Schattensaphir - Eine Neuinterpretation von Eragon

von Fibse
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
Arya Brom Dorn Eragon Murtagh Roran
31.07.2019
17.10.2019
14
45621
8
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------------------------------------------------------------- Prolog ---------------------------------------------------------------

Ein großgewachsener Mann ging schnellen Schrittes durch die dunklen Korridore der schwarzen Zitadelle Urû’baens. Selbst im schwachen Licht der sporadisch angebrachten Fackeln hatte er kein Problem sich in dem unterirdischen Labyrinth aus Gängen zurechtzufinden, schließlich hatte er hier die meiste Zeit seines bisherigen Lebens verbracht. Noch immer tropfte Blut von der Klinge seines Messers, doch warum sollte er es abwischen? Vermutlich würde er es bald wieder gebrauchen. Sein Opfer war ein Kaufmann, der in den etwas besseren Bezirken der Stadt wohnte, welche sich zwar nicht hinter der inneren Mauer befanden, doch durch eine weitere vom Abschaum und den Ratten der äußeren Bezirke geschützt waren. In diesen Wohngegenden lebten viele solche Kaufläute, Händler, Gelehrte oder andere Wohlhabende Menschen, die sich zwar als etwas Besseres sahen als die Unterschicht, doch nicht so hoch in der Gunst des Königs standen, dass sie sich im inneren Bezirk Urû’baens niederlassen konnten. Dort wohnten hauptsächlich Adlige oder irgendwelche Speichellecker die versuchten sich an Galbatorix Macht zu bereichern. Schon seit einigen Wochen hatte man diesen speziellen Kaufmann beschattet, so wie man es mit allen Menschen im Königreich tat, die Verwandte in Surda hatten. Zwar war der Kaufmann nicht direkt mit irgendwelchen Verrätern aus Surda verwandt, die Frau die er geheiratet hatte, war es allerdings. Bisher hatte man dem Mann noch nichts nachweisen können, doch Galbatorix war kein Mann der Risiken einging. Von einem tatsächlichen Risiko konnte jedoch nicht die Rede sein. Weder Surda, noch die Varden waren auch nur ansatzweise in der Lage sich mit der Streitmacht des Imperiums zu messen und sowohl die Zwerge, als auch die Elfen hatte man seit fast 100 Jahren nicht mehr in Alagaësia gesehen und das gemeine Volk hielt sie inzwischen eher für Legenden aus einer lange vergangenen Zeit, oder kinderraubende Monster. Keiner war in der Lage die Macht des Königs anzufechten, zumal die einzigen zwei Drachenreiter der bekannten Welt zum Imperium gehörten: Der König selbst und sein treuster Untertan, der fast genauso brutal, grausam und gefürchtet war wie der König. Ebendieser befand sich nun in einem Gang der von kräftigen Steinsäulen gesäumt wurde. An ihnen hingen große, blutrote Banner mit dem Symbol des Königs, ein schwarzer Drachenschädel, welcher von einem Kreis eingerahmt wurde {1}. Am Ende des Ganges befand sich eine große Tür aus massivem Robinienholz mit goldenen Türklopfern. Zielstrebig ging der Mann auf das  Portal zu und klopfte. Nach einem kurzen Augenblick schien sich die Pforte wie von Geisterhand nach innen zu öffnen und legte den Blick auf den Thronsaal des Königs frei. Der Platz vor dem Thron, wo sich normalerweise Bittsteller versammelten, wurde von einer langen Holztafel ausgefüllt, welche bis zum Rand mit Köstlichkeiten beladen war, mit denen man am heutigen Abend die Hälfte des äußeren Bezirks Urû’baens hätte versorgen können. Warum aber so ein Festmahl an diesen Abschaum verschwenden? Galbatorix saß am hinteren Ende des Tisches, sodass sich der Thron hinter ihm ehrfurchtgebietend auftürmte, die Krone saß nur noch schief auf seinem Kopf und sein rotgoldenes Wams war zur Hälfte aufgeknöpft. Außer ihm war noch eine Mätresse im Raum anwesend, welche versuchte den König zu erfreuen. Bisher hatten sie anscheinend noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt oder hatten es schon hinter sich. Als die Frau, welche er nun als Dienstmagd erkannte, den Mann eintreten sah, schrak sie auf und schien peinlich berührt. Er wollte gerade anfangen dem König Bericht zu erstatten, als der Kopf einer zweiten Frau unter dem Tisch auftauchte. Diese schien durch den Aufschrei ihrer Freundin gemerkt zu haben, dass sie Besuch hatten und wollte sich gerade den Mund abwischen. Galbatorix nahm jedoch ihren Kopf und drückte ihn  mit sanfter Gewalt wieder in Richtung seiner Schenkel.
„Lass dich von den zweien nicht ablenken. Warum störst du mich um diese Uhrzeit?“
„Ich habe mich um das Problem gekümmert auf das Sie mich angesetzt haben, Herr“
„Sehr schön, wenigstens eine erfreuliche Nachricht. Wie sieht es mit der Frau und den Kindern aus?“ Galbatorix nahm sich eine Traubenrebe und begann genüsslich die Früchte zu essen. Ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen.
„Selbstverständlich habe ich mich um dieses Problem auch gekümmert. Es gibt keine Zeugen, höchstens Gerüchte.“
„Perfekt. Erinnerst du dich noch an diese Sache mit Durza, von der ich dir erzählt habe?“
„Selbstverständlich, Herr.“
„Er hat mir mitgeteilt, dass die Elfen das Ei wieder durch das Imperium transportieren und er lauert ihnen auf. Er meint, dass er sie dieses Mal endlich schnappen würde.“
„Verzeihen Sie mir, Herr,  wenn ich so offen spreche, aber das hat Durza schon einmal behauptet und bisher hat er keine Ergebnisse geliefert.“
„Ich verstehe deine Bedenken, aber das Ei muss wieder zu seinem Rechtmäßigen Besitzer zurück; mir. Sollte Durza mein Vertrauen enttäuschen, überlasse ich dir die Freude dich um ihn kümmern.“ Der König lies eine Weintraube zwischen seinen Fingern zerplatzen und der Fruchtsaft rann seine Finger hinunter „Ich weiß du kannst ich nicht ausstehen“
„Solange er Ergebnisse liefert, ist das nicht von belangen.“
„Da hast du natürlich Recht. Du musst einen langen Tag hinter dir haben, vergnüg‘ dich noch ein bisschen. Aber jetzt lass mich wieder mit meinen zwei Begleiterinnen alleine. Wir sprechen morgen nochmal darüber, Eragon.“
„Wie ihr wünscht euer Gnaden“, sagte die rechte Hand des Königs und verließ den Thronsaal wieder durch das übermenschlich große Holzportal, durch welches er gekommen war.

{1} https://drive.google.com/open?id=1r81NP06roXyG4Vv1pCEzL4glZ3tKfoPe
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