Verstandraubend

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Puma D. Ace / Gol D. Ace Sabo
30.07.2019
03.10.2019
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Das letzte Kapitel vor dem Epilog.
Glaubt ihr Ace hat sich wirklich zu sehr beeinflussen lassen und glaubt, Sabo hätte seinen Treueschwur gebrochen und ihn verraten?
Findet es heraus c;


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KAPITEL VIII - DER BESCHÜTZER



„Ace!“
In seinem Blick blitzt ein animalischer Trieb auf. Leicht öffnet sich sein Maul, die spitzen Zähne kommen zum Vorschein, sein schweres Schnaufen erfüllt den Raum.
Und sein Knurren.
Knurrt er.. mich an?
Habe ich sein Innerstes so sehr damit beunruhigt, dass er hier alleine aufgewacht ist? Denkt er, ich hätte ihn verraten?
Welche falsche Auffassung hat er von mir – und genügt sie, um mir den Rücken zu kehren?
Oder eher gesagt um mich zu töten. Denn wenn er das jetzt will, dann kann ich ihm nichts entgegen halten.
Mit den zwei Langdegen, die ich noch mit auf dem Weg genommen habe, kann ich gegen ihn nichts ausrichten. Zumal der eine von ihnen von dem Hammerschlag durch den Torso der Klerikerbestie mitgenommen und leicht verbogen wurde. Und mein Sägebeil hat soeben schon das Zeitliche gesegnet.
Geschosse habe ich bereits dafür verbrauchen müssen, an diesen Punkt zu gelangen.
Ich habe alles daran gesetzt, ihn so früh wie möglich hier heraus zu bekommen.
Und jetzt stehe ich unbewaffnet und mit stark blutender Schulter vor dem kohleschwarzen Werwolf, dessen stechende Iriden angriffslustig aufleuchten.
Er reißt sich aus seiner Starre.
Stürzt in meine Richtung.
Und ich bin unfähig, etwas zu tun, starre ihn lediglich an, aus purem Unglauben, dass ich ihn verloren habe – noch einmal.
Doch seine Reißzähne zielen nicht auf mich ab. Statt mir fassen seine Klauen einen der Lakaien, der gerade in den Raum gerannt gekommen ist. Der mit seiner Schusswaffe bereits auf mich angesetzt hat.
Und er zerfetzt ihn, lässt mich völlig außer Acht. Beschützt mich.
Tief atme ich durch. Beruhige meinen Puls, wenn ich auch nicht verhindern kann, dass er vor Freude schneller schlägt. Er beschützt mich – heißt, er ist mir noch immer treu ergeben. Er hält zu mir, bleibt bei seiner gestrigen Entscheidung.
Ace wendet sich wieder mir zu, lässt das arme Schwein das hier vorbei gekommen ist achtlos fallen – zumindest das, was von ihm noch fallen gelassen werden konnte..
Bedacht schiebe ich meine Hand in den Mantel, ziehe den Schlüssel hervor, den mir Kid zugesteckt hat. Auffordernd halte ich ihn hoch, damit mein Werwolf erkennt, dass ich ihn damit von seinem Halsband befreien möchte. Und zwar dem, welches er nicht akzeptiert – das Meine trägt er noch immer protestlos.
Er schnaubt, kommt dann den einen Schritt zu mir, wo mir seine beachtliche Größe kurz Ehrfurcht abringt. Er hat noch nie gerade vor mir gestanden – tut es auch jetzt nicht, denn er neigt sich für mich hinunter. Er weiß genau, dass es ein Zeichen von Dominanz wäre, würde er sich mir gerade stellen.
In voller Größe muss Ace in seiner Wandelform gute zweieinhalb Meter hoch sein.
Und dieses mordlustige zweieinhalb-Meter-Bündel aus scharfen Klauen und Zähnen beugt sich nun herunter, hält mir seine ungeschützte Halsseite entgegen, vertraut mir vollkommen.
Und ich bin sprachlos.
Sorgfältig suche ich den Schlossmechanismus an seiner Fessel und entriegle ihn, versuche dabei den heftigen Schmerz meiner aufgerissenen Schulter zu ignorieren. Ich habe keine Ahnung, woraus dieses Metall hier besteht, aber es ist sicherlich mit Platin oder Diamant verstärkt, denn.. wenn ich mir so die lose hängenden Metallfesseln an seinen Handgelenken ansehe, hat er inzwischen genug Kraft, um sich von ihnen frei zu reißen.
Ich habe Glück, dass er das nicht schon des Nachts bei einer unserer Lehrstunden konnte.
Noch während ich die elektrische Fessel abnehme, bemerke ich, dass sein Fellbereich an Brust und Bauch von Blut durchtränkt ist. Außerdem verwachsen dort gerade erst wieder die schwarzen Haare, weswegen ich darauf schließen kann, dass er eine massive Wunde zugefügt bekommen hat. Wenn man das damit verbindet, dass er bis gerade eben noch – als dieser Idiot dort drüben gegen mich gelaufen ist und ich den Sendemechanismus gestoppt habe – mit starken Elektroschlägen gequält wurde..
Haben sie versucht seine Wut zu stoppen, oder zu schüren?
Haben sie Ace selbst gefoltert?
Störrisch presse ich die Lippen aufeinander, fahre mit meinen Fingern über die wundgescheuerten Stellen an seinem Hals. „Ich war zu langsam“, stelle ich fest, in aller Bitterkeit.
Die orangenen Augen mustern mich eingehend von der Seite. Dann erst richtet er sich wieder etwas auf, doch nicht, ohne mir zuvor seine Schnauze sanft gegen meinen Oberkörper zu drücken. Ich hoffe er vergibt mir nicht nur, sondern versteht, dass ich keine andere Wahl hatte. Selbst wenn es die Hölle für mich bedeutet hätte, ich hätte ihn niemals freiwillig hergegeben und dem hier ausgesetzt.
Nur kurz lege ich meine Handfläche hinter seinem rechten Ohr auf sein Fell, erwidere die vertraute Geste.
Und für den Moment ist all der Lärm, das Chaos das ich hier losgetreten habe, vergessen. Wichtig ist nur noch, dass er hier ist, dass es ihm gut geht und ich ihn an meiner Seite weiß.
Aber auch nicht auf ewig, denn irgendwann beunruhigen mich die Schreie durch diese zum Versuchslabor umfunktionierte Villa doch.
„Ace“, spreche ich ihn an, er hebt den Kopf, sieht treu zu mir. Mein Blick ist fest und entschlossen. „Wir nehmen dieses Gebäude und jeden der sich darin befindet auseinander.“
Das scheint ihm zu gefallen, denn nun gibt er ein zufriedenes Brummen von sich. Ich ziehe meine Degen – wenn das auch wirklich eine Notlösung ist, da ich normalerweise immer mit meinem Sägebeil kämpfe und dieses deswegen auch alle paar Monate ersetzen muss. Er beobachtet mich nur, abwartend, hungrig danach, dass ich ihn frei gebe.
„Ich suche Sakazuki Akainu“, lege ich fest, Kid hat mir bereits mitgeteilt, dass ich ihn zu aller erst aus dem Verkehr ziehen muss, „und du übernimmst jeden anderen, den du finden kannst. Pass aber auf dich auf, klar?“
Seine Augen blitzen auf. Vor Wahn, vor Freude – purem Blutdurst. Er heult auf, lässt damit die Geräuschkulisse für Sekunden verstummen, ehe er davon stürzt.
In welche Richtung genau weiß ich nicht, doch möge Gott keine Gnade mit denen haben, die sich dort gerade befinden.
Bereits am Türrahmen kommt eine unglückliche Seele vor meinem Ungetüm zu stehen und als der schwarze Wolf mit dem Maul auf ihn stürzt, will ich bereits rufen, dass er niemanden beißen soll, da ich nicht noch mehr Werwölfe hier haben möchte.. doch bei dem, was er mit ihm anstellt, wird der sicherlich die nächste Nacht nicht mehr erleben.
Ich wende meine Augen ab. Solange ich nicht sehe, was er mit den Leuten hier voller Faszination in seiner Rage anstellt, muss ich mich auch nicht dafür verantwortlich fühlen.
Daran, dass sich Ace in einen gewissenlosen Fleischwolf verwandeln kann, der alles in seinem Weg zu Kleinholz schreddert, werde ich mich dennoch erst gewöhnen müssen.
Ich vertraue darauf, dass du auf dich aufpassen kannst, Ace.
Ich laufe los. In die Richtung, in die ich bereits zuvor gesteuert war – weil mir die ungefähre Lage des Hauptbüros vom Forschungsleiter von Kid mitgeteilt wurde. Die wenigen Informationen, die er mir noch in der Kathedrale zukommen lassen hat, bevor die beiden mit Ace verschwunden sind, habe ich mir regelrecht ins Hirn gefressen inzwischen.
Sakazuki Akainu – der Leiter der Waffenforschung, die hier im Geheimen betrieben wird. Ihr Ziel ist die Herstellung von Wehrmöglichkeiten gegen die Monster, sowie auch im Kampf gegen andere Menschen. Dafür untersuchten sie Werwölfe, die den Menschen noch am ähnlichsten bleiben und deren Stärke sich perfekt für Soldaten eignen würde. Ihre Unzähmbarkeit stellte aber wohl ein Problem für sie dar. Also haben sie ihren Plan verworfen – sie wollen nicht mehr steuerbare Werwölfe, sie arbeiten daran, die Fähigkeiten auf anderem Wege auf die Menschen zu übertragen, die dem Tode ohnehin bereits ins Auge blicken oder deren Leben augenscheinlich nicht noch schlechter werden könnte.
Ich bekomme ehrlich einen Brechreiz, wenn ich daran denke. Sie haben jahrelang Werwölfe gezüchtet, Menschen dafür missbraucht und Unschuldige getötet, auf der Suche nach einer Gattung, die sich am Tag verwandeln könnte. Damit man ihre Genstruktur auch auf die Menschen übertragen kann.
Um 'Werwölfe' zu erschaffen, die nur durch ein Serum sich zum vollem Ausmaß verwandeln, nicht erst den Biss wirken lassen müssen – um sie so direkt auf das offene Schlachtfeld zu anderen Bestien schicken zu können. Ein absolutes Suizidkommando. Ich weiß nicht einmal, was passiert, wenn sie dabei nicht schon sterben. Ob sie sich zurückverwandeln, oder mit ihrer künstlich zerfetzten Genstruktur für immer dazu verdammt sind, ihre Wandelform einzubehalten?
Was auch immer sie planen, woran auch immer sie arbeiten – ich werde es sie nicht zu Ende entwickeln lassen. Wenn es nicht schon fertiggestellt ist.
Sämtliche Wachmänner und Forscher, denen ich bei meinem Sprint durch die Villa begegne, flüchten vor mir. Besser so, denn anders als sie habe ich leider noch ein Gewissen.
Glücklicherweise bin ich sowieso nicht der, der sich um sie kümmert. Sie werden noch bald genug merken, dass sie sich lieber mir in den Weg werfen hätten sollen, wenn sie den schwarzen Tod vor sich erblicken.
Pure Ironie, dass ihr eigenes Produkt, welches sie gezüchtet haben, ihnen allen nun das Verderben einbringen wird. Dabei bin ich froh, dass Ace nicht wie der Werwolf, der sich vor ihm bereits von hier befreit hat, mehrere Tage, Wochen wenn nicht sogar Jahre hier verbringen musste.
Für diesen Werwolf war ich vermutlich die letzte Chance, sich selbst zu erlösen, als er sich von dem Pfeifen losreißen konnte. Vielleicht hat er Ace und mich deswegen angegriffen. Weil er diese Folter hier nicht mehr aushalten wollte. Gleichzeitig hat er seinen Fluch noch im letzten Atemzug an Ace weiter gegeben – ob, weil er es selbst so wollte, oder weil sein animalischer Trieb ihn dazu gezwungen hat, weiß ich nicht.
Eine Biegung nach links. Treppe hoch – rechts, links, wieder links. Die Stimmen von unten verblassen langsam hier oben. Stattdessen nehme ich über mir andere wahr, gehetzte und gedrückt klingende.
„Höchste Vorsicht damit!“
Meine Sinne schärfen sich bis zur äußersten Professionalität.
Kommt her. Zeigt euch.
Meine Sicht fokussiert, mein eiserner Griff um meine Waffen festigt sich. Meine Schritte fliegen über den Flur, zu dem großen Raum am hinteren Ende, aus dem ich die Stimmen vernehmen kann.
Eine Präsenz wird kleiner, verschwindet. Auf seinen Armen trägt er eine Tasche.
Ohne ihn zu sehen weiß ich, dass darin die wichtigen Forschungsergebnisse sein müssen.
Ich stürze in den Raum. Analysiere noch bevor sich alle zu mir umdrehen können die Lage. Drei Leute, die Papiere und Glasphiolen in Taschen stopfen, ein breitgebauter Kerl der mir durch Kittel und Haltung bereits nach Akainu aussieht – und einer, der gerade durch den Hinterausgang verschwinden möchte.
Niemand entkommt mir.
Ich wirble meinen einen Degen in der rechten Hand, hole Schwung, ziehe durch – ehe ich ihn wie einen Speer durch den Raum schnellen lasse und zielgenau damit die Brust des Laufenden durchstoße.
Alle Blicke zu mir. Der Getroffene fällt röchelnd um, in seiner Tasche ertönt das klirrende Brechen von Glas.
Sofort ziehen alle ihre Pistolen und Gewehre, während ich gleich eines Tollwütigen auf den Forschungsleiter zustürme. Einer stellt sich dazwischen, verliert einen Arm, ich stoße mich von ihm ab und ihn zur Seite. Meine Stiefel landen auf dem Schreibtisch, mein zorniger Blick trifft auf den überraschten von Akainu.
Seine tiefbraunen Augen haben rein gar nichts mit Ace gemeinsam, sie zeugen von Schmutz und Niederträchtigkeit.
Ich weiche dem überstürzten Schuss aus, der sich aus seiner Waffe gelöst hat, ertrage ohne mich zu regen den Streifschuss an meinem Oberschenkel und ramme ihm meinen Degen von oben durch die Schulter in den Körper.
Für einen Moment hält der Raum still. Seine Augen weiten sich vor Schock, realisieren jetzt erst, wer was er sich da selbst auf den Hals gehetzt hat.
Leg nie wieder Hand an mein Eigentum.
Dann bricht die Hölle aus. Akainu beißt die Zähne zusammen, taumelt von mir zurück, während mich einer seiner Gefolgsleute am Mantel erwischt und rückwärts vom Schreibtisch zerrt, damit ich ihm nicht sofort nachjagen kann.
Mein Degen steckt in seiner Schulter, der andere im Oberkörper von dem am Boden zuckenden Typen da drüben. Mein Waffenarsenal hat sich somit nun offiziell auf Null gesetzt.
Weitere Schüsse lösen sich, doch reiße ich mich rechtzeitig von dem Typen los, der mich gepackt hat. Stattdessen schlage ich ihm meine Finger in einem bestimmten Griff so kraftvoll gegen den Kehlkopf, dass er nach Luft röchelnd zu Boden geht. Direkt daneben steht der Nächste, dem nicht das gleiche Schicksal widerfährt, dem ich aber den Arm verrenke, überdrehe, breche und schließlich ihm mit der nun auf ihn selbst gerichteten Schusswaffe den Gnadenstoß verpasse.
Dann halte ich inne. Mein kaltblütiger Blick streift den letzten Verbleibenden, dessen gesamter Körper bebt und seine Waffe zittert in seiner Hand noch stärker. Verängstigt davon, dass seine drei Kollegen samt Vorgesetzten soeben binnen fünf Sekunden erledigt wurden.
Wie war das – bring kein Messer zu einer Schießerei?
Er lässt seine Pistole fallen, geht rückwärts, ehe er in den Gang hinaus stolpert und blindlings zu flüchten beginnt. Ich überlasse ihn guten Gewissens meinem Schatten, der noch immer durch die Villa wütet.
Mein Blut kocht. Ich entspanne meine Haltung wieder etwas und merke jetzt erst, wie manisch ich gerade in diesen Raum hinein gebrochen bin.
Ganz ohne die Einwirkung von Monstern auf mich habe ich gerade wohl eine Art Ausfall gehabt.. die ich keinesfalls bereue. Es hat mir gereicht, zu wissen, was sie vermutlich mit Ace angestellt haben.
Allerdings bin ich hier noch nicht fertig.
Mein Blick zuckt zu Akainu, der auf der gegenüberliegenden Raumseite steht, an den Schrank gelehnt und..
ich erstarre.
Er schluckt eine Phiole mit giftig leuchtendem Inhalt.
Ich dachte, die Erstversuche ihrer Mixturen wären alle in der Tasche des Typens gewesen, den ich zuerst erlegt habe, aber er hatte anscheinend noch ein Ass im Ärmel.
Die Phiole fällt hell berstend zu Boden.
Durch den massiven Körper des Forschungsleiters geht ein Ruck, ein heftiger Herzschlag, ehe seine Augen mich voller Wut fixieren. Und ich erkenne, dass sich das Braun seiner Iriden zu einem rötlichen Orange verwischt.
„Also gut Jäger“, würgt er brüchig hervor, zieht sich den Degen wieder aus der eigenen Schulterwunde, die nun zu dampfen und zischen beginnt.
Ich gehe einen Schritt zurück, in Richtung der Tür, traue meinen Augen nicht. Das ist die Werwolfsregeneration. Ein leiser Schmerzenslaut, dann wirft er meine Waffe zu Boden. Und seine stechenden, rot-orangen Iriden fokussieren mich, nehmen mich deutlich aggressiv ins Visier, während ihm schmutzig-blutrotes Fell sprießt.
„Du willst es nicht anders.“
Ein Knurren, mehr waren diese Worte nicht mehr. Bestialisch, nicht mehr menschlich.
Sie hatten bereits Erfolg.
Er verwandelt sich.
Und ich habe noch immer keine Waffe.
Gottverdammt.
Ich renne los. In vollem Tempo durch den Gang zurück, während ich die schweren Schritte noch hinter mir vernehmen kann. Wenn es doch nur Schritte wären – jeder einzelne Türrahmen wird von dem massiven Ungetüm gesprengt, das vermutlich den kompletten Gang hinter mir füllt. Wie groß ist er geworden?!
Sein monströses Schnaufen, das tiefe, inbrünstige Grollen, lässt die Wände vibrieren wie seine Schritte den Boden.
Ich brauche etwas, irgendetwas! Aus Silber am besten, doch stattdessen kommt mir absolut nichts gelegen.
Die gebogene Treppe springe ich über das Geländer hinab, statt sie runter zu laufen. Ein tiefes Jaulen hinter mir, ein wütendes Bellen.
Ist diese Verwandlung temporär? Oder permanent?!
Ich komme zu der großen Eingangshalle der Villa, nur dass ich auf einem der oberen Plateaus am Geländer stehe, statt unten. Bis zum Boden trennen mich locker zwanzig Meter.
Doch als ich mich umdrehe und das Monstrum sehe, das auf mich zu bricht, entscheide ich mich dafür, dass der freie Fall noch mehr Überlebenschancen birgt.
Ich bringe mich über den Rand der Plattform.
Hinter mir berstet das Geländer in kleinste Stücke. Noch während ich durch die Luft segle und rasend schnell gen Boden fliege, fasse ich eine Möglichkeit ins Auge, wie ich das hier überstehen kann.
Und es wird höllisch weh tun.
So nah, wie ich an den unteren beiden Etagen und ihren Geländerplateaus vorbei fliege, kann ich im ersten Stock eine der Brüstungen erreichen. Mit dem linken Arm– mit welchem ich mich für den Bruchteil einer Sekunde festhalte, meinen Fall damit etwas dämme und mir definitiv nun endgültig den ohnehin angeknacksten Knochen breche. Durch den leichten Aufprall werde ich herum gewirbelt, schaffe es noch mit wildem Gefuchtel nicht frontal unten aufzukommen – und lande auf dem angeschlagenen Bein, welches nun endgültig knackend unter mir nachgibt.
Donner und Doria tut das weh.
Fest beiße ich die Zähne zusammen, versuche mich wieder auf die Beine zu kämpfen, wobei ich das rechte so gut wie gar nicht mehr belasten kann. Ich keuche, ächze mir die Seele aus dem Leib, doch habe ich keine Zeit zu vergeuden, denn das fette Fellbündel names Akainu kommt bereits hinterher gestürzt.
Gerade noch stoße ich mich nach hinten hin weg, damit er nicht auf mir landet, da berstet der gesamte Holzboden unter seinem Aufprall. Nur dass er sich sofort wieder aufrichten kann.
Seine glühenden Augen erinnern mich an ein Schmiedeeisen, brennen, nur mit einer anderen feurigen Aggressivität als bei Ace. Bei ihm ist es blinder Zorn, keinerlei Vernunft oder Menschlichkeit ist darin mehr zu finden.
Er richtet sich auf.
Zu seiner vollen Größe, die definitiv fast doppelt so groß als Ace ist. Mit blutrotem, teils schmutzig braungrauem Fell. Das ist kein Werwolf. Das ist nicht mal ansatzweise eine normale Anatomie. Dieses Scheusal vor mir ist mit Steroiden und überquellenden, kahlen Muskeln vollgepumpt.
Und ich bin ihm mehr als nur ausgeliefert.
Ein Brüllen aus tiefster Kehle, sein Schlund weit geöffnet, kommt es auf mich zu. Mein Adrenalinausstoß würde mir sicherlich helfen, auf die Beine zu kommen – aber wegkommen kann ich nicht. Nicht ihm.
Eine Sekunde.
Mehr dauert es nicht, da springt mein Wachhund an mir vorbei und fällt dem viel größeren Werwolf an die Kehle. Ace legt sich mit diesem Monstrum allen ernstes an.
Von der Wucht taumelt Akainu zurück, fasst den neuen Störenfried ins Visier, den er sofort versucht von sich hinab zu reißen. Mein Wolf hält sich tapfer, aber diesen Kampf kann er niemals gewinnen. Er ist halb so groß und musste sich ihm frontal stellen, weil er mich beschützen wollte.
Mein Blick rast von einem Eck des Raumes ins Nächste, versucht verzweifelt eine Waffe zu finden oder irgendetwas, womit ich ihn unterstützen kann. Nach meinen unzähligen Verletzungen der letzten Tage bin ich nun endgültig kampfunfähig.
Eine Waffe, ein silberner Gegenstand, den ich ihm in den Körper treiben könnte-..
Moment. Natürlich.
Mein Blick geht zur Decke hoch. Zu dem massiven Kronleuchter, der dort oben unruhig klimpert, dessen Gold- und Silberverzierungen sicherlich echtkarat sind und nicht billige Täuschungen. Durch die Wucht des Aufpralls würde er zweifellos diese Bestie mehr als nur leicht verletzen – und Silber sorgt dafür, dass Wunden bei Werwölfen nicht mehr heilen.
Das könnte klappen. Es würde reichen.
Nur wie soll ich ihn herunter schießen, wenn ich über keine Munition mehr verfüge?
Ace kommt winselnd neben mir auf dem Boden auf. Alarmiert sehe ich nach vorne, wo der monströse Akainu wütend schnauft. Wunden an seinem Hals verheilen bereits wieder. Sofort steht mein Beschützerhund wieder auf seinen Hinterläufen, knurrt seinen Gegner widerspenstig an. Nein, er gibt mich nicht auf, egal wie aussichtslos es für ihn aussieht.
„Kannst du ihn für eine Weile ablenken und in der Mitte des Raums halten?“, wispere ich ihm gehetzt zu, kämpfe mich nebenbei wieder auf meine Beine indem ich mich an ihm hochziehe. Der Schmerz in Schulter und Fuß wird zum Glück durch meine Überlebensinstinkte leicht betäubt.
Ace sieht nur kurz zu mir. Es ist ein Blick, der mir sagt, dass er sein Leben in meine Hand legt. Dass er mir vertraut, wenn ich einen Plan habe. Wir müssen einander vertrauen, denn wenn einer jetzt versagt, dann gehen wir beide zweifellos drauf.
Ich laufe los – oder humple, wie man es auch nimmt – und obwohl mir das fette Scheusal sicherlich hinterher möchte, hält Ace es in Schach. Dort vorne in der Nähe der Eingangstore habe ich vorhin ein paar .. Bewusstlose ohne Kopf gesehen und ich kann nur hoffen, dass bei ihnen auch eine Schusswaffe fallen gelassen wurde.
Der Lärm des Gebäudes ist nahezu gänzlich verstummt. Überall klebt nur noch Blut an den Wänden, bezeugt, dass Ace sich seinen Auftrag, jeden zu erlegen den er finden kann, zu Herzen genommen hat. Nur noch die bestialischen Kampfgeräusche hinter mir ertönen, doch versuche ich sie krampfhaft auszublenden.
Denn ich höre mit jeder Sekunde mehr, dass Ace hierbei deutlich stärker einsteckt. Sein schmerzliches Winseln und Aufjaulen gehen mir näher, als ich es zugeben wollen würde. Dabei sollte ich wohl beginnen mich um meinen eigenen Blutverlust zu sorgen. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht alte Wunden der Klerikerbestie von meinem kleinen Notsprung aufgerissen wurden.
Dann erblicke ich diesen einen Gegenstand auf dem Boden.
Eine Jagdflinte. Meine größte Hoffnung, die ich auffinden könnte.
Keuchend lasse ich mich zu Boden fallen, bin selbst noch gefährlich nah an der Mitte des Raumes. Der Typ, dem die wohl mal gehört hat, liegt gleich daneben. Im Lauf ist noch eine geladene Patrone.
Sofort entsichere ich das Gewehr, lasse mich mit der Front zu Ace auf dem Boden nieder und erkenne, dass sie bereits am hinteren Rand des Leuchters wären. Doch habe ich zu viel Angst, dass ich auch meinen Wolf treffen könnte, wenn ich ihn nun runter schieße.
„Ace, hierher!“, rufe ich ihm zu, meine Stimme bricht ab, doch hat er es wohl gehört. Die Klauenwunden an seinem Körper sehen grausam aus. Und doch versucht er nun mit aller Kraft meinem Befehl zu folgen, muss nebenbei darauf achten, nicht geköpft zu werden.
Blindlings greife ich mit einem Arm durch die Mantelinnentaschen des Toten in meinem Rücken, fische nach weiterer Munition. Tatsächlich werde ich fündig und habe kurze Zeit später drei weitere dicke Patronen in den zitternden Fingern.
Brüchig atme ich durch, greife den Kolbenhals der Flinte mit meinem unbeschädigten rechten Arm und stütze den hinteren Schaft gegen meine Schulter.
Ace schafft es sich loszureißen und rennt auf allen vier Läufen nun zu mir.
Wenn ich jetzt daneben schieße, habe ich ein ganz schönes Problem.
Ich zwinge mich selbst zur Ruhe, lege das Gewehr an und ziele mit nun ruhiger Hand nach oben. Mein Ziel ist die Halterung des Kronleuchters. Die stabile und mehr als robuste Kette dürfte sich trotz allem durch genaue Schüsse auf die einzelnen Kettenglieder lösen lassen.
Das trampelnde Stampfen des Monstrums kommt näher. Der Boden bebt unter seinem Gewicht.
Ich halte den Atem an.
Ein Schuss – der zielgenau trifft.
Das Kettenglied springt an einer Seite auf, doch alles was ich höre ist das dumpfe Dröhnen, mit dem sich das widerspenstige Metall nach unten verbiegt. Nur langsam senkt sich der Kronleuchter.
Fiebrig gleitet mein Blick zu Ace, der bereits wenige Meter vor mir ist, während ich automatisch beginne nachzuladen.
Er wird runterfallen, keine Frage, aber ich kann nicht mal drei Sekunden länger warten.
Ich lege wieder an, bin diesmal hektischer und bete nur, dass ich trotzdem treffe, als sich der zweite Schuss aus der Flinte löst. Ich treffe nicht die andere Seite des Kettenglieds, dafür jedoch den Teil direkt darunter und von der Kollision löst sich der Kronleuchter.
Klirrend fliegt er von der Decke hinab.
Die Erde scheint für mehrere Augenblicke anzuhalten.
Wie in Zeitlupe sehe ich wieder vor mich, erkenne, dass Akainu bereits mit einer seiner Pranken ausgeholt hat, mich damit treffen wird, wenn er nun zu Boden geht und sie nach vorne ausgestreckt hinab geht – doch Ace stellt sich vor mich.
Der Kronleuchter kommt auf, begräbt den roten Hund unter sich – der noch im selben Atemzug Ace mit voller Wucht seine Krallen in die Schulter gräbt, ihm den Arm fast abreißt.
Dann geht alles unscheinbar schnell.
Ace sinkt ein, zu mir gedreht verharrt er eisern an Ort und Stelle, während der Kronleuchter mit einem gewaltigen Knall auf dem Boden aufkommt und die massiven Glassplitter in sämtliche Richtung gefeuert werden.
Er schützt mich vor jedem einzelnen.
Irgendwann wird Ace umgerissen, fällt vornüber auf mich , weswegen ich unter ihm regelrecht begraben werde. Ich kralle mich panisch in das schwarze Fell, wage mich keinen Zentimeter zu bewegen, während um mich herum der Teppichboden von den geschossenen Scherben zerfetzt wird.
Sekundenlang bewege ich mich nicht.
Fühle nur das warme Blut auf mir, sowohl mein eigenes, als auch das von Ace, das auf mich hinab läuft. Und den schwachen Herzschlag über mir, der langsam aber sicher..
wieder stärker wird.
Und dann bricht mein Atem für einen Moment hyperventilierend zusammen, ich hieve Ace mit voller Kraft von mir runter denn- verdammt, das hat ihn doch hoffentlich nicht auch erwischt?!
Ich steige regelrecht auf ihn, überprüfe akribisch jeden Zentimeter Fell nach einer tiefergehenden Wunde durch Silber. Doch alles, was ich finde, sind Scherben, die sich in seine Haut geschlagen haben und die ich nun alle wieder aus seinem dunklen Pelz ziehe.
Allem voran eine handflächengroße Scherbe, die zwischen den roten Perlen seiner Kette feststeckt. Ich schlucke trocken, als ich sie aus ihrem festen Sitz ziehe und erkenne, dass die Kette seinen Hals geschützt hat. Ohne sie hätte ihm dieses gläserne Geschoss womöglich noch den Kopf abgetrennt.
Ace' Ohren zucken, als sich seine Augen öffnen und er mich treu ansieht.
Erleichtert atme ich auf.
Das war viel zu knapp. Fast hätte ich ihn umgebracht.
Ich steige von ihm, er hievt sich wieder auf die Hinterläufe. Sofort fällt mein Augenmerk auf seinen Arm, der nur noch an wenigen Sehnen an seiner Schulter herab hängt.
Umgehend umgreife ich den halb menschlichen Arm, drücke ihn bestimmend wieder gegen das Schultergelenk, weswegen er vor Schmerz ein kurzes Knurren von sich gibt.
„Wenn du das nicht machst, wächst er bei deinen schnellen Heilkräften nicht mehr richtig zusammen“, erkläre ich gepresst, spüre das Pulsieren unter meinen Fingern. Mein Wolf sieht mich aufmerksam an, dann zu seinem Arm, während er geduldig wartet.
„Du hast ihn gezähmt..“ War das gerade-..
Das ist nicht wahr, er lebt nicht immer noch!
Fassungslos sehe ich zu dem Kronleuchter, um den herum sich langsam der Feinstaub legt. Akainu liegt unter ihm begraben, sieht genauso entsetzt zu uns, doch.. brauche ich mir wohl keine Sorgen um ihn machen.
Ace knurrt bereits angriffslustig, doch streichle ich ihm nur beruhigend über das Fell.
„Der erliegt gleich seinen Verletzungen“, erkläre ich ihm gefasst, mit kalter Stimme, während ich versuche ihn nicht mehr zu beachten. Dennoch lässt er ihn keinen Wimpernschlag aus den Augen.
„Wie hast du es geschafft, einen-“, der Forschungsleiter bricht ab, röchelt einen Schwall Blut hervor. Mit zusammengezogenen Augenbrauen sehe ich nun doch wieder zu seiner hässlichen Fratze. Er sieht jämmerlich aus.
Wie ich das geschafft habe? Nicht mit roher Gewalt, so viel ist sicher. Und das war deren Ansatz.
Akainus Blick wird verbittert, wütend, während er uns anstiert. Ace steht noch immer brav neben mir und lässt sich von mir den Arm an die Schulter halten.
„Das ist revolutionär!“, brüllt er plötzlich begeistert los, versucht sich von seinem silbergoldenen Gefängnis zu befreien. „Mit dieser Fertigkeit und meinen Mitteln könnte man-“
„Stimmt, die wollte ich noch restlos zerstören gehen“, erinnere ich mich, lasse nun von Ace ab, da die Muskel- und Nervenenden wieder grundlegend angewachsen sind. Den gesamten Heilprozess lang muss ich ihm nicht die Pfote halten.
„Ich gehe schon mal vor“, erkläre ich Ace, werfe Akainu einen kurzen Blick zu, ehe ich meinen schwarzen Wolf anschmunzle. „Du hast sicherlich noch etwas mit ihm zu klären.“
Damit gehe ich, bemüht aufrecht, wenn ich auch bereits beim zweiten Schritt deutlich beginne zu hinken.
Hinter mir nur noch das tiefe Grollen meines Schattens, dessen glühende Augenpaare nun sicherlich seine vorgesetzte Beute fixieren.
Und ich kann ihn leider nicht aufhalten.
Durch eine der offenen Türen gelange ich bereits an die angrenzende Treppe nach oben, wo ich innehalte und mich doch schwer schnaufend auf die unterste Stufe nieder lasse. Einen Moment Pause könnte ich gut und gerne gebrauchen, bevor ich in den dritten Stock hochstiefle, um mich zu vergewissern, dass dort auch wirklich nichts mehr von ihrer Arbeit übrig ist.

Die kleine Verschnaufspause wird schlussendlich zu einer minutenlangen Erholpause.
Ich bin wirklich am Ende meiner Kräfte angelangt.
Und Law wird mich massakrieren, wenn er mich so erblickt.
In meinem Zustand werde ich ihn definitiv als aller erstes wieder aufsuchen, wenn wir von hier abhauen. Ich mache mir keine Sorgen um ihn und sein Wohlergehen – ich bin mir sicher, dass Kid bestens auf ihn aufpasst. Der ist der wirklich bissige Köter hier, der sein Fresschen beschützt.
Da kommt keiner ran, solange er in einem hundert Meter Umkreis ist.
Tief atme ich durch, lehne meinen Kopf gegen die Wand. Mein geschändetes Bein habe ich über die Stufen ausgestreckt, das andere angewinkelt.
Ich werde wohl eine Zeit lang nicht mehr allzu kampffähig sein. Die Wunden sollte ich nun langsam doch alle mal verheilen lassen, sonst reißt immer wieder etwas anderes auf.
Dann kräuselt sich ein ehrliches Lächeln auf meine Lippen.
Ich bin ja nicht alleine in meiner Hütte damit, wenn ich Däumchen drehen muss.
Mein Begleiter – mein wohl treuester Gefährte, den ich je hatte und je haben werde, kommt auch wie aufs Wort nun durch die Tür hindurch und erblickt mich.
Es ist Ace selbst, nicht der Werwolf. Und ihn als Mensch zu sehen erfüllt mein Herz mit Wärme.
Ihm geht es gut.
„Alles in Ordnung?“, erkundigt er sich stattdessen nun über meine Verfassung, doch ich lächle ihn nur offen und ehrlich an. Es ging mir nie besser.
„Du wirst mir aber helfen müssen, wenn ich bis nach ganz oben will“, gestehe ich, wenn ich mir auch eigentlich absolut nie helfen lassen möchte. Ich vertraue Ace und ich schikaniere mich vor ihm auch nicht dafür, dass ich seine Unterstützung annehme.
Ace kommt zu mir getrabt, sieht skeptisch auf meinen lädierten Arm – während ich bereits eine Streifschusswunde an seiner linken Seite ins Auge fasse.
„Hat dich eine Silberkugel getroffen?“, frage ich überrascht, lege meine Hand behutsam darunter auf, weswegen Ace nun an sich selbst herab sieht. „Mh ja. Hatten aber zum Glück nur drei Leute oder so.“
Kritisch. Ich lege meine Stirn in Falten.
Und er beginnt zu lachen. Ehrlich und warmherzig zu lachen. „Sabo, jetzt guck nicht so. Das ist ein Streifschuss, hast du dich schon mal angesehen?!“
Ah, da hat er wohl Recht.. Jetzt lächle ich wieder. „Es wäre schlimmer um mich bestellt, wenn du mich nicht beschützt hättest.“
Ace blinzelt perplex, ehe sich eine leichte Trauer in seine Augen legt. „Ich hätte dich niemals alleine diesem Arschloch überlassen können, aber..“, und sein Blick schweift zu meiner aufgerissenen Schulter, „an der Wunde bin ich Schuld.“
Oh je, darüber müssen wir jetzt wirklich nicht diskutieren. Ich war schon froh, dass er mir danach nicht den Kopf abgebissen hat. „Nicht doch. Du bist ein guter Junge“, lobe ich ihn in einer absichtlich übertriebenen Stimmlage, wie einen Hund, der erfolgreich einen Trick vollführt hat. Es funktioniert, denn er lächelt mich verschmitzt an.
„Wie sieht unser Plan jetzt aus?“, lenkt er nur vom Thema ab, sieht die Treppenstufen hinauf.
Das war das Stichwort, Zeit endlich mal wieder auf die Beine zu kommen.
„Zuerst vernichten wir hier absolut alles und brennen das Gebäude nieder“, erkläre ich nüchtern, wofür mich Ace fraglich ansieht und mich beim Aufstehen stützt. „Dann gehen wir zu Law und ich hole mir meine Portion todbringende Blicke dafür ein, dass ich schon wieder so zugerichtet bin.“
Law ist gnadenlos wenn es um dieses Thema geht.
„Bist du dir sicher, dass wir nicht die Forschung von denen hier gebrauchen könnten?“
Eine berechtigte Frage, fürwahr. Denn alleine wenn ich daran denke, dass Akainu eine ohne Zweifel lebensbedrohliche Wunde mittels einem Trank binnen Sekunden geheilt hat als wäre er der Messias höchstpersönlich.. das ist beeindruckend. Und definitiv medizinisch zu gebrauchen.
Doch die Gefahr, dass es erneut missbraucht wird, ist mir zu riskant.
„Die Welt braucht nicht noch mehr Monster“, erkläre ich schlicht und Ace weiß, dass das meine höchste Priorität ist. Selbst wenn die Verlockung noch so groß ist, es wird immer Menschen geben, die es versuchen auszunutzen.
„Ich bin auch eins“, antwortet er stattdessen keck, grinst mich an.
Und meine Mundwinkel ziehen sich auseinander, während ich ihn liebevoll ansehe.
„Wohl wahr“, stelle ich belustigt fest, ehe ich ihm meine Hand in den Nacken lege. „Aber nicht mehr als ich selbst eines bin.“
Damit ziehe ich seine Lippen an meine, verschließe unsere Münder zu einem innigen Kuss.

Diese kalte, triste Welt hat nichts zu bieten für Menschen.
Doch für uns beide könnte sie nicht schöner sein.

Eine Frage bleibt letztendlich offen, Ace..
habe wirklich ich dich gerettet?
..
Oder du mich?


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Jap, das war das letzte 'offizielle' Kapitel!
Wir sehen uns noch für den Epilog, ebenso wie danach noch für ein Special, das mir noch zusätzlich eingefallen ist und wo ich ein paar Ideen zusammengepackt habe, die sich nicht in die Hauptgeschichte einflechten lassen haben. ^^
Haut mir also noch nicht ab!
Im Anschluss zum Special werde ich im Übrigen auch noch eine kleine, selbst gezeichnete Karte mit einer Übersicht über Sabos Revier anhängen. Leider kann ich das jetzt noch nicht, da es eine Menge vom Special spoilern würde.

Ich will mich an der Stelle schon bei jedem bedanken, der mir seine Rückmeldung gegeben hat, da mir die Geschichte sehr ans Herz gewachsen ist und bei Sabo x Ace leider doch allgemein nicht so viel Interesse wie bei Marco x Ace besteht. Und ich bin auch jedem dankbar, der mir nur eins verfasst hat - und sei es noch so kurz. Vielen lieben Dank für die Unterstützung!  ♥
Über Lob, Kritik oder Rückmeldung jeglicher Art würde ich mich sehr freuen. :)
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