur selber etwas vor. Ich weiß nicht, wem du etwas beweisen willst.. aber es kommt eine Frau in dein Leben die du magst, für die du Quidditch absagst und bei dir wohnen lässt.. und das mit deinem Sohn zusammen. Sie will eine Nacht mit dir verbringen und du tust so, als würdest du es Ihretwegen abschlagen. Wenn du nicht über Astoria hinweg bist, dann verschwende nicht ihre Zeit. Granger verdient das nicht.“

Draco ballte die Fäuste und stand auf.
„Willst du mich eigentlich verarschen? Hätte ich mit ihr geschlafen, hieß es ich würde sie ausnutzen und wenn ich es nicht tue, verschwende ich ihre Zeit? Misch dich nicht in meine Angelegenheiten ein. Ich warne dich Blaise!“

Blaise stand auf und legte lächelnd eine Hand auf Dracos Schulter. Seine tiefen Augenringe von der letzten Nacht zierten sein Gesicht. Doch sein Lächeln war echt.

„Ich hatte lange nicht mehr so einen Spaß wie gestern Abend. Potter ist korrekt. Und Granger scheint eine aufrichtige Frau zu sein. Potter sagte mir gestern, dass sie es ernst meinen würde mit dir und dass sie echte Gefühle hat für dich.“

Draco rollte mit den Augen.
„Salazar Blaise, jetzt halt mir keine Standpauke über den Heiligen Potter. Ja er ist nett und wie gesagt ich mag Granger. Ich schaue was sich aus uns entwickelt. Ich habe nie gesagt, dass es nichts werden könnte. Warum versteht das jeder falsch?!“

Blaise entfernte sich einige Schritte von Draco und schritt in die Terrasse hinaus.

Draco folgte ihm verärgert, während sein dunkelhäutiger Freund auf den weiten See starrte.

„Weißt du Draco, es gibt Menschen, die treffen die Liebe ihres Lebens einmal im Leben. Andere wiederum garnicht. Sie werden alleine enden oder immer eine Haltestelle finden, aber nie das wahre Glück....“

Er wandte sich zu Draco um und sah seinem Freund in die Augen. Dabei hob er einen Zeigefinger.

„Du hast verdammtes Glück. Du könntest dieses Glück ein zweites Mal im Leben haben. Aber du siehst es nicht. Du siehst garnichts. Du könntest das ganze nochmal mit ihr neu erleben... Und ja ich weiß, wie schwer du es hast, wegen.. Astoria.. Aber hier wartet ein zweites Mal im Leben auf dich dein Glück. Eine Frau, die sich ihr Leben lang aufgehoben hat, um am Ende im Bett mit einem Malfoy idioten zu liegen, der sie dann auch noch abschmettert. Der sie die ganze Schulzeit über schlecht behandelt hat. Eine Frau, die deinen Sohn liebt als wäre es ihr eigener. Sie ist eine Frau, die hundert andere Typen Daten und jede Nacht sex mit einem anderen habe könnte. Du schätzt aber NICHTS Dray. Und DAS ist echt traurig.“

Draco starrte Blaise fassungslos an. Gerade wollte er etwas entgegen setzen, doch Blaise war wieder schneller mit seinem vorlauten Mundwerk.

„Ich glaube, ihr wäre es egal, selbst wenn ihr es am Bahnhof unter eine Brücke getrieben hättet. Du bist egoistisch. Du denkst nur an dich. Du schwirrst um sie herum wie eine Fliege, damit kein anderer sie bekommen kann, aber du selber willst sie auch nicht oder kannst dich nicht entscheiden. Ich bin eigentlich der letzte, der über Moral sprechen will. Ich flanke jede Nacht eine andere. Aber du Draco? Was du machst, ist schlimmer. Dann lass das Mädchen in Ruhe, wenn du dich nicht entscheiden kannst.“

Blaise klopfte Draco ein letztes Mal auf die Schulter und apparierte auf der Stelle davon.
Draco starrte ihn wütend hinterher. Blaise hatte auf einen empfindlichen Nerv getroffen.
Er hatte Dracos Gewissen erreicht.

Der blonde stand mit gesenktem Kopf auf der Terrasse und strich sich nachdenklich durch seinen Bart.
Hatte Blaise recht?
Hatte er wirklich die Chance, auf ein weiteres Glück im Leben?
Draco hasste es, dass ausgerechnet Blaise ihn belehren wollte. Und er hasste es, dass Blaise recht hatte.
War er wirklich egoistisch?

Draco schlug mit der flachen Hand gegen das Geländer.
—-

Hermine war in die neue Wohnung appariert. Tatsächlich war sie nur eine Straße weiter und auch wenn die Schlüsselübergabe seitens der Muggel noch nicht stattgefunden hatte, wollte sie schon anfangen, die Einrichtung zu planen.
Die ganze Zeit hatte sie schon ein Kribbeln in der Magengegend und war unfassbar aufgeregt und auch erfreut über den Neustart in dieser neue Wohnung.
Endlich wieder das eigene Heim.

Doch jetzt, wo Hermine in dieser verlassenen Wohnung stand, dessen Wände komplett weiß waren, die Innenräume hohl und jedes ihrer Schritte hallte, kam die Ernüchterung.

Sie sah sich um.
Diese Wohnung war genauso geschnitten, wie ihre alte Wohnung. Nur das sie eine Straße weiter war. Selbst denselben Wintergarten gab es.
Hermine lief auf den Wintergarten zu und sah hinauf auf die Straße. Nun war der Blick unmittelbar aus der Perspektive, der kaputten Laterne, die sie immer von ihrem alten Wintergarten aus sehen konnte.
Doch so stark die Euphorie anfangs auch war, so sehr war sie nun enttäuscht.

Warum fühlte sie sich hier so seltsam leer? Wieso hatte sie es sich schöner vorgestellt als es tatsächlich war? Und wieso war dieser Ausblick plötzlich so anders als der Ausblick des Sees in Dracos Wohnung?
Warum schien ihre Welt hier wieder so grau, obwohl sie erst eben das Gefühl hatte, dass sie endlich wieder alles in Farben sah?

Hermine setzte sich für einen Moment auf den kalten nackten Boden und starrte einfach nur hinaus, auf die befahrene Straße.
Am liebsten, würde sie jetzt ganz weit weg. Weg vor ihren Gefühlen, weg von den Problemen.. an irgendeinen Ort, wo sie heute keiner finden würde...
Doch es half alles nichts.
Nach einiger Zeit rappelte sie sich auf, machte Messungen mit ihrem Zauberstab, so wie Notizen und apparierte in die Winkelgasse.

—-
Draco war geduscht und fertig gemacht. Er wollte Scorpius von den Potters abholen.
Aber vorher hatte er noch etwas zu erledigen. Etwas, vor dem er sich lange gedrückt hatte. Etwas, worüber er lange nachgedacht hatte.

Er lief in sein Zimmer, holte eine Ampulle aus seiner Schublade und steckte sie sich in seinen Mantel.

Eigentlich wollte er apparieren, doch allein wegen Scorpius später musste er das Auto nehmen. Da konnte er wenigstens auf der Fahrt noch nachdenken...
-

Es war ‪14:00 Uhr‬ und Draco war lange mit dem Auto unterwegs gewesen, ehe er an sein Ziel nun endlich ankam.

Er lief an dem Blumenladen vorbei, der direkt neben dem weißen Friedhof stand.
Bevor er hineinlief, las er die Worte auf dem Slogan.

„Beschwer dich nicht und kauf lieber Blumen. Du könntest der nächste sein, für den sie bestimmt wären.“

Kopfschüttelnd und verärgert schritt er hinein.
Dass sie den dämlichen Slogan noch immer nicht geändert haben..

Nach einigen Minuten kam er mit einer Pflanze hinaus.
Auf den ersten Blick schien sie nicht besonders schön zu sein.
Sie sah aus wie ein kleiner Baum.
Die Pflanze wirkte etwas kahl und die Blüten waren dunkel rosa...
Doch es war die teuerste Pflanze aus dem Laden, unteranderem, weil es die seltenste war.

Noch vom Kräuterkunde Unterricht bei Professor Sprout auf Hogwarts damals, wusste Draco, dass diese Pflanze eine tiefe Bedeutung hatte.
Man nannte sie auch: „Baum der Erinnerung.“

Sie sah zwar aus wie eine gewöhnliche Pflanze, doch wenn man sie einpflanzte, würde sie zu einem wunderschönen Baum heranwachsen.

Das Besondere an dieser Pflanze war, dass sie Informationen einer geliebten Person einspeicherte.
Und das ein Leben lang.

Seien es Gedanken an diese Person, die Stimme oder sogar den Duft.
Wie das funktionierte, wusste Draco nicht.. ob das mit Magie war oder aus welcher Gattung diese Pflanze stammte.. doch das war genau das, was er suchte.

Draco schritt schweren Herzens den Kiesweg entlang bis zum Grab mit der Engelsskulptur.
Davor angekommen blieb er schweratmend stehen.

Er blickte auf den Engel, der seinen Blick mit einer friedlichen Ruhe entgegnete.
Zum ersten Mal seit Astorias Tod war er alleine hergekommen.

Draco öffnete langsam den Mund.
Er hatte sich eigentlich fest vorgenommen, stark zu sein und nicht zu weinen. Doch trotzdem bildete sich ein Kloß in seinem Hals.

„Hey Liebling..“

Er beugte sich vor und sah sich Astorias Grab an.
Dabei zückte er seinen Zauberstab und gab den Lavendeln von Hermine die sie vor einigen Wochen hier abgestellt hatte Wasser.
Sie blühten noch immer, im Gegensatz zu den anderen Blumen die Draco und Scorpius immer hinstellten.
Wie machte das Hermine nur?

Astorias Grab sah nun wieder prächtig aus.
Draco hockte sich hin und schaute konzentriert auf die Blumen.
Dann steckte er seinen Zauberstab wieder ein.

„Du weißt nicht, wie sehr du mir fehlst. Es gibt keinen einzigen Tag, an dem ich nicht an dich denke.“ flüsterte Draco leise.

Er hörte neben sich einige Spatzen zwitschern und wandte sich zu ihnen um.

„Nun lenkt mich doch nicht ab. Ich will mit meiner Frau alleine reden.“ sagte Draco gespielt verärgert zu den Spatzen, die ihn für einige Sekunden musterten und gemeinsam fröhlich ihres Weges weiter flogen.

Draco wandte sich wieder zu Astorias Engelsskulptur hin.

„Scorpius geht es gut. Er hat endlich einen Freund gefunden, der mal keine Hauselfe aus dem Manor ist.. und du glaubst es nicht.. Ausgerechnet der Sohn von Potter ist es geworden..“ lachte Draco kopfschüttelnd und sein lachen formte sich zu einem traurigen Lächeln, ehe sich diese Tränen, die er mit aller Kraft zurück halten wollte, langsam ihren Weg frei kämpften.

Draco schluckte und schloss seine Augen, während Stumme Tränen seine Wangen hinunterliefen.

„Du weißt nicht, wie sehr ich dich liebe. Ich wünschte ich wäre an deiner Stelle gewesen. Aber ich bin hier. Ich bin noch da Astoria. Und ich muss weiterkämpfen. Für uns. Für Scorpius...“

Draco richtete sich auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

„Ich habe mich dagegen gesträubt. Lange sogar. Aber jetzt geht es nicht mehr. Ich habe mich verliebt. In Hermine Granger.“

Draco lachte unter Tränen.

„Verrückt, oder? Dass es ausgerechnet sie wurde. Ich wollte mich nicht in sie verlieben. Und die Liebe ist nicht so stark, wie ich sie für dich empfinde. Aber sie macht mich wieder glücklich. Und sie macht unseren Sohn glücklich. Ich hoffe du wirst das Verstehen. Ich werde dich niemals vergessen und niemand wird deinen Platz jemals ersetzen. Aber ich will wieder glücklich werden. Ich muss wieder glücklich werden..“

Draco langte in seinen Mantel und holte die kleine Ampulle hervor. Dann drückte er sich seinen Zauberstab gegen die Schläfe.

Erlebnisse schossen ihm in den Kopf.

Er und Astoria auf Hogwarts.
Wie sie sich zum ersten Mal näher kamen.
Wie sie miteinander lachten.
Wie sie im drei Besen saßen und gemeinsam Whiskey tranken.
Ihre schwarzen Haare, die ihr seidig um die Schultern lagen.
Ihr himmlischer Duft, wenn sie aus der Dusche stieg.
Ihr Parfüm, dass sie auftrug, wenn sie und Draco ausgingen.
Wie sie gemeinsam Walzer auf Veranstaltungen tanzten.
Ihre geheimnisvollen dunklen Augen.
Wie Astoria ihm zum ersten Mal von der Schwangerschaft erzählte.
Scorpius als Baby in ihrem Arm.
Wie er mit Astoria... schlief.
Wie er sie besaß.
Es war pure Liebe.
Sogar ihre Streitereien.
Wie Astoria schwieg, um Draco nicht weiter zu verärgern.
Er konnte sich nicht einmal mehr für seine Launen entschuldigen.

Diese ganzen Erinnerungen zog er sich mit dem Zauberstab aus den Gedanken.
Die blaue Substanz zauberte er in die Ampulle.

Er verschloss sie und vergrub sie mithilfe seines Zauberstabs tief unter der Erde.
Und über dieser Ampulle pflanzte er die Pflanze der Erinnerung, die gedeihen und zum ewigen Baum heranwachsen würde.

„Ich werde dich immer lieben, Mrs Malfoy.“ flüsterte Draco unter Tränen, stand auf und wandte sich zum gehen um.

Während die Blätter von der Pflanze der Erinnerung lebendig wegen dem Wind hin und her wedelten, schritt Draco aus dem Friedhof mit gesenktem Kopf.

Es wurde Zeit, ein neues Leben zu beginnen.
WIEDER ein neues Leben zu beginnen.

Die erste Etappe hatte er überwunden.
Jetzt musste er erst einmal zu den Weasleys, Scorpius abholen und anschließend ins Manor.

Erinnerung


-
Er fuhr mit dem Auto zu den Potters und klingelte an die Tür.
Sein Gesichtsausdruck war neutral, als wäre nie etwas gewesen.
Wenn nicht sogar etwas kühl.
So wie man es von ihm gewohnt war.

Ginny öffnete nach einigen Sekunden schwungvoll und schaute ihn an.
Sie trug ihre roten Haare im Pferdeschwanz und schon wieder eine Schürze.

„Ach du schon wieder.“ seufzte sie augenrollend und Draco hob eine Braue.

„Ich wollte nur Bescheid sagen, dass der magische Zoo etwas ausrichten lässt. Sie wollen, dass du wieder ins Gehege zurück gehst.“ sagte Draco wie aus der Pistole geschossen.

Ginny lachte laut.
Draco grinste mit, als sie plötzlich ihren Zauberstab hob und gegen ihn mit einem fiesen Gesichtsausdruck richtete.

„Sehr witzig. Noch einmal so ein dummer Spruch und ich fluche dich ins Troll Gehege.“

Draco grinste und schüttelte den Kopf.
„Du solltest echt mal ein Anti-Aggressions Training besuchen Weaselette. Ist Potter noch nicht zurück?“ fragte er und Ginny senkte den Zauberstab.
Sie ließ die Tür einen Spalt weit auf.
Draco schritt hinein und rümpfte sich die Nase.
Es duftete nach verbrannter Pizza.

„Er schläft noch.“ antwortete Ginny und deutete mit einer einladenden Geste auf einen Platz am Essenstisch.

„Nein nein Vielen dank. Keinen Hunger Feuerdrache.“ grinste Draco verschmitzt. „Ich muss eh gleich wieder los. Ich wollte nur Scorpius abholen.“

Ginny zuckte mit den Schultern.
„Okay dann nicht. Warte Albino, ich rufe ihn.“

Während Ginny nach Scorpius rief, schlüpfte jemand durch die Tür, die noch offen stand.

Draco wandte sich um, erblickte Ron Weasley und stöhnte genervt auf.

„Was zum Teufel willst du wieder hier Malfoy?!“ Zischte Ron wütend, während an seiner Hand seine Tochter Rose zu Draco hinaufsah.

„Meinen Sohn abholen. Er hat hier übernachtet. Wusstest du nicht, dass wir jetzt eine richtige Familie sind... Weasley?“ antwortete Draco provozierend mit einem süffisanten Gesichtsausdruck a la Malfoy und wandte sich zu den kleinen Mädchen um, während Ron verächtlich schnaubte.
Draco blickte die kleine verwirrt an.

Erst jetzt hatte er die kleine richtig bemerkt. Er wusste garnicht, dass Weasleys Tochter im selben alter von Scorpius war.

„Dad? Bitte streite nicht.“ bat das kleine rothaarige Mädchen ihren Vater.
Ihre großen grünen Augen fixierten Draco neugierig.

Draco warf Ron einen abschätzigen Blick zu und beugte sich zu seiner Tochter.

„Hallo kleines. Ich habe nicht vor mit deinem Dad zu streiten. Und er auch nicht.“ lächelte Draco sie sanft an und sie erwiderte schüchtern Dracos Lächeln.

„Ich bin der Papa von Scorpius. Und Scorpius ist der Freund von Albus.“ informierte Draco die kleine und diese ließ die Hand ihres Vaters los, der es still zuließ.

„Und ich bin Rose.“ erwiderte das kleine Mädchen lächelnd und hob ihre kleine Hand, um die von Draco zu schütteln.
Draco schaute sie verwundert an.

Das Mädchen schien sehr reif und intelligent für ihr Alter zu sein, doch auch gegensätzlich sehr kindlich.
Sie trug ein weißes Rüschen Hemd und drüber ein Latz Kleid in braunem Kord.

Sie war unglaublich hübsch und Draco hätte im Leben nicht gedacht, dass das die Tochter von Ron Weasley und Lav-Lav sein könnte.

Ihre roten Haare fielen ihr sanft um Schulter und rücken.
Draco schüttelte mit verwunderten Gesichtsausdruck ihre kleine Hand und lächelte sie an.

„Ich will gleich ein Wörtchen mit dir reden.“ sagte Ron kühl zu Draco.
Draco sah zu ihm und erhob sich aus der Hocke.
Er stellte sich vor Ron und verschränkte die Arme.
Dabei hob er eine Braue.
„Ich denke, ich habe auch ein Wörtchen mit dir zu reden Weasley.“ erwiderte er in neutralem Ton.
Er hatte nicht vor, noch einmal die Contenance zu verlieren vor den Kindern, nur weil Weasley sich nicht beherrschen konnte.
Es waren seine väterlichen Gefühle, die es nicht zuließen, vor Kindern die Beherrschung zu verlieren, auch wenn es manchmal schwer war.
Trotzdem würde er mit Sicherheit nicht in diesem Ton mit sich reden lassen.

Gerade als Draco und Ron sich fixierten, kam Scorpius angerannt.
Ginny und Albus im Schlepptau.

„Benimmt euch bloß!“ mahnte Ginny mit erhobenen Zeigefinger Richtung Draco und Ron.
Doch Dracos Blick war nur auf seinen Sohn gerichtet.
Ein strahlendes Lächeln tat sich bei Vater und Sohn auf.
„Daaaaaad!“ rief Scorpius begeistert. Ginny lachte, als auch Harry nun hinter ihr verschlafen und mit verwuschelten Haaren erschien.
Harry rümpfte angewidert die Nase, als er in die Küche schielte und den Geruch der verbrannten Pizza vernahm.
Der Geruch wurde gerade immer penetranter.

Scorpius währenddessen trug eine rote Jogging Hose von Albus und ein rotes Oberteil, auf dem Besen drauf waren.

Er rannte auf seinen grinsenden Vater zu und schrie: „Dad! Albus und ich haben..“ plötzlich blieb er abrupt stehen und schaute auf das Gesicht von Rose, die ihn schüchtern anlächelte.

——-

Hermine apparierte in die Winkelgasse. Sie hatte jetzt keine Zeit, um Schwäche zu zeigen. Ihr Leben war anstrengend genug. Sie musste sich jetzt einfach durch ihre Situation durch beißen.

Heute hatte sie Zeit, es war Samstag und sie würde sich später mit Draco treffen.
Ob er wohl mit Blaise Zabini über sie gesprochen hatte?
Ob vielleicht ein schlechtes Wort über sie gefallen war?
Hermine drückte sich den Schal fester um den Hals und lief schnellere Schritte in die belebte Gasse.
Während ihr auffiel, dass immer mehr Leute drängelten, wurde sie auf etwas Aufmerksam.

Viele Zauberer und Hexen hatten sich aufgeregt um einen bestimmten Platz versammelt und starrten hinauf in die Luft, an der an einem seidenen Faden eine Person balancierte, die ihr verdammt bekannt vorkam.
Was war denn hier los?
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