Freund oder Feind?

GeschichteAllgemein / P16
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
25.07.2019
02.08.2020
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02.08.2020 3.347
 
Und hier ist auch schon, wie versprochen die Fortsetzung.

Frisch fertiggestellt und überarbeitet. Ich hoffe, euch gefällt es auch diesmal. Besonders Spaß hatte ich diesmal beim Schreiben der letzten Passage. Lest bis zum Schluss und ihr findet heraus wieso

Natürlich würde ich mich über eure Rückmeldung freuen.

Und wie immer viel Spaß beim lesen!

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Verwirrt stolperte er hinter dem Fremden in eines der vielen Büros. Seine Gedanken wirbelten angestrengt umeinander. Unsanft wurde der erste Detektiv in einen Stuhl gedrückt.

„Was soll das?“ zischte er dem Mann zu, der mit ärgerlich verschränkten Armen am Schreibtisch lehnte. „Das gleiche könnte ich sie auch fragen, wissen sie denn nicht, dass das Ganze Diskretion verlangt. Es erregt Aufmerksamkeit, wenn sie hier im Flur einfach so herumstehen.“ Justus unterdrückte den Impuls laut loszulachen, schnaubte deswegen nur leicht amüsiert. Das konnte er nicht ernst meinen, bestimmt hatte er sich verhört. „Sie haben mich aber doch hier herbestellt, ohne ihren Namen oder ihr Büro zu nennen. Außerdem handelt es sich doch ausschließlich um die Überbringung einiger unwichtiger-.“ Begann er in genervtem Ton.

Der Ältere unterbrach ihn mit einer energischen Handbewegung. „Diese Lieferung ist wichtig für meine Arbeitsstelle hier. Das heißt, dass ich mich darauf verlassen muss, dass sie alles überbringen ohne dass jemand bemerkt, dass sie, ein unterrangiger Praktikant, in die obere Ebene gekommen ist. Erst letztens gab es deswegen großes Aufsehen. Deswegen gelten strikte Regeln, der Trennung von Leuten außerhalb und innerhalb des oberen Kreises.“ Fasste er in schnellem Tempo zusammen.

Jeder andere hätte weder verstanden was er meinte noch dem Beachtung geschenkt, doch Justus war in dem Moment trotz der Tatsache, dass er von dem Mann zweimal unterbrochen wurde keinesfalls unaufmerksam. „Sie braucht das nicht kümmern. Zudem brauche ich mich nicht vor ihnen zu erklären, dazu habe ich jetzt auch wirklich keinen Nerv.“ Deutlich genervt fuhr er sich über die Schläfen. Justus schätzte ihn als jüngeres Mitglied der Firma, trotz der vielen Falten auf der Stirn.

„Das ist ihre Aufgabe: Sie fahren hinauf in den 30-igsten stellen den Kaffee und die Aktentasche auf den Schreibtisch im Büro von Jonathan Green. Danach drehen sie sich sofort um, verlassen diesen Raum und machen, dass sie da verdammt noch mal, so schnell wie möglich rauskommen.“ Eindringlich und so langsam, als würde er das Ganze einem Kleinkind erklären sprach er mit Justus. „Jede persönliche Begegnung oder nur der Blickkontakt zu einem der Angestellten kann das ganze viel zu auffällig machen, also vermeiden sie den. Denn wenn die rausfinden, dass ich einen Unbeteiligten für meine Arbeit nach oben geschickt habe dann bin ich dran. Aber wenn ich im Labor nicht aushelfe, dann wird das ganze vielleicht alles hochgehen.“ Er wurde immer lauter und sein Ton nahm immer mehr an verbissener Verzweiflung zu. Justus lauschte, ohne auch nur eine einzige Regung in seinem Gesicht zu zeigen, obwohl es in seinem Inneren gefährlich zu brodeln begann.

Während des ganzen Monologs hatte der Mann ihm langsam den Rücken zugedreht doch fuhr plötzlich wieder herum. Sein Zeigefinger drohend erhoben stach er ihm fast in die Brust. „Und wenn ich untergehe, hier rausfliege, dann werde ich sie mitnehmen. Also vermasseln sie es nicht.“ Fast etwas zu dramatisch, aber es tat ihre Wirkung. Mit großen Augen starrte Justus sein Gegenüber an. Ganz kurz musste er schlucken.

Ohne weitere Worte drückte der Mann ihm einen viererpack heißen Kaffee und eine leichte, braune Aktentasche in die Hände. Justus wurde noch mit einem eindringlichen Blick versehen und dann aus der Tür des Büros geschoben.

Erst auf dem Gang realisierte er was eben passiert war. Trotz der Unverschämtheit des Angestellten ihm gegenüber und auch die Möglichkeit, dass er die Stelle verlieren könnte, hatte sich soeben die beste Chance ergeben, die er bis jetzt erhalten hatte. Nicht nur hatten ihm die Informationen von diesem Irren geholfen, jetzt konnte er auch dorthin kommen, wo er mit etwas Glück endlich mehr erfahren würde. Das einzige was ihn wunderte, war die strikte Trennung der Angestellten. Anscheinend in ``wichtige´´ und ``unwichtige Angestellte der Firma´´ aufgeteilt und den mysteriösen Vorfall den es gegeben hatte. Justus festigte den Griff um die Aktentasche. Wenn er doch nur wüsste, was sich darin befand, aber solange er noch nicht aus Sichtweite war oder von irgendjemandem Beobachtete werden könnte war es zu riskant, einen Blick hinein zu werfen.

Unruhig stand er vor dem Lift und trat rasch ein als er endlich auf der Etage hielt. Nach einem Bruchteil einer Sekunde in dem seine Hand noch zögerlich über dem Knopf für den 30 Stock schwebte drückte er ihn. Es geschah nichts. Der Lift bewegte sich weder nach oben oder unten. Verwirrt blickte er sich um und sah die roten Buchstaben, die über der Tür erschienen. Bleiern liefen sie von der einen zur anderen Seite: Authentifizierung nötig! Bitte Pass an den unteren Sensor des Bedienungsfeld halten. Justus stoppte das Herz. Stocksteif starrte er auf ein eingekasteltes Feld unterhalb der Lifttasten. Innerlich verfluchte er sich selbst dafür, dass er es nicht schon früher bemerkt hatte. Wieso hatte er so etwas nicht bedacht, wenn dieser Mann schon von einer strikten Trennung der Ebenen sprach.

Da plötzlich, sah er etwas. Neben den Kaffeebecher glänzte der Plastikumschlag einer Karte. Er zog sie heraus und sah auf das Bild des Angestellten, der ihn noch vor wenigen Minuten grob in dessen Büro gezerrt hatte. Schnell hielt er den Ausweis vor den Sensor und ein melodisches `Pling´ ertönte während sich der Lift langsam in Bewegung setzte. Hoffentlich hatte er nur nicht zu lange gebraucht und es war dem Sicherheitssystem nicht aufgefallen. Diese ganze Situation war für ihn nur merkwürdig. Erst dieses geheimnistuerische Verhalten des Mannes als würde es um Leben und Tod gehen, dann auch noch diese Ausweisschranke.

Am Ende der Fahrt schlüpfte er so flink wie möglich aus der Kabine, die Worte des Mannes immer noch im Kopf genauso wie seinen eindringlichen Ton. Mit schnellem Schritt schlug er den Gang zu seiner rechten ein und suchte mit den Augen das Namensschild von Jonathan Green. Zum Glück hatten die oberen Etagen weder verglaste Türen noch waren auf dem Stockwerk offene Großraumbüros, deshalb konnte er sich sicher sein nicht so von jemandem beobachtet zu werden.

Da knackte es plötzlich hinter ihm und er wirbelte herum. Vielleicht war es das Schloss einer Bürotür gewesen, doch jetzt lag der Gang lang und verlassen vor ihm. Als er wieder seinen Weg fortsetzen wollte, stand jemand plötzlich in einigen Meter Entfernung vor ihm. Wie aus dem nichts war er vollkommen leise aus einem der Räume getreten und starrte Justus jetzt perplex an. Dann verengten sich misstrauisch seine Augen und er ging ihm entgegen. Schnell richtete sich der erste Detektiv auf und ging mit entschlossenem Schritt weiter. Der Mann mit der Nickelbrille beobachtete ihn immer noch, als sie nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt standen. Da verstellte er ihm, mit seiner breiten Körpermasse den Weg. „Was wollen sie auf dieser Ebene Bursche? Sie ist nur für Hochrangige freigegeben.“ Sein Ton klang schneiden und laut zu Justus. „Ich bin nur hier, um etwas zu überbringen Sir.“ Gab sich der erste Detektiv unterwürfig und unschuldig. „Ich werde es nur schnell bei Mr. Green abliefern und bin dann sofort wieder weg Sir.“ Er senkte schnell den Kopf, um nicht überheblich zu wirken.

Für einen kurzen Augenblick schien es noch so, als wollte er es Justus nicht glauben, dann aber schnaubte er nur und nickte kurz. Trotzdem füllte sich Justus immer noch beobachtet, als er den Gang weiter hinablief.

Als er vor der Tür des Büros stand sah er noch einmal prüfend den Gang hinab, doch zu seiner Überraschung wartete dort nicht der etwas dickliche Mann darauf, dass er die Etage wieder verließ. Vielleicht war es nicht einmal seine eigene gewesen, was erklären würde wieso er so schnell hatte passieren können. Vorsichtig klopfte er an dem rauen Holz und wartete angespannt auf eine Antwort. Als es still im Raum blieb drückte er langsam die Tür auf. Um abgesichert zu sein rief er noch ein paar Mal den Namen des Mannes und nachdem er auch darauf keine Antwort erhielt, schlüpfte er hinein und schloss die Bürotür leise.

Das Büro lag an der Ecke des Hochhauses und hatte eine fantastische Sicht auf ganz L.A. Alle Möbel waren in schlichten schwarz-weiß Tönen gehalten, die Geräte waren neu und von höchster Qualität. Doch Justus ließ nur einen flüchtigen Blick über alles schweifen, bis sein Blick auf ein paar aufgeschlagene Akten auf dem Schreibtisch fielen. Seine Neugierde war geweckt und er umrundete den Holztisch. Den Kaffee ließ er dabei einfach neben sich gleiten und auch die Aktentasche sank achtlos zu Boden.

Alle Mappen waren nur mit dem Titel ``Fall´´ und einer vierstelligen Nummer beschriftet. Es waren um die Sechs Stück. In den zwei aufgeklappten Umschlägen lagen gesammelte Zeitungsausschnitte, in denen es um Mordfälle ging. Er schlug kurz die andere vier auf und überflog den Text flüchtig. Anscheinend handelte es sich um ungeklärte Todesfälle von hauptsächlich weiblichen Personen, die häufig in einem Waldstück in der Gegend bei einem Autowrack entdeckt wurden. Bei einigen waren auch Spuren von Alkohol im Blut nachzuweisen, weswegen stark darauf spekuliert wurde, dass sie aufgrund eines selbstverschuldeten Autounfalles starben.

Doch eins machte die Ermittler stutzig, nämlich die einzelne Einstichstelle am Hals aller Frauen, obwohl bei keiner der Sechs Drogen oder ähnliches im Blutkreislauf zu finden waren. Verwirrt klappte Justus die letzte Mappe zu. Was wollte einer der höheren Angestellten einer Wissenschaftsfirma mit den Fällen von kürzlich verunglückten Mädchen? Und hatten diese neu aufgedeckten Erkenntnisse mit ihrem Fall zu tun? Es wurde alles nur noch verworrener, dabei hatte er gehofft antworten zu bekommen.

Aber, wenn die Unterlagen doch so wichtig waren, wieso ließ Mr Green sie dann einfach offen herumliegen. Plötzlich drang eine laute Stimme durch den Korridor.

„Diesmal will ich nicht gestört werden. Wenn sie mir noch einmal mit so einem trivialen Problem kommen und das dann als Notfall betiteln, werde ich eigenhändig dafür sorgen, dass sie gefeuert werden.“ Justus Kopf schoss nach oben. Jetzt kannte er die Antwort. Er hatte nicht geplant für lange weg zu sein und hatte das Büro nur wegen einem Notfall überstürzt verlassen. Keineswegs hatte er gewusst, dass statt eines hochrangigen Angestellten, jemand wie Justus seinen Raum betreten würde. Sein Kopf versuchte krampfhaft einen Plan zu entwickeln, doch wie es aussah, war er geliefert. Im 30 Stockwerk, in einem verglasten Eckbüro. Da fiel ihm als einzige Möglichkeit der schwere Holzschrank in der Ecke ins Auge und schnell quetschte er sich durch den Spalt. Die wütende Stimme wurde immer lauter, je näher sie dem Büro kam und Justus schloss etwas verzweifelt seine Augen. Dann öffnete sich die Tür und die Schritte näherten sich dem Schreibtisch. Von Neugierde gepackt linste er verstohlen durch den Spalt.

Bei Mr. Green handelte es sich um einen älteren grimmig schauenden Mann mit grauem Haar und einem teuer wirkenden blauen Jackett. Er grummelte immer wieder vor sich hin bezeichnete seine Angestellten als Stümper, während er die aufgeschlagenen Artikel durchging.

Dann stand er auf einmal auf und wandte sich dem Schrank zu. Justus rückte entsetzt von der Tür zurück und drückte sich gegen die dünne Rückwand. Sein Ellenbogen glitt langsam in die Ecke, um sich zu stabilisieren. Da schob sich die Rückwand zur Seite und er stieß mit dem Hinterkopf gegen den Knauf einer schweren metallenen Tür. Doch die Schuhe des Mannes entfernten sich wieder. Schwerfälliger als zuvor. Vorsichtig schob er sich wieder nach vorne. Mittlerweile stand der ältere Mann vor dem Schreibtisch neben ihm eine Maschine, die aussah wie ein größerer Mülleimer.

Dann nahm er die erste braune Mappe und ließ sie langsam in eine Öffnung gleiten. Das raschelnde Geräusch von geschreddertem Papier lies in verwirrt den Kopf schieflegen. Ihm durchsichtigen Behälter waren Fetzen des Braunen Papiers zu sehen. Dann betrat plötzlich jemand weiteres den Raum und Mr. Green schnaubte verärgert. Justus sah das als seine Chance und drückte leicht gegen die Klinke. Währenddessen war schon ein Wortgefecht zwischen den zwei Männern entbrannt.

Niemand hörte wie das Eisen quietschend in den Angeln klang. Trotzdem versuchte er so lautlos und langsam wie möglich durch die Öffnung zu gleiten und die Tür hinter sich zu zuziehen. Unerwartete Dunkelheit umschloss ihn und er begann sich beharrlich nach vorne zu Tasten. Etwas weiter in den unbekannten Raum hinein, meinte er einen schwachen Lichtschein aus dem Boden kommend wahrzunehmen, der mit jedem verstrichenen Augenblick, in dem seine Augen Zeit hatten, sich an die Finsternis zu gewöhnen, deutlicher wurde. Als er auf eine Kante am Rand der Wand stieß, glitt Justus vorsichtig an die Wand gestützt nach oben und entdeckte einen Schalter.

Sekunden später flammten an der Decke flackernd ein paar Neonröhren auf, die den Boden eines Treppenhauses beleuchteten. Auf halber Höhe an der linken Wand entdeckte er wieder die schmale Tür, durch die er unbemerkt aus Greens Büro entkommen war. Grimmig blickte er noch kurz auf den Türknauf, dann machte er sich an den Abstieg in Etage 5. Zu gern hätte er noch mehr erfahren, oder sie belauscht, aber das Risiko doch erwischt zu werden war zu groß gewesen. Wenn sie ihn tatsächlich gefunden hätten, was mehr als nur möglich gewesen wäre, wusste er nicht was sie dann getan hätten.

„Die schrecken vor nichts zurück… Wenn du da rein gehst hast du keine Rückendeckung.“

Peters Worte hallten tausendfach, wie im Gewölbe eines Kellers in seinem Kopf nach. Ohne Peter und Bob war er auf sich selbst gestellt und sollte er es diesmal vermasseln, könnte es wohlmöglich das Letzte sein. Er schüttelte die Gedanken ab. Rational denken. Wenn er gefasst wurde, hatte er nicht die Möglichkeit weiter verdeckt zu ermitteln. Das bedeutete keine Ergebnisse. Was wiederum bedeutete, dass sie keinen Schritt näher daran waren Matti zu finden. Ja, das hörte sich besser an. Auf jeden Fall besser als die Tatsache die Gefühle die Oberhand erlangen zu lassen.

Das Klingeln seines Handys hallte durch das verlassene Treppenhaus. Verzweifelt versuchte er, so schnell wie möglich sein privates Telefon aus der Tasche zu ziehen. Justus ließ es bei dem Versuch beinahe fallen, dann aber endlich drückte er auf den roten Hörer und das Gerät erstarb in seinen Händen. Vorsichtig sah er sich um, doch anscheinend waren die Wände dick genug das niemand davon mitbekam, dass er hier war.

Er atmete erleichtert aus, da schellte es ein zweites Mal. Diesmal nahm er das Gerät genervt ans Ohr. „Justus Jonas.“ Flüsterte er hinein, während er weiter vorsichtig die Treppenstufen hinabstieg. „Peter das ist nicht der günstigste-.“ Er brach ab und blieb wie angewurzelt stehen. „Was?“ halb flüsterte er halb schrie er und sah sich noch einmal ängstlich um. Der Schock war klar auf seinem Gesicht zu sehen als Peter auf der anderen Seite der Leitung weitersprach. Sein Mund klappte nach unten bis er ihn kurze Zeit später wieder schloss und sich eine tiefe Furche auf seiner Stirn bildete. „Nein, … bleib ruhig. Ich komme… nein, ich mache mich sofort auf den Weg.“ Er klappte das Gerät zu und ließ es in eine der Seitentaschen gleiten bevor er, zwei Stufen auf einmal nehmend die Treppe so leise wie möglich hinabeilte.











„Was wollen sie eigentlich hier Miller.“ Angsteinflößend leise zischte der ältere Mann, in dem dunkelblauen Anzug seinen Sekretär an. Er schluckte kurz und hoffte nur, dass seine Stimme nicht zu brüchig klang. „Es… Sir es ist wichtig hat er gesagt… Er hat darauf bestanden mit ihnen verbunden zu werden…“

„Sprechen sie verdammt noch mal deutlicher und sprechen sie endlich das an, was ich sie gefragt habe.“ Er fuhr sich durch die Haare und funkelte sein Gegenüber durchdringend an.

Schnell senkte er den Blick. „Ja, natürlich es geht um das Projekt denke ich Sir. Er will wissen, wie es um das Projekt steht, in das investiert wurde, …“ Langsam sah man seinem Chef an, dass es nicht lange dauern würde bis er explodieren würde.

„Wissen sie was Miller entweder sie sagen mir jetzt wer da angeblich so dringend mit mir sprechen muss oder sie sind gefeuert!“ denn letzten Teil schrie er zornig und mit so wutschäumender Stimme das Miller das schützende Klemmbrett wie ein Schild umklammert hielt und den Blick nur noch tiefer zum Boden senkte.

„Er meinte, sie wüssten schon wer er ist.“ Klang es nun hastig mit verzweifelter Stimme von ihm.

Plötzlich fielen die Gesichtszüge des älteren Mannes und die Erkenntnis traf ihn. Rasch trat er hinter den Schreibtisch und setzte sich ganz langsam auf den Lederstuhl, so als ober dieser bei zu starker Belastung brechen könnte.

Erschöpft wandte er sich dann an seinen Sekretär „Worauf warten sie dann noch, stellen sie ihn durch.“ Mit einer wedelnden Handbewegung scheuchte er den verdutzten Man nach draußen.

Jonathan Green knetete nervös seine Hände und drehte sich dann zu der riesigen Fensterfront.

Tief einatmen. Tief ausatmen.

Das Telefon klingelte und er ließ noch einmal den beruhigenden Hintergrund von der Großstadt Los Angeles auf ihn wirken. Dann nahm er ab.

„Mister Jonathan Green am Apparat. Sir, was für eine Ehre verschafft mir ihr Anruf.“ antwortete er freundlich in den Hörer.

„Mein lieber Mr. Green sie schmeicheln mir viel zu sehr, dabei bin es nicht ich, dem sie schmeicheln sollten.“ Klang die Stimme auf der anderen Seite kalt und reserviert zurück.

Instinktiv musste er schlucken. Nur ein Wort auch nur von diesem Mann zu hören ließ ihm die Nackenhaare zu Berge stehen. Angsteinflößen war sie ohne Frage.

Angespannt wartete er darauf, dass der Mann weitersprach. „Nun habe ich mir keineswegs die Mühe gemacht sie anzurufen, um irgendwelche Höflichkeiten auszutauschen. Also kommen wir zum Geschäftlichen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass sie es in letzter Zeit mit einige nun ja, wie soll ich es ausdrücken... lästigen Hindernissen zu tun bekommen haben.“ Im Hintergrund war das Geräusch von einem Messer, das geschärft wurde, zu hören. Man hörte wie langsam und präzise die Klinge über den Schleifstein gezogen wurde.

Einmal.

Zweimal.

Dreimal.

Erst dann sprach er wieder. „Da sich einer unserer gemeinsamen Bekannten entschieden hat, sie aufgrund von Empfehlungen zu unterstützen, bin sowohl ich als auch er daran interessiert die Entwicklung der weiteren Geschehnisse zu erfahren.“ Kurze Stille und er suchte nach dann richtigen Worten.

„Wir haben uns darum gekümmert. Es war nur einer, den wir aus dem Weg schaffen mussten. Er wird uns und das Projekt mehr in keinster Weise stören, dafür habe ich persönlich gesorgt.“ Stolz hob er die Brust und auf seinem Gesicht blitzte Schadenfreude auf als er hinzufügte. „Und er könnte uns später auch noch von Nutzen sein.“

„Jegliche Verbindungen zu uns?“

„Wurden zerstört.“

Nach nur ein paar Augenblicken der Stille kehrte wieder die Anspannung zurück. „Und was ist mit den Dreien, an die er sich gewandt hat.“ Er hielt seinen Atem an, die Augen weit aufgerissen. Der Mann an der anderen Seite des Telefons lachte. „Dachten sie, das würden wir nicht herausfinden. Na also, was wollen sie mit diesem Hindernis tun.“

Er überlegte fieberhaft. Suchte nach der richtigen Antwort. Er öffnete die Aktentasche neben dem Schreibtisch und zog ein paar Mappen heraus. „Es sind nur drei kleine Schnüffler. Praktisch noch Kinder. Wir haben sie unter Kontrolle. Sie werden rund um die Uhr beobachtet und werden keine Schwierigkeiten machen.“

Das Lachen ertönte wieder und dumpf war zu hören wie die Messerklinge vor dem Telefon in ein Stück Holz gerammt wurde. „Ich glaube sie haben unseren Deal nicht ganz verstanden.“ Zischte es aus dem Hörer. „Dieses Projekt wäre ohne das Zutun unseres Bekannten nie zur Stande gekommen und wir waren uns einig, dass es viel zu wichtig ist, um einfach aufgegeben zu werden. Das heißt auch nur ein einziger Bauer, der die Formation verlässt oder ein gegnerischer Spieler, der hinter unsere Strategie kommt, stellt ein unvermeidliches Risiko da. Und das können wir uns nun mal nicht leisten. Also sorgen sie dafür das so etwas nicht passiert.

Bedenken sie auch das wir keine geduldigen Menschen sind. Der Plan muss vorangetrieben werde.

Das heißt: Kicken sie den Bauern vom Schachfeld oder lassen sie den anderen Spieler verschwinden, sonst besteht diese Abmachung nicht mehr länger. Haben wir uns verstanden?“ Die Stimme klang durchdringen und erbarmungslos und er wusste das eine andere Antwort als ``Ja´´ sein Urteil besiegeln würde.

„Natürlich! Ja, ich verstehe. Ich werde alle Hindernisse beseitigen. Und übergehen in Phase 2 Sir.“ Beeilte er sich zu antworten.

„Gut.“ Dann war das Gespräch mit einem lauten Klicken beendet.
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