Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
03.12.2021
858
1.033.674
136
Alle Kapitel
2.534 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
25.09.2021 1.268
 
Hallo ihr Lieben,
hattet ihr heute einen schönen Samstag? Ich war heute in der Stadt und habe bei einem leckeren Kaffee die letzten Sonnenstrahlen genossen. Das hat wirklich gut getan.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

**************************************************************************


Der Arzt notierte sich den Namen auf einem kleinen gelben Haftzettel. Danach erklärte er mir, wie sie die Klinge entfernt hatten. Ich konnte seinen Ausführungen nicht wirklich folgen. Alles hörte sich so kompliziert an und die meiste Zeit verstand ich nichts von seinen Ausführungen. Bei Carlisle war das anders. Er hatte das Talent, selbst die schwierigsten Sachverhalte einfach und logisch darzustellen.

„Wir sollten uns noch mal darüber unterhalten, dass Sie sich selbst in diese Lage gebracht haben“, lenkte der Arzt das Gespräch dann doch noch in eine unangenehmere Richtung. „Das müssen wir nicht. Ich… Dr. Cullen kümmert sich um mich. Wir werden das noch besprechen“, erklärte ich bestimmt. Es war mir schon arg genug, dass ich derart die Kontrolle verloren hatte. Das Gespräch mit Carlisle würde schlimm genug werden, da hatte ich keine Lust, das ganze zwei Mal durchgehen zu müssen.

„Es tut mir leid, Miss, aber ich hätte kein gutes Gefühl, wenn ich das nun einfach so stehenlassen würde“, widersprach mein behandelnder Arzt. Es war mir unangenehm, das nun mit einer fremden Person zu besprechen, aber leider führte wohl kein Weg daran vorbei. „Sind Sie sich dessen bewusst, was hätte passieren können?“, begann der Arzt. Irgendetwas an seiner Art störte mich, aber ich konnte es nicht genau benennen. „Ja, das ist es. Deswegen führe ich ja auch regelmäßig Gespräche mit Dr. Cullen. Das war eine Ausnahmesituation“, erklärte ich. Der Arzt versuchte noch mal, näher mit mir ins Gespräch zu kommen, aber nachdem ich jeden Versuch abblockte, ließ er mich doch relativ schnell in Ruhe.

Kaum war er aus dem Zimmer verschwunden, ließ ich mich wieder in die Kissen sinken. Die Narkose hatte mich doch mehr geschlaucht, als ich eigentlich angenommen hatte. Ich döste gerade etwas vor mich hin, als ich Tumult auf dem Gang vernahm. „Sie können nicht…“, hörte ich eine weibliche Stimme sagen, als plötzlich die Türe zu meinem Zimmer aufgerissen wurde.

„Bella!“, rief Carlisle aus. Seinen Gesichtsausdruck in diesem Moment würde ich wohl niemals vergessen. So besorgt, verunsichert und verzweifelt hatte ich ihn noch nie gesehen. Schmerz durchzuckte mich. Ich hatte das getan. Hinter ihm tauchte ein weiterer Haarschopf auf: Esme. Ihr war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

Der Anblick der beiden ließ bei mir alle Dämme brechen. Tränen rannen mir in Strömen übers Gesicht und ich begann zu schluchzen. Carlisle erreicht mein Bett zuerst. Ich streckte die Arme aus und zog ihn in eine feste Umarmung. Ich war einfach so unendlich froh, dass er hier war. Esme konnte nicht länger warten, denn Sekunden später spürte ich auch ihre Arme um meinen Körper.

Die Schwestern zogen sich nun zurück und schlossen die Türe hinter uns. Erleichtert genoss ich die Berührung der beiden. Esme schluchzte leicht, sodass ich mir sicher war, dass sie in Tränen der Erleichterung ausgebrochen wäre, wenn sie dazu fähig gewesen wäre. Wir lagen uns lange in den Armen. Ich war so dankbar, dass sie trotz meiner Aktion gekommen waren. Bei Charlie wäre ich mir nicht sicher gewesen, ob er für mich bis nach Port Angeles fahren würde. Wir hielten uns lange Zeit fest, bis ich mich irgendwann langsam zurückzog.

„Es tut mir leid“, entschuldigte ich mich schluchzend. „Ich war einfach so aufgewühlt und wütend und frustriert. Ich konnte gar nicht richtig darüber nachdenken, da war es schon passiert“, erklärte ich mich. Da waren noch so viele unausgesprochene Dinge, aber im Moment konnte ich noch nicht mal meine Gedanken ordnen.

„Darf ich?“, fragte Carlisle und deutete auf meine Krankenakte, die in einer Lasche am Fußende meines Bettes steckte. Als ich nickte, griff er danach und überflog die Worte, die der Arzt dort notiert hatte. Dabei beobachtete ich ihn ganz genau. Ich sah, wie er litt, als er las, was genau ich mir angetan hatte. „Es tut mir wirklich leid“, hauchte ich entschuldigend. Seine leidende Mimik zu sehen ließ mich umso mehr bereuen, dass ich die Kontrolle verloren hatte. Schnell brachte Carlisle seine Gesichtszüge wieder unter Kontrolle. Er schien zu merken, wie sehr mich das beeinflusste, aber offenbar hatte ihn diese Situation tief getroffen.

„Esme, könntest du uns für einen Augenblick alleine lassen?“, bat Carlisle seine Frau liebevoll. Mir war klar, dass das passieren würde. Dass er Antworten haben wollte. Esme verschwand mit einem Lächeln nach draußen und schloss die Türe hinter sich. „Ich habe gedacht, dass es so für dich vielleicht leichter ist“, fügte er erklärend hinzu. Ich schenkte ihm ein zartes Lächeln, aber es wirkte furchtbar wackelig auf mich. Es fühlte sich an, als hätte ich verlernt, wie man lächelte.

„Ich bin mir sicher, dass dein Verhalten einen Grund hat, daher würde ich gerne von dir wissen, was passiert ist, nachdem ich dich mit Billy alleine gelassen habe. Aber zuerst will ich dir sagen, wie stolz ich darauf bin, dass du dir Hilfe geholt hast“, lobte er mich. Währenddessen warf er einen Blick auf den Briefumschlag, der noch immer auf meinem Nachttisch lag. „Ich finde es gut, dass wir uns darauf verlassen können, dass du dir in Notsituationen Hilfe suchst. Das ist wirklich wichtig. Aber wie gesagt, irgendetwas Entscheidendes muss dein Verhalten ausgelöst haben. Willst du mir nicht erzählen, was heute passiert ist?“

Mir war bewusst, dass es mir nur zugute kommen würde, wenn ich Carlisle nun erklären würde, warum ich so gehandelt hatte. So könnte er auch verstehen, dass ich wirklich versucht hatte, sie zu erreichen, sich dann aber alles verselbstständigt hatte. Es fiel mir trotzdem schwer die Worte zu wiederholen, die ich auf meinem Sperrbildschirm gelesen hatte. Ich ließ nichts aus. Gewissermaßen tat es mir auch gut, die ganze Geschichte zu erzählen und mir alles von der Seele zu reden. Carlisle hörte dabei aufmerksam zu und nickte verstehend.

„Jessica sollte dringend das Handwerk gelegt werden. Sie geht zu weit. Wir werden uns noch mal zusammensetzen. Das hat sie Situation weiter verschärft. Sie darf damit nicht durchkommen“, antwortete Carlisle, als ich meinen Bericht geschlossen hatte. Ich merkte ihm an, dass er sich nicht so gut unter Kontrolle hatte wie sonst, sondern ausgesprochen emotional war. „Es tut mir wirklich leid, dass ich euch nicht angerufen habe. Ich habe es versucht, aber… Ich habe es wieder nicht geschafft“, murmelte ich enttäuscht.

„Du hast es aber versucht. Die Umstände haben es verhindert, aber du hast dir Hilfe gesucht und das zählt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie froh Esme und ich waren, als wir gehört haben, dass es dir gut geht. Wir sind so dankbar, dass du noch hier bist, Bella. Die Welt wäre ohne dich eine ganz andere. Danke, dass du uns anrufen wolltest und danke, dass du dir Hilfe geholt hast!“ Carlisles bestätigende Worte taten wir wirklich gut. Ich hatte die Cullens durch dieses Verhalten also nicht verloren. Es war so unglaublich schön zu hören, dass ich den Cullens derart wichtig war, dass ich es kaum in Worte fassen konnte.

„Aber was ist mit Charlie? Er wird sicherlich sauer sein, dass ich nicht daheim bin. Könnt… könnt ihr ihn vielleicht anrufen?“ Jetzt, wo die erste Aufregung abgeklungen war, kamen mir wieder andere Dinge in den Sinn. „Ja, das kann ich gerne für dich erledigen, aber das wird ein persönliches Gespräch zwischen euch nicht ersetzen. Außerdem solltest du dir überlegen, wie du nun weiter vorgehen willst“, gab er mir zu bedenken.

„Du meinst, wo ich hinwill?“, fragte ich nach. Carlisle nickte.

„Eigentlich zu euch.“



**************************************************************************

Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast