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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
08.05.2021
649
775.558
117
Alle Kapitel
2.138 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.05.2021 1.228
 
Hallo ihr Lieben,
nach der Produktion gestern konnte ich mir heute mal die Zeit nehmen, zumindest etwas auszuschlafen. Gleich kann ich mir dann auch endlich die Zeit nehmen, eure tollen Reviews zu beantworten - ich kann es kaum erwarten!
In diesem Zug möchte ich mich auch für unglaubliche 300 Favoriteneinträge bedanken. Das ist wirklich eine unglaubliche Zahl - tausend Dank! Ihr seid wirklich die Besten!
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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Relativ entspannt machte ich mich auf den Weg nach Hause. Der Schultag war nicht allzu anstrengend gewesen, wenn man von den Fächern ausging. Ich war mir aber noch immer nicht ganz sicher, wie ich bezüglich dieser Sache mit Jessica weiter vorgehen sollte. Vielleicht wäre es am besten, wenn ich einfach mal Alice anrief, um mit ihr über die Sache zu reden.

Schwungvoll fuhr ich mit meinem Transporter auf den Parkplatz vor unserem Haus und begrüßte kurz darauf meinen Vater in der Küche. „Bella, hast du einen besonderen Wunsch für deinen Geburtstag?“ Stimmt, am Samstag wäre es ja schon so weit. Ehrlich gesagt hatte ich mir aber bisher noch keinerlei Gedanken gemacht, wie ich den Tag verbringen wollte. Eines war sicher: Ich konnte nicht einfach zu den Cullens fahren. Sie würden sicherlich an mich denken, aber ich hätte mir gewünscht, sie an diesem Tag bei mir haben zu können. Da Charlie das aber rigoros verboten hatte, war das nicht drin. Also zuckte ich willenlos mit den Schultern.

„Willst du nicht abends noch etwas mit deinen Freunden unternehmen?“, fragte Charlie überrascht. Es wunderte mich, dass er tatsächlich noch glaubte, dass ich noch Freunde in Forks hatte. Aber er hatte nicht nachgefragt und ich hatte nichts erzählt. „Die Cullens sind meine Freunde. Aber du hast meinen Kontakt zu ihnen ja eingeschränkt. Also gibt es niemanden, den ich treffen könnte“, erwiderte ich leicht säuerlich. „Das ist nur zu deinem Besten, Bella. Außerdem darfst du dir ja auch ein Wochenende aussuchen, das du bei ihnen verbringst. Als Geburtstagsgeschenk sozusagen.“

Es war schon traurig, was Charlie alles als Geschenk ansehen konnte, aber ich würde mich nicht beschweren. Hauptsache ich könnte sie überhaupt mal wieder länger sehen. Nur müsste ich dieses Wochenende ganz sorgsam auswählen, denn allzu bald würde sich mein Vater wohl nicht erneut zu einer derartigen Großzügigkeit breitschlagen lassen. Bedanken würde ich mich allerdings nicht dafür, dass er mir erlaubte, meine zweite Familie zu sehen.

Als dieses Thema dann geklärt war, machte ich mich auf den Weg nach oben in mein Zimmer. Ich machte mich gleich an die Hausaufgaben und unterbrach meine Arbeit erst, als mein Telefon klingelte. Ich hatte damit gerechnet, Carlisles, Esmes oder Jaspers Namen zu sehen, aber es war Rosalie, die mit mir sprechen wollte.

Überrascht meldete ich mich. „Bella, hallo. Ich hatte ja gesagt, dass ich anrufe. Ich wollte wissen, ob dir das Kochen denn nun geholfen hat und ob du dir das zukünftig vorstellen könntest?“, kam sie umgehend zum Punkt. Stimmt, sie hatte angekündigt, deswegen noch mal mit mir sprechen zu wollen. So wirklich hatte ich mir bisher noch keine Gedanken darüber gemacht, also sagte ich das, was mir als erstes in den Sinn kam: „Ich fand es ganz gut, denke ich. Aber ich kann nicht sagen, wie das in einer schwierigeren Situation wäre. So hatte ich genug Zeit, um mich auf das Kochen vorzubereiten, aber ich weiß nicht, ob ich spontan dazu bereit wäre. Aber vielleicht könnten wir das öfter machen, damit ich mich etwas daran gewöhne.“

„Gut, dann machen wir das so.“ Es war erfrischend, dass Rosalie nicht versuchte, mich noch weiter über meine Grenze zu treiben, sondern einfach beschloss, mit meiner Aussage zu arbeiten.

Wahrscheinlich würde es mir wirklich mit der Zeit immer leichter fallen, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlte. Aber mit dem Wiegen war es anfangs das gleiche gewesen und wenngleich ich es jetzt immer noch nicht mochte, konnte ich es doch viel besser ertragen. Hoffentlich wäre es mit dem Kochen genauso.

„Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich Rosalie vollkommen unerwartet am Ende des Gesprächs. „Aber natürlich, warum fragst du?“, war meine automatische Antwort. Ich wusste selbst nicht, warum ich so instinktiv gelogen hatte, aber zurückrudern konnte ich jetzt auch nicht mehr. „Es hört sich nicht so an, deshalb. Aber du musst selbst wissen, ob du Hilfe annehmen möchtest. Man kann dir nicht immer hinterherrennen“, erwiderte Rosalie abgeklärt und kurz darauf legten wir auch schon auf.

Ihr Satz hallte in meinem Kopf wider. Gewissermaßen hatte sie Recht. Ich war wirklich verwöhnt. Wahrscheinlich würde niemand außer den Cullens diese unendliche Geduld beweisen können. Jeder andere hätte mich schon längst aufgegeben, aber egal wie oft ich die Cullens weggeschickt hatte, sie waren immer zurückgekehrt. Sie wussten, dass ich insgeheim Hilfe brauchte und waren sich nicht zu schade dafür, mir hinterherzulaufen.

Ich bedauerte es an Tagen wie diesen, ihre Hilfe nicht einfach annehmen zu können. Auch gestern war es nicht anders gewesen. Esme hatte ihr Bestes gegeben und hatte mir unbedingt helfen wollen, als ich mich in meinem Badezimmer eingeschlossen hatte. Aber ich hatte sie in meinem Schmerz weggestoßen. Ich litt lieber alleine, aber wahrscheinlich hatten sie meine wütenden Worte durchaus getroffen. Morgen würde ich das wohl eher nicht ausführlich mit ihr besprechen wollen, aber ich würde mich auf jeden Fall bei ihr entschuldigen. Heute. Sie hatte es verdient, dass ich alles in meiner Macht stehende tat, um mein Fehlverhalten wieder gerade zu biegen.

Zuerst überlegte ich, ob ich sie anrufen wollte, aber ich fühlte mich nicht bereit dazu, dieses Telefonat zu führen. Es war mir lieber, wenn ich mir nun in aller Ruhe die Worte zurechtlegen konnte und nicht spontan auf ihre Antworten reagieren müsste. Also begann ich in der Notizfunktion meines Smartphones zu tippen und änderte immer wieder einzelne Wörter, Sätze und Passagen ab, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Das würde nicht unbedingt ein persönliches Gespräch ersetzen, immerhin hatte ich ihr etwas ziemlich Unfaires an den Kopf geknallt, aber für den Moment wäre es hoffentlich ein kleiner Trost, bis ich es schaffen würde, die nötige Aussprache zu suchen.

Esme schrieb schon kurze Zeit später zurück. Ich brauchte einen kleinen Moment, um mich zu überwinden, die Nachricht auch wirklich zu öffnen, aber ich sollte es nicht bereuen. Eigentlich hatte ich dieses grenzenlose Verständnis der Cullens gar nicht verdient. Esme hatte wahnsinnig einfühlsam reagiert und mein Angebot, am Montag ausführlicher darüber zu sprechen, sofort und ohne Einwände akzeptiert.

Ich wollte das einfach nicht noch vor meinem Geburtstag klären, denn ich hatte die Vermutung, dass Esme bei der Gelegenheit gleich nach der tieferen Bedeutung meiner Worte graben würde. Das würde mich aber wahrscheinlich treffen und traurig zurücklassen. Dabei wollte ich doch möglichst entspannt und glücklich in meinen Geburtstag starten.

Tatsächlich würde ich schon bald ein weiteres Jahr älter sein. Das klang so surreal. Was war nur alles passiert? Die Zeit war in der Rückschau so wahnsinnig schnell verlogen. Ich hatte so viel durchgemacht, seit die Cullens damals verschwunden waren. Kurz nach meinem Geburtstag. Der Gedanke löste einen tiefen Schmerz in mir aus. Die Cullens waren nun wieder hier. Nun ja, nicht alle von ihnen.

Meine Gedanken wanderten zu Edward. Was er wohl gerade tat? Wo war er? War er überhaupt noch auf diesem Kontinent? Fehlte ihm seine Familie?

Würde ich überhaupt damit klarkommen, ihn irgendwann wiederzusehen?

Würde ich das wollen?



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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