Isolated

von blazedash
GeschichteHorror, Übernatürlich / P18
Harry Styles OC (Own Character)
26.07.2019
17.10.2019
10
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Als ich meine Augen öffnete, war das Erste, das ich bemerkte, mein schmerzender Kopf. Er pochte fest hinter meinen Augenbrauen, unter meinen Schläfen und versetzte meiner Sicht einen schummrigen Stich.
Das Zweite, das ich bemerkte, war eine dichte, weiße Asche, die die Luft träge machte und es mir erschwerte tief Luft zu holen. Die Dichte der Asche erschwerte meine ohnehin schon verschwommene Sicht nur noch mehr und alles, was ich erkennen konnte, waren teils zertrümmerte Reihenhäuser am Straßenrand, dessen Fassaden abbröckelten. Die Straße hinunter standen Autos kreuz und quer auf dem Asphalt verteilt, manche Türen geöffnet, als wären sie in Panik und Hektik verlassen worden.
Ich setzte mich auf, das Pochen in meinem Kopf nahm zu. Ich verzog das Gesicht und legte eine Hand an meinen Kopf, dann schaute ich mir nochmal genauer die Häuser an. Sie waren verlassen und alt, unter dem Putz konnte man schon den Beton erkennen, mit dem das Haus gebaut wurde. Die Fenster waren eingeschlagen und die zerfetzten, vergilbten Gardinen wurden vom Wind hinaus in die dicke Luft gezogen und wehten leicht.
Ich rappelte mich auf, bis ich auf meinen zitternden, viel zu schwachen Beinen stand. Wo zur Hölle war ich bloß?
Ein Lachen riss mich aus meinen Gedanken. Es klang verzehrt und hell und vor meinen Augen baute sich ein Bild zusammen. Es war dunkel in dem Wald, in dem ich stand. In ihm erkannte ich meine beste Freundin, die lachend einen Arm um meine Schultern legte, wie sie es immer tat, wenn sie mir Mut machen wollte.
Schwer atmend versuchte ich mich genauer auf das Bild zu konzentrieren, was ein heftiges Stechen in meinem Kopf verursachte. Mit einem Mal war das Bild vor meinen Augen verschwunden, doch selbst mit größter Anstrengung konnte ich es nicht wieder heraufbeschwören. Es war irgendwo tief in mir begraben, an einem Ort, den ich bewusst nicht erreichen konnte. Schnaufend hielt ich mir den pochenden Kopf, mein Sichtfeld vibrierte mit.
Mit meiner blassen Hand griff ich nach meinem Rucksack, der neben mir auf der Straße lag und schulterte ihn, während meine Augen die Umgebung scannten, auf der Suche nach etwas Lebendigem. Tief und zittrig atmete ich ein, unsicher und ängstlich. Ich wusste weder, wo ich war, noch, ob es hier sonst noch jemanden außer mir gab, und ich wusste nicht, welche Version ich beruhigender finden würde.
Mit einem weiteren tiefen, etwas selbstsichereren Atemzug setzte ich vorsichtig einen Schritt nach vorne und sah mich wieder um. Als nichts geschah, nahm ich den nächsten Schritt und nur einige Momente später war ich in einen langsamen Gang gefallen, mit aufmerksamem Blick und zum Zerreißen gespannten Muskeln, die jederzeit bereit dazu waren einfach loszurennen.
Ich sah mich weiter um, auf der Suche nach einem Ausweg, einem Weg nach Hause. Doch als ich endlich etwas erkannte, das nicht hierher gehörte, blieb ich stehen. Blass und kaum erkennbar durch die dichte Asche stand eine Gestalt, langsam und bedrohlich hin und her schwankend. Langsam aber sicher wurde sie deutlicher, aber das, was ich sah, ließ meinen Atem stocken.
Die glänzende, feuchte Haut spannte sich um nichts als Knochen, die Arme an den Oberkörper gepresst und von der Haut an Ort und Stelle gehalten. Auch das Gesicht war bedeckt, weder Mund noch Augen noch Nase waren zu erkennen, während die knochige Gestalt weiter schwankend aber zielsicher auf mich zu taumelte.
Es war keine Frage, das dieses Ding einmal ein Mensch gewesen war, bevor es viel zu dünn wurde, um überhaupt Fleisch oder Muskeln an den Knochen zu besitzen.
Obwohl mein Kopf schrie, ich solle wegrennen, bleib mein Körper erstarrt stehen. Mein Herz pochte gemeinsam mit meinem Kopf um die Wette, das eine brachte mich zum Zittern, während das andere meine Sicht nahm und mir einen unscharfen, weißen Knoten zeigte, mit einer dunklen, braunen Gestalt inmitten dieses Knäuels.
Zu meinem Glück war diese Ding nicht schnell, denn als ich endlich wieder zu mir kam und mein Gehirn auch wieder meine Beine unter Kontrolle hatte, drehte ich mich um und rannte los. Um genau zu sein ungefähr fünf Meter, denn schon bemerkte ich ein weiteres dieser Gestalten von der anderen Seite auf mich zukommen.
Mit einem Ruck kam ich zum Stehen und sah mich panisch um, wobei ich mich eineinhalb Mal um meine eigene Achse drehte, dann sprintete ich auf den Gehweg. Mein Weg führte mich geradewegs zur stabilsten Tür in meiner Nähe, durch die ich rannte und dann fest zuknallte. Hektisch und mit zitternden Händen schloss ich ab, dann lief ich rückwärts, misstrauisch die Tür beäugend.
Ich blieb erst stehen, als ich gegen den Tresen hinter mir prallte, noch immer die Tür im Visier, dann sah ich mich vorsichtig um. Es war eine Art Empfangsbereich mit einem Sofa links an der Wand, einem Tresen, der rechts stand und einer Tür, wenn man geradeaus durchlief. Leise und vorsichtig wühlte ich den Tresen durch, auf der Suche nach etwas, womit ich mich wehren konnte, wenn ich musste. Suchend schob ich Blätter und Ordner beiseite, bis ich schließlich fündig wurde und eine schwarze, verstaubte Pistole hervor zog.
Prüfend studierte ich den Griff und versuchte herauszufinden, wie man die Munition überprüfen und wechseln konnte. Als ich das nach einer Weile schaffte und erleichtert feststellte, dass sie geladen war, steckte ich sie mir gesichert in die Hosentasche und kramte noch einmal durch die Schubladen, in der ich weitere Munition und einen peitschenähnlichen Gegenstand fand. Diese Sachen packte ich in meinen Rucksack und griff nach der kleinen Wasserflasche, die dort ebenfalls drinnen lag.
Doch gerade, als ich meinen Rucksack zumachte, erfüllte das Geräusch einer Sirene laut dröhnend und unheimlich das Haus. Ich zuckte zusammen und hielt mir die Ohren zu, bewegte mich behutsam in die Mitte des Zimmers und sah aus dem Fenster. Die Asche löste sich aus der Luft und die weiße Atmosphäre nahm einen Rotton an. Der weiße Himmel verfärbte sich blutrot und draußen schien die Sirene noch lauter und hallender zu werden.
Schwer schluckte ich und zog die Pistole hervor, die ich mit festem Griff umklammert hielt. Mein Magen rebellierte bei dem mulmigen Gefühl, das sich bei mir breitmachte. Doch mein Blick flog vom Fenster zur Tür, die weiter in das Haus hineinführte, als diese begann zu wackeln und jemand mit einem klagenden Ton dagegen hämmerte.
Ich machte einen großen Satz zurück und richtete unerfahren und zitternd die Pistole auf die Tür, an der das Hämmern immer lauter wurde. Die ließ bei einem kräftigen Knall nach und landete krachend auf dem Boden. Eine schwarze Gestalt, die gebeugt mit Ketten an Armen und Beinen in der Tür stand, kam zum Vorschein und sah mich aus leeren, weißen Augen an.
Ich unterdrückte einen panischen Schrei und schluckte die Tränen hinunter, als ich abzog und die Pistole eine Kugel abfeuerte, die sich in den Arm des Wesens bohrte. Diese stieß einen schrillen, ohrenbetäubenden Ton aus und machte einen bebenden, schweren Schritt auf mich zu.
Rückwärts stolperte ich zur Haustür und zog sie auf, um zu flüchten, doch was ich sah, nahm mir zum zweiten Mal heute den Atem. Die Stadt war zum Leben erwacht, in ihr wandelten dutzende verunstaltete Wesen, eins anders als das andere, alle auf der Suche nach Essen.
Und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich ihre Mahlzeit werden sollte.
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