Hoffnung und Licht

von Marina92
GeschichteDrama, Romanze / P12
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon Takeru "T.K." Takaishi und Patamon
01.08.2019
06.08.2020
31
56.341
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01.08.2019 1.298
 
Nachdem mir die Geschichte schon lange im Kopf herumspukt, wage ich mich mal an diese Fanfiktion! Viel Spaß beim Lesen!

~*~


„Wir haben uns ja wirklich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen“, flüsterte ein blondhaariger junger Mann der jungen Frau zu, in deren wunderschönen haselnussbraunen Augen er für immer versinken könnte. Sie waren so lange voneinander getrennt – doch es verging kaum ein Abend, an dem er nicht an sie, ihr warmes Lächeln und ihre strahlenden Augen denken musste. Er war einfach so dumm gewesen, den Kontakt zu ihr in den letzten Jahren so schleifen zu lassen. Natürlich, sie hatten sich zahlreiche E-Mails und Nachrichten über ihre Handys geschrieben und ab und an hatten sie auch miteinander telefonieren können. Doch – auch wenn es keine wirkliche Ausrede war – Paris und Tokyo trennten immerhin beinahe 10.000 Kilometer Entfernung und 7 Stunden Zeitverschiebung.
„Das ist wahr. Sieben lange Jahre sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“ Auch die braunhaarige junge Frau hatte ihre Stimme gesenkt. Sie wollte nicht, dass irgendjemand mithören konnte, was zwischen ihnen gesprochen wurde. Sie wollte einfach nur diesen wunderschönen, fast schon magischen Moment genießen, den sie nur mit einer Person teilen wollte, der schon seit ihren Kindertagen eine der Wichtigsten in ihrem Leben war und auch in Zukunft immer sein wird.
„Sieben Jahre… Ich kann es kaum glauben… Aber du siehst gut aus – dir scheint es in der langen Zeit gut ergangen zu sein.“ Der Blondhaarige sah sein Gegenüber lächeln und der Glanz in ihren Augen verstärkte sich noch mehr, als er diese Worte ausgesprochen hatte. Wie gerne hätte er nun seine Hände einfach nur sachte um ihr Gesicht gelegt und ihr dabei mit seinen Daumen über ihre Wangen gestrichen. Wie gerne hätte er seine Stirn gegen ihre gelehnt und wie gerne würde er ihr endlich etwas gestehen, was er eigentlich schon seit ihrer Jugendzeit gestehen wollte. Vielleicht war jetzt dafür genau der richtige Augenblick.
Er konnte es nicht. Er konnte nicht einfach in wenigen Stunden wieder nach Paris zurückfliegen, ohne ihr endlich seine wahren Gefühle offenbart zu haben. So schön ihre Freundschaft auch schon immer war und so sehr er diese Frau auch als seine beste Freundin schätzte – seine Gefühle gingen schon seit langem weit über eine tiefe Freundschaft hinaus. Und er konnte nur hoffen, dass sein Gegenüber genauso empfand wie er.
Nervös kneteten seine Finger der einen Hand die Ballen seiner anderen Hand. Er stellte sich mal wieder so dumm und ungeschickt an. Wenn er so weitermachte, würde er schon bald wieder im Flugzeug sitzen, das ihn zurück in die französische Hauptstadt brachte und er hätte immer noch nicht das getan, was er schon so lange tun wollte. Es konnte doch nicht so schwer sein, seiner besten Freundin seine Gefühle zu gestehen – ihr einfach gestehen, dass er sie so sehr liebte. Doch wahrscheinlich war genau das der springende Punkt und die Befürchtung, die ihn so sehr hemmte. Sollte sie nicht so empfinden wie er, dann könnte er sie vielleicht als seine beste Freundin verlieren und das wollte er unbedingt vermeiden.
Aber er konnte langsam nicht mehr anders. Seit sieben langen Jahren fühlte er sich einfach nicht mehr vollständig. Am Anfang dachte er noch, dass es mit den aktuellen Umständen zu tun hatte. Er hatte ein Stipendium für ein Auslandsstudium in Europa erhalten und nachdem er französische Wurzeln in seiner Familie hatte, hatte er sich nach langer Bedenkzeit an der Universität in Paris eingeschrieben. Sein Journalismusstudium war aufwändig und lernlastig, zumal er sich auch mit einer ihm bis dahin fremden Sprache auseinandersetzen musste. Gerade in den ersten Wochen hatte er sich verloren gefühlt. Er war alleine in einem fernen Land und einer unvertrauten Kultur und weit weg von seiner Familie, seinem älteren Bruder und seinen Freunden, die sich alle gemeinsam in Tokyo ein eigenes Leben aufbauten. Doch er musste sich eingestehen, dass er eine der ehemaligen Digiritter am meisten vermisste und sich danach sehnte, sie endlich wiederzusehen und sie in die Arme schließen zu können. Paradoxerweise hatte er ausgerechnet zu dieser Person den direkten Kontakt – abgesehen von Telefonaten und E-Mails – nur bedingt aufrecht erhalten… Warum? Das konnte er wahrlich nicht einmal genau sagen. Vielleicht war es diese kleine Stimme tief in ihm, die ihm dauernd zuflüsterte, dass sie ihn am anderen Ende der Welt vergessen könnte und dass es vielleicht jemanden gab, der seinen Platz als ihr bester Freund einnahm…
Die braunhaarige junge Frau verhakte ihre zierlichen, dünnen Finger vorsichtig mit denen ihres Gegenübers – eine Geste, die sie schon seit Kindertagen miteinander teilten. „T.K., ich…“, flüsterte sie leise, doch ihre Worte wurden jäh durch das durchdringende Piepsen ihrer Digivices unterbrochen. Die beiden, die sich bis zu diesem Augenblick nahe gegenüberstanden, fuhren auseinander und wühlten in ihren Taschen nach den kleinen technischen Geräten, die ihnen den Zugang zur Digiwelt verschaffen konnten.
„Kari, Tai hat uns geschrieben!“, rief der blondhaarige junge Mann aus und überflog kurz die Zeilen, die auf seinem Digivice immer wieder aufblinkten.

Digiritter,
bitte kommt so schnell wie möglich zum Tokyo-Tower! Unsere Welt steckt in großen Schwierigkeiten und Agumon und ich brauchen dringend eure Hilfe! Näheres erläutere ich euch am Treffpunkt…
Tai


Kari und T.K. brauchten sich nur einen winzigen Moment anzusehen. Sie waren sich sofort einig. Wie in ihren Kinder- und Jugendtagen würden sie Hand in Hand mit ihren Digimon zusammenarbeiten, um ihre eigene Welt oder die Digiwelt jederzeit zu beschützen. So schnell es ihnen möglich war, brachen sie gemeinsam zum Tokyo-Tower auf. Doch das sie dort eine Begegnung erwarten würde, die schwerwiegende Folgen für sie haben sollte, das konnten in diesem Augenblick weder Kari noch T.K. auch nur im Ansatz erahnen…

~*~


Gatomon – Ultra-Digitation zu – Angewomon

Angemon – Ultra-Digitation zu – MagnaAngemon

Kari und T.K. mussten hilflos zusehen, wie ihre beiden Digimon, die inzwischen auf das Ultralevel digitiert waren, ihre Attacken auf ein seltsames, vampirartiges Wesen abfeuerten.

Himmelspfeil

Himmelstor

Doch die Angriffe der beiden engelsgleichen Digimon prallten am schwarzen Umhang ihres Gegners ab, ohne diesen auch nur ein einziges Haar zu krümmen.
„Ich fasse es einfach nicht! Wie kann es sein, dass MaloMyotismon immer noch existiert?“, schrie T.K. und hielt sich einen Arm über sein Gesicht, um seine Augen vor den überall herumfliegenden Steinchen zu schützen. Doch das war noch das Harmloseste, was um sie herum geschah. Über ihnen tobte schon seit einiger Zeit die Auseinandersetzung zwischen MaloMyotismon und MagnaAngemon, Angewomon und WarGreymon.
„Ich hab auch keine Ahnung, T.K. Ich dachte damals, er wäre durch Paildramon bei unserem letzten Aufeinandertreffen vollkommen zerstört worden.“ Auch Tais Stimme, der sonst nie den Mut verlieren würde, hatte einen besorgten Klang angenommen, den selbst Kari bei ihrem älteren Bruder nur selten zu hören bekam.

Planetenkraft

Himmelstor

Himmelspfeil


„Das hat doch so überhaupt keinen Sinn! Unsere Digimon sind jetzt schon angeschlagen! WarGreymon, MagnaAngemon und Angewomon schaffen es einfach nicht alleine, gegen MaloMyotismon anzukommen!“, rief Kari und duckte sich unter einem herumfliegenden Stein hinweg, der sie nur knapp verfehlte. „Wenn er so weitermacht, wird er unsere gesamte Welt zerstören – und uns dazu gleich mit! – Wo bleiben denn nur die anderen?“, schimpfte Tai und begann erneut, wie wild auf seinem Digivice herumzutippen. Sie brauchten die Hilfe aller Digiritter, die sie mobilisieren konnten. Anders würden sie MaloMyotismon nicht stoppen können.
„Matt und die anderen sind sicher bald da. Ich…“ – „Kari! Vorsicht!“ Die Trägerin des Wappens des Lichtes spürte, wie sie unsachte zur Seite geschubst wurde und mit einem lauten Knall auf dem Boden aufprallte. Doch im gleichen Augenblick spürte sie auch, dass sie ohne diese Bewegung eine Attacke von MaloMyotismon frontal getroffen hätte. Aber dann hörte sie etwas, dass sich noch viel stärker tief in ihr Gedächtnis einbrannte. Sie hörte einen schrillen, markerschütternden Schmerzensschrei – und dieser Schmerzensschrei konnte zu niemand anderem, als nur zu einem einzigen jungen Mann gehören, den sie schon seit Kindertagen kannte…
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