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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
20.09.2021
784
939.935
132
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.11.2020 1.273
 
Hallo ihr Lieben,
ich kann es selbst kaum glauben, aber dieses Kapitel ist tatsächlich auf der 1000. Seite meines Word-Dokuments. Nicht mal im Traum hätte ich damit gerechnet, diese Geschichte solche Dimensionen annehmen würde, aber es freut mich sehr. Danke, dass ihr mir auf dieser Reise begleitet und ich hoffe, dass ihr bis zum Schluss dabei bleibt.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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„Halt an, Alice! Ich will das nicht mehr!“, forderte ich nun schon zum zweiten Mal.

Wir waren auf dem Weg zu den Cullens. Alice hatte mich nach einer halben Ewigkeit überzeugen können, zu ihnen zu fahren und mit Carlisle zu sprechen. Nun wusste ich aber, dass das keine so gute Idee war. Ich wollte einfach nur noch raus aus diesem Auto. „ALCIE!“

„Beruhige dich, Bella“, meinte sie eindringlich. „Es wird alles gut. Wir fahren erst mal heim und wenn du es ihm dann nicht erzählen willst, ist das auch okay.“ Ich wurde beinahe wahnsinnig. Gerade war ich im Begriff die Türe zu öffnen, als Alice über mich hinweggriff und meine Hand packte. „Es wird alles gut. Vertrau mir. Ich hab’s gesehen“, erklärte sie mir einfühlsam. Trotzdem war ich nicht überzeugt. Andererseits waren wir eh schon auf dem Waldweg, der zu ihrem Haus führte. Ich hätte mir früher überlegen müssen, dass ich gar nicht bereit dazu war. Kapitulierend ließ ich mich in den Sitz sinken. Ich müsste mich wohl fügen.

„Es wird alles gut“, wiederholte Alice, als sie meinen Transporter in die Garage lenkte. Ich warf einen kleinen Blick in den Rückspiegel. Ich sah fürchterlich aus. Meine Augen waren vom ganzen Weinen total verquollen und man sah mir auf eine Meile Entfernung an, dass ich mich beschissen fühlte. Es würde gar nichts bringen, Carlisle vorzuspielen, dass ich einfach nur einen schlechten Tag hatte. Verdammt!

„Komm“, meinte Alice sanft. Sie stand an meiner Wagentüre und zog sanft an meiner Hand, um mich aus dem Auto zu bekommen. Willenlos ließ ich mich von ihrer Stärke aus dem Wagen zerren und folgte ihr. Widerwillig.

„Also, willst du es ihm sagen?“, fragte sie, als sie sich noch mal zu mir umdrehte. „Ich weiß es nicht. Carlisle wird total enttäuscht sein. Ich kann ihm das nicht sagen“, schluchzte ich verzweifelt. „Du kennst Carlisle. Hat er dir je etwas angetan? War er je böse oder wütend? Er wird alles tun, um zu verstehen, warum du das getan hast. Er weiß doch, dass das hätte passieren können. Sonst hätte er dir niemals das Geld gegeben, um dich versorgen zu lassen“, redete Alice ermutigend auf mich ein. „Du schaffst das“, flüsterte sie mir noch zu und zog mich dann ins Wohnzimmer.

Dort saßen Carlisle und Esme auf der Couch und hatten sich bis zuletzt angeregt unterhalten. Unser Eintreten ließ sie aufschauen und sofort sah ich die Sorge, die sie bei meinem Anblick überkam.

Alice stupste mich an, aber ich konnte nichts sagen. Ich öffnete meinen Mund, aber ich konnte keine Worte formen. „Bella möchte mit dir sprechen, Carlisle“, sprach Alice für mich. „Aber natürlich. Wollen wir nach oben gehen?“, bot er an, verschwand in der Küche und kam mit einem Kaffee zurück. Alice schubste mich an. Ich warf ihr noch einen verzweifelten Blick zu, bevor ich mich erbarmte und Carlisle die Treppen nach oben in die Bibliothek folgte.

„Setz dich doch“, meinte er fürsorglich, aber ich konnte nicht. Das alles war mehr, als ich verkraften konnte. So viel mehr.

„Bella, ich möchte dir versichern, dass du dir keine Sorgen machen musst. Ich werde dir nicht böse sein oder dich verurteilen. Ich verspreche dir, dass du ganz offen sprechen kannst, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. Ich bin für dich da. Du kannst mir vertrauen“, begann Carlisle und nahm auf dem Sessel Platz. Ich konnte mich nicht dazu aufraffen. Stattdessen ging ich ans Fenster und starrte hinaus. Ich war noch nicht bereit.

„Willst du mir nicht einfach mal erzählen, was dein Verhalten ausgelöst hat? Egal welches? Vielleicht hilft es dir, von vorne zu beginnen“, schlug Carlisle vor und ich merkte, dass das gar keine schlechte Idee war. Wenn er dann gut reagieren würde, könnte ich ihn immer noch einweihen.

„Okay“, lenkte ich mit belegter Stimme ein. Es war surreal, aber ich würde es versuchen. Das war ich Carlisle schuldig. „Ich bin gestern nach Hause gekommen. Eigentlich wollte ich für Charlie kochen… Ich weiß, dass du gesagt hast, dass ich nichts tun kann, aber ich wollte es so gerne versuchen…“

Als ich spürte, wie mir die Tränen kamen, wandte ich mich wieder ab und blickte aus dem Fenster. Dort draußen sah alles so friedlich aus.

„Aber er kam nicht. Und als er dann kam… wollte er gar nichts mehr essen. Er war so betrunken, Carlisle! Und als ich vorgeschlagen habe, dass wir das wiederholen könnten, hat er abgewunken. Das Spiel kommt. Das Spiel!“, brauste ich auf. All die Emotionen machten es mir so schwer, einen kühlen Kopf zu behalten.

„Das hat dich sicherlich in dem Moment sehr verletzt. Zumindest würde es mir in deiner Situation so gehen“, drückte Carlisle sein Verständnis aus.

„Ich habe keine Lust mehr auf all das!“, schluchzte ich. Mein Vorhaben, leise zu weinen, scheiterte kläglich. „Immer kommt etwas Neues hinzu. Zuerst das Chaos mit dem Essen, dann die Zunahmen, der Stress in der Schule und jetzt auch noch Charlie. Und ich habe noch nicht mal gesehen, dass es ihm so schlecht geht! Was bin ich nur für eine Tochter…“

Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen, unfähig meine Gefühle so offen zu zeigen. Ein knarzendes Geräusch verriet mir, dass Carlisle sich erhoben hatte.

„Ganz schön viel manchmal, nicht?“ Es überraschte mich, dass er nicht versuchte, mir zu sagen, dass alles wieder gut werden würde und dass das alles schon nicht so schlimm war. Ich konnte solche leeren Versprechungen gerade auch gar nicht gebrauchen.

„Ich kann verstehen, dass dir das manchmal zu viel wird. Immerzu zu kämpfen ist sehr kräftezehrend. Aber du kannst auch mal schwach sein, Bella. Es ist in Ordnung, nicht immer kämpfen zu wollen und mal einen schlechten Tag zu haben. Man muss nur trotzdem weitermachen. Ich finde, dass du das wirklich klasse machst. Du hast schon so viel erreicht Bella. Wir sind alle wirklich stolz auf dich.“ Carlisle streckte seinen Arm aus und drückte mir beruhigend die Schulter.

„Ich kann nicht mehr. Kannst du mir nicht einfach irgendetwas geben, was mich all das vergessen lässt?“, schluchzte ich verzweifelt. „So einfach geht das leider nicht, Bella. Aber du machst wirklich ganz tolle Fortschritte. Es mag sich gerade nicht so anfühlen, aber vielleicht siehst du schon morgen oder übermorgen, was du alles erreicht hast. Willst du mir nicht verraten, was gestern passiert ist?“, hakte Carlisle sanft nach.

„Es kann auch sehr befreiend sein, etwas loszuwerden, was einem auf der Seele liegt. Ich bin für dich da, Bella.“ Ich wollte es ihm sagen, aber ich hatte Angst. Was, wenn Carlisle danach nichts mehr von mir wissen wollte? Ich würde ihn enttäuschen, seine Bemühungen mit Füßen treten, wenn ich ihm nun davon erzählte. Andererseits war es bereits passiert. Würde es überhaupt etwas ändern?

„Du kannst mir vertrauen, Bella. Wirklich. Ich bin für dich da“, flüsterte er und verstärkte noch mal kurz den Druck auf meine Schulter. Er wollte mir wirklich helfen. Und ich würde versuchen, es zuzulassen.

„Ich… ich habe es wirklich versucht, aber nichts hätte geholfen. Ich habe das gespürt. Ehe ich es realisiert habe, war es auch schon passiert. Ich… ich habe mich geschnitten“, schluchzte ich verzweifelt.

Für einen Moment herrschte Stille, dann schrie ich.

„Ich kann das einfach nicht mehr!“



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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