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Endlich Perfekt

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
08.12.2022
1228
1.503.245
150
Alle Kapitel
3.010 Reviews
Dieses Kapitel
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24.11.2022 1.276
 
Hallo ihr Lieben,
heute bin ich leider nicht sonderlich weit mit meiner Bachelorarbeit gekommen. Ich musste noch etwas überarbeiten, was mich ziemlich viel Zeit gekostet hat, aber jetzt werde ich mich noch mal  an den Schreibtisch setzen und etwas arbeiten.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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Nach dem Abendessen fragte mich Carlisle erneut, wie ich mich fühlte. Das zeigte mir endgültig, wie besorgt er um mich war.

„Es ist wirklich okay. Die Klausur ist nicht gut gelaufen und das macht mich etwas traurig, aber ich komme wirklich klar“, versicherte ich ihm. Wirklich beruhigt sah er nicht aus, aber nachdem er betont hatte, dass ich immer zu ihm kommen konnte, ließ er es darauf beruhen.

Am liebsten hätte ich mich einfach wieder ins Bett gelegt und direkt geschlafen, aber mir wurde langsam bewusst, dass mir die Zeit, in der ich dort lag und mich selbst bemitleidete, für die Vorbereitung der nächsten Klausur fehlen würde. Dann würde ich mich in einen Teufelskreis manövrieren, aus dem ich so leicht nicht mehr ausbrechen könnte. Wenn mir die Zeit hier fehlte, würde ich mehr machen wollen, um das auszugleichen. Also würde ich mich nur noch mehr unter Druck setzen, was unterm Strich vermutlich zu einem ähnlich erfolgreichen Ergebnis führen würde wie in dieser Klausur.

Ich musste mir also eingestehen, dass es, egal wie wenig ich das auch gerade wollte, am besten wäre, die Zähne zusammenzubeißen und heute etwas für die Klausur zu tun. Morgen würde ich ja auch noch mal mit Carlisle darüber sprechen, aber wenn ich heute nicht anfing, hätte ich ein großes Problem. Nüchtern betrachtet war ich nämlich bereits jetzt im Verzug.

Heute übertrieb ich aber nicht, was auch Carlisle lobend erwähnte, als er mir später mein Medikament brachte. Dennoch würde ich bei Gelegenheit noch mal über meinen Einfall nachdenken, Carlisle davon zu überzeugen, dass eine Verwandlung die Lösung meiner Probleme darstellen würde. Wobei ich realistischerweise nicht wirklich davon ausgehen konnte, dass er sich darauf einlassen würde. Außerdem… das war mir beinahe entfallen!

Vielleicht würde Carlisle die Verwandlung auch deshalb herauszögern, weil ich danach nicht mehr allzu viel Zeit bei den Cullens hätte. Es war nur ein Monat, bis ich meinen Dient bei den Volturi antreten müsste. Das war der Deal. Gerade war ich mir nicht mal sicher, ob 75 Jahre nun eine gute Aussicht waren oder nicht. Verglichen mit der Ewigkeit schien das ein Wimpernschlag zu sein, aber andererseits stellte ich mir vor, dass gerade zu meiner Anfangszeit die Zeit etwas langsamer vergehen würde. Es gäbe so viel Neues, was ich dann nicht mal mit den Cullens teilen könnte. Ich verwarf also den Gedanken wieder, durch eine Verwandlung mehr Zeit zum Lernen zu bekommen. Das war die Klausur dann doch nicht wert. Und mein Abschluss auch nicht.

Mir wurde etwas schlecht, als ich daran dachte, dass es insgesamt aber wahrscheinlich trotzdem keinen Ausweg aus dieser Situation geben würde. Zwar durfte ich meine Angelegenheiten erst regeln und hatte somit keinen allzu festen Zeitrahmen, aber prinzipiell wollte ich ja gesund werden. Nur würde mir dann der Dienst bei den Volturi drohen. Ich hatte dieses Thema in den letzten Wochen beständig weggedrückt, aber vielleicht wäre es an der Zeit, etwas mehr über diesen Zirkel zu erfahren. So könnte ich mich immerhin darauf einstellen, was mich erwartete.

Das Thema Volturi beschäftigte mich auch am nächsten Schultag. Immer wieder kamen meine Gedanken darauf zurück, sodass auch Jasper schon neugierig wurde. Ich versicherte ihm, dass es um etwas ging, was ich mit Carlisle besprechen würde, aber seiner Miene nach konnte ich nicht sagen, ob er mir das auch abkaufte.

Daheim angekommen erwartete mich erst die Sitzung mit Esme, in der wir weiter daran arbeiteten, dass ich meinen Körper akzeptierte und mich wohl darin fühlte. Außerdem schnitt Esme noch ein anderes Thema an. „Ich wollte wissen, ob du Redebedarf hast, nun wo deine Periode zurück ist? Ich kann mir vorstellen, dass das sehr bewegend für dich ist, diese Veränderung zu beobachten.“ Ein weiteres Thema, was ich weggedrückt hatte. Ich begann nachzurechnen. Sicherlich würde ich nicht direkt wieder in einen regelmäßigen Zyklus zurückfallen, aber ich sollte vielleicht doch etwas mehr darauf achten.

„Es… ist einfach seltsam. Ich kann mich auch nicht wirklich darüber freuen. Zumindest noch nicht“, antwortete ich wahrheitsgemäß. Esme nickte verständnisvoll. „Wenn du dich nicht darüber freuen kannst, wie denkst du denn dann darüber?“ Ich seufzte. „Ich weiß, dass ich mich freuen sollte, aber im Moment ist es eher wie eine Last. Gerade an Tagen, an denen es mir nicht so gut geht, ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Irgendwie… hatte ich auch nie daran gedacht, dass das passieren würde. Mir ist klar, dass das naiv war, aber ich habe einfach die Augen davor verschlossen, dass auch das mit einer Gewichtszunahme einhergeht“, erklärte ich ihr.

Wir sprachen noch etwas darüber. Es fiel mir deutlich leichter, dieses Thema mit Esme zu bereden. Zwar hatte ich auch in einer von Carlisles Sitzungen darüber gesprochen, aber mit einer Frau war es eben noch etwas einfacher. Wir hatten eine ganz andere Basis. Zwar wusste Carlisle durch seinen Beruf sicherlich deutlich mehr als der durchschnittliche Mann, aber bei einem derartigen Thema fühlte ich mich bei Esme deutlich besser aufgehoben.

„Du kannst jederzeit zu mir kommen, da? Wenn etwas ist oder du etwas brauchst, musst du dich nicht scheuen“, versicherte sie mir. Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Esme war wirklich so herzliche Person. Sie war für mich fast schon mehr Mutter, als meine eigene es war.

Es fühlte sich an wie ein Marathon, als ich danach noch mit Carlisle sprach, um einen Plan für die Tage bis zur Klausur am Freitag auszuarbeiten. Er nahm sich Zeit, um mit mir die Themen durchzugehen und zu veranschlagen, was an einem Tag machbar war. Außerdem sprachen wir darüber, wie ich es schaffen könnte, etwas mehr Sicherheit zu bekommen. Ich wusste es wirklich zu schätzen, dass mich alle Cullens so unterstützen wollten. Nachdem wir alles organisiert hatten war es zwar schon Zeit fürs Abendessen, aber danach legte ich voll los. Mir blieb schließlich nur noch dieser und der kommende Abend, um mich ausreichend vorzubereiten. Wenn ich nun trödelte oder mein Pensum nicht schaffte, konnte ich mir ausrechnen, was das für Konsequenzen haben würde.

Ich musste Höchstleistung bringen. Es war die letzte Klausur, bevor sie verkünden würden, wer zu den Abschlussprüfungen zugelassen werden würde. Ich hatte mir vorgenommen, dass in diesem Schuljahr vieles anders laufen würde und ich war sicherlich nicht bereit, meine Ziele nach unten zu korrigieren. Das Argument, dass ich meinen Schnitt mit einem neuen Versuch erheblich aufbessern könnte, hatte mich damals durch die Enttäuschung gerettet. Nun musste es aber auch so werden.

Ich war zuversichtlich, einen besseren Durchschnitt erzielen zu können, also ging es gerade darum, wie gut ich sein könnte. Und hier gab es nach oben keine Begrenzung. Ich wollte alles geben, um mir selbst und allen anderen zu beweisen, dass ich es konnte. Dass ich meine zweite Chance genutzt hatte und dass es sich gelohnt hatte. Ich musste das einfach schaffen.

Um ehrlich zu sein bezweifelte ich, dass Carlisle verstand, wie viel mir dieser Abschluss wirklich bedeutete und was ich damit verband. Aber vielleicht könnte ich ihm das ja erklären, wenn er das nächste Mal in meinem Türrahmen auftauchen und mich bitten würde, das Lernen für den jeweiligen Tag einzustellen. Allerdings wollte ich diesen Joker noch nicht heute ziehen, sodass ich mich damit zufriedengab, dass Carlisle meine Zeit nur um eine halbe Stunde verlängerte.

Heute war ich erstaunlich gut vorangekommen, sodass ich wirklich zuversichtlich war, die Klausur am Freitag erfolgreich meistern zu können.



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen!
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