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von NOS26
GeschichteAllgemein / P12
FC Bayern München FC Schalke 04
01.08.2019
17.01.2020
50
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Marcel hatte die ganze Zeit weiter mit Luca gespielt. Er hatte zwar mitbekommen, dass auf der Terrasse irgendetwas los war, hielt es aber für besser, wenn er Luca davon fern hielt.
Marita war immer noch in der Küche beschäftigt und hatte von allem, was da draußen so vor sich ging nichts mitbekommen.
Und Peter? Peter verstand einfach gar nichts. Bene und Lisa waren früher gute Freunde von seinen Söhnen und Nele gewesen. Aber nachdem Manuel abgehauen war, hatte er keinen der beiden mehr gesehen und er hatte auch von beiden nichts mehr gehört. Und jetzt hatten sie eben gestritten und Nele war mit Manuel rein gegangen.

Manuel und Nele kamen gemeinsam wieder auf die Terrasse. Sie gingen direkt zu Bene und Lisa, die immer noch an der gleichen Stelle, wie eben standen.
"Ich denke, wir müssen euch da was erklären.", begann Manuel das Gespräch.
"Nein. Nicht wir, sondern ich muss euch was erklären."
"Na dann schieß mal los!" Bene schaute Nele misstrauisch an.
"Ich hab euch damals angelogen. Es war nicht so, wie ich es euch erzählt habe."
"Was meinst du?", fragte jetzt Lisa.
"Luca ist mein Sohn. Das war er immer."
"Aber... Nele...", Lisa wusste nicht, was sie sagen sollte.
"Und warum bist du dann damals abgehauen und hast sie verlassen?"
"Bene, nicht Nele hat Mist gebaut, sondern ich. Ich bin damals einfach abgehauen, weil ich überfordert war mit Lucas Krankheiten und allem anderem."
"Soll das heißen, dass du Nele einfach so mit allem alleine gelassen hast, weil du zu feige warst?", jetzt wurde Lisa wütend.
Manuel nickte und schaute zu Boden.
"Ich habe damals ziemlichen Mist gebaut..."
Lisa ging auf Nele zu und nahm sie in den Arm.
"Nele, das tut mir so leid. Warum hast du uns das nicht gesagt, sondern uns so eine Lüge auf getischt? Wir wären doch für dich dagewesen."
"Ich weiß, dass ihr für mich dagewesen wärt. Aber für Luca und mich waren alle da. Bene war einer von Manus besten Freunden und ich wollte nicht, dass er auch noch ihn verliert."
"Manu hat Scheiße gebaut. Da ist das ja wohl normal, wenn man seine Freunde verliert. Akzeptiert hätte ich das nämlich nicht!"
Die beiden umarmten sich noch eine Weile. Manuel und Bene gingen etwas näher zu Marcel und Luca.
"Ich verstehe nicht, wie man so dumm sein kann!"
"Das weiß ich heute auch nicht mehr..."
"Du hattest eine Frau, die alles für dich getan hätte. Das hat man ja an der Aktion auch wieder gesehen. Und so eine Frau verlässt du? Du hast sie alleine gelassen!"
"Ich weiß..."
"Und was ich noch weniger verstehe ist, dass sie jetzt hier so mit dir einen Abend verbringen kann. Seit wann habt ihr wieder Kontakt?"
"Seit letztem Monat..."
"Oh man... Nele muss echt bescheuert sein..." Bene schüttelte mit dem Kopf.
Dann kam Luca auf die beiden zugelaufen.
"Papa? Spielt ihr..." Luca brach seine Frage ab, als er Bene sah. Er starrte ihn mit großen Augen an.
"Boah... Das..." Er drehte sich wieder weg. "Onkel Marcel! Guck mal!"
Marcel kam ebenfalls zu ihnen.
"Was ist denn Luca?"
"Guck mal, wer da ist! Das ist..." Marcel unterbrach ihn.
"Ich weiß Luca. Das ist Bene und er und Lisa grillen heute Abend mit uns."
"Aber..." Luca war ziemlich sprachlos.
Manuel kniete sich zu ihm.
"Bene und ich kennen uns schon ganz lange. Wir haben früher zusammen Fußball gespielt. Und dich kennt der Bene auch schon ganz lange. Er kennt dich schon, seitdem du ein Baby warst."
Luca schaute erst seinen Vater mit großen Augen an und dann Bene. Nun hockte sich auch Bene hin.
"Hey Luca! Wie geht's dir?"
"Darf ich ein Autogramm haben?"
Jetzt lachten alle.
"Sicher. Aber ich habe noch keine neuen Autogrammkarten. Ich habe nur noch die alten von Schalke."
"Das ist sowieso viel besser."
"Ah, ein kleiner Schalke-Fan." Bene musste grinsen und schaute dabei Manuel an.
"Was denn sonst?", fragte Luca trotzig.
"Naja, dein Papa spielt ja immerhin bei den Bayern."
"Aber die Bayern..." Weiter kam er nicht, denn er wurde von Manuel unterbrochen.
"Luca findet die Bayern nicht so toll. Aber er freut sich trotzdem, wenn wir gegen den BVB gewinnen."
Bene musste lachen.
"Kommt mir irgendwie bekannt vor."
"Danke. Das konnte ich mir von Nele auch schon anhören."
"Tja, dann wird da wohl was dran sein."

Nele und Lisa hatten in der Zwischenzeit über alles geredet. Nele hatte sich mehrmals für die Lüge bei ihr entschuldigt.

Dann rief Peter alle zum Essen. Marita hatte in der Küche alles fertig vorbereitet und Peter hatte das Fleisch und die Wust auf dem Grill fertig. Also gingen alle zum Tisch und setzten sich. Marita und Peter setzen sich jeweils an die Tischenden. Auf der einen Seite saß Luca zwischen Nele und Manuel, Marcel hatte sich neben Nele gesetzt und auf der anderen Seite saßen Bene und Lisa.
"Nele, was ist mit deinem Bruder?", fragte Marita.
"Er kommt später. Hat wohl noch einen geschäftlichen Termin."
Marita nickte. Nach einer viertel Stunde kam Neles Bruder Christoph und seine Frau Daniela. Sie setzten sich zu Bene und Lisa auf die Seite.
Als alle fertig waren mit Essen, blieben sie trotzdem noch etwas zusammen am Tisch sitzen. Luca alberte etwas Manuel herum. Dann schaute Luca Bene an.
"Bekomme ich jetzt mein Autogramm?"
"Natürlich. Lisa, gibst du mir mal bitte kurz den Autoschlüssel. Im Handschuhfach müsste ich noch ein paar haben. Lisa gab ihm den Schlüssel und er stand auf, um zum Wagen zu gehen. Als er wiederkam, gab er Luca eine Autogrammkarte. Er hatte sogar "Für Luca" darauf geschrieben.
"Toll! Jetzt habe ich schon zwei, auf denen mein Name steht."
"Von wem hast du denn noch eine?", fragte Bene.
"Von Papa!", antwortete Luca voller Stolz.

Irgendwann gingen die Männer mit Luca Fußball spielen. Die Frauen blieben auf der Terrasse sitzen und unterhielten sich. Die Stimmung war gut.
"MAMA!", rief Luca und kam zur Terrasse gelaufen.
"Was ist denn?"
"Papa ist unfair, der schummelt und Bene auch."
Luca lief zu seiner Mutter und schmiegte sich an sie.
"Ich glaube du bist ein wenig müde. Kann das sein?"
Luca schüttelte den Kopf. Nele grinste. Mit Sicherheit war Luca einfach nur müde.
Manuel ging ebenfalls zur Terrasse. Er hockte sich neben Luca.
"Luca, komm wir spielen weiter."
Luca schüttelte wieder den Kopf.
"Ich habe gehört ihr schummelt.", sagte Nele mit einem Grinsen auf den Lippen.
"Wer?"
"Du und Bene."
"Das kann gar nicht sein!"
Jetzt drehte Luca sich um.
"Doch! Ihr hebt mich einfach immer weg und stellt mich woanders wieder hin!"
Nele musste ihr Lachen unterdrücken. Manuel streichelte Luca über den Kopf.
"Wenn wir dir versprechen, dass wir das nicht mehr machen, kommt du dann wieder mit und spielst noch ein bisschen mit uns?"
Luca überlegte kurz, nickte dann und rannte dann wieder auf die Wiese. Manuel wollte ihm hinterher, aber Nele hielt ihn fest.
"Ärgert ihn nicht so viel. Er ist müde und wenn ihr so weiter macht, dann haben wir gleich wieder großes Theater."
"Versprochen." Manuel grinste, beugte sich kurz vor und drückte Nele einen kurzen Kuss auf die Lippen.
Lisa und Daniela verschluckten sich fast an ihren Getränken.
"Was war das denn gerade?", fragte Lisa entsetzt.
"Das würde ich aber auch gerne wissen!"
Nele schaute die beiden genervt an.
"Ein Kuss? Etwas ganz ungewöhliches."
"Du willst mir aber jetzt nicht sagen, dass du ihn nach der ganzen Scheiße wieder zurück genommen hast?" Lisa wirkte schockiert.
"Das ist ja wohl ganz allein Manuels und meine Sache."
Lisa und Daniela schüttelten den Kopf.
"Wissen deine Eltern davon?", fragte nun Daniela.
"Ich wüsste zwar nicht, was das meine Eltern angeht, aber Papa weiß Bescheid. Und wie du weißt, habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter. Also wird sie es wohl nicht wissen."
"Aber wenn dein Vater es weiß, warum wissen dann Christoph und ich nichts davon?"
"Weil ich es auch noch nicht gesagt habe?"
"Aber euer Vater hätte uns dich was gesagt oder zumindest deinem Bruder."
"Anscheinend ja nicht." Nele war genervt. Das war doch ganz alleine ihre und Manuels Sache. Da musste sich niemand einmischen.
Lisa und Daniela merkten, dass Nele etwas angefressen war, also hielten sie von nun an über dieses Thema lieber ihren Mund.

Irgendwann kam dann Manuel mit einem weinenden Luca auf dem Arm an.
"Ich glaube, wir sollten dann mal besser fahren. Hier ist jemand ziemlich müde."
"Bin nicht müde...", murmelte Luca an Manuels Schulter.
Nele stand auf und streichelte Luca über den Kopf.
"Dann machen wir uns mal auf den Weg nach Hause."
Sie verabschiedeten sich noch von allen. Sogar Marcel hatte eine kurze Umarmung für seinen Bruder übrig.
Luca war bereits, kurz nachdem sie bei Marita und Peter weggefahren waren, eingeschlafen. Bei Nele Wohnung holte Manuel ihn aus dem Auto und trug ihn nach oben in sein Zimmer. Er legte ihn in sein Bett und begann ihn auszuziehen. Ganz leicht war das nicht, so ein schlafendes Kind auszuziehen. Aber das anziehen vom Schlafanzug war noch viel schlimmer. Manuel war froh, als er es geschafft hatte und das ohne dass Luca wach geworden war. Zufrieden ging er ins Wohnzimmer und setzte sich zu Nele auf die Couch.