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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
20.01.2021
541
649.805
107
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
13.01.2021 1.144
 
Hallo ihr Lieben,
ich hatte gerade ein wahnsinnig schönes virtuelles Treffen mit einer Freundin. Macht ihr sowas auch manchmal? Klar ist es kein Vergleich zu sonst, aber es ist trotzdem schön, sich mal wieder zu sehen.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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„Wir sind immer stolz auf dich, Bella. Wir sehen, was du jeden Tag leistest. Vertrau mir, wenn ich dir sage, dass es die beste Entscheidung unseres Lebens war, wieder herzukommen. Du gibst uns so viel“, murmelte Jasper beruhigend. Seine Worte taten mir gut, aber ich wusste eben auch nicht so ganz, ob ich ihm wirklich glauben konnte. Sagte er das womöglich nur, damit es mir besser ging?

Ich erwiderte also nichts und starrte weiter vor mich hin. Wann würde das jemals besser werden? Konnte mir Carlisle nicht einfach irgendetwas verschreiben, damit ich alles vergessen könnte und wieder glücklich wäre? Dieser Kampf kostete mich jeden Tag aufs Neue so unendlich viel Kraft und immer wieder kamen neue Hindernisse hinzu.

„Ich will nicht immer kämpfen“, flüsterte ich traurig und eine Träne rann langsam meine Wange hinab bei dem Gedanken, dass ich noch lange nicht am Ziel war. Ich könnte wohl froh sein, wenn ich es in einem Jahr geschafft hätte und bis dahin würde sicherlich noch so viel passieren.

„Ich weiß. Es ist anstrengend, aber wir kämpfen mit dir. Und an Tagen wie diesen kämpfst du etwas weniger und wir dafür etwas mehr. Wir schaffen das schon“, meinte Jasper ermutigend und ich spürte, dass er lächelte. So verharrten wir noch eine ganze Weile, bis Jasper etwas hörte und die Bitte dann an mich weitertrug.

„Carlisle wollte fragen, ob wir nicht zusammen das Abendessen vorbereiten wollen.“ War das sein Ernst? „Nach heute? Meint er das ernst?“, äußerte ich meine Zweifel laut. „Gerade nach heute. Er möchte, dass du durch deine Mithilfe Ana beweist, dass du stärker bist als sie. So will er dir ein Erfolgserlebnis ermöglichen. Verstehst du?“

Ich war wirklich äußerst skeptisch, wie Carlisle durch so eine Qual ein Erfolgserlebnis provozieren wollte. Jasper schien Gedanken lesen zu können, denn er antwortete beinahe passgenau auf meine Zweifel: „Es ist kein großer Aufwand. Du schaffst das auch jetzt. Also lass es uns versuchen. Ich helfe auch mit!“ Mit einem Zwinkern fügte er hinzu: „Wenn du willst, trage ich sogar eine Schürze.“ Dieses Bild ließ auch mich unwillkürlich lächeln und ich protestierte nicht mal, als Jasper langsam aufstand und mich dann ebenfalls auf die Füße zog.

In gemächlichem Tempo gingen wir nach unten und Carlisle hatte schon alles für uns vorbereitet. Jasper stellte sich an das Schneidbrett neben ihm, aber ich nahm meines und bezog stattdessen etwas abseits von ihnen an der Kücheninsel Position. Ich brauchte einfach etwas Abstand. Luft zum Atmen. Niemand verlor ein Wort darüber. Carlisle bat mich lediglich, das Gemüse zu schneiden, das er mir hinlegte. Das war in Ordnung. Ich hatte das schon früher gemacht und dadurch, dass es durchgehend gesunde Sachen waren, würde ich gut klarkommen. Ein paar Tomaten und eine Zucchini. Zwar war ich von der Menge nicht begeistert, vor allem weil Jasper und sein Vater ja auch fleißig schnibbelten, aber sicherlich würde Carlisle die Menge später eh noch auf mehrere Mahlzeiten aufteilen. Dann wäre das schon irgendwie zu schaffen.

„Ich sehe mal nach Alice“, verkündete Jasper, als ich gerade mein letztes Stück in Würfel geschnitten hatte und irgendwie beschlich mich die Vermutung, dass das kein Zufall war. Die Frage war nur, auf wessen Mist diese Aktion gewachsen war. Seufzend legte ich das Messer beiseite und blickte in Carlisles Richtung. Dabei traf ich seinen Blick, als hätte er genau auf diesen Moment gewartet.

„Wie fühlst du dich?“, fragte er und schaffte es dabei, dieser belanglosen Frage etwas wie Tiefgang beizumessen. „Es geht. Es ist besser als vorhin“, meinte ich knapp. Ich hatte Angst in Tränen auszubrechen, wenn ich nun wieder über meine Gefühle sprechen würde. „Wollen wir uns nach dem Abendessen noch mal kurz zusammensetzen und über die Dinge sprechen, die ich mir überlegt habe?“ Ich nickte nur knapp und versuchte, meinen inneren Sturm nicht nach außen dringen zu lassen. Das würde sicherlich nicht einfach werden und am liebsten wollte ich einfach nur einen klaren Kopf behalten, damit ich Carlisle in diesem Gespräch auf Augenhöhe gegenübertreten könnte. Mit einem knappen Nicken honorierte er meine Antwort und drehte sich dann wieder mit dem Rücken zu mir, um seine letzten Sachen vorzubereiten.

Mein Blick wanderte etwas planlos umher und ehe ich es verhindern konnte, fiel mein Blick auf das Küchenmesser. Es war scharf, lachte mich regelrecht an. Ich wollte es tun und in meinem Zimmer würde ich heute ganz sicher nichts mehr finden, was mich in irgendeiner Art und Weise darin unterstützen würde. Wahrscheinlich würde hiermit schon ein einziger Schnitt reichen, um mir Erleichterung zu verschaffen. Ich wollte einfach, dass diese ganzen Gefühle für einen Moment aufhörten. Nur ein Mal wieder durchatmen. Nur für einen Augenblick die seelischen Qualen gegen körperliche Schmerzen eintauschen.

Ehe ich auch nur darüber nachdenken konnte, hatte ich meine Hand ausgestreckt und das Messer an mich genommen. Ich versteckte es vorerst in meiner Hand unter dem Tresen, bis mir etwas einfallen würde, wie ich es unbemerkt in mein Zimmer schaffen würde. Vielleicht wenn ich es in die Hosentasche steckte?

Es dürfte beim Laufen nicht auffallen, also war diese Variante schon mal raus. Wenn ich es hingegen in meiner Hand halten und unter meinem Shirt verstecken würde, sollte diese Gefahr gebannt sein, aber wahrscheinlich würde es dennoch Aufmerksamkeit erregen.

Ich schrie beinahe auf, als ich Jasper ganz nah hinter mir spürte. Seine Hand lag auf meiner, die das Messer noch immer umklammerte. Ich wusste, dass er es haben wollte, aber ich war eigentlich nicht bereit dazu es herzugeben.

„Bitte“, hauchte mir Jasper so leise ins Ohr, sodass Carlisle es wahrscheinlich nur schwer mitbekommen könnte. Unmerklich schüttelte ich den Kopf und umklammerte meinen Schatz gleich noch etwas fester.

Aber Jasper wollte mir das Messer nicht lassen. Er verstärkte seinen Griff und nahm seine andere Hand zur Hilfe, um meine Finger vom Griffstück zu lösen. Egal was ich tat, gegen seine Kraft kam ich nicht an und es war nur eine Sache von Sekunden, bis er mir das Messer erfolgreich entwendet hatte.

Wütend funkelte ich ihn an, als er mein Schneidebrett nahm und beides kommentarlos in die Spülmaschine stellte. Wenn Carlisle etwas von dem Kräftemessen in seinem Rücken mitbekommen hatte, ließ er es sich zumindest nicht anmerken. Er schien ganz in seine Arbeit vertieft und wahrscheinlich war das auch gar nicht so schlecht, denn das war kein Thema, das ich nun gerne mit ihm besprechen würde. So wie es nämlich aussah, hätte ich schon Jasper am Hals.

Nun drehte sich Carlisle doch zu uns um und winkte mich heran. „Willst du mir nicht helfen, das Gemüse anzubraten, Bella?“



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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