Verstandraubend

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Puma D. Ace / Gol D. Ace Sabo
30.07.2019
18.09.2019
8
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Hallöchen!
Kurze Anmerkung: In diesem Kapitel wird es einen Sichtwechsel geben. Ursprünglich war geplant, dass das hier zwei einzelne Kapitel werden, doch weil sie so kurz waren, habe ich sie zusammengezogen.
Nach ca. 3/4 ist ein Cut und somit ein Sichtwechsel zu Ace - das nächste Kapitel ist automatisch wieder aus Sabos Sicht.
Enjoy~


_________________________

KAPITEL VII - DER GEJAGTE


Unsanft werde ich aus meinem Schlaf gerissen, weil etwas wiederholt mein Bein streift.
Alarmiert richte ich mich auf den Unterarm auf, mein Blick zuckt hinab – wo gerade Ace' rechtes Bein im Schlaf einen Marathon läuft. Wie bei einem Hund, der schlecht träumt.
Ich seufze tonlos, bevor sich mir ein liebevolles Schmunzeln auf die Lippen kräuselt.
Dann lege ich mich wieder flach hin, führe meinen linken Arm um Ace, ehe ich ihn nah an meinen Körper heran ziehe. Und ihm einen Kuss auf die Stirn hauche, weswegen er endlich mit seinen panischen Bewegungen aufhört.
Meine Finger ziehen Kreise auf seinem Rücken, kraulen hinauf zu seinem Nacken, bis er doch tatsächlich im Schlaf ein wohliges Murren von sich stößt.
Wieder lächle ich.
Ich glaube, seit ich Ace aufgelesen habe, habe ich mehr gelächelt als in all den Jahren zuvor. Als hätte sein Auftauchen gleichzeitig die Lebensfreude zurück gebracht, erfüllen seine Wärme und sein Licht meine Seele.
Selbst wenn ich mich dagegen wehren wollte, könnte ich es nicht. Dieser Junge hat es geschafft, mich zum glücklichsten Menschen auf dieser gottverlassenen Erde zu machen – und das obwohl ich damals willentlich mein Leben nahezu weggeworfen hatte.
Ich mustere sein ruhendes Gesicht, seine entspannten Züge. Lediglich seine wunderschönen Augen fehlen hierbei, denn sie sind definitiv das Sonderbarste an ihm. Dieses intensive, dunkle Braun ist ein Ruhepol inmitten all dem Chaos dieser Welt. Und wenn die Sonne am Firmament untergeht, entflammt sie neu in seinen Iriden, lässt sie in den Abendfarben hell lodern wie reines Feuer.
Ich könnte ewig über ihn sinnieren.
Stattdessen schleicht sich eine unglaublich schöne Erkenntnis in meine Gedanken – das werde ich ab sofort jeden Morgen tun können. Ich muss ihn nicht mehr hergeben. Ich habe meinen Kampf bereits gewonnen.
Glückselig streifen meine Finger über die roten Metallperlen um seinen Hals. Es war nur eine Schnapsidee gewesen, eine Kleinigkeit die mir doch so viel bedeuten sollte. Denn er hat es nicht nur angenommen, er hat sich selbst über die Kette gefreut.
Es ist wohl wirklich Irrsinn, dass ich das als einen kleinen Liebesbeweis angesehen habe, den wir beidseitig stillschweigend hingenommen haben.
Ich habe ihm gesagt, dass er zu mir gehört, dass ich ihn nie wieder missen möchte. Und er hat ohne den kleinsten Protest angenommen, mir das stille Versprechen gegeben, dass er bei mir bleiben würde.
Schwer pocht mein Herz gegen meinen Brustkorb.
So endlos glücklich war ich noch nie – in meinem gesamten Leben nicht.
Doch noch sollte ich mich nicht in Sicherheit wiegen. Im Wald streift eindeutig jemand herum, der dort nicht sein sollte – wenn ich es auch eventuell darauf beziehen kann, dass der Aufpasser dieser Stadt hier nicht anzutreffen ist. Wenn er gerade nicht hier ist, kann ich mir nur erklären, dass er in meinem Revier unterwegs ist. Zwar weiß ich den Grund dafür nicht, denn das hat er in all den Jahren nie getan, doch habe ich mit ihm eigentlich nie Probleme gehabt.
Also bleibt hauptsächlich immer noch dieses geheimnisvolle Pfeifen, das Ace gehört hatte. Ich weiß nicht, ob ich es für gut befinden soll, dass es seither nicht erneut aufgetreten ist. Ich vertraue ihm, wenn er mir sagt, dass es existent war. Er ist sicher nicht einfach nur abgehauen. Nur was mache ich, wenn es erneut passiert?
Ihn laufen lassen und hinterher gehen, um herauszufinden, was es ist? Oder ihn fest fixieren, auf die Gefahr hin, dass er deswegen instinktiv durchdreht?
Wobei ich es ja willkommen heißen würde, wenn er so wie gestern Abend durchdreht.
So oder so – zu aller erst sollten wir zurück zur Kathedrale und meine dort gelassenen Waffen zurückholen. Und vor allem meinen Zylinder.
Also zwinge ich mich dazu, endlich damit aufzuhören, Ace beim Schlafen zuzusehen und mich stattdessen aus dem Bett zu erheben.
Law wollte schließlich noch vor meiner Abreise meine Verbände wechseln. Dem exzessiven Geruch von Kaffee nach, der von unten bis durch die verschlossene Tür sticht, ist er bereits wach.

Bedacht leise trete ich die Treppe hinab zum Empfangsraum.
Wie bereits erwartet sitzt Penguin bereits auf seinem Posten – direkt daneben Shachi, doch hängt dieser mehr in seinem Stuhl. Schnarchend.
Ich verkneife mir das Schmunzeln.
Der Vernünftigere Verantwortungsbewusstere von beiden erblickt mich, zeigt dann mit seinem Daumen in Richtung des Sprechzimmers. Nur kurz lächle ich ihn dankend an, dann lenke ich meine Schritte auch schon zu der Tür, hinter der sich Law befindet. Eigentlich hätte er mir das nicht einmal deuten müssen, ich kann den Ursprung von dem extremen Kaffeearoma deutlich riechen. In den Massen, in denen sich der werte Doktor Trafalgar dieses Gebräu einverleibt, ist es vermutlich sogar schon medizinisch bedenklich.
Rein manierhalber klopfe ich an, betrete dann aber bereits den Raum, wo mir der Schwarzhaarige aus dicken Augenringen skeptisch entgegen blickt. Manchmal frage ich mich, ob ich ihn auf die Liste der Insomnia-Monster setzen sollte.
„Es geht dir besser“, stellt er nüchtern fest, während ich die Tür vorsichtig hinter mir wieder schließe.
„Ich hatte einen großartigen Arzt“, grinse ich gedämpft, er steht bereits auf und zieht sich seine Latex-Handschuhe über, besieht mich nun kritisch. „Seltsam, denn ich meine, dass dieser großartige Arzt dir strikte Bettruhe für den restlichen Tag verordert hatte, Sabo-ya.“
Unschuldig lächle ich, setze mich auf die Behandlungsliege nieder. Er kommt direkt zu mir, zieht sich lediglich einen runden Stuhl heran. „Ich wollte heute früh los, deswegen musste ich das gestern noch erledigen.“ Er weiß genauso gut wie ich, dass ich immer, wenn ich in der Stadt bin, Koalas Grab besuche.
Allerdings zucken seine körnig-grauen Augen nun aus einem anderen Grund misstrauisch zu mir hoch, bevor er sich wieder den Verbänden an meiner Brust widmet. „Warum so eilig?“
Tief schnaufe ich durch, lege meine Handgelenke auf meinem Kopf ab, weil ich meine Arme noch immer anheben muss, um ihm das Abwickeln des Verbands zu erleichtern. „Ich muss etwas überprüfen. Außerdem kann ich euch nicht verübeln, dass ihr euch in Ace' Gegenwart nicht sonderlich wohl fühlt.“
Sachlich nimmt er die Mullbinde ab, sieht dann kurz konzentriert auf die bereits heilenden Verätzungen, bevor er mit dem Stuhl zu dem Medizinschrank rollt. „Wenn du sagst, dass du ihn unter Kontrolle hast, glaube ich dir das.“
Und das will etwas heißen, schließlich habe selbst ich noch nie zuvor davon gehört, dass jemand es vollbracht hat, einen Werwolf gefügig zu machen. Dafür sind sie normalerweise zu eitel und zu selbstsicher. Hätte mir jemand gesagt, dass es möglich sei, hätte ich ihm nicht geglaubt.
Andererseits haben mir wirklich verdammt viele Dinge in die Hand gespielt. Zum Einen, dass Ace generell Sympathie und Zuneigung in sehr starkem Maße zu mir verspürt. Zweitens, dass ich es auch wirklich konstant geschafft habe, das Gefühl von Überlegenheit an ihn weiter zu geben und das schon seit seiner ersten Verwandlung. Und der dritte Punkt wäre somit wohl, dass ich die Klerikerbestie erfolgreich bezwungen habe.
Ich will nicht sagen, dass meine Leistung einmalig und erstklassig war, aber ich glaube nicht, dass ich das nochmal hinbekommen würde. Das will ich auch gar nicht.
„Gestern hast du mir noch nicht vertraut“, entgegne ich ihm schmunzelnd, kann nicht verhindern, dass ich ein wenig stolz auf mich selbst bin. Law ist sehr vorsichtig und penibel. Vor allem penibel.
Der Koffeinjunkie rollt wieder vor mich, bewaffnet mit einer Salbe und einigen Tupfern, ehe seine silbernen Augen mich geradewegs ansehen und- „Ja, da wusste ich noch nicht, dass du ihm sogar deine Genitalien anvertrauen würdest.“
Mein Lächeln fällt. „Ich habe die Ehre, mein Zimmer über dem Patientenraum zu haben, Sabo-ya.“
Oh.
Daran hätte ich wohl denken sollen.
Unbekümmert lenkt er seine Aufmerksamkeit wieder auf meine Wunden, während mein Gesichtsausdruck schwankt. „Entschuldige.“
Er schmunzelt kurz. „Damit wären wir wohl quitt.“
Ah.. dieses eine Mal, als ein gewisser Jemand hier gleichzeitig mit mir zu Besuch war, habe ich bisher eigentlich erfolgreich verdrängt. Wo wir gerade dabei sind..
„Wo ist Kid eigentlich?“
Deutlich bemerke ich die Veränderung in Laws Gemütszustand, kaum habe ich ihn offensiv auf seinen Jäger angesprochen. Zwar weiß er seine Emotionen wirklich gut zu verstecken, aber die leicht veränderte Atmung sowie das minimal aggressivere Weglegen seines Bestecks entgeht mir nicht.
„Ich weiß es nicht“, presst er ehrlich zwischen seinen Zähnen hervor, nimmt sich eine neue Wundauflage samt Verband, um mich wieder einzupacken.
Noch ein Indiz mehr dafür, dass Eustass Kid es gewesen sein könnte, der in meinem Territorium für Unruhe gestiftet hat. Aber wozu?
Schweigend versuche ich mir einen Reim auf all das zu machen, doch letztendlich kommt mir keine Erleuchtung. Einzig sinnvoll wäre, dass Kid derjenige ist, der es auf Ace abgesehen hat – aber das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Er würde niemals freiwillig die Konfrontation mit mir suchen, außerdem fällt mir kein triftiger Grund dafür ein.
„Ich brauche noch einen Kaffee“, murmelt Law wie im Wahn, fixiert das Ende des weißen Stoffverbands, ehe er mich damit auch schon wieder freigibt. Und sich sofort zu seinem Tassenstapel auf dem Schreibtisch hinüber begibt.
Eigentlich sollte ich mir wirklich Gedanken über ihn machen. Auf der anderen Seite habe ich bereits ein Sorgenkind zu viel.
„Danke dir, Law“, spreche ich ehrlich meinen Dank aus, denn ohne ihn hätte ich bedeutend mehr Probleme bekommen. Nicht nur, weil er definitiv der bessere Arzt von uns beiden ist – das musste ich nach meinem Versuch, eine entzündete Wunde selbst zu versorgen schmerzlich lernen – sondern auch, weil er heilungsfördernde Salben und Tinkturen hier hat, die mir wirklich sämtliche Lebensgeister auf Anhieb geweckt haben.
„Richte Kid-ya etwas von mir aus, wenn du ihn siehst.“
„Was denn?“
„Ich weiß nicht, schieß ihm ins Bein oder kastrier ihn. Sei kreativ.“
Verwundert ziehe ich eine Augenbraue in die Höhe, ehe ich ergeben seufze. „Wenn ich ihn sehe, sage ich ihm, dass er bei dir vorbeischauen soll.“
Daraufhin sagt er nichts mehr, sondern widmet sich seiner nie enden wollenden Bürokratie. Es braucht keine weiteren Worte zwischen uns, denn ein 'Auf Wiedersehen' wäre pure Ironie – ich bin nur hier, wenn es mir so elendig geht, dass ich es alleine nicht mehr händeln kann.
Denn hier befinde ich mich auf fremden Revier – die Stadt habe ich schon lange an Kid abgetreten, weil er darauf versessen ist, Law sie zu beschützen.
Bleibt nur noch herauszufinden, warum er sich dann auf einmal so weit außerhalb herumtreibt.

.

„In der Kathedrale ist jemand.“
Irritiert bleibe ich inmitten des dichten Gestrüpps stehen, durch das ich gerade gewatet bin. Doch ein Blick zu Ace verrät mir, dass er das im vollen Ernst gesagt hat.
Er sieht mich unheilvoll an und in seinen Augen ruht das tiefe Braun nicht, sondern mischt sich mit helleren Tönen blitzartig. Seine Sinne..?
Kann er inzwischen wirklich schon so viel besser seine ferne Umgebung wahrnehmen, als ich?
„Jemand im Sinne von.. ein Mensch?“, hake ich mit einer üblen Vorahnung nach, die er mir sogleich mit einem zögerlichen Nicken bestätigt.
Ich schätze mal, unser Verfolger hat mitbekommen, dass er uns dort antreffen wird. Das war aber auch nicht schwer zu erahnen, ich habe schließlich keinen Grund, meine Waffen dort vermoosen zu lassen.
Kurz überlege ich. Aber wie ich es auch drehe und wende, es macht sehr viel mehr Sinn, sich ihm jetzt zu stellen. Ansonsten müsste ich ständig wachsam bleiben, im wohlen Wissen, dass uns ein Hinterhalt erwarten könnte. Auch wenn mir das überhaupt nicht gefällt – dass unser Verfolger so aggressiv den Kontakt zu uns sucht.
Es könnte eine Falle sein.
Es ist eine Falle.
Und Ace weiß das sicherlich genauso gut wie ich, mein schlauer Begleiter hier verhält sich schon seit dem Verlassen der Stadt wie ein angehender Jäger. Nun.. wie ein angehender Jäger mit enorm viel Neugier und Spiellust, aber dennoch im gleichen Atemzug aufmerksam und voll fokussiert.
Ich glaube nicht, dass er mir in Zukunft ein Anhängsel sein könnte. Im Gegenteil. Ace wird noch ein extrem starker Verbündeter für mich werden – mal ganz davon abgesehen, dass er mir bereits eine seelische Stütze ist.
Doch lohnt es sich, ihm für das Erlernen der Grundkenntnisse noch Zeit zu geben und zu versuchen, solange die Konfrontation mit den Gegnern zu meiden?
Nachdenklich gleitet mein Blick von Ace über die Umgebung.
Nein, wir müssen das so schnell wie möglich hinter uns bringen. Alles andere halte ich für noch riskanter.
„Dann statten wir diesem Jemand mal einen Besuch ab“, erkläre ich auch schon meinen Entschluss, stapfe weiter durch das hohe Dickicht, wodurch mir Ace mit Vorsicht folgt.
Tatsächlich wirkt mein Spürhund nicht allzu begeistert von meiner Idee, aber er legt keinen Einwand ein.
„Wie gut funktionieren deine Sinne bereits?“, frage ich ihn, versuche mich vehement von meinen kreisenden Gedanken abzubringen. Ich fühle mich nicht wohl mit meiner Entscheidung, würde es aber auch bei keiner anderen.
Ace lächelt leicht verschmitzt, bevor er zu mir aufholt und neben mir läuft. Mir fällt jetzt erst auf, wie spitz seine Eckzähne geworden sind. „Willst du was Bestimmtes wissen?“
Also ist er sich seiner Sache schon mal sicher. Ich überlege, lasse meinen Blick hoch zu den Baumkronen schweifen. „Wie viele Kronentruthühner sind in den Wipfeln?“
Von denen wimmelt es in Stadtnähe nur so, weil sich hier die meisten größeren Raubtiere nicht mehr hinbewegen.
Ich sehe Ace wieder in die Augen, der bereits den richtigen Reflex hat – gar nicht erst hochzusehen, denn seine Augen würden ihm hierbei nicht helfen. Er blickt mich geradewegs an, konzentriert sich merklich, ehe er mir ein angestrengtes „Sieben“ entgegen sagt. Ich will mich damit zufrieden geben, doch- „Zumindest in einem unmittelbaren Umkreis von.. sagen wir fünfzig Metern.“
Er kann es genau eingrenzen?
Immer noch interessiert beobachte ich, wie er seine Augen in die Weite blicken lässt, seine Nase zuckt auf. „Insgesamt kann ich 42 ausmachen.“
Zufrieden lächle ich. Er hat tatsächlich die Wahrnehmung eines waschechten Werwolfs – und das obwohl er bei klarem Verstand ist.
Ace richtet seinen Blick wieder auf mich, erkennt dann meinen stolzen Ausdruck. Und er blinzelt überrascht, bevor er tatsächlich schelmisch zu grinsen anfängt. Einen solchen Gefährten kann man sich wirklich nur erträumen.
In der Ferne kann ich bereits den leichten Hang hinab erkennen, der Weg ins Tal, wo die brüchige Kathedrale steht. Schon sobald ich die Spitze des Glockenturms sehe, umgreife ich aus Reflex mein Sägebeil, das ich wieder an meinem unteren Rücken befestigt habe. Alles in mir will sich dagegen sträuben, dort hin zu gehen – habe ich doch schließlich bereits zwei mal dieses Ungetüm darin erblicken müssen. Selbst das Wissen, dass ich es in die Hölle zurückgeschickt habe, aus der es gekommen ist, hilft mir wenig bis gar nicht.
Nein, stattdessen wartet dort nun der nächste Gegner auf mich. Und diesmal verfüge ich nicht mal über all meine Waffen, geschweige denn dass ich in Topverfassung wäre. Ich lasse es mir zwar nicht anmerken, doch spüre ich sehr wohl den stechenden Schmerz in meinem Fuß. Genauso wie das Pochen in meinem Arm, der einen leichten Bruch erlitten hat. Wenigstens war es der Linke.
„Das gefällt mir nich“, murmelt Ace missmutig, lässt seinen Blick hin und her schweifen, sobald wir am Beginn des Schotterwegs ankommen. Mitfühlend schenke ich ihm ein aufmunterndes Lächeln, denn mir gefällt es auch nicht.
Doch ich werde ihn beschützen, was auch immer da drin auf uns wartet.
Die gespenstische Stille hier ist nach wie vor unverändert. Lediglich der Schotter zu unseren Füßen knirscht, während wir darüber laufen. Eigentlich wundert mich das sogar, denn im Normalfall drehen die Raben ab diesem Punkt bereits am Rad, selbst wenn man sich nicht allzu auffällig verhält.
Ich kann keinen einzigen der schwarzen Vögel am Himmel ausmachen. Sind sie weg, weil das Biest verschwunden ist und sie dadurch kein Aas mehr wittern?
.. oder hat etwas – oder jemand – sie verscheucht?
Tief atme ich durch. Noch im selben Atemzug greife ich mir routinemäßig durch die geladenen Schusswaffen, überprüfe, ob auch wirklich überall nachgeladen ist. Ace' Blick von der Seite wird bei jedem meiner Handgriffe unruhiger. Er beginnt sich an seinem dunkelbraunen Mantel herum zu zupfen.
Dabei bin ich froh, dass er sich von mir doch noch zu Schuhen überreden lassen hat. Wenn er alles weglassen würde, worin er sich nicht wohlfühlt, würde er früher oder später nämlich nackt durch die Gegend ziehen.
Kein Problem für mich, aber definitiv eins für meinen Fokus.
An dem Torspalt angekommen zeige ich Ace an, dass er ein kleines Stück hinter mir gehen soll. Da nur eins der beiden Tore aufgeschoben wurde, kann ich nicht bereits bis in das Hauptschiff der Kathedrale vor sehen, doch ist das vielleicht auch ganz gut so.
Denn wen ich dort vorne, direkt neben dem zerrissenen Kadaver der Klerikerbestie, erkennen kann, bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen und hätte mich womöglich doch nun umentscheiden lassen.
„Ey, da sind ja Goldlöckchen und sein kleiner böser Wolf!“, ruft uns das andere Höllenbiest grinsend zu und jetzt ist wirklich Zeit, tief durchzuatmen.
Eustass Kid. Ich hatte es geahnt, aber ich hatte es versucht abzustreiten.
Dass er dort vorne sitzt, auf meinem liegen gelassenen Hammerblock und das in einer derart breitbeinig aggressiven Pose, sagt bereits alles über seine Intentionen aus.
„Was willst du von ihm?“
Meine Stimme klingt unterkühlt, nahezu feindselig. Mir ist völlig gleich, ob Kid und ich eigentlich einen gesunden Respekt voreinander haben und uns bisher immer friedlich einigen konnten. Für Ace stelle ich mich wenn nötig gegen absolut jeden.
Ich will nichts von ihm“, grient der Hüne, stößt sich mit dem angewinkelten Bein in die Höhe. Sofort ziehe ich mein Beil, stelle mich aus purem Reflex einen Schritt mehr vor Ace, bringe mich zwischen die beiden, auch wenn sie mindestens die halbe Kathedrale trennt.
Kids Mundwinkel zucken nach unten. „Sieht nich so aus, als würdest du dich überreden lassen, den Kleinen gegen deinen Zylinder hier zu tauschen.“
Er hievt sich seine massive Axt auf die linke Schulter. Dieses Ding wäre selbst für mich auf Dauer zu schwer – und ich bin mir sicher, dass er sie lediglich so leichtfertig führen kann, weil sein linker Arm nicht mehr aus Fleisch und Blut besteht. Die mechanische Prothese ist, wenn man es genau nimmt, sogar noch praktischer als ein menschlicher Arm.
Selbst ohne ihn wäre Kid mir um Längen überlegen, wenn es um pure Kraft geht.
Ich kann ihn lediglich mit meiner Geschwindigkeit übertrumpfen.
„Sabo..“, wispert Ace mir zu, weswegen ich mich halb zu ihm drehe. Sein Blick ist starr nach oben gerichtet, sucht an der Decke einen ungewissen Punkt. Ich folge ihm, doch kann ich nichts erkennen. „Irgendetwas ist da oben.“
Irgendetwas? „Die Raben?“, frage ich zurück, muss mich hierbei auf sein Gespür verlassen, denn ich merke tatsächlich nichts.
Ace sieht unsicher aus, sieht zu mir und verzieht das Gesicht unstimmig. „Ich hab keine Ahnung. Es ist nur so ein Gefühl.“
Na hoffentlich hatte die Klerikerbestie keinen großen Bruder. Wobei so ein riesiges Vieh mir ebenso auffallen würde.
Leider habe ich keine Zeit, mir ausgiebig Gedanken zu machen – denn Kid setzt bereits zu einem ersten Angriff an. Er wird Ace sicherlich nicht schwer verletzten, er braucht ihn lebend, sonst würde er sich anders verhalten. Also hat er es ausschließlich auf mich abgesehen.
Ich trete einen Schritt nach vorne. „Pass auf dich auf, Ace“ - damit komme ich dem rothaarigen Hünen entgegen, der bereits mit schweren Schritten auf mich zustapft. Ich darf seine brachiale Kraft auf keinen Fall unterschätzen.
Sein irres Grinsen fällt in dem Moment, in dem er ernst macht. Er schwingt seine selbstgeschweißte Metallaxt in meine Richtung, gleichzeitig vernehme ich das Einrasten seiner Prothese. Hat er darin eine Schusswaffe eingebaut?!
Ich weiche zur Seite aus, spüre direkt hinter mir den Boden zerbersten, wo seine Waffe aufgeschlagen ist. Ein schneller Schritt auf ihn zu, mein Sägebeil fliegt bereits in seine Richtung, doch reiße ich kurz davor nochmal zur Seite weg und rolle mich ab- und der erwartete Schuss löst sich.
Ich schnaube. Das hätte ich mich getroffen, hätte ich meinen Angriff durchgezogen.
Kid dreht sich zu mir, reißt seine Axt aus der Einkerbung im Marmor und ich ziehe meine großkalibriege Pistole und schieße testweise.. um dann festzustellen, dass wie erwartet, seine Kleidung mit Metall verstärkt ist.
Niemand anderes als ihm könnte ich zutrauen, dass er so ein extremes Gewicht mit sich herum schleppen könnte. Sein Gesicht hat er bereits hinter einem seiner Arme in Deckung gebracht gehabt.
Seine Mundwinkel zucken in die Höhe, dieser verdammte Wahnsinnige freut sich darüber auch noch, ehe er beide Hände an den Griff seiner Axt legt und voll in meine Richtung durchzieht. Ich bringe mein Sägebeil zwischen das schwarze Eisen und mich, werde aber im nächsten Moment bereits mehrere Zentimeter über den knirschen Boden geschoben.
Und keuche, denn mein angeknackster Arm hat hierfür nicht allzu viel Euphorie über. Es wäre schon schwer genug in guter Verfassung und mit all meinen Waffen gegen Kid zu kämpfen. Zumal ich kein erfahrener Duellant bin, wenn es um den Zweikampf mit Menschen geht.
Es dauert jedenfalls keine zwei Sekunden, da wuchtet mich seine Kraft doch von den Füßen und befördert mich gegen die nächstbeste Kirchenbank, auf die ich sogleich rückwärts steige und einen gewissen Abstand zwischen uns bringe.
Er schlägt seine überdimensionale Axt in das Holz der Langbank hinein, ich denke bereits er hat völlig den Verstand verloren, da reißt er das gesamte Teil aus den Fugen heraus. Ächzend löst sich die komplette Bank unter meinen Füßen, wird zur Seite hinfort gerissen als wäre sie ein störender Ast der im Weg liegt.
Für einen Augenblick bringt es mich aus dem Gleichgewicht, weil ich damit nicht gerechnet habe.
Taumelnd komme ich auf dem brüchigen Marmor auf, merke zu spät, dass er diesmal von oben hinab seine Waffe auf mich zuschlagen lässt. Mein Sägebeil bringe ich dazwischen, doch bei Gott, ich werde unverzüglich in die Knie gezwungen. Die geschliffene Axt ist direkt vor meinen Augen, bebt, versucht sich von oben durch das Sägebeil zu mir hindurch zu arbeiten.
Seiner Kraft standzuhalten ist eine Sache, zu hoffen, dass meine Waffe nicht gleich zerstört wird, nochmal eine andere. Schwer stößt mein Atem hervor, dann löse ich einen meiner Arme von dem Griff und lege ihn auf der unteren Kante des Sägebeils an, um zu verhindern, dass darauf zu viel Gewicht liegt.
Die Klinge schneidet sich zäh durch meinen Handschuh hindurch, durchtrennt quälend langsam den Stoff und meine Haut.
Scheiße.
„Wir können das hier auch friedlich lösen“, knurrt Kid gepresst, mein Blick zuckt zu ihm, während meine Arme beginnen zu zittern. „Du überlässt ihn mir und dafür sag ich dir auch, wohin ich dein Hündchen bringen muss.“
Du kannst mich mal kreuzweise!
Meine Schulter knackt gefährlich, mein Blick schnellt wieder nach oben, bevor ich dazu gezwungen werde, mir selbst aus meiner Lage heraus zu helfen. Mein Fuß rutscht zur Seite, direkt darauf ducke ich mich zu jener Seite weg, unter der hinab rauschenden Axt davon, die lediglich noch mein Sägebeil unter sich festfixiert bekommt.
Mein anderes Bein war gefährlich nah dran.
Bevor Kid reagieren kann steige ich mit dem linken Fuß auf seine Axt, wirble mit Schwung durch die Luft und ziehe ihm meine rechte stahlverstärkte Stiefelkappe direkt durchs Gesicht. Es funktioniert, denn davon lässt er von seiner Axt ab, ich kann noch in meiner Drehung mein Sägebeil frei reißen und es als nächstes in seine Richtung schmettern.
Doch reagiert er schnell genug, fängt es mit seinem Prothesenarm auf. Und er sieht mich verdammt angepisst an, während ihm das Blut aus der Nase sickert. Noch immer etwas unsicher komme ich auf dem metallenen Griff seiner Axt zum Stehen, atme schwer. Mein linker Arm schmerzt fürchterlich.
„Na toll, jetz wird mein Doc wieder sauer“, murrt Kid, umgreift mein Beil, weswegen ich es nicht mehr von ihm losbekomme. Und apropos 'Doc'-
Das ist wirklich unter der Gürtellinie, doch ziele ich zuerst mit meinem linken Fuß auf seinen Schritt ab, den er noch mit dem freien Arm auffängt, ehe ich mich im Halt seiner eigenen Hand abstütze und ihm voller Wucht meinen Stiefel in die Klöten ramme.
„Grüße von Law“, kotze ich ihm vor die Füße, der Schmerz lässt nun selbst ihn erschüttern, denn er lässt mich los. Und er gibt ein ziemlich atemlos klingendes Schmerzgeräusch von sich, das selbst mir ein unwohles Gefühl bereitet.
Mein Sägebeil erhoben will ich bereits dazu ansetzen, ihm wirklich zuzusetzen, damit er mir verrät, wer ihn schickt, doch..
gefriert mir stattdessen das Blut.
Ich habe ihn nicht gesehen.
Nicht gehört, nicht gespürt.
Und doch rauscht jemand von oben herab, zielgenau auf Ace zu, kracht mit zwei rotierenden Klingenblättern genau dort in den Boden, wo Ace zuvor noch gestanden hat.
Selbst ich habe ihn nicht bemerken können.
Doch Ace ist ausgewichen.
So instinktiv und schnell, dass er diesem Himmelfahrtskommando tatsächlich entgehen konnte, dem Kerl, der auf ihn hinab gestürzt ist, nun direkt gegenüber steht.
Nur hält er nicht inne, geht aggressivst weiter auf Ace los, mit nahezu unmenschlich schnellen und präzisen Bewegungen, nachdem sein Anschlag nicht funktioniert hat.
Ich reagiere umgehend. Vergessen ist Kid, der mich mit einem Ausruf noch versucht aufzuhalten, doch breche ich ohne auf Verluste zu achten zu Ace. Er schafft es zwei Angriffen der surrenden Rotationsblätter auszuweichen, der dritte zielt mit unglaublicher Genauigkeit und Geschwindigkeit auf seine ungeschützte linke Seite.
Doch ich schaffe es rechtzeitig dazwischen.
Schlage mein Sägebeil schützend zwischen Ace und die Todessensen, welches so langsam von den brachialen Konfrontationen der letzten Tage droht ernsthaft beschädigt zu werden. Doch wenn nötig hätte ich meinen eigenen Arm als Schutzschild benutzt - völlig gleich, dass er Ace mit seinen Fähigkeiten nicht lebensbedrohlich verletzt hätte.
Mein drohender, eiskalter Fass-mein-Eigentum-nicht-an-Blick bohrt sich in die Maske, die der blonde Angreifer trägt. Durch die vielen kleinen Löcher in der blau-weißen Kopfbedeckung kann ich sein Gesicht nicht erkennen, doch weiß ich, dass er mir aus ebenso kaltblütigen Augen entgegen sieht. Ace steht hinter mir, ich spüre ihn nah an meinem Rücken, denn zwischen den beiden war kaum mehr Luft.
Dieser Typ hätte ihn ohne Zweifel erwischt.
Er scheint klug zu sein, denn nun tritt er doch lieber den taktischen Rückzug an, entfernt sich mittels eines weiten Sprungs von mir. Die Gefahr, die von mir ausgeht, scheint er richtig zu deuten. Ich gleiche einem in die Ecke gedrängten Raubtier, das sein Junges verteidigt.
Kid hingegen scheint weniger das richtige Gespür für die angespannte Situation zu haben. „Killer, verdammte Scheiße, hast du den Kleinen echt nich erwischt?!“
Angesprochener Killer bleibt in einem perfekten Abstand von vier Metern zu uns stehen, schaltet die Rotation seiner Klingen ab, ehe er den Kopf leicht zu dem rothaarigen Choleriker dreht.
„War das nich das erste Mal, dass'de in so 'nem Hinterhalt daneben semmelst?!“ - und damit stapft er auch schon näher zu uns, breitbeinig, weil ihm noch immer der Schritt brennt.
„Eigentlich bezog sich meine Aufgabe auch auf den schwarzhaarigen Jungen“ - neigt der Angesprochene mit ruhiger Stimme den Kopf wieder in unsere Richtung - „Und nicht auf den Jäger.“
„Der hat mir in die Eier getreten, der Penner!“ Und das würde ich ohne zu zögern erneut tun. Ace wirkt unruhig hinter mir, doch beobachte ich fiebrig die beiden Feinde. Der Blonde hat es tatsächlich geschafft, dass ich ihn in keinster Weise erahnt habe. Und selbst Ace, mit seinem Spürsinn, hat ihn nur vage vermuten können. Was unbemerkte Angriffe und einen leisen Hinterhalt angeht, muss er sich extrem spezialisiert und perfektioniert haben.
Ich würde es beeindruckend nennen, aber ich habe wirklich keine Zeit meine Gegner nun zu bewundern.
Kid ist der Gegenpart zu bedachter Ruhe - denn er stampft gerade auf den breiten Gang zwischen den Bankreihen, ehe er seine Axt wuchtig auf den Boden niederschlagen lässt. Und im selben Moment sein viel zu lautes Organ an seinen Gefährten richtet.
„Der wär dir echt fast entwischt oder? Hab gesagt du sollst ihn nich' unterschätzen, wenn dich der Welpe erwischt, bist'e am Arsch.“
Moment.. hat er nicht die Immunität? Er wagt sich hier draußen herum, ohne das besondere Blut zu besitzen?!
„Ich weiß“, antwortet er ruhig, nicht leise aber so bedacht, dass seine Stimme allein dem gefährlichen Surren seiner Waffen gleicht. Und dann hält er etwas in der einen Hand hoch, den Daumen auf den kleinen Knopf gelegt und obwohl ich seinen Blick nicht sehen kann, weiß ich, dass er Ace fixiert. „Aber ich habe ihn.“
Er betätigt seine Sendevorrichtung, kurz kommen kleine Funken, ehe er drahtlos ein Signal abgibt, und..
Meine Augen weiten sich entsetzt.
Gerade noch so aus dem Winkel kann ich sehen, wie Ace heftig zusammenfährt, ehe er an Ort und Stelle bewusstlos wird. Weil er das Gegenstück dazu am Hals trägt. Und er gerade einen massiven Stromschlag erlitten hat.
Wie aus dem Affekt drehe ich mich halb herum und fange ihn auf. Noch in der Bewegung weiß ich, was für einen Fehler ich begehe und doch kann ich nichts dagegen unternehmen, dass ich nicht zulassen kann, dass er auf den Boden zusammenklappt. In diesem Moment wird mir schmerzlich bewusst, dass mein Beschützerreflex größer ist als mein Überlebensinstinkt.
Noch im selben Atemzug, in dem Ace in meinen Armen aufkommt, ist der Blonde wieder mit wahnsinnigem Tempo und ohne auch nur ein Geräusch bei uns, hält mir von hinten die scharfe Klinge an den Hals.
Ein trauriges, resigniertes Lächeln dreht sich auf meine Lippen. Das war's.
Kid stößt einen anerkennenden Pfiff aus, seine Schritte kommen schwer auf uns zu. „Der Kleine ist ja echt zu deinem Schwachpunkt herangewachsen.“
Aggressiv blase ich die Luft aus meinen Nasenflügeln, ehe mir verdammt nochmal egal ist, ob mir Killer dafür den Hals durchtrennt - denn in einer fließenden Bewegung reiße ich einen Arm herum und schieße mittels Armbrust und per vager Vermutung einen Pfeil in „Gottverdammte Scheiße!!“ .. Kids linkes Bein.
Tatsächlich rührt sich der Blonde hinter mir davon nicht. Ich weiß nur nicht, ob es ihm egal ist, oder ob er ebenso der Ansicht ist, dass sich Kid das verdient hat. Vielleicht hat er auch die strikte Anweisung bekommen, nichts ohne Kids Befehl hin zu unternehmen.
Der fluchenden Geräuschkulisse nach zu urteilen zieht sich Kid den Pfeil wieder aus den Gliedmaßen. Tief hat er bestimmt ohnehin nicht gesessen, schließlich hat er Eisenverstärkungen in der Kleidung.
„Dann verstehst du ja jetz auch, wieso die Wichser mich an den Eiern haben!“, grölt er wütend, tritt um uns herum, sodass ich ihn skeptisch ansehen kann. Sein wütender Gesichtsausdruck spricht Bände, hingegen sein Knurren diesmal nicht auf mich gerichtet zu sein scheint.
Und dann verstehe ich es. Natürlich.
Kid mag ein Arschloch sein, aber er würde mir und Ace nicht so auf den Leim fühlen, wenn er nicht dazu gezwungen wird. Und dieser zwei Meter große Haufen Steroide hat nur einen einzigen Schwachpunkt. Einen, der laut eigener Aussage täglich von suspekten Personen besucht wird und der mir gesagt hat, dass er sich fühlt, als stünde er unter Beobachtung. „Sie nehmen Law als Geisel“, stelle ich daher auch schon fest, verdiene mir das ehrlich angepisste Grinsen von Kid.
„Gut kombiniert Watson“, patzt er mir angefressen zu, schmeißt den dünnen Pfeil achtlos davon. „Ich kann gegen die Schweine nix ausrichten. Wenn ich denen die Bude heiß mach', können'se gleichzeitig in seiner Praxis Amok laufen“ - murrt er unzufrieden, kommt dann auf mich zu, weswegen ich reflexartig den weggetretenen Ace enger umschließe. „Aber du kannst es.“
Er hält einen Schlüssel hoch. Fragend sehe ich ihn an, ehe ich verstehe, dass es der zu Ace' elektronischer Halsfessel ist, die ihm eben angelegt wurde. „Wird dir nich' gefallen, aber is' mein einziges Angebot. Ich nehm deinen Schützling mit und liefer ihn brav wie besprochen ab. Und dir verrat ich, wo die Pisser hocken und dann kannst du denen so richtig schön den Laden aufmischen, während ich in Laws Praxis sitz', mir die Eier schaukel und alles abknall, was es wagt ihm zu nahe zu kommen.“
Sein Blick ist ernst, während er mir den Schlüssel in die Manteltasche steckt, mir aber in derselben Bewegung noch Ace entreißt. Mir gleichzeitig einen Teil meiner Seele und meines Herzens wegnimmt. Doch die Klinge an meinem Hals hält mich drohend zurück.
Unsere Augen treffen brenennd aufeinander.
„Du machst 'se kalt, Deal?“
Mein Blut kocht vor Zorn. Und meine Iriden blitzen mordlustig auf, ehe ich tief ausatme. Schön. Er soll mir sagen, wo ich sie finde.
„Jeden einzelnen.“


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„Wach auf, dämliche Töle!“
Irgendwer rammt mir seinen Stiefel in den Bauch. Ich huste, drehe mich in meiner am Boden liegenden Haltung.
Ich hätte kein Lebenszeichen von mir geben dürfen.
Ruckartig werd ich auf die Knie hochgerissen, bemerk jetzt erst, dass meine Arme hinter meinem Rücken gefesselt und an den Boden gekettet wurden.
Wo auch immer ich bin. Sabo ist nicht in der Nähe.
Zögernd öffne ich meine Augen, hebe den Kopf leicht an - und erkenne, dass ich in einer Art Versuchsraum sitze. Hinter der dicken Glasscheibe mir gegenüber sind mehrere Menschen. Und der Typ neben mir, mit seinen blasslila Haaren, glotzt mir geradewegs mit seiner saudummen Fresse entgegen.
Er hat sich sogar leicht runter gebeugt, um auf mich nieder zu starren.
Und entgegen meiner naturgegebenen Reflexe zieht mein Blick automatisch nach unten weg und ich starre wieder auf den Boden.
„Ey! Beschissener Köter, sieh mich an!“, eine dünne Schwertklinge legt sich unter mein Kinn, reißt meinen Kopf widerwillig nach oben, sodass meine Augen wieder auf die seinen treffen.
.. und sich ein tiefes, bedrohliches Knurren aus meiner Kehle löst.
Er legt umgehend noch einen Schritt mehr Sicherheitsabstand zu mir ein und dreht sich zu seinen Kollegen hinter der Glasscheibe. „Wir haben den Richtigen!“
Ich ziehe meinen Kopf seitlich weg, sodass mir die Klinge nicht mehr langsam in die Haut schneidet.
Wo bin ich?
Doch noch viel wichtiger.. wo ist Sabo?
Mein Blick gleitet durch den Raum, doch finde ich keine Anhaltspunkte. Ich muss irgendwo außerhalb der Stadt sein, denn den Trubel der Menschenmengen auf dem Kopfsteinpflaster würde ich selbst bis in ein Gebäude hin noch vernehmen. Doch dieser Ort ist groß, vermutlich eine alte Villa oder ein Schloss.
Und die Leute hier? Mein Blick schweift wieder zu dem Typen in meinem Raum rüber, der über die Hälfte seines Gesichts eine Eisenmaske trägt und mich ansieht wie Ungeziefer.
.. sind allesamt durchgeknallt.
„Das reicht Spandam, danke“, kommt auch schon der Nächste von der Freakshow in den Raum, verabschiedet damit den Ersten, der sich mit nahezu heuchlerischer Verabschiedung vor dem Anderen aus dem Raum begibt. Meine Sinne schärfen sich. Nein, vor dem hier muss ich bedeutend mehr Angst haben. Von ihm geht deutlich immensere Gefahr aus.
Die Tür schließt sich. Und mein Puls treibt in die Höhe.
Die dunklen Augen des Größeren mustern mich, ausgiebig, fressen sich unter meine Haut. Seinem Anzug und dem weißen Kittel nach ist er Leiter dieser Irrenanstalt. „Wann wurdest du gebissen?“
Leck mich, Hackfresse!
Trotzig stiere ich ihm entgegen. „Was wollt ihr von mir?“
Er sieht mich unentwegt an, sein Blick verhärtet sich. Leicht hebt sich seine Hand. Und dann drückt irgendeiner der Psychopathen hinter der Glasscheibe auf einen Knopf, der mir einen Stromschlag verpasst.
Das Ding klebt noch immer um meinen Hals. Und mir bleibt die Luft weg, mein Sichtfeld verdunkelt sich für eine Sekunde, ehe mich der brennende Schmerz zum Zittern bringt. Keuchend lasse ich den Kopf nach vorne sinken, besinne mch, denn scheiße tat das weh.
Der breitgebaute Kerl packt mich am Haarschopf, reißt meinen Kopf wieder nach oben, sieht mich aus nächster Nähe an. „Ich stelle die Fragen. Wenn du mitmachst, wird das hier nicht mehr lange weh tun.“
Klar, dann murkst ihr mich ab. Schon verstanden.
Trotzdem halte ich die Klappe. An meinem Hals ein gefährliches Kribbeln, ein Ziehen. „Wann wurdest du gebissen?!“, stellt er mir mit Nachdruck die Frage, ich spüre die ersten Funken von der Halsfessel, weswegen ich ihm verbissen ein „Vor vier Tagen“ entgegen spucke.
Er lässt von mir ab.
Den Stromschlag bekomme ich trotzdem. Und noch während ich mich vor Schmerz krümme, beginnt er nebensächlich zu reden.
„Der Werwolf, der dich gebissen hat, war unser wertvollstes Versuchsobjekt. Unser Durchbruch.“ Mein Kopf kippt weg, doch zwinge ich mich wieder aufzusehen. „Ich nehme an, er weilt nicht mehr unter uns, also wirst du nun seinen Platz einnehmen müssen.“
„Ihr könnt mich mal“ - und es wundert mich, dass auf diese patzige Antwort kein erneuter Schlag folgt.
Der Kerl verschränkt die Arme vor der Brust, sieht auf mich herab, als wäre ich minderwertig. „Mein Name ist Sakazuki Akainu. Leiter der Waffenforschung. Und ich rate dir, mir Respekt entgegen zu bringen, wenn du das hier möglichst unproblematisch überstehen willst.“
Irritiert sehe ich ihn an, schaffe es endlich wieder meine betäubte Zunge dazu zu bringen, hinunter zu schlucken. „Waffenforschung?“, hake ich vorsichtig nach, will nicht schon wieder elektroschockt werden.
„Werwölfe sind niederträchtige Kreaturen. Sie geben einen Teil ihrer Intelligenz für ihre Stärke auf. Doch kontrolliert man sie, sind sie die perfekten Soldaten.“
Niederträchtig. In meinem Inneren beginnt etwas zu toben.
„Wir mussten feststellen, dass sich diese widerspenstigen Biester nicht zähmen lassen, egal wie viel Schmerz und Züchtigung man ihnen zufügt. Aber das ist auch nicht von Bedeutung. Wir sind dabei etwas Besseres als Werwölfe zu erschaffen.“
Und mir läuft es eiskalt den Rücken hinunter, denn- „Und du wirst uns dabei helfen.“
Erschaffen..? Sie wollen Monster mutwillig erzwingen? Die sind hier noch viel gestörter als ich dachte.
„Bin ich etwa von der gezähmten Rasse?“, belächle ich seine Arroganz mit Sarkasmus. Ein erneuter kurzer Stromschlag.
„Du“, beginnt er, schnappt sich einen massiven Haken, der an der Wand gelehnt hat und hält ihn mir wie Spandam vorhin unters Kinn, damit ich ihn ansehen muss. „Bist wie bereits erwähnt eine der wohl meist gehasstesten und abscheulichsten Kreaturen. Ich dachte, das wäre dir klar geworden, als du hier aufgewacht bist und bemerkt hast, dass man dich zurückgelassen hat.“
Zurückgelassen? Sabo hat mich nicht zurückgelassen. Das würde er niemals. Wenndann hat man mich ihm gegen seinen Willen weggenommen.
Mein rebellischer Unglaube in meinen Augen lässt ihn selbstgefällig schmunzeln. „Wenn du ihm nicht eine enorme Last gewesen wärst, hätte er dich versucht zu beschützen.“
„Das hat er!“
„Und warum ist er dann nicht auch hier? Gefangen? Wenn er verloren hat?“
Ich verstumme. Ich weiß es nicht. Sabo ist wirklich nicht hier, ich kann seine Präsenz nicht spüren. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob ich ihn erkennen würde, denn die äußersten Räume dieses Gebäudes kann ich auch nur erahnen.
Nein, er würde mich niemals hintergehen oder verraten. Ich vertraue ihm.
Aber er ist doch auch nicht- nein. Ihm geht es gut. Und er lebt, ich bin mir sicher.
Dieses Sackgesicht lacht schnaubend auf, was mich noch mehr verbittern lässt. „Er lässt dich jämmerlich hier verrecken. Und du hältst noch immer zu ihm.“
Das ist nicht wahr.
„Du bist tatsächlich ein dummer Köter.“
Ich beiße die Zähne zusammen, sehe ihn entschlossen an. „Er lässt mich nicht zurück.“
Punkt! Feststellung! Und keiner von euch Wahnsinnigen wird mich vom Gegenteil überzeugen!
Akainu sieht mich lange an. Der Haken, der mehr einer Harpune gleicht, liegt noch immer an meinem Kinn. Und schließlich seufzt er tonlos, ehe er meinen Kopf wieder freigibt.
„Er wird sich nicht vor Wut oder Verzweiflung verwandeln“, stellt er gen Glasscheibe fest, weswegen ich ihn perplex ansehe. Sie wollten, dass ich mich davon verwandle? „Wir nehmen Plan B.“
Plan B gefällt mir ganz und gar nicht.
Misstrauisch beäuge ich den Gestörten vor mir. Und er verengt die Augen, kaum sieht er wieder zu mir. „Wir brauchen dein Blut als Werwolf. Entweder, du spielst mit, oder wir zwingen dich zu der Verwandlung.“
Ihr verdammten Schweine wolltet mir weismachen, dass Sabo mich verlassen hätte! Einen Dreck mach ich! „Es ist Tag“, gebe ich bemüht beherrscht zurück, doch zieht sich davon nur ein noch hässlicheres Schmunzeln über seine dünnen Lippen. „Ja und? Gerade weil du dich auch jetzt verwandeln kannst, hast du einen Nutzen für uns. Wir hatten genau darauf abgezüchtet und geforscht. Sonst hätten wir deinen Vorgänger wohl kaum am Leben gelassen.“
Wie viele Leute haben sie eigentlich zu Werwölfen verunstaltet, um diesem Ziel näher zu kommen? Wie viele unschuldige Menschen sind hierin involviert?!
„Einen einzigen zweiten Vorteil hast du, der für dich spricht. Du lässt dich über eine spezielle Pfeife rufen, die wir entwickelt haben“, erklärt er, dreht den massiven Haken in seiner Hand, ehe seine Mimik verstimmt wirkt. „Nur hat Eustass Kid die zerstört, damit er dich für uns auffinden kann und wir ohne diesen Abschaum aufgeschmissen gewesen wären. So hat er ein Druckmittel gegen uns.“
Er rümpft die Nase, dreht sich zur Glasscheibe zu. Und ich begreife, warum das Pfeifen damals so abrupt abgebrochen ist. Weil der rothaarige Jäger das Ding, das den Ton von sich gegeben hat, zerschmettert hat, damit ich nicht bis zu ihnen laufe. „Im Übrigen“, wirft er seinen Lakaien hinter der Schutzscheibe zu, „Jetzt könnt ihr den Leuten in der Stadt mitteilen, dass sie die Praxis niederreißen können. Lasst ihm das eine Lehre sein.“
Bedeutet das-
ich spüre ihn.
Sabo.
Er ist hier. Er ist im Gebäude.
Rasant beschleunigt mein Herzschlag. Er wird mich retten.
„Und jetzt zu dir.“
Akainu dreht sich mir zu, hat diesmal einen so strengen Blick, dass ich an meinen Ketten beginne zu ziehen. Doch ich kann nicht flüchten. Ich habe keine Auswegsmöglichkeiten. „Nimm deine wahre Gestalt an. Oder wir sorgen dafür, dass du es musst, weil du ohne sie stirbst.“
Es geschieht so schnell.
Binnen eines Wimpernschlags rammt er mir die Harpune direkt unter den Rippen durch den Körper.
Entsetzt starre ich ihm dabei in die Augen, seine blicken kalt auf mich zurück. Und dann übermannt mich gleißender Schmerz, Übelkeit, Verzweiflung.
Blut kommt zwischen meinen Lippen hervor. Kraftlos sacke ich zusammen, doch vor Schock löst sich kein einziger Schrei aus meiner Kehle. Lediglich zittriges Atmen, bei dem mir jeder Zug umso mehr schmerzt.
„Ich gehe nachsehen warum so ein Tumult unten im Hauptraum ist. Tötet ihn. Fast.“
Und dann durchfährt ein noch viel stärkerer Stromschlag meinen gesamten Körper. Jeder Muskel in mir verkrampft, mein Hals fühlt sich an, als würde er sich unter der Voltanzahl schier auflösen.
Und ich schreie. Abgehackt, brüchig, mit dem letzten bisschen was mein Körper noch zusammenkratzen kann. Weil mein Gehirn als einzige Rettung Sabo sieht, den ich damit versuche auf mich aufmerksam zu machen.
Er kann mich nicht hören. Er wird mich nicht hören.
Sekundenlang, minutenlang, ich verliere das Zeitgefühl. Spüre nur noch diese unerträglichen Schmerzen, die mich einnehmen.
Und ich werde sterben.
Ich spüre es, wie mein Innerstes den Geist aufgibt und mein Körper mir nicht mehr gehorcht. Weil mein ganzer Körper unter Strom steht und meinen Herzschlag aussetzen lässt.
Meine Augen rollen nach hinten hinweg.

'Ich will nicht sterben.'
Ich hatte dir gesagt, dass ich nicht sterben will, Sabo. Du hast mich seither nicht mehr aufgegeben.
Ich will nicht sterben. Ich darf nicht sterben.
Denn du hast es mir nicht erlaubt.


Der Stromschlag lässt nach. Die Wunde in meinem Bauch beginnt sich selbst zu heilen.
Schwarzes Fell sprießt in meinen Augenwinkeln.
Ihr wollt meinen Werwolf? Ich zeige ihn euch.
Brodelnd beginnt meine Kehle zu vibrieren.
Die Tür öffnet sich. Jemand tritt ein. Hält den Peilsender für meine elektrische Fessel triumphal in die Höhe.
Und ich stehe auf. Die eiserne Fessel, an die ich gekettet bin, ächzt, bis sie schießlich nachgibt und aus der Bodenhalterung herausgerissen wird.
Ich baue mich zur vollen Größe auf, überrage den Lilahaarigen weit. Sein Blick geht von Unglauben zu Fassungslosigkeit.
Ich reiße meine Handgelenke auseinander, befreie mich selbst von meinen Ketten. Ziehe mir den lästigen Zahnstocher aus dem Körper heraus.
Erneut zieht ein Stromschlag durch meinen Hals. Doch diesmal knicke ich nicht ein, ignoriere den rasenden Schmerz.
Und fixiere stattdessen mein Ziel. Den Typen, mit dem Signalgeber.
Er sieht mich an. Sieht auf seinen Sender. Wieder zu mir.
Dann dreht er sich um und sprintet aus dem Raum, versucht vor mir zu flüchten. Rennen kann er. Aber entkommen nicht.
Ich hetze ihm hinterher. An allen anderen vorbei, an jeder Person, die mir aus dem Weg läuft. Mein aggressives Brüllen hallt durch das gesamte Gebäude.
Durch einen Gang hindurch, an zwei Räumen vorbei. Meine Klauen zerren alles aus meiner Bahn, was in meinem Weg steht. Alles, was er mir im Laufen vor die Füße wirft.
Mein Blickfeld tunnelt auf ihn. Auf den, der mir diese höllischen Schmerzen noch immer zufügt.
Blind vor Wut stürze ich einen Korridor entlang.
Er biegt um eine Ecke.
Ich kann hören, wie er aufschreit, wie er gegen jemanden läuft. Wie er zur Seite geschlagen wird. Der Peilsender nicht mehr in seiner Hand.
Ich stürze um die Ecke. Vollkommen tollwütig auf die Person, die nun zu meinem Ziel geworden ist.
Werde aufgehalten, als ich auf die Person hechte und statt ihrem Kopf nur ein.. Sägebeil zwischen die Kiefer bekomme. Es bricht unter meiner Kraft. Mein Sprung wird dennoch abgefangen, nun zur Seite umgeleitet, wo ich taumelnd auf dem Boden aufkomme.
Und dann innehalte.
Vor mir steht Sabo.
Das gebrochene Sägebeil lässt er schnaubend fallen, ebenso wie den Signalsender, auf welchen er schwungvoll tritt. Somit die Elektroschocks stoppen lässt. Mich von meinen Qualen erlöst.
Noch immer verharre ich.
Sein Blick kreuzt den meinen. An seinem linken Arm läuft Blut hinab, vieles, schwer. Das Sägeblatt muss sich beim Zerbrechen in seine Schulter gegraben haben, als mein gesamtes Gewicht auf ihm gelastet hat.
Sabo steht vor mir.. und ich beginne zu begreifen, dass er keine Waffe mehr bei sich trägt. Keine, mit der er mich lediglich abwehren könnte.
Mein Blut begehrt auf.
„Ace“, spricht er mich drohend an, hält den Blickkontakt aufrecht.
Er ist mein Herr. Ich gehöre ihm. Ich gehorche ihm. ..oder?
Hat er mich hergegeben, um sich selbst zu schützen? Warum war er nicht hier? Warum erst jetzt?
„Ace!“
Aus meiner Kehle dringt ein tiefgrollendes Knurren.


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Das nächste Kapitel ist tatsächlich schon das Letzte. :c
Danach folgt jedoch noch ein Epilog und sogar ein Special, welches mal wieder absolute Überlänge haben wird!

Über Lob, Kritik oder Rückmeldung jeglicher Art würde ich mich sehr freuen. :)
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