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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
28.11.2020
488
587.606
100
Alle Kapitel
1603 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
21.10.2020 1.113
 
Hallo ihr Lieben,
ich habe mich wirklich so gefreut, dass gestern so viele Rückmeldungen kamen! Vielen lieben Dank an euch alle!
Ich wünsche euch auch heute ganz viel Spaß beim Lesen!

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Ich sagte gar nichts mehr. Carlisle brauchte sich nicht einzubilden, dass ich noch ein einziges Wort mit ihm wechseln würde. Nur über meine Leiche! Er schein das ziemlich schnell zu begreifen, denn er nickte traurig und zog dann die Türe hinter sich zu.

Eigentlich hätte ich nach diesem Tag nur zu gerne geschlafen, aber ich war einfach so wütend. Das war doch einfach nicht zu fassen! So lange hatte ich schon keinen Sport mehr gemacht und nun wollte Carlisle, dass ich die Gefühle einfach ertrug! Er sagte das so leicht, dabei hatte er nicht die geringste Ahnung, was das für mich bedeutete! Wie konnte er mir das nur antun?

Ich ärgerte mich noch eine Weile über Carlisle, aber dann wurde der Selbsthass wieder stärker. Fast spürte ich, wie Ana die Kontrolle wieder an sich nahm und die Gedanken an diese Ungerechtigkeit verdrängte.

Sie hatte Recht. In den letzten Wochen hatte ich mich wirklich viel zu sehr gehen lassen. Irgendwie hatte ich mich nur mit anderen Dingen beschäftigt und vollkommen verdrängt, mich um meinen Körper zu kümmern. Nun würde sich die Gewichtszunahme nur noch stärker bemerkbar machen. Ich konnte das Fett förmlich an mir schwabbeln spüren. Meine Beine und mein Bauch waren dabei am Schlimmsten. Am liebsten würde ich mich für immer hier in diesem Bett verkriechen, wenn Carlisle mir nun sogar den Sport ganz verbot.

Hass wallte in mir auf. Ich hätte von hier verschwinden müssen, dann hätte ich daheim Sport machen können! Charlie hätte ich doch locker irgendeine Geschichte erzählen können. Wahrscheinlich hätte er mir alles geglaubt. Nach dem letzten Debakel dachte er bestimmt, dass ich ihn nicht noch mal gegen Carlisle ausspielen würde. Tja, da täuschte er sich. Und genau das wäre der Wunde Punkt gewesen, den ich hätte ausnutzen können.

Nun lag ich stattdessen hier und musste versuchen, diese Emotionen irgendwie zu ertragen. Das ging es aber einfach nicht! Ich ekelte mich vor mir selbst. Früher war ich so diszipliniert gewesen, hatte regelmäßig Sport gemacht. Nun war es so wie damals, vor Ana. Ich ließ mich gehen und beschäftigte mich mit irgendwelchen trivialen Themen.

Ich musste die Kontrolle über mein Leben zurückbekommen. Es war grauenvoll, das zu ertragen. Also musste ich handeln. Ich überlegte mir ein Sportprogramm für morgen früh. Ich würde laufen gehen, drei Runden, ganz egal, was Carlisle sagte. Dann würde ich nach Hause fahren und noch mal eine Stunde laufen gehen. Während mein Vater auf der Arbeit wäre, würde ich auch noch mal Sport machen. Nur so würde ich diese schrecklichen Gefühle verdrängen können.

Ich wüsste etwas, was mir besser helfen würde, schneller. Vielleicht würde ich es tun, sobald ich zuhause wäre. Dann könnte Carlisle mich nicht mehr kontrollieren. Das wäre meine Chance, aus dem Gefängnis hier auszubrechen. Ich könnte mich von Carlisles ewiger Kontrolle freimachen. Da behauptete er ernsthaft, dass ich mich nach Kontrolle sehnte und dabei war er doch derjenige, der alles bestimmte. Und er dachte, ich hatte ein Problem!

Mein Blick wanderte zur Uhr. Es war wirklich schon spät und ich schlief noch immer nicht. Und wegen diesem Mittel hatte Carlisle mich dazu gezwungen, keinen Sport mehr zu machen? Dabei funktionierte es doch eh nicht richtig!

Es dauerte noch eine ganze Weile, bis mein Körper die Oberhand gewann und meine Gedanken in den Hintergrund rückten. Irgendwann verlangte der anstrengende Tag seinen Tribut. Es tat gut, langsam die Schwere in den Gliedern zu spüren und wahrzunehmen, wie ich in den Schlaf glitt. Morgen würde ein anstrengender und schweißtreibender Tag werden, da war ich froh, dass ich mich nun noch etwas ausruhen könnte.

Ich wachte zwar nicht auf, aber ich konnte auch nicht behaupten, dass ich eine erholsame Nacht hinter mir hatte. Heute zog ich gleich meine Sportsachen an. Ich konnte mir schon denken, dass Carlisle darauf bestand, dass ich erst frühstückte, aber danach würde ich mich endlich auf den Weg machen.

Ich schnappte mir mein Handy und machte mich auf dem Weg nach unten. Heute war Dienstag. Wie sollte ich das Gespräch am Freitag nur überstehen? Gerade schienen die Fronten so verhärtet, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass wir beide das Gespräch gut über die Bühne bringen würden. Trotzdem brachte es mir nichts, mir nun darüber den Kopf zu zerbrechen. Jetzt musste ich erst mal an meinen Sport denken. Der Rest war nebensächlich.

Carlisle begrüßte mich mit einem knappen Nicken, verschwand dann aber ziemlich schnell. Wahrscheinlich konnte er sich denken, dass ich noch immer nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen war.

Ich stöhnte beinahe auf, als ich Jasper dort am Tisch sitzen sah. Es war naheliegend, warum Carlisle ihn für diese Mahlzeit ausgewählt hatte. Nichtsdestotrotz blieb mir nichts anderes übrig, als mich zu ihm zu setzen. Ich hoffte nur, dass er nun eher bei einem oberflächlichem Gespräch bleiben würde. Dann könnten wir das hoffentlich auch ohne eine größere Katastrophe überstehen.

„Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?“, begrüßte Jasper mich freundlich und ich nickte knapp. Im Grunde hatte ich ja auch gut geschlafen. Zumindest hatte ich keine Albträume gehabt.

Jasper schien zu spüren, dass ich nicht sonderlich gut gelaunt war und beschloss, vorerst auf ein Gespräch zu verzichten. So war ich es, die dann das Gespräch wieder in Gang brachte.

„Ist das für dich in Ordnung? Mit dem Blut und so?“ Ich traute mich nicht, meine Gedanken noch deutlicher in Worte zu fassen. Ich hatte Angst, dass Jasper sich schwer tun würde, nun Blut zu trinken und neben mir zu sitzen, wenn er quasi im Jagdmodus war. „Keine Sorge, mir geht es gut“, meinte er freundlich. „Danke der Nachfrage.“ Es musste ungewohnt für ihn sein, dass es mal nicht er war, der mich nach meinem Wohlbefinden fragte, sondern die Rollen vertauscht waren.

„Ich will nicht, dass du dich meinetwegen quälst“, schob ich noch hinterher, denn ich hatte die Vermutung, dass die Cullens viel mehr Opfer für mich brachten, als sie derweil zu erkennen gaben. „Das tue ich nicht, mach dir keine Sorgen. Aber danke für deine Umsichtigkeit“, antwortete Jasper sanft.

„Es gibt aber etwas, dass du nun für mich tun kannst“, schob er hinterher. Ich ahnte bereits, dass mir seine Forderung nicht gefallen würde, aber ich war trotzdem so naiv nachzufragen, was er denn meinte. „Bitte übertreib es mit dem Sport nicht. Ich kann mir vorstellen, dass du nun an nichts anderes mehr denken kannst, aber bitte pass auf dich auf.“

Ich dachte kaum nach, als ich antwortete: „Ja klar, versprochen.“



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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