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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
15.06.2021
687
820.152
121
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2.209 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.06.2021 1.157
 
Hallo ihr Lieben,
bei mir geht es gerade drunter und drüber. Für morgen muss ich noch einige Sachen fertig bekommen, daher melde ich mich nur kurz.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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Daraufhin sagte ich erst mal nichts mehr.

Mir ging so viel durch den Kopf. Carlisle hatte ja Recht. Es gab wirklich noch viele Dinge, die ich bedenken sollte, wenn ich dieses Gespräch mit Charlie führen wollte. Aber andererseits fragte ich mich auch, ob ich denn überhaupt eine Wahl hatte. Es wäre nicht fair, wenn ich meinem Vater die Chance auf Heilung verwehren würde, nur weil sich unsere Beziehung dadurch verändern könnte. Er hatte es verdient, ein gesundes, langes Leben führen zu können. Wenn er so weitermachte, würde das wohl nicht passieren. Und leider glaubte ich auch nicht daran, dass er es alleine schaffen würde.

„Es tut mir leid, wenn ich dich damit überfordert habe. Ich denke, dass du dir die Vorteile ganz gut selbst vorstellen kannst, aber leider neigt man eben dazu, Negatives auszublenden. Ich sehe mich in der Pflicht, dich darauf hinzuweisen. Und du solltest nicht vergessen, dass es durchaus passieren kann, dass du all das riskierst und dein Vater sich trotzdem nicht auf die Therapie einlassen wird. Das kann passieren. Du solltest das in deine Entscheidung mit einbeziehen.“

„Ich brauche auf jeden Fall noch etwas Zeit, um wirklich darüber nachzudenken. An vieles habe ich gar nicht gedacht. Carlisle, was würdest du denn an meiner Stelle tun?“, fragte ich. Er war Arzt und hatte noch mal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Sache. „Ich finde, dass du dir schon mal einen ganz guten Plan zurecht gelegt hast. Du solltest erst in Ruhe alle Argumente abwägen, bevor du zu einer Entscheidung kommst.“

Ich schüttelte lächelnd den Kopf. Diese Antwort sah ihm so ähnlich. „Das habe ich nicht gemeint, Carlisle. Ich wollte wissen, was du an meiner Stelle tun würdest. Wie würdest du dich entscheiden?“ „Bella, bitte versteh, dass ich dir diese Entscheidung nicht abnehmen kann. Und gerade in dieser Situation hier sollte ich das erst recht nicht tun“, meinte er mit einer ausladenden Geste, die den Raum einbezog. Natürlich. Nun berief er sich wieder auf seine Rolle als Therapeut und versuchte, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Dabei wollte ich doch nur eine Handhabe!

Am liebsten hätte ich Carlisle wohl noch zehn Mal gefragt, was er denn nun an meiner Stelle tun würde, aber ein Blick in seine Augen genügte schon, um mir zu zeigen, dass er auf seine Position beharren würde. „Lass es dir durch den Kopf gehen und schlaf noch mal eine Nacht darüber. Das kann sicherlich nicht schaden“, meinte er versöhnlich.

„Gibt es denn noch etwas, was dir auf dem Herzen liegt?“, fragte er und ich dachte mir schon, dass er diese Nachfrage nicht zufällig an mich richtete.

In der Tat nickte ich. Zuerst brauchte ich einen Moment, um meine Worte zu sammeln, aber dann tat ich, worüber ich schon mit Jasper gesprochen hatte. Zwar drängte mich Carlisle nicht dazu, aber ich hatte die Chance ausgeschlagen, ihm mein Verhalten zu erklären. Ich dachte, dass das sowohl für mich als auch für ihn von Bedeutung sein könnte. Also führte ich ihn, mal genauer, mal weniger genau, durch das vergangene Wochenende. Manche Dinge wollte ich zwar nicht allzu detailliert vor ihm ausbreiten, aber gerade bei den Dingen, die ihn verletzt hatten, ging ich mehr in die Tiefe. Ich wollte, dass er verstand, weshalb ich so gehandelt hatte.

Carlisle lauschte aufmerksam meinen Worten und unterbrach mich nicht. Er schien sehr an meiner Sicht der Dinge interessiert zu sein. Als ich meine Erzählung beendet hatte, bedankte er sich bei mir für die Einblicke und versicherte mir, mich nun besser verstehen zu können. Ich wusste, dass das nichts an der ganzen Sache änderte, aber es war mir wichtig gewesen, dass Carlisle zumindest etwas besser verstand, warum ich mich so verhalten hatte.

Im Anschluss daran schickte mich Carlisle nach unten in den ersten Stock. Er erzählte, dass dort meine Zwischenmahlzeit auf mich warten würde. Im Anschluss sollte ich dann mit Jasper noch etwas Klavier spielen. Das schien wohl auch ein fest eingeplanter Bestanteil meines Tages sein und daher irgendetwas mit Therapie zu tun haben. Was das war, verstand ich zwar nicht so ganz, aber mir sollte es recht sein. Hauptsache ich musste mich nicht noch einem Gespräch stellen. Mir hatte diese Unterhaltung mit Carlisle schon genug Futter gegeben.

Ich wusste noch immer nicht so recht, was ich in dieser Hinsicht unternehmen sollte, aber eigentlich wusste ich, dass ich keine andere Wahl hatte. Mein Vater hatte es verdient, gesund zu werden. Ich sollte dem nicht im Weg stehen. Selbst wenn es meine Gefühle verletzen und uns auseinanderbringen würde: Diesen Preis sollte ich bereit sein zu zahlen.

Trotzdem war ich nicht wirklich bereit dazu, diese Entscheidung auch final zu treffen. Das zeigte sich auch in meinem Essverhalten. Es kostete Carlisle eine ganze Menge Überzeugungskraft, mich nach dieser Unterhaltung zum Essen zu bewegen. Mehrmals rechnete er mir vor, dass es in Ordnung war, wenn ich nun etwas zu mir nahm und verwies darauf, dass ich später noch genug Zeit hätte, um über die Dinge nachzudenken und sie daher vorerst ruhen lassen sollte. Widerwillig lenkte ich ein und schaffte es, doch noch die Zwischenmahlzeit zu essen.

Danach konnte ich mich allerdings nicht mehr so gut zusammenreißen. Während der Übungen mit Jasper machte ich zahlreiche Fehler. Mein Kopf wusste, wohin ich meine Finger legen musste, aber meine Hand tat immer etwas vollkommen anderes.

„Das hat doch keinen Sinn!“, schrie ich irgendwann frustriert und stand auf. Ich hatte keine Lust mehr darauf, mir ständig diese schrillen, schiefen Töne anzuhören. Meine Geduld reichte dafür einfach nicht aus.

„Bella, setze dich bitte wieder hin“, versuchte Jasper, mich zurück zu locken und klopfte dabei neben sich auf den Sitz. Energisch schüttelte ich den Kopf. „Das hat doch keinen Sinn! Ich werde nie besser werden!“, protestierte ich. Er musste es doch selbst hören. Warum konnte er es denn nicht einfach gut sein lassen?

„Bella, es geht doch gar nicht darum, dass du ein Meister am Piano wirst. Du sollst die Gelegenheit haben, dich auf etwas anderes zu konzentrieren, dass dich auch mental beansprucht, sodass du deine Probleme mal für einen Moment beiseite schieben kannst. Im besten Fall macht es dir natürlich auch Spaß. Ich kann verstehen, dass es dir gerade nicht leicht fällt, aber bitte versuche noch mal, dich darauf einzulassen. Du wirst sehen, dass es dir gut tun kann, nicht ständig an das Gespräch zu denken und auch mal abzuschalten.“

Mit einem schweren, demonstrativen Seufzer ließ ich mich wieder zu Jasper auf den Hocker fallen. „Atme tief durch… und jetzt versuchen wir es erneut“, meinte er motivierend und ich folgte seinen Anweisungen.

Ich brauchte noch einen Moment, aber dann konnte ich mich endlich fallen lassen und den Widerhall der Töne in meinem Körper genießen.



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen!
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