Wie es geht

GeschichteRomanze / P18
Jan "Farin Urlaub" Vetter
28.07.2019
15.09.2019
8
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Ihr wartet auf die Party? Ja, die gibts heute noch nicht ;)
Dafür könnte man rein theoretisch merken, dass ich vllt eine LiveDVD ein wenig zu oft geguckt habe :D ;)
VIel Spaß!

***


Kapitel 5

Der Einlass lief problemlos ab. Jeder bezog seine Position und dem Konzert stand nichts mehr im Weg.
Jan und Franziska waren sich nicht mehr begegnet und beide waren sehr froh über diese Tatsache.
„Franzmann, bitte kommen.“, quäckte ihr Funkgerät.
„Maik, was gibt’s?“
„Franzmann, deine Käthe streunt hier noch rum.“
„Ah fuck. Ich kümmer mich.“
Eilig hetzte sie in den Backstagebereich. Käthe saß bei Jan. Franziska schluckte. Sie sah sich um. Der Flur war ansonsten leer.
Schlagartig waren beide sich unsicher.
Ihre Blicke trafen sich. Beiden kam es vor, als seien sie wieder in der gleichen Situation wie vorher. Als hätte jemand den Pausenknopf gedrückt und würde den Film jetzt wieder starten.
Sie ging auf die beiden zu. Jan sah sie an.
„Ich..ehm..Käthe sollte nicht hier sein.“, stammelte Franziska. Wo war ihr Selbstbewusstsein hin?

Er packte die Frau und drückte sie gegen die Wand. Spürte wie ihre Atmung schneller wurde und schon küssten sie sich leidenschaftlich. Ihre Zungen lieferten sich ein Machtspiel, welches ihnen beiden gefiel. Ihr Becken drückte sich gegen seines und sie ergab sich ihm völlig.
In seinem Kopf fuhr ein Film der völlig realitätsfern war.
Er seufzte innerlich, verwarf diesen Gedanken und sah sie wieder an.
An seinen Augen konnte sie sehen, dass er kurz weggetreten war.
„Na wo warst du denn?“, fragte sie frech und innerlich war sie erleichtert, dass ihr Selbstbewusstsein zurück schien.
„Hier.“, antwortete Jan verwirrt.
„Ja klar. Dieser leere Blick mit leicht anzüglichen Nuancen.“
„Erwischt, ich habe mir gerade vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn du mich vorhin nicht so einfach abserviert hättest.“
Franziska schluckte. Ihr Inneres sagte ihr, dass er sie nicht mal anlog. „Hättest du mich nicht wenigstens anlügen können?“
Fragend zog er seine Braue hoch. „Wieso?“
„Weil es offensichtlich war. Komm Käthe, wir müssen uns beeilen.“
Sie drehte sich auf dem Absatz um und verbot sich, auch nur weiter darüber nachzudenken.
„Hey, warte mal kurz!“, rief er ihr nach.
Franziska blieb stehen und drehte sich wieder zu ihm. Jan lief zu ihr hin, lehnte sich zu ihrem Ohr. Sie spürte wieder seinen Atem. Krampfhaft versuchte sie herauszufinden, was er jetzt von ihr wollte. Warum tat er das? Ihr Herz schlug schneller.
Mit einem schelmischen Grinsen flüsterte er, „Mademoiselle, was wird das mit uns beiden hier eigentlich?“, vorsichtig küsste er ihr Ohr, drehte sich um und ging Richtung Bühne.
Verwirrt sah sie ihm nach. „Du arrogantes Arschloch!“
Jan grinste, zuckte mit den Schultern und warf ihr einen unschuldigen Blick zu.
„Scheinbar gefällt es dir ja.“

Franziska brachte Käthe zurück in ihr Büro. „Du bleibst jetzt hier, Kleine.“
Sie schloss das Büro ab und ging zurück zu Lui und dem Rest in die Halle.
Lui sah sie an. „Können wir?“ Er bemerkte die leichte Röte auf ihren Wangen und dachte sich nichts bei.
Sie nickte entschlossen und die Halle verdunkelte sich. Die Menge schrie und rastete völlig aus.
Die ersten Töne erklungen und die Menge kannte kein Halten mehr. Franziska bekam Gänsehaut, als sie Farins Stimme hörte.
Irritiert ging sie in sich und wollte endlich eine Antwort darauf haben, warum sie so fühlte.
Ihr Interesse an Männern war nie groß. Sie kam alleine klar und brauchte dieses ganze Pärchengehabe nicht. Ihr Vater schilderte sie bei anderen immer als Einsiedlerkrebs. Aber es war eben so, sie war sich selbst genug. Damit hatte sie auch keinerlei Verpflichtungen irgendwem gegenüber und sie liebte es.
Der Vorhang fiel und da standen die drei Gründe, weswegen heute Morgen schon Fans vor der Halle saßen. Ihr Blick fiel auf den Gitarristen und sie lächelte.
Lui sah in diesem Moment zu ihr rüber und grinste. Das fiel Franziska im Augenwinkel auf und jetzt sah sie den Mann fragend an. Dieser zuckte mit den Schultern. Es wäre eh unmöglich gewesen, sich zu unterhalten.
Gut die Hälfte des Konzerts war geschafft und Franziska ging hinter die Bühne und guckte, ob alles funktionierte.

„Hey, wartet mal kurz.“, Jan brach das Lied ab, „Meine Gitarre geht nicht mehr.“
Bela und Rod lachten. „Läuft gut, da hat sich das Proben gelohnt.“, grölte Rod.
„Farin, hat keiner gemerkt, dass deine Gitarre nicht geht.“, witzelte Bela.
„Ach deswegen klang das Lied grad so gut.“, lachte Rod.
Jan verschwand zur Seite und suchte krampfhaft nach dem Problem. Die beiden anderen machten sich weiter lustig und das Publikum feierte weiter.
Jochen schwitzte und war sichtlich nervös. Ein einziges Nervenbündel, welches nichts mehr zu Stande brachte.
Franziska sah fragend zu Jochen und dieser gab ihr zu verstehen, dass er keine Ahnung hatte, was er tun sollte.
Jan ging zurück zu seinem Mikro, „Ich kann euch nicht mal Pausenmusik spielen.“ Er witzelte, aber innerlich war er mehr als genervt. Er musste sich zusammenreißen, um seiner Wut nicht Luft zu machen.
Franziska hatte sich in diesem Moment vor Farins Technik gebückt und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen.
Jans Blick glitt zur Seite. Er grinste beim Anblick von ihrem Po.
Bela überblickte die Situation erst, als er merkte wie die erste Reihe verdutzt auf die Technikerin blickte. Manchmal waren sie süß, ihre Fans. In vielen fragenden Blicke mischte sich Eifersucht.
Es musste also offensichtlich für ihre Fans sein, dass Farin gerade einen Frauenhintern begutachtete und sichtlich Spaß daran hatte.
Er ging zu Jan, „So mein Lieber, wenn du der guten Frau dort nicht so penetrant auf ihren Arsch schauen würdest, der nebenbei gesagt, wirklich wunderschön ist, könnte sie womöglich das Problem schneller finden.“
Jan fühlte sich ertappt. Denn auch Franziska drehte sich jetzt um und sah ihn an.
„Ja, sorry, aber da muss man doch hingucken.“, er pausierte kurz mit einem frechen Grinsen, „nicht das die mir die Anlage jetzt komplett lahm legt.“, sagte er lachend.
Franziska zeigte ihm ihren Mittelfinger und drehte ein paar Regler. Wieder lachte Jan.
Sie blickte zu ihm und nickte. Er schlug ein paar Saiten an und die Halle erfüllte sich mit Gitarrenklängen. Er war zufrieden und erleichtert.
Bela ging zurück hinter sein Schlagzeug, „Jochen! Pass auf, vielleicht klaut sie dir deinen Job und jetzt einen Applaus für die Frau, die hier jeden Tag ihren Mann steht.“
Die Menge tobte.
„Und für die Frau, die den Abend gerettet hat.“, fügte Rod hinzu.
Wieder tobte die Menge und die drei spielten weiter.
Franziska war das unangenehm und Jochen blickte sie an. Es war eine Mischung aus Dankbarkeit, Nervosität und einem kleinem Bisschen Hass.
Sie ging auf ihn zu, „Mach dir keine Gedanken. Für so ein Arschloch arbeite ich nicht und eigentlich hab ich auch nur dir geholfen, damit du nachher noch eine Job hast.“
Sein Blick war nur noch voll Dankbarkeit. „Danke. Wir hatten sowas noch nie und ich hätte nicht gewusst was ich machen sollte.“
„Nicht dafür.“, grinste sie und ging zurück zu Lui.
Respektvoll klopfte er ihr auf die Schulter.
Es machte sie ein bisschen stolz. Aber sie tat es wirklich nur für den dicklichen Backliner, der mit allem überfordert schien.
Sie lauschte der Musik und ging ihren Gedanken nach. Wie konnte jemand wie Jochen für Farin Urlaub arbeiten? Immerhin schien es ihr, als müsse man diesem Mann einfach Paroli bieten können. Das konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Nicht bei dem unsicheren Backliner. Aber vielleicht war es das, was ihn ausmachte. Vielleicht brauchte Farin Urlaub jemanden, der zu allem Ja und Amen sagte und zu ihm auf blickte.
Sie war sich sicher, dass ihr das nie passieren würde. Eher sah man Pferde kotzen.
Das Konzert näherte sich dem Ende  und Franziska gab Lui zu verstehen, dass sie nach Käthe gucken wollte.
Sie ging in ihr Büro und weckte ihre alte Dame. Diese knurrte verschlafen und stand langsam auf. Käthe war ein gemütliches Tier und muffelig wenn man sie weckte. Genau so wie ihr Frauchen. Franziska lachte.
Mit Käthe ging sie auf den Flur, um sie draußen auf die Wiese zu geleiten. Käthe blickte sich um und trottete zur Tür, am Ende des Flures.
Draußen war es abgekühlt und Franziska atmete die kalte Luft tief ein. Sie setzte sich auf die Stufen und beobachtete ihre Hündin, wie sie alles beschnupperte.
Was war das für ein Tag? Erst überfuhr sie ihr Chef und dann kam dieser Mann, der alles aus der Bahn warf. Sie wurde nicht schlau aus ihm. Sie wurde nicht schlau aus sich. Warum tat er das alles, so wie er es eben tat. Vorhin in seiner Garderobe, dann das im Flur. Hätte man ihr das heute Morgen erzählt, hätte sie alle für verrückt erklärt. Aber warum ließ sie ihn nicht links liegen und stieg einfach auf sein Spiel ein? Wessen Spiel war das überhaupt? Hatte sie nicht in seiner Garderobe dazu eingeladen?
Nachdenklich biss sie sich auf die Unterlippe.
Franziska seufzte und zuckte zusammen, als ihr plötzlich jemand eine Hand auf die Schulter legte.
Es war Bela. „Du hast uns echt den Arsch gerettet. Danke.“
„Ach mach nicht so ein Ding draus. Eure Leute hätten das auch geschafft.“
Bela lachte, „Ja, aber nicht so schnell.“
Franziska grinste, „Klar, und ich bezweifel, dass eure Fans sich rumgedreht hätten und gegangen wären, wenn es länger gedauert hätte.“
Bela setzte sich neben sie. Er war verschwitzt.
„Wahrscheinlich eher nicht, aber es muss ja nicht sein, dass wir die Meute warten lassen.“, er lächelte, „Und das mit Farin tut mir echt leid.“
Fragend sah sie zu  dem Schlagzeuger rüber. Wollte er ihr jetzt sagen, dass sein Freund das immer so machte mit Frauen?

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