Wie es geht

GeschichteRomanze / P18
Jan "Farin Urlaub" Vetter
28.07.2019
02.02.2020
30
47215
7
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So, ich hoffe ihr habt eure Partyhütchen dabei ;)
Viel Spaß!

***

6. Kapitel

„Na ja, dass er dir so offensichtlich auf den Hintern geglotzt hat.“
Franziska lachte, „Er ist auch nur ein Mann und sei beruhigt, ich nehme es als Kompliment.“
„Du passt schon in die Welt, Ziska. Feierst du mit uns jetzt noch?“
„Mit euch?“
Bela blickte zu ihr rüber, „Gut, feierst du mit mir?“
Beide lachten.
„Ich denke schon.“, antwortete Franziska freundlich.
„Das freut mich. Ich geh mal duschen.“, damit stand Dirk auf und ließ sie wieder alleine zurück.

Jan hatte geschwitzt und genoss die Dusche.
Mit frischen Klamotten betrat er den Flur und lief Dirk in die Arme.
„Bah, du hast ja noch gar nicht geduscht.“, gab er gespielt angeekelt von sich.
„Musste noch was klären. Aber ich beeil mich.“ Der Schlagzeuger verschwand in seiner Garderobe.
Jan blickte sich um. Der Hintereingang war offen und er hörte einen Hund bellen. Langsam ging er auf die Tür zu und nahm eine Gestalt war.
Er lächelte. Seine Retterin an diesem Abend. Leise näherte er sich Franziska.
In seinem Körper machte sich ein Kribbeln breit und die Aufregung schoss ihm durch die Adern.

Franziska nahm sich vor, ohne schlechten Gedanken oder ohne irgendwelche Erwartungen auf die kleine Party zu gehen. Immerhin hatte sie heute auch etwas zu feiern. Sie hat heute die erste Veranstaltung als offizielle Chefin hier in der Halle geschmissen und das mit den besten Kollegen die sie hatte. Sie lächelte und spürte, wie ihr jemand die Haare aus dem Nacken strich. Gänsehaut machte sich breit. Wie gelähmt blieb sie sitzen. Die Hand in ihrem Nacken legte sich an ihren Haaransatz und übte immer wieder leichten Druck mit den Fingerspitzen aus.
An ihrem Ohr merkte sie einen Atem. Ab da wusste sie, um wenn es sich handeln musste.
„Danke.“, flüsterte ihr eine bekannte Stimme ins Ohr und sie musste lächeln.
Franziska schloss die Augen und genoss die kleine Massage in ihrem Nacken. Da war wieder dieses Gefühl, welches alles egal erscheinen ließ. Innerlich wusste sie, dass es irgendwie falsch war, das alles zu zulassen. Aber irgendetwas bremste sie aus. Sie konnte und wollte sich nicht wehren.
„Mademoiselle, du schuldest mir noch eine Antwort“, flüsterte die Stimme wieder in ihr Ohr. „Was wird das mit uns beiden?“
Langsam drehte sie ihren Kopf zu seinem Gesicht. Ihr Mund berührte sein Ohr sachte und sie sagte leise, „Sag du es mir.“
Franziska bemerkte, dass auch Jan Gänsehaut bekam. Ohne seine Hand aus ihrem Nacken zu lösen setzte er sich neben ihr auf die Treppe.
Ihr Herz drohte zu zerspringen und auch sein Herz schlug ihm im Hals.
Sie legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel und fuhr noch ein Stück höher. Grinsend sah sie ihn an und er sah anzüglich zurück zu ihr. Seine Hand in ihrem Nacken griff kurz, aber bestimmend zu und Franziska atmete hörbar aus.
„Wir kennen uns doch gar nicht und du bist mein Kunde.“
Beide wussten worauf das Spiel rauslaufen könnte und es machte sie beide an. Aber in Franziska hatten gerade die Zweifel wieder die Oberhand gewonnen.
„Wie das klingt, dein Kunde. Hast du etwa noch ein Nebengewerbe am laufen?“, Jan lachte.
Sie verdrehte die Augen. „Du weißt genau was ich meine. Außerdem, würde ich so einen Kunden meinen, hätte ich gar keinen Grund mich dagegen zu wehren. Immerhin müsstest du dafür teures Geld abdrücken.“
Er sah sie an und ehe sie sich versah, drückte er seine Lippen auf ihre. Der Kuss war intensiv und lang.
„Das wäre es mir wert.“, sagte er leise.
„Farin…“
Er unterbrach sie, „Jan.“
Sie seufzte. „Jan, schön und gut, aber das geht so nicht. Du kannst doch nicht hierher kommen, dich wie eine Pottsau aufführen und jetzt mit mir spielen, nur, weil ich scheinbar, gerade die einzige Frau an Ort und Stelle bin.“
Jan legte seinen Arm um sie und drückte sie an sich.
„Ich kann ja verstehen, dass dich das alles verwirrt, das verwirrt mich ja selbst, aber ich will nicht, dass du glaubst, dass ich nur mit dir spiele. Ich frage mich ja selbst danach, was du mit mir machst. Weil, wie du schon sagtest, wir kennen uns nicht.“
Franziska stand auf, beugte sich zu seinem Ohr, biss zärtlich hinein und flüsterte „Dann lern mich kennen.“, und dann ging sie mit ihrem Hund wieder in den Backstagebereich.

Lächelnd sah er ihr nach. Sie konnte es aber auch nicht lassen. Der leichte Schmerz an seinem Ohr ließ nach. Er war glücklich. Warum auch immer. Er war es einfach. Er wollte sie ja kennen lernen, aber wie sollte man das anstellen, wenn sie übermorgen wieder woanders waren.
Sein Blick fiel gen Himmel. Es war eine sternenklare Nacht. Krampfhaft suchte er nach einer Lösung für sein Problem.

Franziska machte sich in ihrem Büro frisch und betrat den Cateringbereich. Ihr Blick suchte den Raum ab und ein wenig Enttäuschung machte sich in ihr breit. Jan war nicht da.
Als Lui sie erblickte begann er zu applaudieren und die ganze Crew stimmte mit ein. Es war ihr unangenehm.
„Leute, ich hab kein Wunder vollbracht.“, sagte sie laut.
Es dauerte nicht lange und alle gingen wieder ihren Gesprächen nach.
Um ihre Hüften schlang sich ein Arm und ihr Herz hüpfte leicht.
„Wunder nicht, aber du hast uns den Arsch gerettet.“, es war Bela.
„Hey.“, Franziska versuchte die Enttäuschung nicht in ihre Stimme zu legen.
„Komm wir holen dir erst mal etwas zu trinken und dann quatschen wir mal.“
Innerlich kam die Panik. Hatte Bela etwa etwas mitbekommen? Worüber wollte er quatschen und wo war Jan? Hatte sie ihm zu sehr vor den Kopf gestoßen.
„Bier oder eher so nen Frauengetränk?“
„Bier.“, sie lachte.
Bela ging mit ihr in eine ruhige Ecke. „Hab ich mir gedacht, dass du eher der Bierfraktion angehörst. Hast du mit Farin geredet?“
Franziska machte die Dose auf, nahm einen Schluck und nickte. „Ich und Jan“, sie bemerkte wie der Schlagzeuger aufhorchte, „Wir haben das aus der Welt geschafft.“
„So so, er hat dir das Jan angeboten.“, er lächelte.
Sie merkte wie ihre Wangen rot wurden.
„Macht er ja eher selten, aber irgendwie hast du es ihm wohl angetan mit deiner dominanten Art und wie du ihn im Schach hältst. Ich kenne ihn jetzt schon so lange, glaub mir, irgendetwas hast du mit ihm gemacht.“
Die Tür ging auf und erwartungsvoll sah Franziska hin. Es war Rod.
„Keine Ahnung was ich mit ihm gemacht habe und ehrlich gesagt, ist es mir auch egal. Aber vielleicht habt ihr jetzt einen ausgeglichenen Gitarristen mit auf Tour.“
Bela sah sie an und seine Augen weiteten sich. „Ihr habt doch nicht schon?“
„Was? Nein! Boar, was denkst du denn?“, fragte sie ihn schockiert.
Erleichternd lehnte sich Dirk zurück. „Ich mein ja nur. Ich sage doch, ich kenn ihn schon länger.“, wieder grinste er, „Aber ihr hättet gerne.“
Franziska knüllte die leere Dose zusammen und warf sie in die Richtung des Schlagzeugers.
„Hey! Muss ich deinen Chef anrufen?“, lachte Dirk und sie lachte mit.
„Aber wenn Jan jetzt schon soweit ist, ich bin Dirk.“
„Freut mich, ich bin Franziska.“, sie reichten sich beide die Hand und lachten wieder.
„Ziska, gefällt mir da ja wesentlich besser.“
Maik brachte neue Getränke zu den beiden.
„Und du, du bist solo oder hast du eine bessere Hälfte?“, fragte Franziska neugierig.
„Ich bin verheiratet und Papa.“
„Echt? Hat man gar nicht mitbekommen. Wie kommt deine Familie damit klar, dass du jetzt längere Zeit nicht da bist?“
Dirk nahm einen Schluck von seinem Bier. „Ist schon hart so, aber wir haben Offtage an denen ich nach Hause fahre oder die beiden kommen mich besuchen. Aber Konstanze ist eine Frau, die damit klar kommt.“
Wieder blickte Franziska hoffnungsvoll zur Tür. Wieder wurde sie enttäuscht.
„Warte nicht auf Jan, der will den Fehler in seiner Anlage noch suchen. Wahrscheinlich hat er Angst, dass, wenn es sich morgen wiederholt, die erste Reihe ihn oder dich umbringt.“
Verwirrt sah Franziska ihn an. „Hä?“
„Na ja, es sind meistens dieselben und die himmeln uns schon ziemlich an und heute, als Jan auf dein Hinterteil starrte wurden einige wohl eifersüchtig, so wie ich das einschätzen konnte.“ Er lachte.
Sie sah ihn ungläubig an. „Bitte was?“
„Ja, du bist jetzt eine potenzielle Bedrohung. Durch deinen Job hier, kommst du Jan näher als sie und dann war er so angetan von deiner Rückansicht, dass sie das wohl eher nicht so witzig fanden.“
Franziska leerte ihre Dose mit einem Zug. „Und jetzt? Bekomme ich jetzt eine Unterlassungsklage und darf mich nur noch bis auf hundert Meter nähern?“
Beide mussten lachen.
„Das vielleicht nicht, aber für heute Abend hast du sicherlich einigen das Herz gebrochen.“
„Weißt du, dass mir das auch völlig egal ist?“, fragte Franziska und wollte darauf eigentlich keine Antwort haben.
So verstrich der Abend. Franziskas Hoffnung wurde noch einige Male enttäuscht und doch hatte sie Spaß mit allen Beteiligten.
Sie stieß mit ihren Kollegen auf ihre Feuertaufe an und feierte mit der Bandcrew bis weit in die Nacht.
Mit Dirk und Rod führte sie noch tiefsinnige Gespräche, die meist in irgendeiner anzüglichen Bemerkung endeten.
„So“, Franziska klopfte auf den Tisch, „Ich mach mich mal. Bis morgen.“
Sie holte Käthe und lief noch einmal durch die Halle. Vielleicht war es wieder die Hoffnung, die sie dort hin verschlug.

***
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