Villa im Nirgendwo

OneshotAllgemein / P12
Byun Baekhyun Chen / Kim Jongdae OC (Own Character) Oh Sehun Suho / Kim Jummyeon
31.07.2019
31.07.2019
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Disclaimer: Ich bin kein Paketbote, alles in dieser Geschichte ist vollkommen erfunden.
Viel Spaß beim Lesen!
Eure Kate

Villa im Nirgendwo

Das einzige Gute an einem Arbeitsstart vor um sieben früh? Es war noch nicht ganz so warm. Da ich heute die Talsperren-Tour hatte, hatte ich für die nicht eingeplante Mittagspause ein kleines Handtuch in die Tasche gepackt. Sonst war der Beifahrersitz besetzt mit einer Kühltasche, die voll mit gefrohrenen Wasserflaschen war, die einzige Möglichkeit bei der Hitze als Paketbote in einem Auto ohne Klimaanlage nicht zu sterben.
In der Verteilerhalle standen alle um den Aschenbecher herum, der LKW mit unseren heutigen Paketen war noch nicht da, also gab ich einfach nur meine Retouren von gestern ab und besorgte mir einen Rollwagen in dem ich meine Pakete lagern konnte, bis es an das Beladen der Fahrzeuge ging.

Keine viertel Stunde später war der LKW da und wir begannen die Pakete das Fließband entlang zu schieben, es sei denn wir sahen eine Zahl, die zu unserem Regionalcode gehörte. Wie es sich gehörte hatte ich heute zum Wochenende wieder  vier Weinkisten, einen Sonnenschirm und sogar zwei aufblasbare Pools, zusammen mit diversen Amazon, Bonprix und Otto Paketen, Tüten und Katalogen.
Nach einigem Hin und Herräumen hatte ich endlich alles in meinem Transporter verstaut und nachdem ich meinen Scanner und meine Liste abgeholt hatte machte ich mich auf den Weg.
Die Sonne war erbarmungslos und die meisten Kunden waren nicht in ihren Häusern, sondern irgendwo auf ihren Grundstücken, wo sie ihre Klingeln nicht hörten, weshalb ich schon nach 3 Stunden kaum noch laufen konnte. Warum? Weil ich jedes Mal nachdem ich geklingelt hatte, das komplette Grundstück umrundete, in der Hoffnung doch noch jemanden anzutreffen.
Auch wenn ich heute nur 80 Pakete hatte und das im Frühling vielleicht bis 16 Uhr gedauert hätte, war ich halb sieben erst an meinem letzten Stopp für den Tag. Die Mittagspause an der Talsperre hatte ich ausfallen lassen, es war sowieso zu warm dafür, also war ich jetzt umso mehr erleichtert gleich Feierabend zu haben.

Der letzte Stopp war eine Villa etwas außerhalb des Dorfes, in dem ‚My home is my castle‘-Style, bedeutete es hatte einen hohen, undurchsichtigen Zaun, das Haus war zwar zu sehen, aber wenigstens 300 Meter vom Eingangstor entfernt und der Weg schien nicht gepflastert zu sein, klasse.
Ich bemerkte eine Überwachungskamera, als ich am Tor ankam. Aha, das war also so eine Villa, wunderbar. Ich klingelte, wartete auf eine Antwort und achtete darauf, dass meine Uniform und das kleinere Paket im Fokus der Überwachungskamera waren. Während der Minuten, die ich wartete, hörte ich einige Leute in einem Pool spielen, es war also jemand da. Wunderbar. Da es keine Möglichkeit gab, dass die Bewohner mich sehen konnten, wenn ich den Zaun entlang lief, ging ich zurück zum Transporter und hupte zweimal, in der Hoffnung dass es sie so ärgerte, dass sie herausfinden wollten wer das war. Und ich hatte Glück.

„Hello? Who are you?“, kam es aus der Gegensprechanlage, als ich wieder im Blickfeld der Überwachungskamera war. Es war ungewöhnlich hier in der Gegend auf Ausländer zu treffen, aber vielleicht war das so eine Urlaubsvilla.
„Good Day Sir. I work for the local delivery and I have two packages for this household. One box of wine and an amazon package, both for a mister John Smith. Can you please open the door?”
“Please don’t drive to the house and leave your phone in your car.”, instruierte er. Doch da machte ich nicht mit.
“I will come by foot, but I’ll keep my phone on me. Please understand that this is my only Liveline. I don’t know who you are.”
“Fair enough.”
Und damit öffnete sich das Tor. Ich nahm meine Sackkarre und zerrte sie hinter mir her den Splittweg entlang. Offiziell brauchten wir die Pakete nur bis zur ersten verschlossenen Tür zu bringen, aber wer machte das schon. Endlich am Haus angekommen war ich erstaunt in das Gesicht eines Asiaten zu blicken. Welcher Asiate hieß bitte John Smith? Ich begann zu bezweifeln dass hier irgendjemand John Smith hieß.
Als er gerade für die zwei Sendungen unterschrieb öffnete sich die Tür hinter ihm und mir klappte die Kinnlade runter. Hier war eindeutig niemand mit dem Name John Smith. Dafür stand ein völlig durchnässter Suho vor mir. In Windeseile ließ ich meine EXO-Symbol Kette hinter meinem T-Shirt verschwinden, aber mein Gesichtsausdruck hatte mich sowieso schon verraten, denn Suho wich einen Schritt zurück. Ich versuchte mich wieder zu fangen, nahm den Scanner wieder entgegen.
„I’m sorry for the interruption. I really work for the company, I had no idea you are here. Please continue to enjoy your vacation. On the behalf of every German EXO-L, have a nice stay.”, stammelte ich zusammen und wandte mich zum Gehen. Fast schon fluchtartig verließ ich das Grundstück. Diese Nacht schlief ich trotz der völligen Erschöpfung so gut wie gar nicht. Wie sollte ich bitte für mich behalten, das EXO keine 20 Kilometer entfernt Urlaub machte??? Aber das musste ich für mich behalten. In der Nacht fielen mir die Bemerkungen meiner Oma ein, die sie die letzten Wochen über gemacht hatte. Sie hatte immer wieder gesagt, dass sie Koreaner getroffen hatte. Ich hatte es als Humbug abgetan. Erstens gab es in unserer Kleinstadt nur eine Handvoll Asiaten und es gab keinen Grund, warum gerade Koreaner hier her kommen sollten, oder woher sie wissen sollte, das es Koreaner waren… Ich hätte ihr glauben sollen.

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„Wer war das an der Tür?“, fragte Sehun, als Suho mit dem Amazonpaket zurück zum Pool kam.
„Das war der Paketbote, hier, das ist glaube ich deins. Nur du schaffst es einen EXO-L hier her zu locken.“
„Was?“
„Die Paketbotin ist ein EXO-L, hat angefangen zu stammeln, als ich in der Tür stand.“
Auf den Kommentar bekam er von Baekhyun ein Handtuch zugeworfen.
„Verständlich wenn du so rumläufst. Du kannst von Glück reden, dass sie nicht angefangen hat zu kreischen.“, war sein Kommentar. Suho ließ sich in eine der Liegen fallen, nahm das Handtuch einfach als Kissen.
„Im Gegenteil, sie hat sich ziemlich gut zusammengerissen. Hat uns auch einen schönen Urlaub gewünscht. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob sie die Adresse hier verrät.“
Damit ließ er das Thema fallen und genoss die Abendsonne, während Chanyeol und Sehun sich praktisch eine Wasserschlacht lieferten.

Später am Abend, als die Sonne schon untergegangen war, saß Suho wieder in seiner Liege und starrte einfach nur in den Himmel und ließ seine Gedanken schweifen. Bis er merkte, dass sich jemand neben ihn setzte.
„Hyung?“, fragte Chen leise.
„Was ist?“
„Ich habe die letzte Stunde damit zugebracht die Fansites durchzugehen, nirgends gibt es auch nur Vermutungen, dass wir in Deutschland sind. Die EXO-L von heute scheint wirklich kein Wort darüber zu verlieren.“, fuhr Chen fort, aber Suho kannte ihn schon lange genug um zu wissen, dass dies nicht der Grund war, warum er ein Gespräch suchte.
„Es gibt auch gute EXO-Ls.“, kommentierte er deshalb nur und hoffte Chen würde seinen Gedanken zu Ende führen.
„Denkst du nicht, wir sollten uns irgendwie erkenntlich zeigen?“
Darauf musste Suho lächeln. Chens Herz war einfach zu groß. Als er nicht antwortete, fuhr Chen fort: „Ich habe vorhin schon mit Sehun geredet, da er seine Kopfhörer wiedergefunden hat, könnte er die neu Bestellten wieder zurückschicken, das wäre ein Grund für das Paketunternehmen die EXO-L wieder hier her zu schicken. Wir könnten ihr Autogramme geben oder so.“

Suho atmete einmal tief durch. „Trommle alle zusammen. Das will ich nicht alleine entscheiden.“
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Am Montag blieb mir schon Früh die Spucke weg, als ich einen Sklavenschein bekam, so nannten wir die Abholaufträge mit Zeitfenster. Es war die Villa vom Samstag. Ein Auftrag von dem nun nicht mehr so geheimnisvollen John Smith. Zwischen sieben und acht Uhr am Abend. Mal davon abgesehen, dass wir 18 Uhr mit unserer Tour fertig sein sollten, konnte ich da nicht hin.
„Hey, Kannst du bitte meinen Sklavenschein übernehmen?“, versuchte ich es bei dem Fahrer neben mir. Als er die Zeit sah, schüttelte er nur mit dem Kopf. „No way honey. Das ist dein Date.“

Oh man.
Nachdem meine Tour abgeschlossen war, machte ich mich also mit meinem Sklavenschein auf den Weg zu besagter Villa. Gut, wem machte ich hier etwas vor, ich war bereits 15 Minuten eher an der Villa. Parkte abseits des Tores, so das niemand bemerkte, dass ich schon da war und versuchte mich mental darauf vorzubereiten. Es war nur ein ganz normaler Abholauftrag. Ich würde klingeln, das Paket verlangen, den Rücksendeauftrag quittieren lassen und wieder vom Grundstück verschwinden. Es gab keinen Grund jemandem von EXO über den Weg zu laufen.

19:05 stand ich schließlich vor dem Tor und klingelte.
„Who are you?“
„Delivery service, I am here for your return package.”, antwortete ich.
“Please show your ID.”
Was? Ich war doch erst vor zwei Tagen hier. Wofür wollte der jetzt meinen Ausweis sehen? Aber bitte, sollte er haben. Nach kurzem Suchen hielt ich meinen Ausweis in die Kamera. Doch von der Gegensprechanlage hörte ich eine zweite Stimme: „Not this, the other one.“
Welcher andere? Ich hatte keinen anderen Ausweis. Ich zeigte mein Portmonee in die Kamera um zu zeigen, dass ich keinen anderen Ausweis hatte, als mir eine Idee kam. Das war völlig verrückt. Schnell zog ich meine EXO-L Karte aus der Geldbörse und hielt sie in die Kamera. Daraufhin öffnete sich das Tor.

Von diesem Abend konnte ich mein Leben lang niemandem erzählen, aber in mein Tagebuch schrieb ich in dieser Nacht:
Heute hatte ich die unerwartetste Grillparty meines Lebens. EXO hat mich eingeladen. Auch wenn die Sprachbarriere riesig war, hatten wir eine Menge Spaß. Es war der beste Abend meines Lebens. Sie sind alle richtig nett und, auch wenn es anfangs schwer war zu verstehen, sie sind wirklich existierende, normale Menschen.
Suho stand am Grill, erwartungsgemäß gab es vor allem Fleisch vom Grill. Baekhyun, Chen und Kai haben mit mir Volleyball gespielt und nach dem Essen haben wir uns alle an Charade versucht.
Vielen Dank, dass ich das erleben durfte.





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Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen und verbringt einen guten Sommer.
Meine andere Geschichte habe ich nicht vergessen, ich brauche nur gerade eine Pause.

und vergesst niemals: WE ARE ONE!
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