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Other Survivors

Kurzbeschreibung
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character)
30.07.2019
30.01.2021
16
24.442
1
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01.08.2019 2.320
 
Tag Z+1


Wohnhaus, 4:03 Uhr

Nur langsam erwachte Saki aus ihrem Schlaf. Kurz dachte sie, dass alles was passiert war nur ein böser Traum war. Aber es war bittere Realität. Ihr Blick wanderte durch den Raum. Draußen war es noch dunkel. Sie erhob sich von der Couch. Ihre Kehle war knochentrocken und ihr Magen meldete sich auch zu Wort. In der Küche trank sie etwas und aß auch etwas von dem Essen, dass ihre Mutter dagelassen hatte. Sie bereitete auch etwas für Kenji vor. Der Junge saß auf einem Liegestuhl auf dem Balkon der Wohnung. Er war leicht eingenickt. Mit einem sanften Rütteln an der Schulter weckte sie ihn auf. Murrend erwachte er aus seinem kurzen Schlaf.”Ich hab was zu Essen für dich…” sagte sie einfach und stellte es ihm hin. Schweigend aß der Junge davon. Beide schauten dabei auf das Stadtpanorama. Überall stiegen schwarze Rauchschwaden auf. In der Ferne waren vereinzelte Schüsse zu hören. Auf den Brücken, die über das Wasser führte stand die Polizei. Sie versuchte immer noch den Schaden zu begrenzen.”Was sind unsere nächsten Schritte?” fragte Saki. Kenji schwieg weiter, bis er fertig gegessen hatte.”Wir gehen zum Hafen, wie Herr Katsumata es gesagt hat. Die Armee und die Marine bringen uns hier raus. Die haben auch bestimmt deine Eltern gerettet. Dein Vater ist doch bei der Polizei, oder? Der wird schon das richtige getan haben” versuchte Kenji das Mädchen zu beruhigen. Diese nickte dann etwas zuversichtlich.”Aber wir brauchen dafür Waffen. Haben deine Eltern welche?” fragte er dann weiter.”Naja….im Schlafzimmer meiner Eltern” erwiderte Saki und stand auf. Beide gingen rein. Saki zog die Balkontür hinter den beiden zu.

Im Schlafzimmer war ein Waffenschrank. Mit Zahlencode gesichert.”Ne Idee was fürn Pin dein Dad gewählt hat?” fragte Kenji.”Probier den Geburtstag meiner Mutter, den fünften Mai” erwiderte Saki, während sie im Schrank ihrer Eltern etwas suchte. 0505. Das rote Licht unter den Tasten leuchtete auf.”Noch ne Idee?” fragte er weiter.”Hochzeitstag, achter Juli” erwiderte Saki, während sie weiter suchte. 0807. Schon wieder das rote Licht.”Auch nicht….” fluchte Kenji.”Probier mal 0912” schlug Saki ihm vor. Grünes Licht.”Hat geklappt” zeigte Kenji sich durchaus erfreut. Im Waffenschrank waren Waffen. Ein Nambu M60 Revolver. standardmäßige Handfeuerwaffe bei der japanischen Polizei. Die Trommel fasst fünf Schuss. Kaliber .38 Special. Kenji legte sie auf das Bett. Die andere Waffe war eine Bockflinte. Eine doppelläufige Schrotflinte, bei der die Läufe statt nebeneinander übereinander liegen. Beliebt bei Jägern und Sportschützen. Dazu fand er eine Schachtel Flintenmunition. Leider nur Vogelschrot. Nicht sehr effektiv gegen menschliche Gegner. Vogelschrot bestand aus vielen ganz kleinen Kugeln, die weiter streuten als normales Postenschrot. Damit war es leichter fliegende Vögel zu erwischen. Auch Saki hatte etwas in der Hand. Einmal ein hölzernes Kendoschwert, einen Elektroschocker und eine Dose Pfefferspray. Kenji nickte.”Aber ich glaube kaum, dass Pfefferspray gegen diese Dinger hilft” bemerkte er.”Ich nehme es trotzdem mit” trotzte sie ihm dann. Kenji setzte sich auf das Bett. Mit einem lauten Klacken öffnete er die Flinte. Sah noch gut aus. Er steckte zwei Patronen in die Läufe und klappte sie wieder zu. Auch den Revolver befüllte er. Was die Munition anging sah es Mager aus. Eine Packung .38er Munition mit 20 Patronen und eine halbe Packung für die Schrotflinte. Aber besser als nichts. Damit mussten sie sich durch die halbe Stadt schlagen und eine der Brücken überqueren, die die Polizei dicht gemacht hatte. Es gab schon einfachere Aufgaben für die beiden in ihrem Leben.


Straßen von Tokyo, 06:01 Uhr

Die beiden verließen möglichst leise das Wohnhaus. Das Auto von Herr Katsumata stand immernoch auf der Straße. Sie schafften es leise sich ins Auto zu setzen und zu fahren. Im Auto waren sie sicher, wenn die Straßen so bleiben würden wie sie waren. Aber überall standen Autowracks herum. Alle verlassen. Die Türen standen weit auf. Teilweise blinkten noch die Leuchten, weil die Türen offen standen. Überall gab es Unfälle. Autos, Transporter, Busse und LKW waren ineinander geknallt. Aber sie schafften es zur Brücke. Doch es war ein endloser Stau entstanden. Viele Fahrer hupten und waren sichtlich genervt. Die Polizei hatte die Brücke gesperrt. Jeder der durch wollte musste sich einem Bluttest unterziehen. Doch bevor die Autos durchkamen mussten die Menschen die zu Fuß kamen getestet werden. Und das waren sehr viele. Auch die Polizisten waren ziemlich gereizt. In der vorderen Linie stand eine Spezialeinheit der Polizei. Diese war spezialisiert auf die bekämpfung von Unruhen mit nicht tödlicher Gewalt. Die erste Linie schützte sich mit hohen Schilden aus Stahl. Die Beamten waren bewaffnet mit CS-Gas und Schlagstöcken. Im Hintergrund standen einige Wasserwerfer, mit denen man gewaltsamen Demonstrationen die Täter von der Straße spült. Saki schaute besorgt nach vorne. Es war Aufruhr zu vernehmen.

Auch Kenji streckte sich ordentlich, als er den Aufruhr vernahm. Die Nerven lagen blank. Die Bürger begannen die Polizisten an zu gehen. Sie wollten durch. Jeder sagte von sich, er wäre nicht krank. Einige begannen gegen den Schildwall der Polizei zu treten.”Achtung Achtung!! Wenn dieses Verhalten weitergeht wird die Brücke bis auf weiteres geschlossen!!” ertönte eine Ansage über Lautsprecher. Kenji legte den Rückwärtsgang ein.”Was soll das?” fragte Saki.”Ich hab da so eine Vorahnung” erwiderte Kenji nur und legte seine Hände wieder ans Lenkrad und schwebte mit dem Fuß über dem Gaspedal. Die Ansage bewirkte das Gegenteil. Nun wurden die Beschimpfungen heftiger. Die Bürger traten, schlugen und warfen sich mit voller Kraft gegen die Polizisten. ”Achtung, Achtung!! Die Brücke ist nun vollkommen geschlossen. Der Aufstand darf mit allen Mitteln niedergeschlagen werden!!” ertönte wieder ein Befehl per Lautsprecher. Kenji startete den Wagen wieder. Nun wurden es ungemütlich. Die Wasserwerfer spülten die Menschen regelrecht weg. Einige wurden von der Brücke aus ins Wasser geschleudert. Die Polizisten schlugen mit ihren Schlagstöcken wie wild auf die Menschen ein. Die am Boden lagen wurden getreten. Aus den hinteren Reihen wurden Granaten gefüllt mit Tränengas in die Menschenmenge gefeuert. Kenji hatte Glück, dass sie das Ende des Staus bildeten. Er konnte einfach zurücksetzen und fahren, bevor es noch Schlimmer wurden. Die Polizei hatte sicher keine Hemmungen mehr auch Schusswaffen ein zu setzen. Und der Krach würde bestimmt diese Biester aus Häusern und den Seitenstraßen locken. Alleine schienen sie keine allzu große Bedrohung zu sein. Aber in Massen waren sie brandgefährlich.


Kenji hatte genug Abstand gewonnen.”Die Polizei kann doch nicht einfach so auf diese Menschen einprügeln. Unsere Polizisten sind doch immer so nett und hilfsbereit” murmelte Saki eher zu sich selbst, wobei sie auf ihre Knie schaute.”Es ist der Ausnahmezustand Saki. Die haben auch ihre Befehle. Die stehen auch schon die ganze Nacht auf der Brücke. Es ist anders. Das ist keine Studentendemo. Das sind keine einfachen Steinewerfer. Wenn Menschen den Tod im Nacken haben, dann sind sie zu schlimmen Dingen bereit. Und die Polizei will das verhindern. Zur Not dann eben auch mit Gewalt” erklärte ihr Kenji und schaute weiter nach vorne. Wie so oft in den letzten Stunden schaute Saki Kenji einfach nur an. Warum war er plötzlich so? Er war in der Schule immer ruhig. Immer zuvorkommend. Zwar kam er nie von selbst zu wem hin um zu reden, aber wenn man ihn ansprach war er immer freundlich. Kam jetzt etwa sein wahres Ich heraus? Saki drehte das Radio auf. Auf vielen Sendern gab es einfach nur Rauschen. Aber dann fand sie einen, der noch sendete. “Die nationale Pandemie geht so weit, dass der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Die Regierung wurde auf den Hubschrauberträger Izumo verlegt. Die Anzahl der Infizierten wird alleine in Tokyo auf mehr als 500.000 Menschen geschätzt. Die Onbetzu Brücke bleibt auf weiteres geschlossen. Bürger, die den Fluss überqueren möchten werden gebeten auf die Akihara-Brücke auszuweichen” gab der Sprecher bekannt. Diese Nachricht wurde dann immer wieder wiederholt. Saki drehte das Radio ab. Die Akihara-Brücke war weiter Flussabwärts.


Akihara-Brücke, 08:50 Uhr

Das Bild schockierte die beiden Teenager. Die Brücke war verlassen und voller Autowracks. “Hier kommen wir nicht mit dem Auto durch, hol deine Sachen” bat Kenji seine Partnerin. Diese nickte. Beide setzten sich ihre Rucksäcke auf. Kenji nahm sich die Flinte. Saki hatte das Kendoschwert ihres Vaters. Gemeinsam bahnten sie sich einen Weg durch die Autowracks. Sie erreichten die Sperre. Sie war verlassen. Die gepanzerten Fahrzeuge der Polizei waren verlassen. Nur der Zaun war immer noch quer über die Brücke gespannt. Vor ihm lagen viele Tote Untoten. Das Tor war fest verschlossen. Eine dicke Stahlketten war darum gewickelt. Daran hing ein stabiles Vorhängeschloss. Am Tor hing eine Nachricht. ”Lasst die Tür verschlossen, damit die Toten nicht durchkommen”. Kenji fluchte.”Was machen wir jetzt?” fragte Saki.”Schwimmen können wir nicht. Die Strömung würde uns ins Meer rausziehen. Wir müssen darüber” erwiderte Kenji.”Und wie bitteschön?” erwiderte Saki und deutete auf die Stacheldrahtkrone des Zaunes. Kurz überlegte Kenji. Wortlos ging er zu einem Auto und holte die Fußmatte heraus. Diese warf er auf den Stacheldraht.”Ich heb dich drüber und du suchst da drüben nach dem Schlüssel oder irgendwas, dass das Schloss öffnen könnte. Denkst du du schaffst das?” fragte Kenji dann seine Partnerin. Saki nickte Tapfer. Per Räuberleiter hebte Kenji Saki über den Zaun. Kenji wartete. Saki war aus seinem Sichtfeld verschwunden Plötzlich schrie sie wie am Spieß.”Kenji!!! Hilfe!!” brüllte sie aus vollem Hals. Danach hörte man wie ihr Holzschwert zu Boden fiel. Kenji musste überlegen. Alleine kam er niemals über den Zaun. Er zückte den Revolver. Das Geballer würde mehr Zombies anlocken, aber das war egal. Er schoss zweimal auf das Schloss der Kette. So schnell er konnte öffnete er das Tor und suchte nach Saki. Er fand sie in einem Zelt des roten Kreuzes. Dort würden anscheinend die Bluttest gemacht. Vor ihr stand ein Untoter. Der Untote war anscheinend Polizist. In voller Kampfausrüstung mit Helm. Am Boden lag das Kendoschwert. Es war am Helm zerbrochen. Saki lag am Boden und hatte die Beine gegen den Untoten gestemmt. Kenji schaltete schnell. Er presste den Lauf des .38er Revolvers einfach an den Helm des Untoten und drückte ab. Aus dieser Nähe wurde der Helm mit Leichtigkeit durschlagen. Der Untote fiel leblos zur Seite. Saki lag geschockt am Boden. Kenji hielt ihr die Hand hin. Sie wurde auf die Füße gezogen.”Schnell, wir müssen weiter!” trieb er sie an. Nun kamen immer mehr Zombies auf sie zu. Personal des roten Kreuzes, Polizisten und Zivilisten. Aus dieser nahen Entfernung wirkte selbst das Vogelschrot wahre Wunder. Saki hielt sich ganz dicht hinter Kenji, da sie ohne das Kendoschwert quasi ungeschützt war. Einmal versuchte die einen Zombie mit dem Pfefferspray anzugreifen, doch dieser ignorierte es vollkommen. Diese Biester spürten keinen Schmerz. Nichts außer ein Kopfschuss tötete sie. Selbst als Kenji einem der Untoten eine ganze Ladung Schrot durch die Brust jagte, lief dieser immer noch. Das Herz und die Lunge waren komplett zerstört. Aber das Gehirn eben nicht. Dann geschah es. Wieder stürzte sich ein Zombie auf Saki. Genau in einem Moment, in dem Kenji nachladen musste. Kenji gab ihn einen Schlag mit dem Kolben der Flinte, doch der Geselle war zäh. Saki schrie und tastete um sich herum. Sie bekam den Taser zu fassen, der ihr beim Kampf aus der Tasche gefallen war. Sie rammte dem Untoten das Gerät ins Gesicht. Die Kontakte rutschten etwas nach oben und rutschten in die Nase des Zombies. Mit ihrem Daumen drückte sie den Auslöser des Shockers. Der Untote hörte auf zu schnappen und zu schlagen. Der ekelhafte Geruch verbrannten Fleisches und verbrannter Innereien breitete sich aus. Ihr Vater hatte für diese Waffe seine Beziehungen spielen lassen. Die Stromstärke war definitiv höher als gestattet. Wieder half Kenji ihrt auf. Sie konnten sich über die Brücke kämpfen. Jedoch hatten sie fast ihre ganze Munition aufgebraucht und sehr viele dieser Dinger angelockt. Lärm schien sie an zu locken.”Was machen wir jetzt?” fragte Saki erschöpft. Ihre schöne weiße Matrosenschuluniform mit dem grünen Kragen war voller Blut. Kenji sah sich um. Er entdeckte die Tankstelle, die am Ende der Brücke lag.”Vielleicht sollten wir unsere Vorräte etwas auffüllen” schlug Kenji vor. Saki nickte nur. Sie hatte wirklich Durst. Und sie hatten auch nicht mehr wahnsinnig viel zu Essen, da ihre Eltern nicht mehr viel Zuhause hatten. Die Beiden entschieden sich also die Tankstelle zu betreten.



Facts of the Dead (Eine Rubrik die es im Manga gab und die ich sehr cool finde. Darum habt Spaß, vielleicht lernt ihr noch was dazu.)


Die japanische Polizei
Die Polizei Japans besteht aus motivierten und pflichtbewussten Beamten. In der Bevölkerung werden die Polizisten mit großen Respekt behandelt und gelten als Freund und Helfer. Die Bürger scheuen sich nicht Beamte nach dem Weg zu fragen oder anders um Hilfe zu bitten. Die Polizei besitzt ein Special Assault Team (kurz S.A.T). Es ist vergleichbar mit dem amerikanischen SWAT, dem deutschen SEK oder GSG9. Die Polizei hat eine eigene Abteilung für die Bekämpfung von Unruhen. Vergleichbar mit der deutschen Bereitschaftspolizei. Diese Beamten nutzen nicht tödliche Gewalt und gelten als besonders disziplinierte Beamte.


New Nambu M60
Dieser Revolver ist seit den 1960ern die standardmäßige Seitenwaffe der japanischen Polizei, Küstenwache und des Justizvollzuges. Er basiert auf Entwürfen der amerikanischen Firma Smith & Wesson. Der Revolver ist robust und verschießt eine erprobte Patrone, die auch vielen anderen Polizeien auf der Welt dient. Die Trommel fasst fünf Schuss und hat einen Double Action Abzug.


Bockflinten
Diese Jagdwaffen sind besonders beliebt bei Sportschützen und Jägern. Die Läufe liegen übereinander, was die Präzision erhöht. Wie bei anderen Doppelflinten, werden die Läufe abgeklappt wodurch sie schnell zu laden ist. Viele Firmen stellten diese Waffen her. Etwa die berühmte italienische Waffenschmiede Beretta.


Kendo
Kendo ist eine Abwandlung der uralten Schwertkunst der Samurai (auch Kenjutsu genannt). Beim Kendo wird mit Holzschwertern gekämpft. Die Kämpfer tragen spezielle Schutzkleidung (auch Bogu genannt) und eine Metallmaske, die das Gesicht schützt (auch Men genannt). An vielen Schulen gibt es in Japan Kendo-Clubs, da die Schüler durch diesen Sport einige Fähigkeiten erlangen wie etwa Disziplin, Entschlossenheit und moralische Stärke.
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