Sturmschatten

GeschichteDrama, Romanze / P16
Shikamaru Nara Temari
27.07.2019
09.11.2019
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Prüfung

Kaum war Shikamaru wieder in Konoha stand die nächste Herausforderung an: Die Chunin-Prüfungen. Zum ersten Mal würden alle fünf großen versteckten Dörfer daran teilnehmen. Das bedeutete nicht nur einen immensen Aufwand, sondern vor allem Stress. Shikamaru saß vom Morgengrauen bis spät in die Nacht im Hokage-Turm in seinem Büro und verfluchte sein Leben. Wären die Prüfungen wie geplant in Kirigakure gewesen, dann hätte sich Chojuro hauptsächlich um die Planung kümmern müssen. Allerdings hatte es vor kurzem wieder verdächtige Bewegungen von Nukenin in Kiri gegeben. Weshalb kurzerhand das gesamte Sicherheitskonzept über den Haufen geworfen wurde. Zum Glück konnte sich Sai damit rumschlagen die verschiedenen Spezialeinheiten unter einem Hut zu bringen. Hätte das auch noch zu dem Berg seiner Aufgaben gehört, hätte er vermutlich alles hin geworfen und Naruto alles in die Hand gedrückt. Der Gedanke wie Naruto ratlos über den Papieren hängen würde, amüsierte ihn einen kurzen Augenblick. Seufzend öffnete er die nächste Schriftrolle.

***


Temari kam am späten Nachmittag in Konoha an und war überrascht nicht wie sonst Shikamaru zu sehen, der sie abholte, sondern Ino. Sie ahnte, dass er in sehr viel Arbeit steckte. Sämtliche E-Mails die sie von ihm in den letzten Wochen erhalten hatte, waren kurz und knapp gewesen. Dass er überhaupt E-Mails schrieb war ungewöhnlich. Er nahm sich sonst ausführlich Zeit um einen Brief zu verfassen. Weshalb sie gehofft hatte, er würde sich wenigstens kurz frei nehmen sie abzuholen. Es war nicht so, dass sie Ino nicht mochte, aber sie kannte die engste Freundin von Shikamaru nicht gut genug, um zu wissen wie sie genau zu ihr stehen sollte. Und sie wusste ebenso wenig ob Ino sie mochte.
"Hallo, Temari. Schön dich wieder zu sehen. Ich muss leider Shikamaru entschuldigen, er sitzt noch in einem Planungstreffen."
"Du hättest dir nicht die Mühe machen müssen, Ino. Ich hoffe dir geht es gut?"
"Es ist immer viel zu tun", merkte Ino an als sie an den Wachposten vorbei liefen. "Vor allem, weil meine Schüler zur Chunin-Prüfung zugelassen wurden."
"Das hat Shikamaru mir gar nicht erzählt."
Ino schaute sie kurz verwundert an, fuhr dann aber fort: "Chojis Team tritt auch an."
"Also wisst ihr schon was auf eure Schüler zukommt?"
"Bisher nicht. Die Kage machen dieses Jahr ein riesiges Geheimnis aus der Sache. Da letztes Jahr so ein Desaster war."
Das traf es ganz gut. Die letzte Prüfung war vorzeitig abgebrochen worden, weil irgendwer den Anwärtern alles verraten hatte. Daraufhin war das gesamte Konzept überarbeitet worden. Sie bekam immer noch Schweißausbrüche wenn sie daran dachte. Bis dato war die Prüfung in der Wüste die größte Katastrophe unter ihrer Leitung gewesen. Sie dachte besser nicht an ihre eigene Prüfung in der sich Orochimaru als ihr eigener Vater ausgegeben hatte. Sie schüttelte den Kopf, um diese Erinnerung fürs Erste loszuwerden.
"Daran darf ich bloß nicht denken", kam es seufzend von Temari. "Ist Chojuro auch schon da? Und Omoi?"
"Du klingst wie Shikamaru, wenn es um die Chunin-Prüfungen geht", bemerkte Ino lachend. "Ja, sie sind gestern schon angereist. Ich soll dich auch gleich zum Hokage bringen."
"Wenn ich danach was Essen kann, ist mir alles Recht."

***


Kakashi war sonst eher gelangweilt von seiner Arbeit als Hokage, doch wenn es darum ging aus Genin Chunin zu machen, erwachten seine Lebensgeister. Shizune und Shikamaru hatten Schwierigkeiten ihn in seinem Enthusiasmus zu bremsen. Eine Idee nach der anderen sprudelten aus ihm heraus und sicherte ihnen damit Aufgaben für die nächsten drei Jahrzehnte.
"Nein, Kakashi, das können wir nicht machen. Nicht Mal jeder Jonin könnte diese Aufgabe lösen", sagte Shizune heute zum wiederholten Male. Shikamaru verkniff sich einen Kommentar und versuchte die Augen offen zu halten.
Er hatte die letzten Nächte kaum geschlafen, geschweige denn Ruhe gehabt. Allmählich gingen ihm die Prüfungen an die Substanz. Ein Klopfen an der Tür unterbrach endlich dieses sinnloses Treffen.
"Ich habe Temari hergebracht, Hokage."
Shikamaru der gerade noch müde war, wurde hellwach als er Temari durch die Tür treten sah. Er war so froh, dass sie nun mit ihm zusammen hierdurch musste. Das machte alles erträglicher.
"Ich begrüße dich herzlich in Konoha, Temari. Wenn ihr euch beide setzen würdet? Wir brauchen auch einen kurzen Input von der Intel Division und dem Barrieren-Team, Ino", kam es von Kakashi.

***


"Endlich ist dieses Treffen vorbei", sprach Ino aus, was sie alle dachten als sie an die frische Luft traten.
"An Kakashi-sensei ist ein Foltermeister verloren gegangen", stimmte Sakura zu. Sie hatte die letzte Stunde des Treffens miterlebt, da sie mit Shizune zusammen die medizinische Versorgung gewährleistete und auch dies in das Sicherheitskonzept mit eingebunden werden musste.
"Ich mag solche Treffen", bemerkte Sai und sammelte sich damit ein paar böse Blicke durch seine Freunde zusammen.
"Ich muss dann los. Shizunes Schicht übernehmen", verabschiedete Sakura sich und bog in der nächsten Straße ein.
"Die Arbeit wartet auch auf mich", sagte Sai. "Wir sehen uns nachher, Schönheit."
Shikamaru sah wie Ino sich beschämt von ihm wegdrehte als Sai sie auf die Wange küsste. Er hakte nicht nach, sondern überlegte, wie er die Zeit überbrücken konnte bis auch Temari aus Kakashis Fängen befreit war. Wie üblich würde er dann mit ihr Essen gehen. Ino kam ihm jedoch zuvor.
"Was hältst du davon wenn wir nachher zusammen mit Choji ins YanikikuQ gehen? Du kannst auch gerne Temari mitbringen", den letzten Worte betonte sie so sehr, dass Shikamaru wusste, dass Ino Hintergedanken hatte.
"Was hast du vor, Ino?"
Er hob eine Augenbraue, um seinerseits seine Frage zu unterstreichen.
"Nun, wir kennen Temari doch kaum. Ein Essen ist die perfekte Gelegenheit sich kennen zu lernen."
Shikamaru kannte den zuckersüßen Ton den Ino nun anschlug.
"Kannst du die Leute nicht einmal in Ruhe lassen, Ino?"
"Ich werde nichts machen, außer ein paar Fragen zu stellen, Shikamaru. Sie muss sie ja nicht beantworten."
"Nun gut ich frage Temari, ob sie Lust hat."
"Danke!" Ino warf sich ihm um den Hals. "Du wirst es nicht bereuen."

***


Temari hatte sich kurz frisch gemacht als sie ihre Unterkunft eingekehrt war. Sie hatte eine Nachricht von Shikamaru an ihrer Tür gefunden, die besagte, dass er sie gegen acht Uhr abholen würde. Schnell hatte sie ihre Kleidung gegen etwas Bequemeres getauscht. Vielleicht war der Rock ein wenig kürzer als sonst, weil Shikamaru ihr dann immer hinterher schaute. Außerdem hatte sie ihre Zöpfe geöffnet und die Haare durchgekämmt, weil er das so viel lieber mochtet. Um acht Uhr trat sie vor die Tür und wartete auf Shikamaru. Er kam wie immer die Hände in den Hosentaschen auf sie zugelaufen. Mit jedem Schritt den er näher kam, wurde ihr Lächeln breiter. Er erwiderte ihr Lächeln. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Innerhalb weniger Sekunden lag sie in seinen Armen. Shikamarus Arme umfingen sie und hielten sie sicher und geborgen. Sie atmete seinen Duft ein. Es tat so gut ihn endlich richtig begrüßen zu können.
"Ich bin froh endlich frei zu haben. Wo gehen wir hin?"
"Nun, Ino hat gefragt, ob wir nicht zusammen mit ihr und Choji essen gehen wollen."
Sofort hörte sie das zögern in seiner Stimme.
"Aber?"
"Ich glaube sie will dich ausfragen. Wir können auch allein was essen gehen, wenn dir das unangenehm ist."
Kurz wägte sie die Möglichkeiten ab. Natürlich war es verlockend allein mit Shikamaru zu sein. Sie könnten sich was zum mitnehmen besorgen und sich ganz in Ruhe begrüßen. Ihre Gedanken wanderten zu den vielen nächtlichen Stunden die sie küssend und eng umeinander verschlungen im Reich des Eisens verbracht hatten. Sehr gerne hätte sie den Abend genauso eingeleitet.
"Lass uns mit deinen Freunden essen gehen."
Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn.

***


Das Essen verlief Shikamarus Meinung nach ganz gut, wenn man von der Tatsache absah, dass Temari kaum dazu kam etwas zu essen. Entweder löcherte Ino sie mit Fragen oder Choji schnappte ihr das Fleisch vom Grill. Hilfsbereit wie er war, schob er ihr unauffällig Fleisch auf den Teller. Sie bedankte sich dafür, indem sie unter dem Tisch sein Knie drückte. Es war schwer sie nicht zu berühren nachdem sie sich so lange nicht gesehen hatten. Er wollte mit ihr allein sein und sie in seine Arme schließe. Stattdessen saß er hier mit seinem gefräßigen besten Freund und der neugierigsten Kunoichi seit der Entdeckung von Ninjutsu, die so viele Fragen stellte, dass er hoffte Temari würde sie nicht gleich umbringen.
"Der Sternenhimmel in Suna ist viel klarer als hier in Konoha. Das vermisse ich immer wenn ich nicht zu Hause bin", beantwortete Temari Inos letzte Frage.
"Davon hat Shikamaru gar nichts erzählt", meinte Ino und redete munter weiter.
Shikamaru merkte wie ihm langsam die Müdigkeit wieder einholte. Er war schon lange nicht mehr hungrig und wartete nur darauf, dass Choji die gesamten Fleischvorräte des Restaurants vernichtet hatte. Unauffällig sah er zu Temari rüber. Sie hörte Ino mit einem höflichen Lächeln zu, schien mit den Gedanken aber auch vollkommen woanders zu sein. Er musste sie irgendwie aus diesem Restaurant bekommen.
"Ich bin satt", verkündete Choji.
"Seit wann bist du jemals satt geworden?"
Ino schien sich persönlich angegriffen zu fühlen. Shikamaru war jedoch dankbar dafür, dass Choji zu seiner und Temaris Rettung eilte. Er hatte nicht einmal annähernd so viel gegessen wie sonst.
"Wir sitzen jetzt schon zwei Stunden hier, Ino”, bemerkte Choji beiläufig und wischte sich mit einer Serviette den Mund ab.
"Oh, ich muss sowieso gehen. Ich habe noch was vor“, merkte Ino plötzlich an und lief nur ein wenig rot an.
Mit einem Mal wurde es sehr hektisch und nachdem sie gezahlt hatten, drängte Ino sie zum Ausgang. Dort umarmte sie eine überrumpelte Temari, ließ sich von Choji drücken und gab Shikamaru einen Kuss auf die Wange. Dann lief sie eilig die Hauptstraße entlang bis sie aus ihrem Blickfeld verschwand.
"Ich hab was bei dir gut, Shikamaru", kam es von Choji. "Ich habe Ino angelogen und wenn sie das herausfindet, sind wir beide dran."
"Du bekommst von mir deine Lieblingschips."
"Ich gebe noch eine Tüte dazu", erhöhte Temari.
"War schön dich endlich richtig kennenzulernen, Temari", verabschiedete Choji sich. "Ich wünsche euch noch einen schönen Abend."
Shikamaru war so dankbar für diese Freundschaft. Er würde ihm einen Wochenvorrat Chips besorgen. Zumindest wenn Temari die Hälfte dazu gab, sonst war er danach arm.

***


Temari hatte sich bei Shikamaru untergehakt, sobald sie die belebten Straßen Konohas verlassen hatten. Er führte sie am Wasser entlang. Sie schwiegen eine wunderbare halbe Stunde lang.
"Ich habe mich noch nie so sehr nach Stille gesehnt", meinte Temari erleichtert als sie kurz stehen blieben.
"Tut mir wirklich leid", entschuldigte sich Shikamaru. "Aber du hast tapfer durchgehalten."
"Deine Freunde lieben dich", stellte Temari fest. Sie verschlang ihre Hand mit seiner.
"Woran machst du das fest?"
"Ino möchte alles über mich erfahren und sich ein umfassendes Bild machen. Andere würden das als aufdringlich empfinden, aber sie will nur das Beste für dich", sie trat näher an Shikamaru heran und fasste mit ihrer Hand an seine Wange. Ihre Haar schimmerten fast golden im Mondlicht. "Choji ist dir gegenüber loyal. Er beobachtet lieber und bildet sich dadurch seine Meinung."
"Du magst meine Freunde also?"
"Wie könnte man sie nicht mögen? Man merkt wie viel ihr einander bedeutet."
Statt einer Antwort beugte er sich zu ihr hinunter und gab ihr endlich einen richtigen Begrüßungskuss.
"Lass uns zu mir gehen", schlug Temari vor. "Ich habe dir noch das eine oder andere zu zeigen."
"Ein Angebot, dass ich nicht ablehnen kann."

***


Der nächste Tag begann so perfekt. Nachdem er neben Temari erwacht war, hatte er sie zum Frühstück eingeladen. Dort hatten sie eine wunderbare Stunde lang einfach nur miteinander geredet und sich an der Anwesenheit erfreut. Sie hatten kurz darauf zusammen für Choji die versprochenen Chips eingekauft und waren dann in die nächste Besprechung für die Chunin-Prüfungen gegangen. Von da an lief alles bergab.
Durch die Vielzahl an Teilnehmern mussten die Vorrunde in vier Abschnitte unterteilt werden. Neben der schriftlichen Prüfung und einer Kampfrunde, würden die Shinobi-Anwärter danach in je zwei unterschiedlichen Terrains ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dafür würden die jeweiligen Teams in Iwa, Kumo und Suna getestet werden. Danach wären die finalen Kampfrunden. Shikamaru war sehr zufrieden mit dieser Ausarbeitung, vor allem, da inzwischen alle Dörfer schon ihre Genin auf den Weg geschickt hatten, damit in Konoha die schriftliche Prüfung abgehalten wurden. Sai trug gerade das finale Sicherheitskonzept vor. Omoi machte keine Hehl daraus, wie ihn der Vortrag langweilte und hatte das Kinn auf seine Hand aufgestützt. Temari und Chojuro waren Meister darin ihre Langeweile zu überspielen. Shikamaru wusste, dass Temari nicht auf ihre Notizen schaute, sondern eigentlich ein Buch las, während Chojuro nebenbei Trainingseinheiten ausarbeitete. Da es viel zu auffällig gewesen wäre ein Shogi-Brett mitzunehmen, spielte Shikamaru gedanklich einige Partien durch. Lediglich Morio aus Iwa schien an diesem Vortrag interessiert zu sein. Kakashi hatte es geschafft, sich ganz aus dem Treffen herauszuwinden. Er müsse noch dringend etwas erledigen. Shikamaru kannte diese Ausrede schon. Vertieft in seine Gedanken hätte er fast den Abschluss von Sais Bericht verpasst.
Damit ist die Sicherheit aller Genin gewährleistet und wir haben genug Chunin und Jonin, die als Reserve in der Hinterhand stehen”, beendete Sai.
Danke, Sai. Hast du dann auch eine Liste für uns damit diese an die anderen Dörfer weiter gegeben werden?”
Ich habe hier für euch einen Ausdruck. Die Listen wurden schon vom Hokage abgesegnet und weitergeleitet.”
Er verteilte an sie jetzt eine 20-seitige Liste und verabschiedete sich. Shikamaru lehnte sich auf seinen Stuhl nach hinten und seufzte laut auf.
Sicherheitsbesprechungen sind wirklich langweilig”, pflichtete Omoi ihm zu, der seine Arme über Kopf gestreckt hatte. “Was steht als nächstes auf dem Plan?”
Wir müssen noch besprechen, ob für die Prüfungen genug Medi-Ninja in allen Dörfern freigestellt werden können”, kam es von Temari die in ihren Notizen wühlte. “Außerdem muss noch festgelegt werden, welche Jonin die Prüfungen in den jeweiligen Terrains überwachen. Bisher haben wir das immer verschoben.”
„Aus dem Aburame- und dem Huyga-Clan stehen diverse Shinobi bereit, die das Terrain großflächig überwachen. Außerdem hat Naruto seine Hilfe für alle Dörfer angeboten. Eine Liste findet ihr in euren Unterlagen.”
Wir bräuchten im Grunde nur, Naruto”, scherzte Chojuro.
Dann brauchen wir ein anderes Sicherheitskonzept.” Shikamarus Bemerkung lockerte kurzzeitig die Stimmung. “Lasst uns also weiter machen mit der Überwachung des Terrains…”

***


Drei Tage später stand Temari vor dem Gebäude in dem die schriftlichen Prüfungen abgehalten werden sollten und überblickte zufrieden die Vielzahl an Genin die angetreten waren. Sie suchte in der Menge nach Kankuro, der auch ein Team zur Prüfung angemeldet hatte, wurde dann aber von einem ganz anderen Anblick überrascht. Shikamaru kam auf sie zugelaufen und hatte ein kleines Mädchen auf den Schultern. Die Kleine kam Temari vage bekannt vor. Die roten Augen waren ihr besonders hervorstechendes Merkmal. Offensichtlich gefiel es ihr auf den Schultern Shikamarus zu sitzen, denn sie lachte und warf ihre Hände in die Luft. Temari musste lächeln als sie sah, dass Shikamaru mit Absicht wackelte und das Mädchen vor Begeisterung in die Hände klatschte. Nur wenige Schritte später war er bei Temari angekommen.
Wenn hast du denn da mitgebracht? Ist sie denn schon alt genug um an den Prüfungen teilzunehmen?”
Das ist Mirai. Mirai, das ist Temari”, stellte er sie gegenseitig vor.
Bei dem Namen wusste Temari wer das Mädchen war. Sie wusste, dass Shikamaru als Pate für das Kind seines verstorbenen Sensei agierte. Bisher hatte sie die Kleine noch nicht kennengelernt, aber er hatte ihr schon früher beschrieben was für ein tolles Kind sie war und von ihren roten Augen gesprochen. Die genauso waren wie die ihrer Mutter.
Freut mich dich kennenzulernen, Mirai.”
Sie lächelte die Kleine an. Anstatt einer Antwort griff Mirai in ihre Haare und ein verblüfftes “schön” kam aus dem Mund von Mirai.
Ja, Temari hat schöne Haare, aber ich habe dir gesagt, dass man nicht einfach in die Haare von Leuten greift, Mirai.”
Tschuldigung, oniisan”, nuschelte sie. “Will auf ‘maris Arm!”
Temari fand die Kleine unglaublich niedlich und kam ihrem Wunsch nach. Ganz vertrauensvoll klammerte sie sich um ihren Hals und kuschelte sich an sie.
Riecht gut”, kam es von Mirai.
Shikamaru gefiel offensichtlich das Bild was sich ihm bot, während Temari versuchte nicht rot anzulaufen. Sie konnte seine Gedankengänge genau verfolgen. Er dachte offensichtlich darüber nach, wie es wäre, wenn er ihr Kind im Arm halten würde. Mirai hatte nun den Kopf auf ihre Schulter abgelegt und beobachtete was um sie herum passierte. Temari war nie klar gewesen wie schwer so ein Kind sein konnte.
Wie kommt es, dass du heute Babysitter spielst? Davon hattest du gestern nichts gesagt.”
Kurenai musste spontan als Aufsicht für die Prüfung einspringen. Da wir beide nichts weiter zu tun haben, habe ich mich angeboten auf sie aufzupassen”, er hob wie üblich seine Hand über Kopf an den Nacken. Wie immer wenn er verlegen war. “Ich hoffe das ist für dich in Ordnung.”
So lange ich nachher die Kämpfe beobachten kann.”
Sie schenkte ihm ein Lächeln das ausdrücken sollte, dass er sich keine Sorgen machen musste.
Du wirst dann wohl jetzt erst Mal auf den Namen Mari hören müssen.”
Temari konnte sein süffisantes Grinsen sehen.
Wenn du mich auch nur einmal so ansprichst, Shikamaru, werde ich dich mit meinem Fächer durch ganz Konoha jagen.”
Das möchte ich gerne sehen”, bemerkte Kankuro der sich von der Seite angeschlichen hatte.
Ich habe schon nach dir gesucht”, wandte sich Temari an ihren Bruder. “Sind deine Schüler schon aufgeregt?”
Wie man es nimmt. Das Team von Matsuri ist viel nervöser. Vermutlich, weil Matsuri selbst ein Nervenbündel ist.”
Er zeigte auf die erst vor kurzem zur Jonin aufgestiegenen Matsuri, die blass inmitten ihres Teams stand.
Ich rede wohl besser mit ihr.”
Dazu kam es allerdings nicht, weil Mirai mit einem Mal Kankuro bemerkte und losschrie. Temari erschreckte sich aufgrund der Lautstärke so sehr, dass sie das Mädchen fast fallen ließ.
Maru! Da ist ein Monster!”
Schnell überreichte Temari Mirai zurück an Shikamaru wo sie sie sofort ihr Gesicht in sein T-Shirt drückte und sich fest an ihn klammerte. Tränen glitzerten in ihren Augen. Kankuro schien ziemlich pikiert darüber, dass ein kleines Mädchen ihn als Monster betitelte. Temari wandelte ihr Lachen in ein Prusten um.
Das ist kein Monster, Mirai. Das ist nur Temaris Bruder Kankuro.”
Na, danke auch.” Kankuros konnte seinen beleidigten Unterton nicht verbergen. “Wer ist das Kind überhaupt?”
Shikamarus Patenkind, Mirai”, erklärte Temari.
Nachdem mein Sensei gestorben ist, habe ich versprochen auf sie Acht zu geben.” Er strich Mirai beruhigend über den Rücken. “Möchtest du Mal sehen was Kankuro tolles kann, Mirai?”
Möchtest du jetzt, dass ich meine Puppen auspacke?”
Nun sei kein Spielverderber, Bruderherz. Du hast das Kind schließlich zum Weinen gebracht.”
Auch wenn Kankuro es offensichtlich missfiel, so beschwor er Karasu aus seiner Schriftrolle. Mirai die sich wieder traute zu Kankuro zu schauen, bekam runde Augen. Dieses Mal war sie eindeutig fasziniert. Kankuro grinste und ließ die Puppe ein wenig tanzen. Mirai fing an zu lachen.
Kuro, witzig! Möchte auch mit Puppen spielen!”
Bestimmt bringt, Kuro dir das bei wenn du lieb bist, Mirai”, versprach Temari.
Ihr Bruder schnaufte verstimmt, doch alberte trotzdem mit Mirai herum bis die Türen für die schriftliche Prüfung geöffnet wurden. Temari sah Shikamaru lächelnd an. Sie schien alle Prüfungen bestanden zu haben.

***


AN:

Erst einmal vielen Dank an Dennuuus für seine Review zum letzten Kapitel und die insgesamt schon 13 Favoriteneinträge für die Geschichte. Es freut mich ungemein :D

Wenn ihr wüsstet wie viel Spaß ich daran hatte den letzten Teil mit Mirai und Kankuro zu schreiben. Ursprünglich wollte ich nur, dass Temari die kleine Mirai kennenlernt, aber dann habe ich mir gedacht wie lustig es wäre, wenn Kankuro für Mirai förmlich die Puppen tanzen lassen würde.

Ich hoffe die Idee hat euch auch gefallen. Bis zum nächsten Kapitel im Dezember.
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