Jemma Liebe auf den ersten Blick

von Hundeherz
GeschichteRomanze / P16 Slash
Emma Müller Jennifer "Jenny" Hartmann
31.07.2019
14.01.2020
39
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2
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Teil 39

Drei Tage später

Jenny ging es mittlerweile wieder etwas besser. Sie hatte zwar immer noch Schmerzen, aber nicht mehr so stark wie noch vor ein paar Tagen. Das was sich aber zu ihrem Leidwesen nicht gebessert hatte, war ihre Erinnerung.

Emma und Ben verbrachten jeden Tag nach der Schule bei der Braunhaarigen im Krankenhaus. Jenny genoss die Zeit, wenn die Beiden bei ihr waren, vor allem das Reden mit Emma. Aber immer wenn die Blonde nicht mehr in ihrer Nähe war, spürte sie eine Sehnsucht die Jenny nicht in Worte fassen konnte. Sie hatte manchmal das Gefühl, dass ihr irgendetwas in ihrem Leben fehlte. Etwas was ihr wichtig war.
Doch heute war es anders als die letzten Tage. Nicht nur Ben und die Blonde kamen sie besuchen. Sondern heute sollte Jenny das erste Mal ihre anderen Freunde sehen, die sie hier in Köln kennen gelernt hatte.

Sie blickte gedankenverloren in den wolkenbedeckten Himmel, als es schließlich an ihrer Zimmertür leise klopfte. Wenige Augenblicke später steckte Ben auch schon seinen Kopf durch den Türspalt: „Können wir rein kommen, Jenny?“

Jenny nickte zaghaft, schließlich betraten Ben, Emma und vier weitere Personen das Zimmer. Für Jenny war es ein seltsames Gefühl, Menschen vorgestellt zu werden, die sie eigentlich kennen sollte. Die Braunhaarige betrachtete die vier jungen Leute vor sich die ihr von Ben und Emma als Luzi, Timo, Bodo und Hotte vorgestellt würden. Jenny schaute die vier angestrengt an aber sie konnte sich beim besten Willen nicht an ihre Gesichter erinnern.

„Wie geht es dir?“, wurde Jenny von Luzi gefragt.
Wie sie sich fühlte, wusste Jenny selber nicht so genau. „Mir geht es gut, also den Umständen entsprechend“, antwortete sie und versuchte zu lächeln was ihr aber nicht recht gelingen wollte. Ben hatte Jenny die ganze Zeit beobachtet, er konnte nur ahnen wie schwer es ihr fiel sich in ihrem alten Leben hier in Köln zurecht zu finden. Und dass sie sich nur vor ihnen zusammen riss.

Emma beteiligte sich kaum an der Unterhaltung ihrer Freunde. Sie war einfach von den letzten Tagen zu erschöpft. Sie hatte kaum eine Nacht durchgeschlafen, immer wieder war die Blonde mit ihren Gedanken bei Jenny gewesen. Zufällig fiel der Blick der Blauäugigen auf die Emma. Jenny bemerkte direkt dass sie abgekämpft und müde wirkte. Auf eine Art, die Jenny nicht verstand, versetzte der Anblick der Blonden ihr einen schmerzhaften Stich in ihrem Herzen.


„Und wann kommst du hier wieder raus?“
„Das wird mindestens noch 3 Wochen dauern“ antworte sie einem jungen Mann mit einer Brille, der ihr von Ben als Hotte vorgestellt worden war. Das sagte Jenny ohne ihn anzusehen, stattdessen hielt sie den Blick weiterhin auf die Blonde gerichtet.
Jenny entging nicht, dass mit Emma etwas nicht stimmte. In ihren braunen Augen standen die unterschiedlichsten Gefühle geschrieben. Sie waren warm liebevoll, aber auch auf irgendeine Weise unglücklich und traurig. „Alles in Ordnung, Emma? Du bist heute so still.“ fragte Jenny nachdem sie Emma eine ganze Weile aufmerksam betrachtet hatte.

Emma zuckte erschrocken zusammen als sie ihren Namen hörte. Sie schaute auf und ihr Blick traf den Blick von Jenny. „Mir geht es gut. Was soll denn sein?“ erwiderte sie und bemühte sich um ein Lächeln. Bei ihren Worten bildete sich in dem Hals von Emma ein Kloß, eigentlich war ihr wieder mal nach weinen zumute.

Doch aus irgendeinem Grund glaube Jenny ihr kein einziges Wort. Ihre blauen Augen waren immer noch fragend auf die Brauäugige gerichtet: "Was ist denn los?" fragte Jenny schließlich erneut.
Emma kaute an ihrer Lippe und schaute sie unglücklich an, sie machte ein Gesicht als würde sie jeden Augenblick in Tränen ausbrachen. "Jenny es geht mir gut."

Nach einer halben Stunde verabschiedenden sich alle nach der Reihe von Jenny. Am schluss Emma. Sie strich der Braunhaarigen zum Abschied sachte über den Arm. Wieder mal, wie auch die Tage zuvor spürte sie, wie sich bei dieser kleinen flüchtigen Berührung ihr Puls beschleunigte und dieses merkwürdige Gefühl in ihrer Magengegend.
In der offenen Türe blieb die Blonde stehen, sie drehte sich noch mal zu Jenny um. "Wir sehen uns Morgen, Jenny," versprach sie. Wie in Trance beobachtete Jenny wie Emma aus dem Raum ging, dann hörte die Braunhaarige wie die Schritte von der Blonden im Flur verhallten.


Kaum hatten Jennys Freunde ihr Zimmer verlassen betrat Dr. Becker den Raum. "Wie geht es denn meiner Lieblingspatientin?" fragte dieser lächelnd nachdem er einen Blick in ihre Krankenakte geworfen hatte.
"Mir geht es gut, aber wann kommen meine Erinnerungen endlich wieder?" meinte Jenny genervt.

Der Mann im weißen Kittel sah sie aufmundernd an: "Frau Hartmann.." begann er.
"Jenny" unterbrach sie ihn jedoch.
"Okay, Jenny lassen sie sich Zeit. Die Erinnerung wird von selbst wieder kommen. Haben sie etwas Geduld und erzwingen sie es nicht", erklärte er. Als ihr Arzt etwas später hinaus ging, ließ sich Jenny in das Kissen zurücksinken und verfiel ins Grübeln. Sie nagte nachdenklich an ihrer Unterlippe. Was war nur alles vor ihrem Unfall gewesen, fragte sie sich.


Später als Jenny in ihrem Bett lag, musste sie immer wieder an Emma danken. Sie konnte immer mit der Blonden lachen. Es schien oft so als verstanden sie sich blind, oder manchmal hatte sie das Gefühl als könnte Emma ihre Gedanken lesen. Bevor Jenny überhaupt wusste was sie dachte. Eine Sehnsucht zerrte an ihr die sie wieder nicht beschreiben konnte. Jenny spürte immer noch Emmas liebevolle Berührung zum Abschied auf ihrem Arm. „Was hatte das alles zu bedeuten?“ fragte Jenny sich. Sie stöhnte unfähig eine Antwort auf ihre eigene Frage zu finden. In ihrem Kopf herrschte immer noch das reinste Chaos. Langsam fielen ihr die Augen zu und sie fiel in einen tiefen Schlaf.

Auch Emma lag in ihrem Bett und konnte nicht in den Schlaf finden, obwohl sie erschöpft und völlig übermüdet war von den schlaflosen Nächten und der Sorge um Jenny. Auch dieses Mal fanden ihre Gedanken keine Ruhe, weil sie pausenlos bei der Braunhaarigen waren. Mir jedem weiteren Tag der verging an dem sich Jenny nicht erinnern könnte, fiel es ihr schwer so zu tun als wären sie beide nur Freunde. Dazu kam auch noch, dass Jenny immer noch dachte, dass sie Bens Freundin wäre. Sie seufzte unglücklich in die Dunkelheit und die Stille. Heiße Tränen liefen ihr über die Wangen, Emma schlug sich die Hände vors Gesicht und begann hemmungslos zu weinen. Wie in den vergangen Nächten zuvor auch schon.

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