Das Leben geht weiter

GeschichteAllgemein / P12
Loki OC (Own Character)
28.07.2019
12.10.2019
7
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Hi! :)
Ich möchte darauf hinweisen, dass dies meine erste ff ist. Deshalb würde ich mich sehr über konstruktive Kritik und Tipps freuen.
Viel Spaß beim lesen ;)

*~*~*~*~*~*~*~*~*

Das letzte, was Loki Laufeyson sah, bevor er in die unendlichen Weiten des Universums fiel, was Thor Odinsons vor Schmerz verzerrter Gesichtsausdruck. Für einen Moment bereute er es, losgelassen zu haben, doch es war schon zu spät. Das Universum umgab ihn freudig und wog ihn in der allwährenden Stille. Es zeigte ihm die verschiedensten Farben, von mystischen Grün- bis zu lebhaften Rottönen. Loki wusste, dass er unmöglich sein Leben in den lebenszerrenden Kräften des Universums verlieren könnte. Es konnte sich nur noch um Sekunden, Stunden oder Jahre handeln, bis er durch die Gravitation auf einen fremden und vielleicht unbekannten Planeten landete. Doch der Prinz verlor jegliches Zeitgefühl. Die Erschöpfung machte sich in seinem Körper breit. Die schmerzlichen und gleichzeitig schönen Erinnerungen spielten sich vor seinem inneren Auge ab, wie ein Film. Mit Freude erinnerte sich der junge Gott an die endlosen Stunden in der Schlossbibliothek. Schon seit klein auf war diese der Ort gewesen, an dem er sich am liebsten aufhielt, mit Ausnahme von seinem Lieblingsleseplatz in dem höchsten Turm Gladsheims. Von dort aus konnte man wunderbar die Sterne beobachten und studieren. Er hatte schon immer eine Schwäche für Sternkonstellationen. Loki kannte sie besser als jeder andere. Die klare und wundervolle Sternensicht war jedoch nicht das einzige Besondere an diesem Ort, denn dort wehte immer eine angenehme frische Brise, die perfekt für das Lesen war. Nun wusste er, weshalb er sich in der Kühle stets wohler fühlte als in der Hitze. Der Prinz war nämlich der Sohn des schrecklichen Herrschers Jotunheims, König Laufey. Sein wahrer Name war nicht wie er all die Jahre glaubte, Loki Odinson, sondern Loki Laufeyson. Er war somit kein Ase, sondern ein Eisriese. Dieser Gedanke versetzte ihm wieder einen Stich in sein inzwischen gefrorenes und vernarbtes Herz. Seine angebliche Familie hatte ihn sein ganzes Leben lang angelogen und vorgemacht, sie liebten ihn. Bei  Frigga war er sich sicher, dass sie ihn wirklich liebte, doch Odins Liebe war offensichtlich vorgespielt. Der Allvater hatte dem Gott der Lügen immer seinen `Bruder` Thor, den Donnergott, vorgezogen. Egal wie sehr Loki versuchte seinen Vater stolz zu machen, seine Mühen waren vergebens.  Immer war Thor besser. Loki war sehr Magiebegabt, intelligent und ehrgeizig. Dadurch wurde er der jüngste Meister der Magie aller Zeiten, doch selbst das fand bei Odin keine Beachtung. Und die großen Schlachten Thors, in denen Loki oft vergessen wurde. Ohne ihn und seinen Nebel hätten Thor, die Warriors Three und Lady Sif den Kampf in Nornheim nicht lebend verlassen. Doch wer wurde für den Sieg gefeiert und vergöttert? Thor! `Natürlich, wie sollte es auch anders sein? Der goldene Königssohn ist ein Idol für  uns und unsere Kinder. Groß, stark und immer kampfbereit. So sollen alle Kinder sein! Aber wer ist dieser zweite Prinz? Er kann nicht kämpfen, ist alles andere als muskulös und studiert auch noch Magie! Das ist reine Frauensache! Er ist eine Schande für Asgard` Es war schon immer ein Vorteil gewesen Gedanken lesen zu können, doch diese machten ihn rasend vor Wut. Sie drohte überzuschäumen, doch er sperrte sie tief in sein schon längst überlastetes Herz. Dies war ein Fehler, da die Eifersucht auf Thor ihn  innerlich zerfraß und sein Herz langsam aber sicher einfror. Loki versuchte immer perfekt zu wirken, doch dies war nie genug. Solche Gedanken wie diese wurden unter den Asen immer häufiger und wurden auch verbal. Natürlich nur in Form eines leisen Tuschelns hinter seinem Rücken, doch er konnte die tiefe Abneigung fast körperlich fühlen. Jeden Tag setzte er ein fröhliches und vor allem perfektes Lächeln auf, während er innerlich zerbrach. Die herzzerreißende Entdeckung seiner wahren Herkunft brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. Diese Verzweiflung konnte er nun nicht mehr in die hintersten Winkel seines nun eiskalten Herzens sperren und sie vermischte sich mit der unterdrückten Wut, die sich in den letzten Jahren angesammelt hatte. Diese Umstände brachten Loki dazu sich nicht mehr von seinem brillanten Verstand, sondern seinen unterdrückten Gefühlen leiten zu lassen. Dadurch hatte er womöglich seine einzige Chance auf Ansehen und Achtung vermasselt. Eines war er sich sicher, die Asen hatten seinen Scheintod gefeiert. Nicht wissend, dass der Lügengott als Jotun der unglaublichen Kälte des Universums gewachsen war und die enorme Hitze der Sonnen und Sterne ihm gleichzeitig als Gott des Feuers nichts anhaben konnten. An seiner Stelle wären sie sicherlich nach höchstens einer Stunde gestorben. Der Prinz wurde von einer tiefen Traurigkeit erfasst. Er verwarf all seine vorherigen Gedanken und genoss stattdessen die atemberaubenden Sternenbilder die sich vor seinen Augen erstreckten. Der junge Gott konnte sich wieder einmal nicht sattsehen. Loki fühlte sich in diesem Augenblick wieder wie der kleine Junge, der abends nicht schlafen konnte und deswegen die Sterne bewunderte, denn diese spendeten ihm immer wieder Trost. Seit diesen Abenden hatte sich sein langes Leben um 180° gedreht. Die Sterne ließen Hoffnung in ihm aufkeimen, denn man könnte meinen Loki hätte alles verloren, doch zum ersten Mal fühlte er sich Frei. Er musste nicht mehr perfekt sein und seine Tränen verbergen. Der Gott konnte ihnen endlich freien Lauf lassen. Keiner konnte ihn sehen, hören oder verurteilen. Er war sich sicher, eines Tages auf einem Planeten zu landen. Vielleicht sollte er nicht schnellstmöglich nach einem Portal in den Wurzeln des Weltenbaums Yggdrasils suchen, sondern einen Neuanfang wagen? An einem Ort, an dem er unbekannt ist? Doch könnte sein eingefrorenes und vernarbtes Herz wieder auftauen? Wenn ja, wodurch?
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