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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
19.09.2021
783
938.582
131
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2.399 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.09.2021 1.254
 
Hallo ihr Lieben,
leider habe ich gerade ziemlich starke Kopfschmerzen, daher melde ich mich nur kurz bei euch.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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Wir gingen eine Weile schweigend weiter. Dieses erste Thema hatten wir eigentlich ganz gut besprochen und ich war ehrlich gesagt ziemlich erleichtert, dass Carlisle so entspannt reagiert hatte.

Immerhin hatte ich ihm gerade gebeichtet, dass ich mehrmals nicht ehrlich zu ihm gewesen war, obwohl das für ihn immer die wichtigste Regel gewesen war. Außerdem hatte ich ihm die Sache mit den Schlafproblemen verheimlicht, dabei hätte er bestimmt davon erfahren wollen. Er hatte kein einziges böses Wort verloren und mir nicht noch irgendwelche Konsequenzen aufgebrummt. Wahrscheinlich hätte ich sogar verstanden, wenn er das getan hätte, aber ich war dankbar, dass er so gehandelt hatte.

„Danke, dass ich es nicht bereuen muss, das angesprochen zu haben. Mit euch kann man immer so gut reden“, flüsterte ich in die Stille hinein. Carlisle legte im Laufen einen Arm um mich und drückte mich kurz an sich. „Das freut mich Bella. Es ist mir wichtig, dass es für dich die richtige Entscheidung ist, mit mir zu sprechen und das du dich auch im Nachhinein noch gut fühlst. Du sollst dich niemals schämen, mit einem Problem zu mir zu kommen. Ich werde immer mein Bestes geben, um dir so gut wie möglich zur Seite zu stehen“, bekräftigte er.

Allerdings wäre Carlisle nicht Carlisle, wenn er nun nicht noch mal auf meine besorgniserregenden Worte von vorhin Bezug nehmen würde. „Du schläfst also zurzeit nicht gut? Wie lange geht das denn schon so?“ „Ich weiß nicht, vielleicht zwei Wochen oder so. Auf jeden Fall noch nicht sonderlich lange. Sonst hätte ich dir Bescheid gesagt. Aber ja, ich schlafe nicht gut. Entweder wache ich nachts auf oder ich habe Probleme, überhaupt erst einzuschlafen“, konkretisierte ich nun meine Aussage.

Ich sah Carlisle an, wie genau er über meine Worte nachdachte und dass er sicherlich gedanklich schon einige Möglichkeiten und Optionen durchging. „Hast du selbst schon mal überlegt, woran das liegen könnte?“ „Ja, schon. Am Stress, denke ich. Es ist im Moment recht viel los, was Charlie angeht. Und die Schule. Ich… Esme hat dir ja bestimmt erzählt, dass ich mir wegen der bevorstehenden Klausuren ziemlich große Sorgen mache. Und wenn ich dann abends nach dem Lernen im Bett liege, versuche ich trotzdem noch mal, alles wieder hochzuholen. Damit ich eben noch etwas mehr getan habe und meine Zeit optimal nutze.“

Ich hörte mir selbst an, wie überfordert ich war. Irgendwie war es einfach zu viel. Wenn ich das alles laut aussprach, wurde nur umso deutlicher, dass mir viel zu viel durch den Kopf ging. „Du scheinst zu wenige Pausen einzuplanen, Bella“, schlussfolgerte Carlisle direkt. „Wir müssen uns mal zusammensetzen und realistisch planen, wie viel Zeit du für Hausaufgaben und das Lernen benötigst. Und davon ausgehend werden wir dir regelmäßige Pausenzeiten eintragen, damit du auch die Gelegenheit hast, etwas zu entspannen. Vielleicht ist das ein erster wichtiger Schritt, um dir schon mal kurzfristig etwas Entlastung zu verschaffen.“

Eigentlich klang sein Vorschlag ja einleuchtend, aber ich hatte doch sogar heute schon feste Pausenzeiten gehabt und irgendwie hatte ich während trotzdem gelernt und etwas getan. „Denkst du, das könnte helfen?“, erkundigte sich Carlisle, als er bemerkte, dass ich in Gedanken war. Ich atmete tief durch und offenbarte ihm auch dieses Geheimnis: „Ich hatte heute ja bereits feste Zeiten. Aber als ich in der Bibliothek war, … habe ich mir einfach ein geschichtliches Buch herausgesucht. Es tut mir leid.“ Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Es war beschämend, laut auszusprechen, wie oft ich die Cullens in den letzten Tagen wirklich hintergangen hatte. Eigentlich hatte ich Carlisles Verständnis gar nicht verdient.

Carlisle überlegte einen Moment, was er darauf am besten erwidern sollte. Bestimmt hatte ich ihn furchtbar enttäuscht. „Carlisle, ich…“ „Schon gut, Bella. Ich bin nicht sauer. Nur überlege ich, wie wir es schaffen können, dass du es dir selbst auch erlauben kannst, eine Pause zu machen. Ich denke, dass es gar nicht so schlecht ist, dass du am Montag gleich deine erste Probestunde beim Boxen hast. Die Jungs haben dir ja ein paar Stunden geschenkt und wenn es dir gefällt, können wir das gerne auch weiterführen. Nur ist das eben nicht zwingend etwas für jeden Tag. Ich denke, dass du vielleicht zusätzlich noch einem anderen Hobby nachgehen solltest, bei dem du dich vollkommen konzentrieren musst, das aber gleichzeitig auch einen Ausgleich für dich darstellt.“

„Aber dann habe ich ja gar keine Zeit mehr für die Schule!“, begehrte ich auf. Carlisle wollte hier meine gesamte Zeit verplanen, die ich doch für die Schule so dringend brauchte. „Bella, es geht aber darum, dir einen Ausgleich zu schaffen. Du solltest nicht den ganzen Tag nur mit der Schule füllen“, widersprach Carlisle. „Aber ich muss das tun, sonst schreibe ich wieder nur schlechte Noten. Wenn ihr die Zeit nicht investieren würdet, okay, aber das ist mein Leben und mein Abschluss. Ihr könnt mich nicht dazu zwingen, das einfach aufzugeben.“

Carlisle blieb stehen, suchte meinen Blick und hielt ihn fest. „Bella, es geht hier nicht darum, dir etwas wegzunehmen oder dich einzuschränken. Du brauchst ganz dringend einen Ausgleich, damit du eben auch wieder besser schlafen kannst. Dein ganzer Alltag besteht gerade aus Schule und Therapie und das sollte keinesfalls so sein. Ich schlage das nicht vor, weil ich dir schade will, sondern weil ich dir helfen möchte“, erklärte er mit fester Stimme.

Ich seufzte. „Das weiß ich ja auch, aber ich habe Angst, dass es dann zu viel wird und ich wieder so schlechte Noten schreiben. Ich brauche meinen Abschluss doch.“ Carlisle setzte sich langsam wieder in Bewegung, während er mir einen Kompromiss vortrug. „Wir setzen uns morgen erst mal hin und besprechen, wie viel Zeit du realistischerweise für deine Arbeiten benötigst. Dann starten wir mal mit dem Boxen und sehen, wie wir es sonst schaffen, dir auch im Alltag ein paar Pausen einzubauen. Außerdem ist ja auch nichts in Stein gemeißelt. Du behältst die Kontrolle. In Ordnung?“ Ich stimmte zu. Das klang eigentlich nach einem ganz guten Vorschlag.

Langsam kam wieder das Haus der Cullens in Sicht. „Übrigens, eine Sache wollte ich ganz gerne noch abklären. Ich habe dich in einer schwierigen Situation gefragt, ob ich einen Gesprächstermin mit einer Psychiaterin vereinbaren soll. Das war nicht ganz fair. Daher will ich dich nun erneut fragen, ob du das überhaupt möchtest. Du kannst deine Entscheidung gerne revidieren, wenn du das möchtest.“ „Es stimmt, dass der Zeitpunkt für mich schwierig war, aber sonst hätte ich vielleicht gar nicht zugesagt. Aber ich probiere es einfach mal. Wenn du denkst, dass es ein guter Weg sein könnte, will ich mir zumindest erst mal anhören, was diese Frau überhaupt vorschlägt.“

Carlisle lobte mich für meine Selbstreflektion und kündigte an, gleich morgen bei seiner Kollegin anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Weitere Fragen hatte ich dazu keine, also liefen wir schweigend zum Haus zurück. Die Stille war aber nicht unangenehm, ganz im Gegenteil. Zwischen uns herrschte ein tiefes Verständnis. Ich fühlte mich irgendwie auch viel besser als am Nachmittag. Nun hatte ich mir das endlich von der Seele geredet und Carlisle hatte auch wirklich toll reagiert. Ich musste mir keine Sorgen mehr machen und hatte wieder ein reines Gewissen.

Lächelnd bediente ich gerade die Kaffeemaschine, als mein Blick auf die Küchenuhr fiel. Es war beinahe halb sieben.

Dabei hatte Charlie doch verlangt, dass ich bis spätestens sechs Uhr daheim war!



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen!
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