Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Mask

von Sukiba
OneshotLiebesgeschichte / P12
Jacob Frye OC (Own Character)
01.08.2019
01.08.2019
1
1.936
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
01.08.2019 1.936
 
Es war früh abends in London, als fast alle unserer Hausmädchen an mir herum fummelten und kein Wort sprachen. Elenora durchbrach die Stille: "Du hast ganz schön zugenommen, weißt du das Hailey?". Protestierend sah ich sie an. Die zwei 18-Jährigen, die sich auch an mein Kleid machten, kicherten. Sofort warf ich den Jüngeren einen grimmigen Blick zu, worauf sie sich direkt an eine andere Arbeit machten. Elenora würde ihnen sowas wie Respekt und weiteres noch beibringen, so wie sie es bei mir getan hatte. Sie war meine ehemalige Lehrerin und arbeitete schon ewig bei unserer Familie. Diese Frau war zwar alt, doch hatte sie noch immer Feuer unterm Hintern und ich liebte sie wie meine eigene Mutter und sie mich wie ihre eigene Tochter. Katelyn war, neben Elenora, die einzige, die sich auch noch um mein Kleid kümmerte. Sie war in meinem Alter und wie eine Schwester für mich. Nicht wie jedes andere Hausmädchen trug Kately ein dunkelblaues Kleid. Es war schlicht, doch betonte es ihre eisblauen Augen und ihre schulterlangen, blonden Haare hatte sie locker in einen Dutt frisiert. In Gedanken versunken, merkte ich nicht, wie Elenora mein Kleid fester band. Ich zischte schmerzhaft, doch schwieg daraufhin. Elenora nahm das Zischen zwar zur Kenntnis, doch sprach sie mit gleichgültiger Stimme: "Ich sagte doch du hast zugenommen, denn ich habe dein Kleid genauso zugeschnürt, wie du es sonst hattest. Katelyn, kümmere dich um Haileys Schuhe." Schon machte sich die 20-jährige davon um die quälenden, unbequemen Schuhe zu holen. Elenora stellte sich vor mich und blickte zu mir hinauf, da ich auf einem kleinen Podest stand."Und ich kümmere mich nun um deine Maske", sagte Elenora doch noch mit einem Lächeln und zog eine rote Maske hervor. Die Maske würde mein Gesicht Von meiner Stirn bis zu meinen Wangenknochen verdecken. Elenora band mir die Maske um, welche mit goldenen Verzierungen und roten und goldenen Federn geschmückt wurde. Als die ältere Frau den Knoten der Maske unter meinem langen braunen Haar versteckte, kam schon Katelyn herbei. Leicht hob ich mein Kleid an, während Katelyn mir die Schuhe anzog. Endlich konnte ich mich voll und ganz im Spiegel ansehen, doch dafür musste ich mich umdrehen,was ich natürlich auch tat.

Schon sah ich in das Spiegelbild einer jungen Frau, gerade mal 20 Jahre alt, dessen grünen Augen, dank dem schulterfreien, blutroten Ballkleid und der gleichfarbigen rot-goldenen Maske, heraus stachen. Ihre braunen, langen Haare sind zu Wellen frisiert worden und gingen locker über Rücken und Schultern. Mir fiel meine Kinnlade runter, als ich in mein eigenes Spiegelbild sah. Ich war zufrieden, auf jeden Fall,trotz dass ich nicht der Mensch für Maskenbälle, oder Bälle insgesamt war. Elenore schob mir meine roten Lippen wieder zusammen und lächelte mich stolz an. "Du wirst die aller Schönste sein auf dem Maskenball, Hailey", versicherte mir meine ehemalige Lehrerin "und nun - Husch Husch! Der Kutscher wartet!" "Stimmt! Danke Elenora und Danke Katelyn!" Schon stürmte ich, natürlich etwas holprig, aus dem Haus und bewegte mich auf den Kutscher zu, welcher mir freundlich in die Kutsche half.

Die Fahrt über war ich in Gedanken versunken und achtete nicht auf Londons schöne Aussichten. Ein Maskenball von der Königin höchst persönlich. Die ganze Zeit schwirrten meine Gedanken darum und wie aufgeregt ich war. Aus diesem Grund bemerkte ich nicht, wie der Kutscher mir die Tür öffnete und seine Hand hin hielt. "Miss?", sprach mich der Kutscher. Ich schüttelte meinen Kopf und ergriff seine Hand.

Der Saal war riesig und voll von edel gekleideten Damen und Heeren. Viele Junge Damen mit aufgeplusterten Kleidern und viele ältere Menschen, welche in Gruppen zusammen standen und wahrscheinlich über Geschäfte sprachen. Die jungen Herren standen auch in den verschiedenen Gruppen. Auch tanzten einige Paare schon in der Mitte des Saales. Viele Diener huschten zwischen her mit Getränke und kleinen Speisen. Kurz hielt ich einen auf und nahm mir ein Glas Wein, daraufhin schickte ich ihn weiter. Ohne Alkohol würde ich das Ganze nicht überleben,so wie die ganzen Gespräche, sowas wie:"Gottchen, bist du groß geworden Hailey!" oder "Wie läuft das Geschäft deines Vaters?" und so weiter, trotz der Masken. Im Endeffekt sind es immer dieselben Unterhaltungen und diese setzten auch ein, als ich mich weiter in den Raum bewegt und bei fast jeder kleinen Gruppe angehalten wurde.

Es vergingen Stunden, in denen ich in verschiedenen Gespräche verwickelt wurde und nun war es an der Zeit sich einen Partner zu suchen und zu tanzen. Mir war jedoch nicht danach, weshalb ich mich unauffällig auf den Weg zum Buffet machte um einige Häppchen zu stibitzen. Währenddessen beobachtete ich die tanzenden Paare.

"Eine junge Dame so ganz alleine hier am Buffet? Ist alles okay bei Ihnen?", riss mich eine dunkle Stimme aus meinen Beobachtung und ich drehte meinen Kopf in die Richtung, aus der die Stimme kam. Vor mir stand ein junger Mann mit einer schwarzen Maske und einem schwarzen Anzug, mit einem weißen Hemd unter seinem Jackett. Außerdem zierte ein leichter Bart seinen Unterkiefer. Seine braunen Haare hatte er nach hinten gekämmt und durch seine Maske stachen seine grünen, nein braunen Augen hervor. Ehrlich gesagt, konnte ich die Farbe nicht genau identifizieren. "Miss?", riss mich wieder diese dunkle Stimme aus meinen Gedanken und ließ mir einen wohligen Schauer über meinen Rücken jagen. "Ehm, ja, alles gut", stotterte ich vor mir her und spürte meine immer mehr rot werdenden Wangen. Der Fremde hielt mir seine Hand hin und fragte:"Wollen Sie eventuell tanzen?" Ich zögerte:"Nun, ich bin ehrlich gesagt kein Liebhaber des Tanzens". Er lachte. Es war ein schönes Lachen. Ein wunderschönes Lachen. "Ich glaube, ich könnte dies ändern", gab er selbstsicher von sich. "Da ist ja jemand sehr von sich selbst überzeugt", doch ergriff ich seine raue Hand und er zog mich vorsichtig in die Mitte des Raumes. Der Fremde legte unsere Hände in Position und schon führte er mich in richtiger Schrittfolge über das Pakett.

Während unseres Tanzes verloren wir uns wortwörtlich in den Augen des Anderen. Seine braunen Augen mit eine grün-Stich zogen mich regelrecht in seinen Bann. Es fühlte sich an, als ob wir über das Pakett fliegen würden. So verloren wir uns ins Tanzen und merkten nicht, dass wir die Letzten waren, die tanzten. Also hörten wir auf und zogen uns zurück an den Rand des Saals.

"Sie sind wirklich ein guter Tänzer", fing ich die Konversation an.
Darauf antwortete der Fremde:"Kann ich nur zurückgeben". Ein Diener kam an uns vorbei und bat uns Wein an,welchen wir beide mit Vergnügen annahmen und schon verschwand der Diener wieder. "Ohne Alkohol würde ich das Ganze nicht durchstehen", fing ich nach dem ersten Schluck ehrlich an zu erzählen. Alkohol lockerte mich auf, wie normalerweise jeden, und ließ mich öfters die Wahrheit sagen. Der fremde Mann lachte und stimmte mir zu. So stießen wir an und tranken zusammen ein Schluck.

Plötzlich fragte der Fremde etwas, worauf ich den ganzen Abend gehofft habe.

"Wie wäre es, wenn wir die Schnösel hier verlassen und einfach von dieser Party verschwinden?"
"Sie sind wohl auch nicht ein Liebhaber von Bällen?"
"Nein, ehrlich gesagt, doch ab und zu ist es wie es aussieht doch eine gute Idee diese zu Besuchen. Dort trifft man wie es aussieht auf wunderschöne Damen"
"Ich trage eine Maske.. Vielleicht bin ich unter dieser grottenhässlich?"
"Nun, die Maske verdeckt nicht Ihren Charakter."
"Touchée", gab ich als Letztes von mir und somit griff er wieder einmal meine Hand und wir verließen das Gebäude. Natürlich stellten wir die Gläser vorher auf ein Tablett ab.

Der frische Wind peitschte uns um die Ohren und eine Gänsehaut legte sich auf meine nackten Schultern. Schon zog sich der Fremde Mann das Jackett aus und legte es mir über die Schultern. Dankend nahm ich dieses an und hakte mich bei ihm ein. Behutsam geleitete er mich durch London, bis wir vorm berühmten Big Ben stehen blieben.

"Sagen Sie, haben Sie Höhenangst?", fragte er mich und legte sich einen dicken Handschuh an, an dem etwas befestigt war. Verwirrt verneinte ich die Frage und schon legte er einen Arm und meine Taille. Das Nächste, was ich spürte war, wie ich den Boden unter meinen Füßen verlor und der Wind kälter und wilder wurde. Kurz darauf spürte ich wieder festen Boden unter meinen Füßen und sah den Fremden fassungslos an.

"Was war das?", schrie ich aufgebracht. Doch der Mann lächelte und schaute an mir vorbei. Als mir das zu viel wurde, schaute ich in dieselbe Richtung wie er und erstarrte.

Wir standen auf dem Big Ben.

Schockiert ging ich langsam auf den Rand zu, welcher sicherheitshalber einer Art Zaun hatte. Der Fremde beobachtete mich gespannt und wartete wohl auf eine Reaktion. "Wie haben Sie das gemacht?", fragte ich ihn nur und er antwortete nur:"Hiermit" und zeigte seine Hand, an dessen er den Handschuh trug. "Es ist eine Art Greifhaken, mit welchem ich mich an etwas hochseilen kann und wieder runter." "Dann sind Sie sowas wie.. Ein Spion?", wollte ich wissen, jedoch lachte der Fremde nur und schüttelte belustigt den Kopf.

"Was sind Sie dann?"
"Ich glaube, das spielt keine Rolle"

Ich wollte es unbedingt wissen und irgendwann muss er es mir verraten, ob freiwillig oder nicht.

Doch erstmal genoss ich die wunderschöne Aussicht, während der Mann sich hinter mich stellte und ich mich an ihn lehnte. Ihn schien das nichts auszumachen, denn er umschlang meinen Bauch und drückte mich fester an sich. Dieser Moment sollte nie aufhören, genauso wie dieses hibbelige Gefühl in meinem Bauch.

Nach einiger Zeit drehte ich mich mangsam zu ihm.

"Wer sind Sie?"
"Was meinen Sie, mit wer bin ich?"
"Nun wir tragen noch immer unsere Masken", flüsterte ich zur Erklärung.

"Ich denke das ist unwichtig. Was ist, wenn es genau das ist, was uns gegenseitig anzieht? Diese Ungewissheit den anderen nicht zu kennen und sich trotzdem in das Abenteuer zu stürzen? Aber was würde es uns bringen die Masken abzunehmen? Mit der Maske können wir jeder sein, der wir sein möchten und ohne ihr zeigen wir unser wahres Gesichtund unsere wahren inneren Werte. Die Welt selbst besteht doch nur aus Masken, aus Menschen, die vorgeben jemand anderes zu sein und sich verstellen. Sollten die Menschen ihre Maske abnehmen, so zeigen sie ihr wahres Ich und ihre wahren Charakterzüge, auf die man doch eher achten sollte, als auf das Aussehen des anderen. Denn im Endeffekt sind es nicht die Menschen, die sich verändern, sondern die Masken, die fallen. Nicht wahr?"

Ich konnte und wollte mich nicht mehr zurückhalten, also legte mich meine Arme um seinen Nacken und legte meine Lippen auf seine.

Oben auf dem Big Ben, mit der wunderschönen Aussicht auf London. Zwei Unbekannte.

Romantischer gings nicht.



Die ganze Welt ist heute ein Maskenball: Wer keine Maske trägt, gilt als verrückt.

© Werner Braun (1951 - 2006), deutscher Aphoristiker





-×-×-×-

Soo.. Hoffe das hat einigermaßen Sinn ergeben.. Das war meine erste FF überhaupt und deswegen startete ich mit Oneshots um noch ein wenig zu üben.. Das ganze entstand spontan, also auch die Story etc, hoffe ihr seid nicht zu streng uuund Ja c:
Es war nämlich 4 Uhr morgens xd

Ich würde mich seeehr über Reviews freuen :)


Schöne Ferien noch <3

Liebe Grüße
Eure


Sukiba :3
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast