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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
28.11.2020
488
587.606
100
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1603 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
27.10.2020 1.187
 
Hallo ihr Lieben,
seid mir nicht böse, aber ich habe heute einen echt harten Tag hinter mir und freue mich nur noch auf mein Bett.
Ich wünsche euch trotzdem ganz viel Spaß beim Lesen!

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Heute war Donnerstag. Bei dem Gedanken an morgen war ich froh, dass ich meinen Ausflug mit Esme auf heute gelegt hatte. Irgendwie freute ich mich sogar schon etwas darauf.

Dieser Gefühl war merkwürdig. Es kam mir fremd vor. Schon seit Ewigkeiten hatte ich nicht mehr etwas so tolles gehabt, auf das ich mich freuen konnte. Vor allem war es pure Freude. Es war nicht so wie im Urlaub. Davor hatte ich durchaus auch Zweifel gehabt, ob ich das schaffen oder alles vermasseln würde.

Gut gelaunt kam ich unten an und sah, dass Esme schon in der Küche auf mich wartete. „Wann brechen wir denn auf, Liebes?“, fragte sie. Immerhin hatte sie nicht den blassesten Schimmer, wohin unser Ausflug gehen würde. „Die Fahrt dauert nicht allzu lange. Es reicht, wenn wir am frühen Nachmittag aufbrechen“, meinte ich, verschwieg ihr aber, wo wir hinfahren würden. Ich war mir nämlich selbst noch nicht so ganz sicher, ob das eine gute Idee war.

„Und verrätst du mir, was genau wir machen?“, fragte Esme weiter. Sie schien ganz aufgeregt und freute sich aufrichtig auf unseren gemeinsamen Tag. „Ich bin mir sicher, dass du es dir zusammenreimen kannst“, erwiderte ich lachend und erinnerte mich zurück an den Moment, als Esme mein Geschenk ausgepackt hatte.


„Reicht mir doch bitte Bellas Geschenk“, wandte Esme sich nun an Rosalie und Emmet. Ich fühlte mich wirklich geehrt, dass sie gleich mein Päckchen auspacken wollte. Beinahe hielt ich den Atem an, als sie ganz vorsichtig das Papier öffnete und schließlich hineinlugte.

„Ach Bella, das ist ja wunderbar! Vielen Dank!“, rief sie aus und zog mich sogleich in eine feste Umarmung. „Zeig mal“, quengelte Emmett im Hintergrund und schnappte sich kurzerhand das Papier samt Geschenk. Es bestand aus fünf ganz besonderen Farben, ein paar Pinseln und einer mittelgroßen Leinwand.

Ich setzte an, um mein Geschenk noch näher zu erklären: „Ich habe mir gedacht, dass es dir vielleicht Spaß machen würde, wenn wir zusammen einen Ausflug machen würden, damit du neue Inspiration bekommst. Daher auch die Farben, ich habe schon einen Ort im Kopf.“



Esme war damals vollauf begeistert von diesem Geschenk gewesen und sie schien es immer noch zu sein. Mit einem Lächeln hatte auch sie sich diesen besonderen Tag gedanklich wieder her geholt: „Du hast von einem Ausflug gesprochen, damit ich etwas Inspiration bekomme und malen kann.“ „Und genau das ist es“, erwiderte ich schelmisch. Die Stimmung war so gelöst. Mein Herz war nicht schwer vor Trauer. Stattdessen beflügelte mich diese gute Laune regelrecht.

„Sagst du mir wenigstens, was ich einpacken muss?“, quengelte Esme nun weiter. Sie schien es wirklich kaum erwarten zu können. „Deine Malsachen, mehr brauchst du nicht. Und vielleicht noch ein paar Farben, aber damit kenne ich mich nicht so aus“, gab ich zu. Esme würde das schon machen. Sicherlich hätte sie die richtigen Farben dabei, obwohl sie nicht den blassesten Schimmer hatte, wo es hingehen sollte.

Damit ließ sie es auf sich beruhen. Lächelnd gingen wir nach draußen, damit ich dort mit ihr frühstücken konnte. Das Wetter war für den Spätsommer wirklich gut. Die Sonne schien sogar. Das war wirklich selten für Forks. „Du musst dir keine Sorgen wegen der Sonne machen. Dort sind keine Menschen unterwegs“, erklärte ich schnell. Nicht, dass sich Esme durch diesen Gedanken ihre Vorfreude verderben ließ. „Ich vertraue dir“, war ihre liebevolle Antwort, bevor sie einen großen Schluck ihres Bechers nahm.

Diese Worte hatte ich noch selten gehört. Meistens dachte ich darüber nach, wem ich wie viel anvertrauen konnte, aber ich hatte vollkommen vergessen, dass die Leute auch mir vertrauen konnten. In der Vergangenheit hatte ich nicht viel getan, um mir Vertrauen zu verdienen – ganz im Gegenteil. Wie oft hatte ich die Cullens schon belogen, wenn es um Essen, Sport oder ganz belanglose Dinge wie mein Wohlergehen gegangen war? Ich log viel zu oft. Eigentlich hatte ich Esmes Vertrauen gar nicht verdient.

Bevor ich diesen Gedanken allerdings vertiefen konnte, hatte Esme mich schon in ein Gespräch verwickelt. Wir sprachen über nichts Weltbewegendes, aber trotzdem fühlte ich mich wohl. Es mussten nicht immer tiefgreifende Themen sein. Auch belanglose Konversationen konnten schön sein. Sie bestachen für mich vor allem durch ihre Einfachheit. Diese Leichtigkeit hatte ich nie, wenn ich über ernstere Themen sprach. Schon gar nicht, wenn ich mit Carlisle eines unserer Gespräche führte. Dort hatte ich ständig das Gefühl, auf der Hut sein zu müssen, zu taktieren und mich zurückhalten zu müssen. Hier aber konnte ich mich gehen lassen und für einen Moment den Schutzpanzer etwas sinken lassen, den ich sonst immer so eng geschnürt um mich trug.

„Ich muss selbst noch meine Tasche packen, aber wenn du es eilig hast, können wir auch gleich nach dem Mittagessen aufbrechen“, erklärte ich. Das Strahlen in Esmes Augen bedeutete mir so viel. Es war fast surreal, dass ich sie mit einer einfachen Geste so glücklich machen konnte.

„Wir müssen uns nicht hetzen. Du kannst ganz entspannt noch etwas warten und dann brechen wir in aller Ruhe auf. Und läuft ja nichts davon, oder?“, scherzte Esme, aber ich erkannte die stumme Forderung in ihren Worten. Es ging wieder um die Zwangspause von Carlisle, dabei wäre ich doch nach dem Mittagessen eh nicht alleine, sondern hatte Esme an meiner Seite. So ganz verstand ich ihren Einwand daher nicht, aber ich würde heute auch nicht nachfragen. Dafür war die Stimmung zu ausgelassen, dass ich das riskieren würde.

Das Mittagessen kam schneller als gedacht. Ich hatte vorher noch Zeit gehabt, eine Entscheidung bezüglich des Orts zu treffen. Eigentlich wusste ich, wo ich sie hinbringen würde. Damit wollte ich ihr zeigen, dass ich ihr vertraute und sie ein Stück weit auch für all die Strapazen entschädigen, die ich zu verantworten hatte. Es wäre ein kleiner Einblick in meine zerbrochene Seele, wenn Esme aufmerksam wäre. Sie war gut, aber ich war mir nicht ganz sicher, ob sie erkennen würde, wie wichtig dieser Ort für mich war. Vielleicht sollte sie das aber auch gar nicht. Jedenfalls würde ich es dort versuchen. Ich wusste schon, dass es Esme an diesem Ort sicherlich gut gefallen würde.

Nach dem Mittagessen kam auch Esme mit einem kleinen Rucksack zu mir nach unten. Wir unterhielten uns noch etwas, bevor sie das Zeichen zum Aufbruch gab. Carlisle wünschte uns viel Spaß und küsste seine Frau, bevor wir in die Garage gingen. Fragend sah ich Esme an. „Fährst du? Ich weiß ja nicht mal, wohin“, meinte sie lächelnd. Es war ein seltsames Gefühl, dass ich fahren würde. Esme fuhr viel besser als ich, alleine schon wegen ihrer Erfahrung, aber auch wegen ihrer geschärften Sinne.

Irgendwie verschaffte mir das Kontrolle, aber ich war mir in dem Moment nicht mal mehr sicher, ob ich sie überhaupt haben wollte. Diesen Gedanken schob ich abermals beiseite. Es sollte jetzt nur noch um den tollen, einzigartigen Nachmittag gehen, den Esme und ich vor uns hatten.



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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