Die kleine Eifersucht

GeschichteFreundschaft / P12
29.07.2019
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Schönen Montag!

Wie schon mal gesagt, ich bin im Moment voll auf dieser Schiene. Eigentlich wollte ich dieses Geschichtchen erst später hochladen, aber ich habe es mir anders überlegt. Grund dafür sind ein paar Leser, die mir erzählt haben, sie hätten von ihren Eltern nicht nur Leseverbot bekommen, sondern dürften ihr Taschengeld nicht mal mehr für Bücher ausgeben. Da werde ich grantig. Darum widme ich diesen armen Mäuschen diesen OS.

Es wird ganz speziell verrückt. Wie eben immer bei den Jungs.

Viel Spaß!


Kleine Eifersucht


„Der Kerl ich verrückter als Roger Rabbit, aber ich liebe ihn*.“

Murdock blieb kurz vor der Scheunentür stehen und lächelte als er diese Worte hörte.
„Ich weiß, Muchacho, ich dich auch.“
„Captain!“
„Bin schon am Weg, Colonel!“


Murdock stand am Zaun gelehnt und sah Face dabei zu wie er seine Show abzog. Und dass alles nachdem sie erst einem Blender das Handwerk gelegt hatten. Musste Face es denn immer so übertreiben? Natürlich stieg die Frau prompt auf die Worte des Blonden ein, mehr noch als viele andere die dem Charme des Mannes erlagen. Sie hing an den Lippen von Face, dass es nur so eine Freude war. Der Pilot verdrehte die Augen und beschloss dem Trauerspiel ein Ende zu bereiten.
Schnurstraks ging er auf die beiden zu und drängte sich einfach dazwischen, und nun fing seine Show an. Schon nach wenigen Worten hatte er erreicht was er wollte, Face, stand da als würde Murdock plötzlich rückwärts sprechen und das Landei neben ihm fing an schallend zu lachen. Na bitte, ging doch.
Der Pilot kostete die Situation noch ein wenig aus ehe er sich grinsend vom Acker machte.


Face saß hinter dem Steuer seiner Corvette, Murdock war auf dem Beifahrersitz. Der Pilot blickte nach draußen und schien mit sich und der Welt wieder mal komplett zufrieden zu sein. Aber so einfach würde es Face dem Mann nicht machen. Bevor er ihn zurück ins Krankenhaus brachte wollte er einige Antworten.
„Badezubehör für Kleinkinder?“
Murdock drehte den Kopf und blickte seinen Freund verwirrt an.
„Wie bitte?“
„Tu nicht so unschuldig, du weißt ganz genau wovon ich rede. Die Nummer war ja wohl mehr als peinlich und offensichtlich.“
„Aber sie hat deine kleine Flamme zum Lachen gebracht“, grinste der Pilot.
„Das mag sein, nur verstehe ich es nach wie vor nicht. Was sollte denn dieser Unsinn?“
„Ich wollte dich von deiner Nummer runter bringen.“
„Du meinst das Flirten mit der Kleinen?“
„Nein, ich meine diese aufgesetzte Show. Es war ja noch gut als du ihr das mit dem Jazz erklärt hast, danach fragen sie schließlich alle, aber als du dann angefangen hast von Liebe zu säuseln da konnte ich mich einfach nicht mehr zurückhalten.“
Kurz warf Face seinem Gesprächspartner einen ratlosen Blick zu ehe er sich wieder auf die Straße konzentrierte. Er bog ab und parkte vor einem kleinen Wäldchen, hier würde er sich in Ruhe mit Murdock unterhalten können, ohne befürchten zu müssen einen Unfall zu bauen.

„Was genau hat dich denn an meinen Worten gestört? Es ist schließlich nicht das erste Mal, das ich so mit Frauen spreche.“
„Aber dieses Mal hatte das Ganze nicht mal für einen Tag Zukunft. Schöner Wald übrigens, schon mal mit Damenbegleitung drin gewesen?“
„Lenk nicht vom Thema ab. Erklär mir lieber was du damit meinst. Meine Partnerschaften haben doch nie eine Zukunft.“
„Das nicht, aber für gewöhnlich bleibst du wenigstens für ein Abendessen und eine Nacht mit ihnen zusammen. Aber wir sind doch sofort losgefahren, du wirst die Frau nie wieder sehen, was dir bestimmt keine schlaflosen Nächte bescheren wird, darum hielt ich es nicht für schlimm wenn ich mich einmische. Außerdem hat es tierischen Spaß gemacht. Du hättest mal deinen verdatterten Gesichtsausdruck sehen sollen. Aber eines muss man dieser Landmaus lassen, sie hat Humor, eine Großstadttussi hätte wohl nicht gelacht, sondern mir die Pest an den Hals gewünscht. Dafür bekommt sie Punkte.“
Face betrachtete seinen besten Freund lange, er kannte den Piloten darum wusste er auch das da noch etwas anderes im Busch war. Um genau zu sein, er wusste sogar was da im Busch war. Etwas das ihm ein leises Lächeln ins Gesicht zauberte.
„Du warst eifersüchtig“, stellte er fest.
„Hey, du hast ihr immerhin gesagt du liebst mich“, gab der Pilot freimütig zu.
„Ja, und ich habe dich Sweetheart genannt. Nicht wahr?“
Der Pilot grinste und lehnte sich seitlich an seine Lehne, Face spiegelte ihn.

Den Blonden überraschte die Erkenntnis nicht wirklich, war sie doch nicht neu. Es kam in der Vergangenheit immer mal wieder vor das sein bester Freund einen solchen Rappel bekam. Das lag an der besonderen Art ihrer Freundschaft.
Murdock und er waren vom ersten Moment ihres Kennenlernens an die besten Freunde gewesen. In Vietnam hatten sie so manche verrückten Dinger gedreht, sich immer gegenseitig den Rücken freigehalten und waren schlussendlich fast unzertrennlich gewesen. Für Face, der durch sein Leben im Waisenhaus, niemals eine wirkliche Freundschaft aufbauen konnte, waren die Freunde doch früher oder später alle gegangen, war der schlaksige Pilot der erste Mensch, dem er sein volles Vertrauen schenkte. Er hatte instinktiv gemerkt das nur der Tod sie würde trennen können. Und selbst darüber hinaus würde der Pilot ihm die Treue halten, da war sich Face absolut sicher. Ging es ihm schließlich nicht anders. Gevatter Tod würde noch graue Haare auf seinem Glatzkopf bekommen, sobald sie bei ihm waren.
Was Murdock selbst betraf, auch er hatte in seinem Leben keine langen Freundschaften gehabt. Sie alle waren daran zerbrochen das er eben war wie er war. Damals noch nicht gänzlich verrückt aber auch schon nicht mehr normal. Und so war Face für ihn ein Geschenk des Himmels gewesen. Er hatte Tempeltons Freundschaft mit absoluter Treue und Anhänglichkeit belohnt, beides hielt bis heute an.

Face, dem gerade einige Erinnerungen durch den Kopf geisterten, konnte ein Lachen nicht mehr zurückhalten.
„Wir haben schon eine schräge Beziehung.“
„Aber nicht anders würde ich es haben wollen. Du?“
„Nein, dir ist aber schon klar das du mich nicht immer mit diesen Mitteln daran erinnern musst?“
„Ach Facey, so eine kleine Eifersucht ab und an ist doch das Salz in unserem Leben. Es ist unser Jazz, den wir so sehr lieben.“
„Ja, so ist es wohl. Ich habe übrigens nicht gelogen, ich liebe dich wirklich.“
„Ich weiß, Facey, ich weiß. Nicht weniger als ich dich.“
Der Blonde legte seine Hand in den Nacken von Murdock und zog dessen Kopf zu sich. Mit der anderen Hand schob er ein wenig dessen Kappe zurück. Sanft küsste er den Mann auf die Stirn und spürte wie dieser sich gegen seine Lippen drückte.
„Na komm, raus mit dir.“
„Raus?“
„Ja, du hast doch schon richtig erkannt was für ein schönes Plätzchen, das hier ist. Und um deine Frage zu beantworten, nein ich war noch mit keiner Frau hier. Diesen Ort habe ich extra für dich reserviert. Für den Tag an dem ich dir wieder einmal zeigen muss das es nie eine Frau geben wird, die sich je zwischen uns drängen kann. Du bist und bleibst meine Nummer eins. Also, Lust auf eine kleine Tour?“
Anstatt zu antworten sprang Murdock über die Tür der Corvette, rannte um das Auto herum und öffnete Face die Tür.
„Deine Nummer eins hat immer Lust auf dich.“
Grinsend stieg Face aus, verschloss den Wagen und ließ sich von Murdock an der Hand in den Wald ziehen.

Bestimmt gab es nicht viele Menschen, die ihre besondere Art der Freundschaft verstehen würden. Murdock und Face waren sich sogar sicher, dass es außer ihren Team-Kollegen überhaupt niemanden gab, selbst Amy nicht. Aber auch wenn sie von niemand anderen verstanden wurden so störte sie das nicht im Geringsten. Für sie funktionierte es und nur das war wichtig.

Tempelton schielte zu Murdock hoch und beobachtete wie der Größere einfach nur ihre gemeinsame Zeit genoss. Und dem Blonden ging es nicht anders, er mochte es, wenn Murdock ihm zu verstehen gab das er ihn für einige Zeit nur für sich alleine haben wollte. Für Außenstehende mochte es total absurd klingen, aber dadurch fühlte Face sich gebraucht, so sehr wie auch er selbst den Piloten brauchte.
„Hey Facey, was ist das denn für ein Blick?“
„Was für einen Blick habe ich denn?“
„Einen schönen, einen der mir sagt, dass mir das was du gleich zu sagen hast sehr gefallen wird.“
„Na hoffentlich. Ich will dir nämlich sagen das ich gerade beschlossen habe dich erst in einigen Tagen wieder ins Krankenhaus zu bringen. Bis dahin gehöre ich ganz dir.“
„Oh Facey. Wowowowowowowouuuuuuuu!“
Und mit diesem Heulen, das Murdock seinen Spitznamen gegeben hatte, stürzte sich der Pilot auf Tempelton so das beide zu Boden gingen.
Sobald Face ausgesteckt auf dem Rücken lag machte es sich Murdock auf diesem bequem. Er verschränkte die Arme auf der Brust des Blonden und legte den Kopf darauf, um schließlich nach oben zu grinsen.
Face nahm dem Größeren seine Mütze ab und begann damit ihm durch die Haare zu fahren und neu zu arrangieren, auch er hatte ein sehr zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht.
„Können wir eine Weile so bleiben?“
„So lange du willst, Murdock.“

Ja, zugegeben, ihre Freundschaft war wirklich nicht leicht zu verstehen, wenn überhaupt. Viele würden sie, wenn sie die beiden Männer jetzt sehen könnten, wohl als Paar bezeichnen, was sie nie werden würden.
In anderen Momenten hatte man sie als Brüder gesehen, als Kameraden, als Aufreißer, Außenseiter, Draufgänger, Irre, sogar als Holmes und Watson. Aber keiner dieser Beobachter war je zum Kern ihrer Beziehung durchgedrungen. Dies war einzig und allein den beiden anderen Teamkameraden gelungen. Damals in den Lagern als es keine Chance auf nur ein wenig Privatsphäre gab. Und die Tatsache das weder Hannibal noch B.A. jemals ein böses, oder auch nur in irgeneiner Weise wertendes Wort über diese spezielle Freundschaft verloren hatten, ließ die vier endgültig von einem Team zu einer Familie zusammenschweißen. Es war auch der Grund aus welchem Rey zwar immer ein besonderer Freund aber nie ein Mitglied ihres Teams werden konnte. Er war nicht dabei, hatte es nicht gesehen, hätte es vielleicht auch nicht verstanden.

„Luftwache an Bodenstation. Face, wo bist du mit deinen Gedanken? Ich dachte du würdest die nächsten Tage mir gehören?“, schmollte Murdock.
„So ist es auch“, lachte der Blonde.
„Woran hast du denn dann so intensiv gedacht?“
Face strich dem anderen über die neugeordnete Frisur und stupste ihn auf die Nase.
„An dich“, gab er dann zur Antwort.
Murdock schnappte sich die Hand auf deren Rücken er einen Kuss hauchte.
„Das höre ich gerne. An was genau hast du denn gedacht?“
„Ach, ich habe nur überlegt als was ich unsere Beziehung bezeichnen würde.“
„Perfekt?“
Face schmunzelte.
„Viel mehr als das.“
Murdock nickte ehe er sich wieder auf der Brust des Blonden niederließ, wobei er eine seiner Hände mit der von Face verflocht, während er zuließ das der Blonde ihm immer wieder durch die Haare fuhr.
„Stimmt, viel mehr als das.“


Und wieder hatte ich Probleme mit dem Ende. Sie haben es mir hier aber auch schwer gemacht.

LG
Shiorinekoi
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