Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
24.08.2019
25
25265
7
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für die tollen Reviews! Ich bin immer noch mega happy!!!!
Nun lasse ich euch aber gar nicht länger zappeln; viel Spaß beim Lesen :-)

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Innerhalb der letzten Wochen hatte ich nicht einen einzigen Gedanken an sie verschwendet, doch ich war mir beinahe sicher, wer dort im Wagen saß. Die Kennzeichen hatte ich mir nie gemerkt, aber der schwarze Mercedes war so besonders, dass ich ihn in dieser Kleinstadt nur vor langer Zeit gesehen hatte.

Als das realisierte, hielt ich die Luft an und trat einen weiteren Schritt hinter meinen Transporter. Es war, als würde er mich vor dem beschützen, was gleich aus dem Wagen steigen würde. Ich war wie paralysiert, als ein dumpfes Geräusch das Öffnen der Tür ankündigte. Vorsichtig lugte ich um das Fahrerhaus meines Transporters herum.

Im Dämmerlicht des endenden Tages schoben sich blonde Haare in mein Sichtfeld. Obwohl es bereits dämmerte, erkannte ich ihn sofort. Insgeheim hatte ich gehofft, sie nie wieder zu sehen. Mein Herz schlug immer schneller und ich hätte schwören können das Blut in meinen Ohren rauschen zu hören. Meine Hände klebten an meinem Autoschlüssel und mein Rucksack entglitt meiner anderen, schweißnassen Hand. Dumpf schlug er auf dem unebenen Boden auf.

Die Zeit schien beinahe still zu stehen, als Carlisle sich langsam umdrehte. Er sah wie immer perfekt aus. In seiner dunklen Jeans mit dem blauen Pullover und dem weißen Hemd darunter sah er genauso aus, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Mein Herz zog sich zusammen bei diesem vollkommenen Anblick und ich konnte mich einfach nicht losreißen und verschwinden. Insgeheim hatte ich aber so oder so die Vermutung, dass ich dieses Mal nicht entkommen würde.

„Hallo Bella“, ertönte seine Stimme kristallklar. Ich konnte nicht erkennen, ob er sich freute mich zu sehen. Insgesamt wirkte er eher kühl und ernst. „C...Carlisle“, hauchte ich seinen Namen. Als er mit einem Mal bei meinem Transporter stand, zuckte ich erschrocken zurück. Diese Geschwindigkeit war mir schon lange fremd geworden. Ich hatte so viel zu sagen, aber ich wollte abwarten, wie er wohl reagieren würde. Außerdem wusste ich gar nicht, wo ich überhaupt anfangen sollte - ich war schlichtweg überfordert. Anders als früher konnte ich ihn in dieser Situation nicht einschätzen.

„Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Es sieht so aus als würdest du Hilfe brauchen?“ Irgendwie fühlte ich mich schlecht, als ich Carlisle dort stehen sah. Wusste er, was zwischen mir und Charlie vorgefallen war? Beschämt nickte ich und antwortete: „Der Motor springt nicht mehr an“ „Ich kann mir das mal ansehen, wenn du magst. Ansonsten kann ich dich immer noch mitnehmen“, verkündete Carlisle und wartete meine Antwort gar nicht ab. Als er sich mir näherte, um im Fahrerhaus den Hebel für die Motorhaube zu betätigen, wich ich zurück. Es war, als hätte ich Carlisle in einem anderen Leben gekannt, aber nun war er mir so fremd geworden.

Nach ungefähr 10 Minuten peinlicher Stille, die nur von Geräuschen aus dem Motorraum durchbrochen worden, klopfte er sich die Hände an seiner Jeans ab. Mittlerweile hatte sich mein Herzschlag etwas beruhigt, aber dennoch wallte das Adrenalin durch meinen Körper.

Mit einem Knall schloss Carlisle die Motorhaube. „Er sollte jetzt wieder laufen“, verkündete er. Ich bedankte mich kurz und wollte schon einsteigen, als mich seine klare Stimme zurückhielt: „Es ist schön, dich wiederzusehen, Bella. Ich wollte dir nur mitteilen, dass wir wieder zurück in Forks sind für einige Zeit. Wir können nicht länger zusehen und sind gekommen, um dich zu unterstützen und dir zu helfen!“ Seine Wortwahl war so typisch er, dass es beinahe schmerzte.

Dieses Gefühl zeigte mir, dass ich nie wirklich über ihren Verlust hinweggekommen war. Insgeheim sehnte sich meine Seele nach dieser unbeschwerten Zeit zurück. Trotzdem war nichts mehr so wie es war und die Cullens wieder in meinem Leben zu haben würde unweigerlich zu neuem Schmerz führen. Das konnte ich einfach nicht!

Ich schluckte schwer: „Ich weiß nicht, wovon du sprichst. Es geht mir gut und ich brauche eure Unterstützung nicht. Geht dahin zurück, wo ihr euch die letzten Monate verkrochen habt! Mir geht es ohne euch viel besser!“ Carlisle blickte mir tief in die Augen und schien mich beinahe mit seinem intensiven Blick zu durchbohren. Ich wurde nervös. In mir machte sich die Vermutung breit, dass er mir nicht glaubte. Ehrlich gesagt hatte ich mich auch nicht so stark angehört, wie ich mich fühlte, eher etwas verzweifelt.

Carlisle erwiderte nichts mehr und so hob ich meine Tasche vom Boden auf. Energisch stieg ich in meinen Transporter und zog die Tür zu. Der Wagen sprang beim ersten Versuch an und ich lenkte ohne ein Wort des Abschieds auf die Straße. Als ich Carlisles Auto überholte stand er hingegen noch immer dort, wo ich ihn zuletzt gesehen hatte. Erleichtert atmete ich auf und ein Teil der Spannung fiel von mir ab. Beim Schalten bemerkte ich erst, wie stark meine Hände gezittert hatten. Sie waren also wirklich zurück und offenbar sogar meinetwegen.

Leider dauerte es nicht lange, bis ich helle Xenonscheinwerfer im Rückspiegel entdeckte. Natürlich war er auch auf dem Weg nach Forks. Ich versuchte meinen klapprigen Wagen zu Höchstleistungen anzutreiben, doch sein Sportwagen hielt locker mit. Irrsinnigerweise kam ich mir verfolgt vor und meine Atmung beschleunigte sich. So sehr ich es wollte, Carlisle schien nahezu an mir zu kleben. Er vergrößerte zwar seinen Abstand ein wenig, aber er war immer noch da, wie ein unheilvolles Versprechen.

Innerlich sprach ich mir gut zu: „Alles gut, Bella. Bald biegt es ab. Du schaffst das!“ Tatsächlich bog er in den Wald ab und ich war erleichtert, dass er nicht beschlossen hatte mich nach Hause zu begleiten. Vor unserem Haus angekommen stellte ich den Motor ab, gönnte mir aber noch einen kurzen Moment Ruhe.

Sie waren wieder da. Die Cullens waren tatsächlich zurück.

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Ich hoffe, dass euch dieses erste kurze Wiedersehen gefallen hat!
Bestimmt wird es aber nicht nur dabei bleiben... ;-)
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