Endlich Perfekt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
19.02.2020
205
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Guten Abend ihr Lieben,
zunächst mal möchte ich mich ganz herzlich für die lieben Glückwünsche zu meinem Geburtstag bedanken! Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut und hatte einen echt schönen Tag.
Nun aber ganz viel Spaß mit dem heutigen Kapitel!

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Ich brauchte einen Moment um zu realisieren, was Carlisle da gerade eben zu mir gesagt hatte. „Wirklich?“, fragte ich nach, da ich die Befürchtung hatte, dass ich mich vielleicht doch verhört hatte. „Ja, selbstverständlich. Du gehörst doch zur Familie“, bekräftigte Carlisle sein Angebot. „Natürlich würde ich gerne mitkommen, aber ich weiß gar nicht, ob ich mir das leisten kann“, zerstörte ich mir selbst die Hoffnung auf einen Urlaub. Ich hatte zwar in den vergangenen Sommerferien gearbeitet, aber nicht lange und selbst wenn ich in diesen Ferien davor auch arbeiten würde, dann würde es wahrscheinlich trotzdem nicht reichen.

„Ach Bella, das lass unsere Sache sein. Du musst dich nicht um die Kosten kümmern. Wir regeln das“, versicherte mir Carlisle und ich starrte ihn ungläubig an. „Aber Carlisle, das kostet doch total viel Geld“, widersprach ich. Sie hatten schon so viel Geld für mich ausgegeben, da konnte ich so ein großes Geschenk nicht annehmen. „Ach Bella, du weißt doch, dass wir dank Alice immer vortreffliches Glück am Aktienmarkt haben“, versuchte er charmant ihren finanziellen Status zu umschreiben. Ich nickte schließlich und strahlte ihn an. Auch er erwiderte mein Lächeln: „Das freut mich sehr, Bella. Das wird bestimmt toll!“

Diese Aussicht rettete nach diesen letzten Tagen wirklich meine Laune. Plötzlich gab es wieder etwas, auf das ich mich freuen konnte. Die nächsten Wochen würden nun nicht mehr nur aus Wiegen, Lernen und Essen bestehen, sondern ich hatte auch etwas, dass mir wirklich etwas bedeutete und mir ein gutes Gefühl verleihen würde.

Daran versuchte ich auch zu denken, als mein Lehrer am folgenden Montag den Stoff für die Klausur umriss. Vor den Abschlussprüfungen würde es lediglich noch eine Klausur geben. Danach würden auch schon die mündlichen Prüfungen folgen und wenn ich auch das überstehen würde, dann hätte ich als letztes Hindernis nur noch die schriftlichen Prüfungen zu bewältigen. Durch meinen letzten Erfolg hatte ich wirklich die Hoffnung geschöpft, dass ich meinen Abschluss doch noch machen könnte. Dabei wären sie mündlichen Examen wohl mein größter Angstgegner. Dort würde ich auch dem Lehrer wieder gegenübertreten müssen, der mich noch vor kurzem hatte auflaufen lassen. Wenn ich das allerdings überstehen würde, dann hatte ich reelle Chancen, dieses Jahr doch noch die Schule zu beenden.

Diese Gedanken verfolgten mich den restlichen Tag über, allerdings war das leider nicht mein einziges Problem. Wieder stellte sich mir die gleiche Überlegung wie noch vor zwei Wochen. Was sollte ich nun wegen Carlisles Plan unternehmen? Bestimmt würde er wieder eine Mahlzeit aufstocken und irgendwann sollte ich ja sogar noch Zwischenmahlzeiten zu mir nehmen. Ich fühlte mich komplett überfordert, nur wie sollte ich dem entkommen? Die einfachste Lösung wäre sicherlich, den Cullens für immer den Rücken zu kehren und mich irgendwo zu verstecken, wo sie mich nicht finden würden. Dann müsste ich allerdings auch meiner Familie den Rücken kehren, denn bei ihnen würden sie mich sofort vermuten. Aber wie würden sie überhaupt reagieren? Würden sie sich meinem Willen fügen oder würden sie nach mir suchen, mich verfolgen?

Diese Vorstellung machte mir Angst, denn eigentlich wollte ich mein Leben nicht auf der Flucht verbringen. Ständige Ortswechsel, ständige Angst und ständiges Verstecken war nichts, worauf ich wirklich scharf war. Außerdem könnte ich deswegen niemals meine Familie verlassen und dazu zählten für mich meine Eltern und die Cullens.

Was für Möglichkeiten hatte ich denn sonst noch? Eigentlich war es ja jedes Mal meine eigene Entscheidung, mich Carlisles Plan zu beugen und doch zu essen. Niemand zwang mich dazu, obwohl ich Angst vor den Konsequenzen hatte. Bisher war ich immer eingeknickt und hatte es nie geschafft mich Carlisle zu widersetzen. Wieder musste ich an die Magensonde denken. Carlisle hatte ja mal gesagt, dass er dieses Mittel lediglich einsetzen würde, sollte ich mich weigern und wieder an Gewicht verlieren. Wahrscheinlich würde aber genau das relativ schnell eintreten und überhaupt, könnte ich wirklich standhaft bleiben, wenn sie alle vereint auf mich einwirken würden? Diese Variante würde mir nur zusätzlichen Ärger und Stress bescheren und das war das letzte, worauf ich jetzt aus war. Wahrscheinlich würde mich das nur noch mehr zerstören, als ich es im Moment eh schon war.

Auf Zugeständnisse konnte ich wohl eher weniger hoffen. Wenn überhaupt, dann könnte ich einen neuen Plan höchstens hinauszögern, aber keinesfalls verhindern. Es war zum verrückt werden! Alle Möglichkeiten schienen aussichtslos zu sein. Übergeben könnte ich mich dank Carlisles 30-Minuten-Regel auch nicht, denn sie würden es früher oder später mitbekommen und so viel Sport könnte ich gar nicht machen, wie zur Kompensation nötig wäre.

Mir lief die Zeit davon. Schon am Mittwoch wäre es wieder so weit. Und wenn ich einfach weniger Zeit bei den Cullens verbrachte? Sobald ich lernte, hatte ich zu ihnen ja eh keinen Kontakt und so könnte ich vielleicht auch die ein oder andere Mahlzeit umgehen. Aber konnte ich ihre Gastfreundschaft wirklich so mit Füßen treten?

Es war eine aussichtslose Situation. Selbst wenn ich mich weigern würde und nicht über zwei Kilogramm abnehmen würde, wie lange würde Carlisle einfach zuschauen? Egal wie ich es drehte und wendete, es war unmöglich eine akzeptable Lösung zu finden. Es war ein grauenvolles Gefühl, doch wie es im Moment aussah, war ich tatsächlich in diesem Dilemma gefangen. Würde ich es schaffen, innerhalb von etwas mehr als einem Tag eine Lösung zu finden? Gab es überhaupt eine Lösung?

Frustriert raufte ich mir die Haare und besann mich wieder darauf, wo ich gerade war. Vielleicht hätte ich etwas besser aufpassen sollen angesichts der bevorstehenden Klausur. Aber war das überhaupt noch wichtig, jetzt, wo ich mich mit dem kommenden Mittwoch herumschlagen musste? Gab es überhaupt etwas, das wichtiger sein konnte, als diese Entscheidung, die ich nun zu treffen hatte?

Für den Rest der Stunde versuchte ich wenigstens, mich auf den Unterricht zu konzentrieren, um zumindest einen kleinen Vorteil beim Lernen zu haben. Nichtsdestotrotz würde ich nämlich diese Klausur bestehen müssen, wenn ich wirklich noch meinen Abschluss machen wollte.

Egal was am Mittwoch passieren würde oder nicht, ich musste einfach alles geben, um das noch zu schaffen. Charlie wäre wahnsinnig enttäuscht von mir, wenn ich nach dem letzten Erfolg nun doch nicht zu den Prüfungen zugelassen werden würde. Und Carlisle und die anderen ebenso.

Ich seufzte schwer. Was war aus meinem Leben nur geworden?



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Wie denkt ihr, dass Bella nun bezüglich des kommenden Mittwochs weiter vorgehen wird? Wird sie sich Carlisle tatsächlich widersetzen?
Liebe Grüße und bis morgen   ;-)
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