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Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
03.12.2021
858
1.033.674
136
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2.534 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
02.06.2020 1.142
 
Hallo ihr Lieben,
ich bin nun tatsächlich wieder mal in meiner Studienstadt, weil morgen ein paar Handwerker in meine Wohnung müssen. Es wird etwas stressig, also kann ich euch nicht versprechen, dass ich morgen zum Beantworten eurer Reviews komme.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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Carlisle seufzte angestrengt. Sicher wäre es ihm lieber gewesen, wenn ich einfach still sein Schweigen akzeptiert hätte.

Das hier schien aber so wichtig zu sein, dass ich es nicht einfach so auf sich beruhen lassen konnte.

„Bitte, vertrau mir Bella. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Ich verspreche dir, dass wir das in den Sitzungen ansprechen werden, aber nicht jetzt. Es würde mehr zerstören als nützen.“ Carlisle klang ernsthaft betrübt darüber, dass ich nicht sofort klein bei gab. Ich konnte es aber einfach nicht so stehen lassen.

„Was ist es? Will er mich etwa wegsperren lassen?“, mutmaßte ich. Das war die einzige Idee, die eine solche Geheimniskrämerei zu rechtfertigen schien.

„Bella, ich beende dieses Ratespiel hier und jetzt. Nein, dein Vater hat nichts dergleichen vorgeschlagen. Bitte vertrau mir, dass ich weiß, was im Moment das Beste für dich ist.“

So ganz war ich vor der Notwendigkeit dessen nicht überzeugt, aber ich sah in den Gesichtern der Anwesenden, dass es wirklich besser wäre, nun zu schweigen. Es war merkwürdig, aber es schien wirklich wichtig zu sein.

Schweren Herzens griff ich wieder nach dem Messer und fuhr damit fort, die Karotte klein zu schneiden. Das Messer wirkte verlockend auf mich und ganz von alleine drängten sich mir Gedanken auf, wie ich wohl eines davon mitgehen lassen könnte.

Verblüfft riss ich meinen Kopf hoch, als ich eine Bewegung neben mir wahrnahm. Es war Carlisle, der nun auch beim Kochen half.

Eigentlich wurde es sogar noch ganz schön. Irgendwie hatte es Normalität an sich, zumindest stellte ich mir so einen gewöhnlichen Alltag vor. Wir unterhielten uns ganz ungezwungen über belanglose Themen. Ich musste nicht aufpassen, was ich sagte. Es war ein befreiendes Gefühl, einfach nur sein zu müssen, mehr nicht.

Irgendwo spukte in meinen Hintergedanken zwar noch das Gespräch zwischen Carlisle und Charlie hin und her, aber ich versuchte es weitestgehend zu ignorieren. Heute war wohl etwas ganz Entscheidendes geschehen, aber vermutlich könnte ich es erst im Nachhinein genau benennen können. Erst dann würde ich die verräterischen Anzeichen richtig deuten können.

Vorerst allerdings musste ich mich einem dampfenden Teller meines Abendessens stellen. Vielleicht nutze Carlisle meinen Fehltritt von vorhin, denn es wirkte so, als hätte ich mehr auf dem Teller. Dachte er, dass er damit einfach so durchkommen würde?

„Ist das auch richtig so?“, fragte ich ihn leise und unauffällig, aber er versicherte mir, dass alles genau laut Plan lief. Ich konnte nichts dagegen tun und Rosalies Kommentar hallte noch in mir wieder, sodass ich es wenigstens nun auf sich beruhen ließ und stumm begann, die Portion in mich hineinzuzwängen.

Am nächsten Tag war Donnerstag. In den letzten Tagen war so viel passiert, dass es sich anfühlte, als sei bereits eine ganze Woche vergangen. Wenigstens würde ich heute frei haben und mich nicht auch noch einem Gespräch mit Carlisle stellen müssen. Zwar wollte ich durchaus erfahren, was er mit Charlie besprochen hatte, aber ich wusste auch, dass ich heute nicht ganz auf der Höhe war. Der Stress von gestern steckte mir noch in den Knochen und es war beinahe unvorstellbar, was gestern alles geschehen war: das ehrliche Gespräch mit Carlisle, der Streit mit Esme und schließlich das gemeinsame Kochen.

Erschöpft verzog ich mich gleich nach dem Frühstück wieder in mein Zimmer und verkroch mich in meinem Bett. Ich wollte heute nicht aufstehen und mir am Strand die perfekten Körper der Cullens ansehen. Manchmal verdrängte ich es zwar, aber ich wusste ganz genau, dass ich schon so einiges zugenommen hatte. Mittlerweile müssten sie das zusätzliche Gewicht deutlich sehen. Wie sollte ich nur irgendwann damit klarkommen?

Ich vermied es in letzter Zeit in den Spiegel zu sehen. Es ekelte mich an, meinen eigenen Körper betrachten zu müssen und so scheute ich jeden Blick. Manchmal spürte ich das Fett, wie es sich beim Sitzen wölbte, aber genau wusste ich es nicht. Ich konnte den Schaden nicht genau einschätzen, weil es mich vor der Erkenntnis graute. Es würde mir den Boden unter den Füßen wegziehen. Ich hasste es schon jetzt. Die Wahrheit würde das noch mal verschlimmern. Wahrscheinlich war es besser, dass ich es vermied mich selbst anzusehen.

Ich hoffte nur, dass Carlisle und Esme nicht wieder auf so eine geniale Idee kommen würden, wie es in der Vergangenheit schon der Fall gewesen war. Ich wollte mich damit einfach nicht auseinandersetzen, denn ich ahnte, was das in mir anrichten würde. Wahrscheinlich würde es Carlisles Kiste dann nicht schaffen, das Monster im Griff zu halten.

Außerdem wäre ich diesmal schlauer. Ich würde es nicht im Haus tun, wo die Cullens ein Leichtes hätten, mich aufzuhalten. Nun wusste ich, dass es dort nicht ging, aber Carlisle hatte mir den Sport nicht verboten. Niemand würde etwas merken, wenn ich es zuerst trocknen ließ.

Obwohl, wäre das so? Ich erinnerte mich an den Tag, als Carlisle im Auto das getrocknete Blut gerochen hatte. Damals hatte ich mir zur Sicherheit in den Finger geschnitten, aber wahrscheinlich würde er mir das nach dieser Enthüllung nicht mehr so einfach abkaufen. Mein Plan musste absolut wasserdicht sein.

„Bella?“

Oh nein, Jasper! Ich hätte ahnen müssen, dass er nicht lange dabei zuschauen würde, wie meine Gefühlslage in den Keller fuhr. „Ich habe gerade keine Zeit“, murrte ich abwehrend. Es dauerte nur einen kurzen Moment, dann schob Jasper die Türe auf.

„Das sehe ich“, antwortete er schmunzelnd. „He, Privatsphäre!“ Ich wollte mich nicht mit allem auseinandersetzen. Ich wollte meine Ruhe haben.

„Du hast heute zwar kein Gespräch, aber Carlisle und Esme haben dir doch die Alternativen ans Herz gelegt. Also, willst du boxen, Klavier spielen oder eine Runde Yoga machen?“ „Ich habe keine Lust“, protestierte ich. Jasper trat näher und ließ sich seufzend auf mein Bett sinken.

„Ich denke nicht, dass es zur Debatte steht, ob du überhaupt etwas davon machst, sondern nur was du machst. Gib dir einen Ruck!“ „Jasper! Du solltest doch eigentlich merken, dass ich nicht will.“ „Stimmt, aber du musst dich bloß aufraffen, dann wirst du sehen, dass es Spaß machen kann. Also: Boxen, Klavier oder Yoga?“

Eigentlich wollte ich beharrlich schweigen, aber Jasper zog mir kurzerhand die Decke weg und drohte: „Sonst entscheide ich und ich glaube, dass ich gerne alles ausprobieren würde.“ „Das ist Erpressung!“, polterte ich los. „Ach ja? Ich denke, dass Carlisle und Esme da auf meiner Seite sind. Also?“ Ich hasste ihn gerade für seine falsches Amüsement. „Gut, dann Klavier. Aber unter Protest“, meinte ich beleidigt und erhob mich.

„Ist notiert“, war Jasper schelmische Antwort, bevor ich ihm ins Wohnzimmer folgte.



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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