Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
17.01.2020
172
216490
58
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Dieses Kapitel
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Guten Abend ihr Lieben,
vielen Dank für eine weitere Empfehlung!
Noch beim 8. Kapitel waren wir kurz davor die 1.000 zu knacken und jetzt sind wir schon bei über 1.600 Zugriffen!
Es freut mich total, dass Euch die FF wirklich zu gefallen scheint.
Vielen Dank dafür und viel Spaß beim Lesen dieses extra-langen Kapitels!

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Ich flog auf einer Welle des Erfolgs. In der Schule bekam ich bessere Noten und alle schauten mir hinterher. Es war der Wahnsinn, was diese winzige Änderung in meinem Essensplan für Auswirkungen hatte. Ich war in Höchstform und wollte mich durch nichts und niemanden stoppen lassen.

Als ich eine besonders gute Mathematik Arbeit geschrieben hatte freute ich mich schon, Charlie daheim davon zu erzählen. Ich hatte hart dafür gearbeitet und endlich Erfolg gehabt. Also drehte ich das Radio laut auf und sang aus vollem Herzen mit. Schwungvoll stellte ich meinen Transporter in der Einfahrt ab und sprang die Treppen zur Haustür nach oben.

„Hi Dad“, rief ich, als ich die Haustür aufschloss. Wie immer erkundigte sich Charlie, wie mein Schultag war und ich erzählte ihm stolz von meiner guten Note.

Charlie jedoch reagierte nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte: „Ach Bella, gute Noten sind doch nicht alles. Weißt du, ich mache mir echt Sorgen um dich. Du lässt dich kaum noch Zuhause blicken und ich sehe dich kaum noch was essen außer Eier, Magerquark und Gemüse. Komm schon Bella, du brauchst wirklich Hilfe! Ich kann doch nicht dabei zusehen wie du verhungerst!“ Seine Stimme klang flehend, doch das geriet vollkommen in den Hintergrund. Wut begann in mir aufzuwallen und ich platzte: „Wie kannst du sowas sagen?! Siehst du nicht wie glücklich ich bin? Ist dir das denn vollkommen egal?! Mir geht es gut, okay!“ „Bella, es geht dir nicht gut! Du bist nur noch Haut und Knochen und glücklich bist du schon lange nicht mehr! Ich erkenne dich nicht wieder! Du bist krank, Bella“, schrie Charlie zurück.

„So, bin ich das? Du hast mich noch nie verstanden“, erwiderte ich kühl. Mit diesen Worten drehte ich mich um und verließ das Haus. Schwunghaft schwang ich mich in meinen Transporter. Nach drei Versuchen sprang endlich der Motor an und ich lenkte den Wagen zurück auf die Straße. Danach trat ich das Gaspedal voll durch.

Mir traten Tränen in die Augen und durch den Rückspiegel blickte ich zurück zu unserem Haus. Charlie hatte die Tür geschlossen, doch von ihm gab es keine Spur. Es kümmerte ihn noch nicht mal, dass ich jetzt weg war! Überfordert mit der Situation lenkte ich meinen Blick wieder auf die Straße. Immer mehr Tränen stürzten über meine Wangen und ich musste mich anstrengen, den Wagen auf der Straße zu halten. Ich fuhr stur geradeaus.

Es war einfach so surreal. Da hatte ich so einen guten Tag und Charlie musste wieder nur übers Essen reden! Warum sagte er denn solche Sachen? Verzweifelt schlug ich auf das Lenkrad ein. Natürlich hatte er mich in der letzten Zeit oft genervt, aber mir solche Sachen vorzuwerfen?

Eigentlich war ich viel zu verwirrt, um jetzt noch sicher fahren zu können. Unbewusst war ich in die Nähe des Reservats gefahren. Jacob hatte ich schon ewig nicht mehr gesehen, bei ihm konnte ich also auch nicht einfach aufkreuzen. Da ich nicht mehr wusste wohin, fuhr ich einfach weiter.

Forks hatte ich schon lange hinter mir gelassen, als ich am Wegrand eine kleine Parkbucht entdeckte. Ich beschloss dort anzuhalten da es eh nichts bringen würde, ewig in der Gegend herum zu fahren. Außerdem gefiel mir die Aussicht. Sorgsam schloss ich meinen Wagen ab und überquerte die Straße. Dort hatte man eine wundervolle Aussicht aufs Meer und ein kleiner Weg führte steil zum Strand hinunter.

Dort unten setzte ich mich in den Sand und betrachtete ganz allein die ankommenden Wellen. Das Geräusch beruhigte mich etwas. Irgendwie schämte ich mich für meinen Ausbruch. Charlie hatte es bestimmt einfach nur gut gemeint. Er konnte nicht verstehen, dass es mir wirklich gut ging, dafür verbrachten wir einfach viel zu wenig Zeit miteinander.

Langsam ließ ich den Sand durch meine Finger rieseln. Was sollte ich denn nur sagen, wenn ich zurückkam? Anfangs hatte ich überlegt im Transporter zu schlafen, aber ich fröstelte schon jetzt und nur mit einer Jacke konnte es auch im Transporter ziemlich kalt werden. Bei meinen Freunden traute ich mich auch nicht um Unterschlupf zu bitten und außerdem würde das das Problem nicht lösen, lediglich verschieben, überlegte ich rational.

Was konnte ich tun, damit er zufrieden war? Ich wollte nicht, dass er litt, aber meinen Lifestyle konnte ich auch nicht aufgeben, jetzt, wo ich dadurch so glücklich geworden bin. Wenn ich lange genug wegbleiben würde, würde er es vielleicht auf sich beruhen lassen. Dann könnte ich neu überlegen.

Die einzige Lösung würde für mich Höllenqualen bedeuten. Ich müsste ständig mit Charlie essen und mich danach übergeben, um uns beide glücklich machen zu können. Das Essen wieder absichtlich zu erbrechen bescherte mir große Schuldgefühle und körperliche Schmerzen. Mit der Zeit schien es immer mehr zu schmerzen und ich hasste den ätzenden Geschmack der Magensäure, die meine Speiseröhre hochkam. Seufzend blickte ich aufs Meer hinaus. Einen anderen Ausweg würde es nicht geben, aber ich war froh, dass ich immerhin das geplant hatte.

Nach einiger Weile blickte ich auf meine Armbanduhr. Die Dämmerung würde bald einsetzen und ich war schon mehrere Stunden verschwunden. Charlie machte sich bestimmt wahnsinnige Sorgen. Ich genoss noch für ein paar Augenblicke die beruhigende Wirkung dieses Ortes, bis ich mich auf den Rückweg zum Auto machte. Es begann kalt zu werden und ich zog meine Jacke fester um mich.

Erleichtert schloss ich den Transporter auf und rutschte auf den Sitz. Ich war bereit mich Charlie zu stellen. Schicksalsergeben steckte ich den Schlüssel ins Schloss und wollte den Motor starten. Nach einem mickrigen Versuch blieb er wieder stumm. Zum Glück war ich das gewohnt und machte mir keine Gedanken. Als der Wagen jedoch auch nach dem zehnten Versuch stumm blieb, wurde ich langsam nervös. Eigentlich hatte ich nicht geplant gehabt, die Nacht hier zu verbringen.

Ich betätigte den Hebel zum Öffnen der Motorhaube. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Ahnung von dem ganzen Zeug, aber ich hatte Phil oft zugeschaut, wie er seinen Oldtimer für die Route 66 flott machte. In der Hoffnung etwas gelernt zu haben betrachtete ich das Gebilde vor mir. Das stundenlange Zusehen hatte offensichtlich rein gar nichts gebracht, denn abgesehen vom Motorblock erkannte ich rein gar nichts. Frustriert schlug ich die Motorhaube wieder zu. Musste heute denn auch alles schief gehen?!

So musste ich Charlie wohl oder übel anrufen und fragen, ob er mich abholen kommen würde. Dafür müsste ich erst mal rausfinden, wo ich überhaupt war. Dieses Problem wurde mir relativ schnell abgenommen, denn ich hatte weder Netz noch Internetzugriff. In diesem Teil der Staaten war die Zivilisation offenbar noch nicht angekommen.

Kurzerhand entschloss ich mich dazu, ein Stück Richtung Forks zu laufen und hoffentlich bei den Blacks telefonieren zu dürfen. Das war zwar noch ein ganzes Stück, aber bestimmt besser als eine eiskalte Nacht im Transporter zu verbringen.

Resigniert wollte ich gerade meine Tasche und meine Schlüssel aus dem Auto holen, als ich ein merkwürdiges Geräusch bemerkte. Ein anderes Auto, hier? Es schien aus der entgegengesetzten Richtung zu kommen. Bis ich jedoch die Tür zugeschlagen hatte, war es schon fast vorbeigefahren. Plötzlich hörte ich ein lautes Quietschen. Es schien von den Reifen des anderen Wagens zu kommen. Ungläubig und hoffnungsvoll zugleich ging ich um meinen Wagen herum und mir gefror das Blut in den Adern als ich sah, wessen Wagen dort mitten auf der Straße hielt.

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Tadaaaaaaaaaa, Überraschung! Wer da wohl aus dem Auto steigen wird?
Über Reviews würde ich mich wirklich sehr freuen!
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