Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
28.11.2020
488
587.606
100
Alle Kapitel
1603 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
26.10.2020 1.146
 
Hallo ihr Lieben,
vielen lieben Dank für euer ganzes Feedback! Ich habe mich so darüber gefreut, dass ihr mir so ausführlich auf meine Fragen geantwortet habt. Ich werde auf jeden Fall versuchen, in Zukunft manche Aspekte schneller abzuhandeln. Trotzdem werden aber wichtige Themen noch genügend Raum bekommen. Ich werde es hoffentlich gut schaffen, eure Vorschläge einzuarbeiten.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

**************************************************************************


Ich war skeptisch.

Alice hatte eigentlich genau meine Bedingungen erfüllt. Ich würde nicht rot werden, aber auch nicht so braun, wie ich es mal gewesen war. Ob ich nun aber wirklich damit zufrieden sein würde, wusste ich noch nicht.

„Natürlich ist das mein Ernst! Das wird super an dir aussehen, vertrau mir!“, beteuerte Alice. Irgendwie glaubte ich nicht so ganz daran. Es überstieg meine Vorstellungkraft, mir mich mit rotbraunen Haaren vorzustellen. Wenigstens hatte Alice nicht blond oder kupfer gewählt, aber ich war mir einfach noch unsicher.

„Oder willst du lieber eine andere Farbe aussuchen gehen?“, fragte Alice vorsichtig, als sie meinen zögerlichen Blick bemerkte. „Ich bin mir sicher, dass du gut darüber nachgedacht hast. Deswegen habe ich ja auch dich angerufen… Komm, wir machen das!“

Es war eher eine Kurzschlussentscheidung, aber ich bereute es nicht. Seit mir damals erste Haare ausgefallen waren, hatte ich mich emotional von meinen Haaren distanziert. Vielleicht wollte ich mich damit auch gewissermaßen selbst schützen. Früher waren meine Haare mein ein und alles gewesen. Jetzt reichte es mir, wenn sie nicht mehr ausfielen. Selbst wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden wäre, könnte ich es immer noch einfach wieder umfärben. Das wäre nun wirklich keine große Sache. Außerdem wusste Alice, was sie tat.

Es dauerte lange, bis meine Haare fertig waren, aber ich staunte nicht schlecht, als Alice schließlich den Spiegel wieder enthüllte. Das Ergebnis war... großartig. Ich war mir nicht ganz sicher, ob dieser Eindruck lediglich von der Tatsache herrührte, dass ich so lange nicht meinen Ansatz nachgefärbt hatte und die Farbe ziemlich stark verblasst war oder ob es wirklich so gut aussah. Jedenfalls freute ich mich aufrichtig über das Ergebnis und fiel Alice um den Hals. Das hatte sie wirklich großartig gemacht!

„Und weißt du, was jetzt noch fehlt? Shoppen! Lass und shoppen gehen! Ich rufe gleich Rosalie und Esme an, dann können wir gleich aufbrechen! Oh ja, das wird super! In Port Angeles hat ein wirklich toller Laden aufgemacht, da wollte ich eh mal hin“, rief Alice begeistert aus und war nicht mehr zu bremsen. Ich fragte mich, ob ich jemals wieder eine solche Begeisterung für etwas entwickeln könnte. Es war die reinste Freude, Alice dabei zuzuhören, wie sie den kommenden Tag plante.

Eigentlich war mir nicht nach shoppen zumute, aber mein Einwand zählte nur bedingt. Alice war schon viel zu sehr in Fahrt geraten, als ich sie jetzt noch stoppen könnte. Vielleicht würde sie auf mich hören, aber die Aussicht klang nicht so schlimm, dass ich Alice deswegen ihren Nachmittag ruinieren würde. Für mich gab es tollere Aktivitäten, aber ich würde einfach nichts anprobieren und versuchen, mich darauf einzulassen. Dann könnte das ein wirklich schöner Nachmittag werden.

Alice drängte mich diesmal nicht dazu, irgendwelche Dinge anzuprobieren oder anzusehen. Das war eigentlich ganz gut so. Ich genoss es, mich im Hintergrund zu halten und den anderen dabei zuzusehen, wie sie ganz in ihrem Element waren. Es war schon wirklich beeindruckend, wie stilsicher die Cullens waren. Selbst mit ihrer Lebenserfahrung könnte ich mich nicht vorstellen, dass ich mich jemals so gut anziehen könnte wie sie.

Ich spürte, dass Esme immer wieder Blicke in meine Richtung warf, aber ich tat mein Bestes, das einfach weitestgehend zu ignorieren. So war das gut zu ertragen. Ich wollte auch eigentlich gar nichts mehr anprobieren. Das Debakel des letzten Shoppingtrips war mir noch zu präsent. Ich wollte mich nicht schon wieder blamieren oder am Boden zerstört in der Umkleide mit den Tränen kämpfen.

Es war schwierig genug für mich, nun unter so vielen Menschen zu sein, da brauchte ich das nicht auch noch. Ständig hatte ich das Gefühl, angestarrt zu werden. Die Leute sahen, wie unförmig ich geworden war. Und das neben den perfekten Cullens.

Es war Esme, die unseren Shoppingtrip relativ zeitnah beendete. Sie wollte, dass wir rechtzeitig zum Abendessen daheim waren. Natürlich, das Abendessen.

Müde ließ ich mich auf die Rückbank von Carlisles Mercedes sinken und dachte daran, wie ich das nur wieder überstehen sollte. Der heutige Tag war anstrengend gewesen. Ständig hatte ich diese Schaufensterpuppen und die Plakate gesehen. Da waren überall diese perfekt proportionierten Körper. Ich strebte zwar eigentlich ein niedrigeres Gewicht an, aber ich würde mehr akzeptieren, wenn ich dann nur so aussehen könnte wie sie.

Carlisle würde mir das aber wahrscheinlich nicht erlauben. Er wollte mich regelrecht mästen. Am Ende sähe ich ganz sicher nicht so aus wie die Models auf den Plakaten. Eher wie ein Walross.

Seufzend stieg ich aus dem Auto aus. Die Lust aufs Essen war mir gehörig vergangen, aber ich wollte nicht mehr diskutieren. Ich wollte nur noch ins Bett. Es sollte ganz schnell morgen werden. Dann könnte ich mit Esme endlich ihren wohlverdienten Geburtstags-Ausflug unternehmen. Ich merkte ihr an, dass sie sich ungemein auf dieses Ereignis freute. Es erschien mir fast etwas surreal, dass sich jemand tatsächlich so sehr über einen Nachmittag mit mir freuen konnte, aber es war auch ein schönes Gefühl. Ich fühlte mich angekommen.

Außerdem wäre das wahrscheinlich eine gute Ablenkung von dem, was übermorgen unweigerlich folgen würde. Dieses Gespräch jagte mir Angst ein. Carlisle würde mir erneut den Boden unter den Füßen wegziehen. Und diesmal wäre es sogar noch etwas viel Größeres. Es ging plötzlich nicht mehr nur um mich. Er zog nun auch meine Familie mit rein. Charlie war betroffen oder spielte zumindest eine entscheidende Rolle bei dem Ganzen.  

„Bella?“ Carlisle ermahnte mich zum Essen. Erst jetzt wurde ich mir wirklich bewusst, dass ich seit mindestens fünf Minuten hier saß und in der ganzen Zeit wahrscheinlich nicht einen einzigen Bissen zu mir genommen hatte. Und offenbar war Carlisle auch mein Essens-Date für den heutigen Abend. Mir sollte es recht sein. Niemand würde es besser oder schlimmer machen. Es lag nicht an den Leuten, sondern an der Tatsache, dass ich essen musste.

Danach ging alles relativ schnell. Wir sprachen nicht viel und jeder hing seinen Gedanken nach. Danach nahm ich mein Präparat und Carlisle half mir, meine Abendroutine durchzuziehen. Im Urlaub hatte mir das scheinbar mehr gebracht, aber ich würde es noch nicht aufgeben. Carlisle hatte sich schließlich viel davon versprochen.

Die Abendluft auf der Veranda hatte mir gut getan und ich hatte mich durch das Buch in eine andere Welt flüchten können. Diese Welt ohne Probleme hatte mir Hoffnung gegeben, sodass ich nun relativ entspannt hier im Bett lag und darauf wartete, dass ich einschlief.

Ein weiterer Tag war vorüber.



**************************************************************************

Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast