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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
01.12.2021
856
1.031.194
136
Alle Kapitel
2.530 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.10.2021 1.324
 
Hallo ihr Lieben,
bitte entschuldigt den späten Upload. Mein Tag heute war einfach nur super stressig.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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„Aber könnte es vielleicht nicht auch eine hilfreiche Perspektive sein zu sehen, dass es trotz dieser schlechten Tage weitergeht und du weiter Fortschritte machst?“, gab Carlisle vorsichtig zu bedenken. Für einen Moment dachte ich wirklich über seine Sichtweise nach, aber da gab es einige Punkte, die er nicht bedacht hatte.

„Das stimmt zwar, aber du darfst nicht vergessen, dass es mir in diesen Situationen meistens… nicht allzu gut geht. Ich weiß nicht, ob ich dann überhaupt die Kraft habe, mein eigenes Denken zu hinterfragen und diesen Perspektivenwechsel zu machen. Es ist dann eh schon alles schwer genug. So… hoffnungslos“, antwortete ich langegezogen.

Carlisle nickte. „Es tut mir leid. Ich wollte dich damit nicht unter Druck setzen“, meinte er aufrichtig, aber ich winkte ab. Ich würde es ja selbst gerne so sehen wie er, aber das ging einfach nicht. Zumindest nicht in diesen Situationen. Für eine Weile schwiegen wir, ehe Carlisle sich vorsichtig räusperte. „Dennoch wäre es wichtig, dass du nun etwas zu dir nimmst.“

Natürlich. Es war immer die alte Leier. Immer schien es den Cullens nur ums Essen zu gehen. Wie ich mich damit fühlte, war egal. „Ich weiß nicht, ob ich das kann“, murmelte ich. „Du weißt: Ein Bissen mehr, als das Absolute Minimum. Versuch es wenigstens.“ Ich schnaubte. „Aber was, wenn selbst das schon viel zu viel ist?“, brauste ich auf. Es war alles immer so anstrengend. Warum konnte Carlisle denn auch nicht verstehen, dass es manchmal eben einfach nicht ging? „Bitte entschuldige. Ich wollte dir nicht absprechen, dass es schwierig ist, sich zu überwinden. Ich will damit nur sagen, dass es langfristig das Ziel ist, dass du selbst in diesen Momenten etwas isst“, merkte Carlisle vorsichtig an. Ich verstand, was er mir damit sagen wollte, aber gerade konnte ich mich einfach nicht überwinden.

„Ich kann mich gerade eben nicht mal selbst ertragen“, fügte ich deprimiert hinzu. „Das ist okay. Wir schaffen das schon. Vertrau mir“, ermutigte mich Carlisle. „Komm, lass uns erst mal nach unten gehen und dann sehen wir weiter.“ Mühsam quälte ich mich aus dem Bett und schälte mich aus meiner schützenden Bettdecke. Am liebsten hätte ich mich geweigert, aber ich wollte die dann unweigerlich folgende Konversation mit Carlisle vermeiden. Erschöpft ließ ich mich auf den Stuhl sinken. Carlisle gab mir eine extra kleine Portion auf den Teller. „Versuch es“, meinte er. Für einen Moment starrte ich auf die Mahlzeit und gab mir wirklich Mühe. Dennoch scheiterte ich. In mir war einfach eine Blockade. Es ging einfach nicht. Schließlich bat ich Carlisle darum, mir etwas Freiraum zu geben. Seine immerzu besorgten Blicke machten mir nur zusätzlich Druck. Ich fühlte mich dann nur noch schwächer.

Aber auch als ich alleine war, funktionierte es nicht. Zwar schnitt ich mir ein kleines Stückchen ab, aber immer, wenn ich es zum Mund führte, sperrte sich etwas in mir. Eine halbe Stunde später betrat Carlisle wieder die Küche. „Es geht nicht“, verkündete ich patzig. Bestimmt würde er nun gleich versuchen, mich doch noch zu überreden. Tatsächlich überraschte er mich aber. „In Ordnung, dann machen wir jetzt erst mal einen kleinen Spaziergang und dann versuchen wir es in einer halben Stunde noch mal. Wenn es dann nicht klappt, müssen wir uns etwas anderes überlegen.“

Sofort schrillten bei mir alle Alarmglocken. „Meinst du die Sonde?“, presste ich angestrengt heraus. Mein Puls schnellte in die Höhe. „Erst mal sprechen wir übers Auftrinken oder über eine Infusion, aber falls das nicht funktioniert, ist eine Sonde durchaus eine Option“, verkündete Carlisle ernst. „Aber das kannst du mir nicht antun!“, protestierte ich eilig. Wie konnte er das nur sagen?! Sah er denn gar nicht, dass ich gerade einfach nicht anders konnte?

„Bella, es tut mir leid, aber schlussendlich muss ich auch deine körperliche Gesundheit im Blick behalten. Ich kann nicht zulassen, dass du dich über einen so langen Zeitraum gegen das Essen sperrst“, wiegelte er ab. „Lass uns noch mal ganz in Ruhe darüber sprechen, wenn wir von unserem kleinen Ausflug zurück sind“, bot er an, aber ich schüttelte wütend den Kopf. „Als würde ich jetzt mit dir einen Spaziergang machen! Lass mich in Ruhe“, fauchte ich verletzt und hastete aufgelöst die Stufen zu meinem Zimmer nach oben. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass Carlisle eine Sonde nicht ausschloss. Was, wenn er es sich einfach leicht machen würde? Bestimmt neigte sich seine Geduld dem Ende zu. Ich könnte es ihm nicht verdenken, aber trotzdem löste dieses Gespräch in mir den sehnlichen Wunsch aus, sofort von hier zu verschwinden und mich an einem Ort zu verkriechen, an dem Carlisle mich nicht finden konnte.

In meinem Zimmer lief ich direkt Jasper in die Arme. „Jasper, raus hier! Ich habe jetzt keine Geduld dafür!“, erklärte ich bestimmt und war drauf und dran, einfach wieder rückwärts aus meinem Zimmer zu rennen. Aber wo sollte ich hin? Niemand würde mich nun gehen lassen. Sie alle standen auf Carlisles Seite. Frustriert raufte ich mir die Haare. „Nein, ich werde nicht gehen und zulassen, dass du dich selbst in deiner Angst verlierst.“ Jasper packte mich fest an den Schultern und suchte meinen Blick. Ich versuchte ihm auszuweichen. Sachte nahm er daraufhin mein Gesicht in seine Hände. „Schau mich an“, verlangte er.

Zwar wandte ich meinen Blick nicht mehr ab, aber nun verschwamm mein Blick vor lauter Tränen. „Lass mich“, schluchzte ich. Mühsam versuchte ich, mich aus seinem Griff zu wenden, aber Jasper ließ es nicht zu. Stattdessen zog er mich in eine Umarmung. „Lass es raus und lass mich für dich da sein“, bat er mich und strich mir beruhigend über den Rücken. Dennoch stellte ich meine Bemühungen nicht ein.

Erst als Jasper immer noch nicht lockerließ, konnte ich mich langsam fallenlassen. Vielleicht lag das aber auch an seiner Gabe. Ich konnte zwar nicht einschätzen, inwiefern er mich gerade beeinflusste, aber ich konnte mir vorstellen, dass ich sonst nicht so einfach nachgegeben hätte.  

„Können wir nicht einfach weglaufen?“, bettelte ich verzweifelt. „Bella, es bringt leider nichts, vor seinen Problemen wegzulaufen“, lehnte Jasper ab. „Aber du verstehst das nicht!“, begehrte ich auf und versuchte, mich mit meinen Händen von seinem Körper wegzudrücken. „Spürst du das denn gar nicht?“, schrie ich ihm entgegen. Die blanke Panik floss durch meine Adern. Was, wenn Carlisle gar nicht erst so lange warten würde?

Ich… Meine Atmung beschleunigte sich immer mehr. Langsam begannen kleine bunte Punkte vor meinen Augen zu tanzen. „Sie hyperventiliert. Hier“, hörte ich plötzlich Rosalies kontrollierte Stimme. Wo war sie denn auf einmal hergekommen? Jasper drückte mir eine Papiertüte an die Lippen. Was sollte das? Verärgert wollte ich seine Hände wegschlagen, aber er ließ sie dort. Ich hatte den Eindruck, nicht genug Luft zu bekommen. Warum tat er mir das an?

War mir denn jetzt sogar eine rettende Ohnmacht vergönnt? Selbst wenn ich mir einer Sonde wieder aufwachen würde: Es wäre mir egal. Hauptsache, die Angst würde verschwinden.  

Aber Jasper ließ mich nicht in die Ohnmacht hinübergleiten. Es wirkte so, als wollte er mit allen Mitteln versuchen, mich bei Bewusstsein zu halten. Ich musste mich so sehr auf meinen hektischen Atem konzentrieren, dass ich mich noch nicht mal mehr weiter daran machen konnte, diese Papiertüte von meinem Mund zu bekommen.

„Hey Bella, sieh mich an“, verlangte Rosalie nun und etwas in ihrer Stimme sorgte dafür, dass ich tatsächlich Folge leistete. „Es ist alles okay. Niemand wird sofort eine Sonde holen. Carlisle und du, ihr habt ganz besondere Rahmenbedingungen abgesteckt und über die wird er sich nicht hinwegsetzen. Du kennst Carlisle doch. Er würde dir das nie einfach so antun und sich über eure Abmachung hinwegsetzen.“

Als sie sah, dass mich das nicht überzeugte, fügte sie noch etwas hinzu: „Sollte er es doch tun, werde ich dich verteidigen. Das verspreche ich dir.“



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen!
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