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Endlich Perfekt

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlisle Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen
01.08.2019
15.08.2022
1113
1.355.928
148
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
05.08.2022 1.277
 
Hallo ihr Lieben,
mir geht es trotz einer Dosiserhöhung sehr schlecht, daher bin ich froh, dieses Kapitel schon vorbereitet zu haben.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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„Oh“, entfuhr es mir.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es abgesehen von der Bewährungs- und der Geldstrafe noch weitere Konsequenzen für Jessica geben würde. Fast tat sie mir etwas leid, immerhin war das ziemlich sicher auch auf meinem Mist gewachsen, schließlich hatte ich die Schule noch während meines Krankenhausaufenthalts darüber informiert, was zwischen uns vorgefallen war.

„Sie wird klarkommen“, versuchte Jasper, mich zu beruhigen, aber seine Stimme zeigte mir, dass er das nur sagte, damit ich mich etwas beruhigte. „Ich… Es tut mir nur leid für sie. Ich hoffe, dass sie keine Probleme haben wird, ihren Abschluss zu machen“, murmelte ich vor mich hin. „Du kannst nichts dafür, Bella. Jessica hat ihren Weg gewählt und nie von dir abgelassen. Es ist logisch und fair, dass sie irgendwann die Konsequenzen dafür tragen muss.“ Ich nickte nur, weil ich das Gefühl hatte, dass Jasper mich in diesem Punkt nicht wirklich verstand.

Durch seine Gabe und mehr oder weniger nachdrückliches Zureden schaffte Jasper es, dass ich mein Mittagessen trotz der neuen Entwicklung Jessica betreffend zu mir nahm. Wirklich begeistert war ich nicht, aber da Jasper auch die negativen Gefühle, die mit dieser Mahlzeit einhergingen, deutlich beeinflusste, kam ich damit klar.

Leider wartete direkt die nächste Herausforderung auf mich. Ich wollte ungern wieder das Schulgebäude betreten und dabei all diesen Blicken ausgesetzt sein, aber ich nahm mir vor, es nicht allzu sehr an mich heranzulassen. Das war ich auch Jessica schuldig. Ich konnte nicht vor Gericht fordern, mich endlich wieder auf die Schule konzentrieren zu können und nun mit den Gedanken woanders sein. Ohne diese Überlegung hätte ich mich vermutlich nicht fokussieren können. Zu sehr wirbelten meine Gedanken umher.

Als endlich der Gong das Ende des Schultags verkündete, war ich wirklich erleichtert. Das war anstrengender gewesen, als ich vermutet hatte. „Bella?“, sprach mich plötzlich jemand an, als ich gerade meine Sachen zusammenpackte. Es war Ellen. Früher, bevor Jasper zurückgekommen war, hatte ich mich manchmal mit ihr und ihrer Freundin Amber unterhalten. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass wir Freundinnen gewesen waren, aber von Zeit zu Zeit hatte ich die Unterhaltungen mit ihnen genossen.

„Ja, was gibt’s?“, fragte ich möglichst freundlich. „Ich… Es gibt Gerüchte… über dich und Jessica“, meinte sie vorsichtig, als merkte sie selbst, dass ihre Frage etwas unpassend, wenn auch nachvollziehbar war. Ich war froh, dass sie sich nicht einfach etwas zusammenreimte, wie es die meisten Taten. „Es stimmt. Wir hatten gestern einen Gerichtstermin“, bestätigte ich, was sie gehört hatte. „Oh… Und darf ich fragen, was passiert ist?“ Diese Frage traf mich unerwartet tief. Offenbar hatte es Jessica wirklich gut hinbekommen, ihre Aktivitäten zu verschleiern. Die Beleidigungen sah man offenbar nicht wirklich als Problem an und wann immer sie körperlich geworden war, hatte es keine Zeugen gegeben.

„Ich… Das ist etwas schwierig zu erklären“, murmelte ich, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte. „Natürlich, kein Problem“, sagte Ellen und wandte sich schon zum Gehen. „Sie hat mich verprügelt“, teilte ich ihr nun doch mit, was vorgefallen war. Ich hielt meine Aussage bewusst kurz, um nicht allzu viele Informationen zu teilen. „Das war… schlimm von ihr. Und stimmt es auch, dass das schon länger so ging?“, fragte sie weiter. Langsam wurde mir das Gespräch unangenehm. „Gewissermaßen geht es schon eine ganze Weile. Seit dem letzten Schuljahr, aber richtig schlimm ist es erst in diesem Jahr geworden, als… die Cullens die Schule bereits verlassen hatten“, antwortete ich und nahm mir gleichzeitig vor, dass das die letzte Information gewesen war, die ich so bereitwillig teilen würde. Dennoch vertraute ich Ellen komischerweise ein bisschen. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie die Informationen nicht gleich in irgendwelchen Messenger-Gruppen verbreiten würde. Und selbst wenn: Es wäre nur die Wahrheit.

„Es tut mir leid, dass mir das nicht aufgefallen ist“, erwiderte Ellen und erwischte mich damit vollkommen eiskalt. Mit einer derartigen Reaktion hätte ich niemals gerechnet. Fassungslos starrte ich sie an. „Schon okay“, sagte ich schnell, weil ich nicht wusste, was ich sonst antworten sollte. „Sie hat sich Mühe gegeben, dass es niemand mitbekommt. Selbst meine Familie war recht lange im Unklaren. Du… Du konntest es gar nicht mitbekommen“, fügte ich in der Hoffnung hinzu, dass sie sich keine Vorwürfe machen würde, so wie ich es an ihrer Stelle vermutlich tun würde. „Jedenfalls hoffe ich, dass es sich jetzt bessert“, meinte Ellen noch, ehe sie sich endgültig abwandte und verschwand.

Ich stand noch etwas neben mir, als ich meinen Rucksack schulterte und neben Jasper zum Auto lief. Kaum waren wir vom Parkplatz gerollt, nahm er das Wort an sich. „Du weißt, dass sie sehr wohl etwas hätte merken können.“ „Vielleicht, aber du weißt doch, wie Jessica war. Vielleicht hatte Ellen auch einfach Angst, selbst zur Zielscheibe zu werden… Jedenfalls ist es ja nicht schlimm, dass sie nichts gemerkt hat“, verteidigte ich sie. „Das würde ich so nicht sagen. Du hast sehr unter Jessicas Attacken gelitten und es wäre richtig gewesen, wenn sie sich für dich eingesetzt hätte. Wenn die Leute mehr hinschauen würden, würde es nicht immer wieder zu solchen Dingen kommen. Gemeinsam könnten sich die Leute den Mobbern entgegenstellen und gegen so viele Menschen können sie dann auch nichts mehr ausrichten.“ „Das Hauptproblem ist eben, dass man sich alleine fühlt. Dass man alleine ist“, fügte ich hinzu, weil ich den Eindruck hatte, dass Jasper das alles doch etwas zu einfach sah. Er schien mich trotz seiner Gabe nicht verstehen zu können, was diese Angelegenheit anging.

„Vielleicht sollte ich langsam auch mal ein Geschenk für Charlie besorgen“, wechselte ich das Thema, um Streitigkeiten zu umgehen. „Aber es ist doch noch eine ganze Weile hin, bis er Geburtstag hat“, wandte Jasper ein. „Aber kurz davor sind doch die ganzen Klausuren, die über meine Zulassungen zu den Abschlussprüfungen entscheiden. Da werde ich sicherlich nicht die Zeit haben, ewig herumzurennen und ein Geschenk zu besorgen.“

Jasper sah nicht sonderlich begeistert aus und ich konnte mir zusammenreimen, dass er an das letzte Schuljahr dachte und an die Zeit, in der ich alles getan hatte, um zu den Prüfungen zugelassen zu werden. Ich hoffte, dass es diesmal einfacher werden würde und weniger stressig. Letztes Jahr war das eine wirklich harte und entbehrungsreiche Zeit gewesen. Ich wollte zwar einen guten Abschluss machen, aber noch mal wollte ich das nicht erleben müssen. Der ganze Druck hatte mich fertig gemacht. Unwillkürlich zuckte mein Blick zu meinem Arm, der unter dem Stoff des Hoodies dick verbunden war. Ich wusste, wohin dieser Druck führen konnte und eigentlich hatte ich ja entschieden, dem den Rücken zu kehren und endlich wieder wirklich gesund zu werden.

Diese Zeit würde hart werden und vermutlich wäre es auch besser, wenn ich endlich wieder damit anfangen würde, Zusatzaufgaben zu erledigen, um meine Noten noch etwas aufzubessern. Mein Durchschnitt war zwar deutlich besser als im letzten Jahr, aber es könnte mir definitiv nicht schaden, noch etwas Zeit zu investieren. Immerhin hätte ich dann vielleicht auch nicht so einen Druck, perfekt in den nächsten Prüfungen zu performen. Die zusätzlichen Noten würden mir bei guten Ergebnissen etwas Puffer verschaffen und kein Lehrer würde freiwillige Arbeiten schlecht bewerten. Das würde zwar viel Aufwand für mich bedeuten, aber ich hatte wirklich Hoffnung, dass ich es dafür in den kommenden Wochen etwas leichter hätte.

Leider konnte ich aber noch nicht direkt in die Vollen starten, denn ich hatte immer noch einige Unterrichtsstunden aufzuholen, die ich während meines Krankenhausaufenthaltes verpasst hatte.



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Ich hoffe, dass euch das Kapitel gefallen hat und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße und bis morgen!
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