Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
01.04.2020
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Guten Abend alle zusammen,
es freut mich wirklich sehr, dass euch das Kapitel gestern so gut gefallen hat! Heute erfahrt ihr, wie Bella nun mit der neuen Situation umgeht.
Viel Spaß beim Lesen!

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Erschöpft starrte ich auf die Zeiger der Uhr. Ich konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen. In mir herrschte das reinste Chaos!

Krampfhaft ging ich den Cullens auch in den restlichen Pausen aus dem Weg. Ihre mitleidigen Blicke machten mich fuchsteufelswild! Sie hatten mir das eingebrockt! Das alles war alleine ihre Schuld!

Am liebsten wäre ich wie Jasper wenige Stunden zuvor einfach zu den Flügeltüren hinausgetreten und nie wieder an diesen Ort zurückgekehrt. Die ständige Anwesenheit der Cullens wohin ich auch blickte machte mich wahnsinnig. Ich konnte an nichts mehr anderes denken als an ihren Verrat und die Folgen, die ich nun zu tragen hätte. Carlisle würde das bestimmt nicht vergessen, das konnte er alleine schon von Berufswegen nicht. Ich wusste, dass es nicht normal war, dass man sich einfach so übergab und schon gar nicht wegen Stress. Nun könnte ich später nicht mehr so tun, als wäre alles in Ordnung und seelenruhig Kompromisse aushandeln. Carlisle würde es als genau das erkennen, was es eigentlich war: ein Zeichen von Schwäche. In der Situation würde er mir bestimmt keine weiteren Zugeständnisse machen, so naiv war nicht einmal ich.

Natürlich kam der verhängnisvolle Moment, in dem die Schulglocke das Ende der letzten Stunde verkündete. Wie ein geprügelter Hund ging ich absichtlich noch mal auf die Toilette, bloß um etwas Zeit schinden zu können. Als ich auf den Parkplatz trat, sah ich die Cullens noch immer an ihren Autos stehen. Offenbar warteten sie auf mich und wollten sichergehen, dass ich auch wirklich mit ihnen zu Carlisle fuhr. Wenigstens wagten sie es nicht, auch noch an meinem Wagen zu warten und auf eine Mitfahrt zu bestehen. Dann wäre das hier vielleicht sogar wirklich noch eskaliert.

Mit einer Menge Wut im Bauch schloss ich also meinen Transporter auf und atmete nochmals tief durch, bevor ich schließlich den Zündschlüssel drehte. Hinter den beiden Autos von Rosalie und Jasper fuhr ich wenige Augenblicke später vom Hof der Schule. Was mich wohl bei den Cullens alles erwarten würde?

Mein Blick wanderte zur Uhrzeit in meinem Tacho. In etwa 15 Minuten würden wir bei ihnen die Auffahrt entlangfahren. Würde Carlisle dort schon auf mich warten und mich sofort in Beschlag nehmen? Warum auch hatte ich mich ausgerechnet heute übergeben müssen? Mit einer schnellen Lenkbewegung rette ich mich noch gerade noch so vor dem Bordstein. Ich musste wirklich besser aufpassen! Noch nicht mal Autofahren konnte ich!

Energisch biss ich die Zähne zusammen und tat mein bestes, die hasserfüllten Gedanken weitestgehend unter Verschluss zu halten. Jedes Mal wenn wir an einer Ampel hielten, kehrten die Überlegungen zurück. Schmerzlich gestand ich mir ein, dass ich wirklich Angst hatte. Klar hatte ich seit jeher Respekt vor Carlisle gehabt gerade was das Essen anging, aber so schlimm hatte ich mich noch nie fühlen müssen. Ich hasste es, dass es zwischen uns so geworden war! Eigentlich mochte ich Carlisle doch so sehr, aber im Moment wäre ich dankbar dafür, hätte ich ihn niemals kennengelernt. Ich war verzweifelt.

Ich hasste ihn für seine Erfahrungen, die ihn immer wieder die richtigen Schlüsse ziehen ließen. Wie sollte ich es denn schaffen ihm zu verklickern, dass es mir gut ging und er mir mehr Freiheiten lassen konnte, wenn er mir doch immer so genau ansah, wenn mich etwas beschäftigte? Nach dem heutigen Telefonat mit Jasper konnte ich mir eh abschminken, dass er mir in irgendeinem Punkt entgegenkommen würde. Es war hoffnungslos. Wahrscheinlich würde nun alles noch schlimmer werden als zuvor.

Mein Blutdruck schraubte sich in ungeahnte Höhen, als ich meinen Wagen aus Forks hinaus lenkte. Nur noch wenige Kurven, bevor wir in den Waldweg zum Haus der Cullens abbiegen mussten. Wie würde Carlisle überhaupt reagieren? Eigentlich wäre es ja übertrieben deswegen die Magensonde einzusetzen und eigentlich hatte er mir ja auch versprochen, diese Möglichkeit nur im Ernstfall in Erwägung zu ziehen, aber was, wenn nicht? Oder würde er mich am Ende sofort einweisen?

Ich fuhr um die letzte Kurve und sah die anderen bereits in den Waldweg einbiegen. Mit zittrigen Händen betätigte ich den Blinker und schaltete runter. Verhängnisvoll ertönte das Geräusch des Blinkers. Nach einem letzten Schulterblick begann ich das Lenkrad zu drehen… und riss es sogleich wieder herum.

Die Panik hatte Überhand genommen. Ich konnte das einfach nicht! Diese Ungewissheit und die Angst brachten mich schier um den Verstand. Eisern drückte ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Mein einziger Gedanke in diesem Augenblick war, dass ich schnellstmöglich von hier verschwinden musste.

Ich trieb meinen Transporter an seine Grenzen und darüber hinaus. Bestimmt hatten die Cullens längst bemerkt, dass ich ihnen nicht folgte und es war ziemlich unwahrscheinlich, dass ich mich verfahren hatte. Ob sie bereits auf dem Weg waren, um mich zurückzuholen? Oder würden sie mich fahren lassen? Nach dem Aufriss, den sie vorhin wegen der Heimfahrt veranstaltet hatten, bezweifelte ich, dass sie mir meine Ruhe lassen würden. Selbst wenn das schlechte Gewissen sie dazu bewegen würde mir doch meinen Willen zu lassen bezweifelte ich doch stark, dass Carlisle und Esme genauso handeln würden.

Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Was hatte ich nur getan? Ich musste verschwinden von hier und zwar schnell. Vielleicht berieten sie sich im Moment noch, aber falls sie sich dazu entschließen würden nach mir zu suchen, dann würden sie sich bestimmt bald auf den Weg machen und mein Transporter war wohl bei weitem nicht das ideale Fluchtfahrzeug.

Eigentlich rechnete ich jeden Moment damit, dass einer von ihnen direkt vor mir auf der Straße auftauchen würde. Vielleicht konnten sie mich sogar ein Stück weit verstehen, aber so wie ich vorhin reagiert hatte, würden sie mich bestimmt nicht ziehen lassen können. Innerlich hörte ich schon ihre ausweichenden Erklärungsversuche: „Wir wollen doch nur das Beste für dich! Uns wäre es lieber, wenn du jetzt nicht alleine wärst.“ Energisch schüttelte ich den Kopf. Ich konnte sehr wohl noch meine eigenen Entscheidungen treffen!

Wie in Trance erkannte ich den Wegweiser zum Reservat. Ich war also tatsächlich schon ein ganzes Stück weit gekommen, ohne dass sie mich eingeholt hatten. Das hatte ich nicht zu hoffen gewagt und ich war nun umso erpichter, meinen Vorsprung weiter auszubauen. Ich wusste weder wohin ich fuhr, noch was ich tun würde, sobald ich dort angekommen wäre. Im Moment zählte für mich, so viel Abstand wie möglich zwischen mich und die Cullens zu bringen. In mir herrschte eine Mischung aus Wut und lähmender Panik, die mich einfach nur noch reagieren ließ.

Und plötzlich dachte ich nicht mehr nach, denn es herrschte Klarheit in meinem Kopf. Ich würde schon einen geeigneten Ort finden, an dem sie mich nicht entdecken würden und wenn ich so weit war, wann auch immer das der Fall sein würde, dann könnte ich mir immer noch überlegen zu ihnen zurückzufahren – oder auch nicht.



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Die Reviews werde ich später noch beantworten, denn ich bin gerade noch auf einer Veranstaltung.
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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