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Vielleicht Irgendwann?

Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ashe Balthier
25.07.2019
25.07.2019
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Die Sonne senkte sich langsam über dem Meer. Balthier stand am Strand und starrte aufs Wasser hinaus. Er dachte über seinen Vater nach. Über den Tag an dem er ihn verlassen und endgültig verloren hatte. Der Freiheit wegen. Er wollte Frei sein. Kein Richter. Kein Sklave des Gesetzes, an welches er nicht glaubte. Also hatte er das genaue Gegenteil von dem getan, was sein Vater von ihm gewollt hatte. Eine typische Reaktion. Besonders für ihn.

Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und seufzte leise.

Er vermisste seinen Vater.

Oder viel mehr vermisste er den Mann, der sein Vater hätte sein können. Wenn er nicht besessen von irgendwelchen magischen Steinchen gewesen wäre. Welch Ironie, dass er selbst ausgerechnet einem solchen hinterher gejagt hatte. Hätte er es gewusst, er hätte beim besten Willen nicht danach gesucht sondern sich so weit wie möglich davon fern gehalten.

Dann würde er jetzt nicht hier stehen. Er wäre nie auf Vaan getroffen. Und auf keinen der anderen, von Fran natürlich einmal abgesehen.

Er glaubte eigentlich nicht an das Schicksal, aber vielleicht sollte er in diesem Fall einmal eine Ausnahme machen.

“Wolltet ihr euch nicht hinlegen?” hörte er Ashes Stimme hinter sich.

“Die gleiche Frage könnte ich euch stellen, Prinzessin. Ihr wart doch diejenige, die diese Pause wünschte.”, er blickte in den Himmel. Das Gespräch, dass er mit ihr geführt hatte, hatte ihn aufgewühlt. Er wusste, rein logisch betrachtet, nicht einmal warum er ihr von seinem Vater erzählt hatte. Es hätte völlig gereicht ihr zu erklären, dass er jemanden gekannt hatte, um sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Und dass er ein Richter gewesen war, das hatte er ihr erst recht nicht erzählen müssen. Aber er hatte es getan. Warum?

“Es ging mir mehr um die Kinder. Sie sollten sich nicht zu viel zumuten. Ich finde es sowieso bedenklich, dass wir sie einer solchen Gefahr aussetzen.”

“Mit Verlaub Prinzessin, ihr seid kaum älter als der Junge.” Balthier warf der jungen Prinzessin einen Seitenblick zu. Ihr Schicksal war beim besten Willen auch nicht gerade ein einfaches. Die Mutter in früheren Jahren verloren, der Ehemann kurz nach der Hochzeit im Krieg gefallen und bald darauf der Vater. Nun lastete ihr gesamtes, gefallenes Königreich auf ihr.

Sie hatte keine Wahl gehabt. Sie hatte ihr Schicksal auferlegt bekommen, er hatte sich seines selbst erwählt. Er hätte ein einfaches Leben als Imperialist haben können.

“Im Herzen fühle ich mich viel älter. Sie haben so viel erlebt und doch sind sie so...unbekümmert. Voller Tatendrang. Ich wünschte ich hätte etwas von ihrer Leichtigkeit.” Ashe seufzte und schüttelte den Kopf. Sie wusste selbst, dass sich ihre Situationen nicht vergleichen ließen.

“Auf euren Schultern lastet weit mehr, als euer eigenes Leben. Bei den beiden ist das ganz anders. Es ist leichter locker zu sein, wenn man sich nur um sich selbst und vielleicht noch um einander Sorgt. Natürlich wollen die Kinder das beste für ihr Land, für ihre liebsten. Aber man erwartet keine Heldentaten von Ihnen.”,

“Von mir erwartet auch niemand Heldentaten. Sie denken ich wäre tot. Hätte mich selbst gerichtet.” Ashe knirschte mit den Zähnen. Instinktiv legte Balthier ihr eine Hand auf die Schulter.

“Und doch fühlt ihr euch ihnen Verpflichtet. Ihr könntet euch zurückziehen und euch verstecken, ein ruhiges Leben leben. Aber ihr kämpft für Euer Volk. Ich bin mir sicher, ihr werdet es schaffen.  Ganz im Gegenteil zu anderen Menschen die ich kenne, und die sich nur sich selbst Gegenüber verpflichtet fühlen.” noch immer mit der Hand auf Ashes Schulter sah Balthier in den Himmel, als würde dieser ihm seine Fragen beantworten können.

“Ihr zerbrecht euch den Kopf über euren Vater, nicht wahr?”

“Ja. Ich fürchte wir werden ihm begegnen, wenn wir unseren Weg weiter folgen. Aaaah, ich bin mir nicht sicher ob ich bereit dafür bin.”

“Ich bin mir sicher, ihr werdet das schaffen.”, Ashe sah ihn an, und grinste. “Schließlich seit ihr der Held der Geschichte.”, tatsächlich gelang es ihr, Balthier damit zum lachen zu bringen.

“Ich bin kein Held. Ich bin nur ein Luftpirat, der seinem Papa davon gelaufen ist.” wurde er aber prompt wieder deutlich ernster.

“Für mich seid ihr ein Held.”, flüsterte Ashe, und verließ sich darauf, dass er es nicht hören könnte. Aber er hörte es.

“Ist das so? Was habe ich denn heldenhaftes getan?”

“Ihr seid eurem Schicksal entflohen, weil es nicht euren Vorstellungen vom Leben entsprach. Ihr habt Vaan das Leben gerettet, und geht mit uns auf diese Reise.”

“Ich habe euch euren Ring weggenommen.” widersprach er ihr mit schüttelndem Kopf, seine Hand lag immer noch auf ihrer Schulter, und sie drehte sich und griff nach ihr, und ihrem Gegenstück, so dass sie Balthier an den Händen hielt.

“Es wurde sowieso langsam Zeit, dass ich ihn loslasse. Außerdem habt ihr versprochen, dass es nur solang ist, bis ihr einen Wertvolleren Schatz gefunden habt.”

“Ich denke, das habe ich bereits.”, rutschte es ihm heraus. “Aber dieser Schatz wird nie mein sein, deshalb behalte ich den Ring.”

“Was macht euch so sicher, dass dieser Schatz nie euer sein wird?” sie legte ihre Hand auf seine Schulter und mit jedem Wort kam ihr Gesicht dem seinen Näher, und ihre Hand rutschte weiter in seinen Nacken.

“Ich bin dieses Schatzes nicht würdig, bin ich doch nur der Sohn eines…”, er verstummte, weil er nicht mehr fähig war zu sprechen. Ihre Lippen lagen auf seinen, und der leichte Druck ließ ihn zu Eis erstarren. Nach einem Moment der Handlungsunfähigkeit schlang er seine bis dahin neben ihr schwebenden Arme um sie, und zog sie näher an sich.

Zumindest den Moment auskosten.
Er war sich sehr sicher, dass das hier eine Einmalige Sache bleiben würde.
Völlig unerwartet tippte ihre Zungenspitze an seine Lippen. Er konnte durch die Schichten ihrer Kleidung hindurch ihr Herz schlagen fühlen, oder war es doch sein eigenes? Ihr beider Herzen schlugen, hämmerten Regelrecht deutlich beschleunigt gegen ihre Brustkörbe. Sein Herz schrie danach ihr Einlass zu gewähren, aber sein Verstand ließ ihn sie von sich schieben.

“Ich denke wirklich nicht, dass das hier der Richtige Ort oder die Richtige Zeit für solche Dinge wäre, Prinzessin.”, er sah ihr in die Augen, versuchte ihr durch seinen Blick allein mitzuteilen, dass das nicht bedeutete, dass er nichts für sie fühlte. Er hielt es nur nicht für angebracht.

Ashe löste sich von ihm, drehte sich um und wischte sich über die Lippen als könnte sie diese Unheilvolle Begegnung damit wegwischen. “Ihr habt recht. Wir sollten so etwas nicht tun. Nicht ihr und ich.

Er konnte in ihrer Stimme deutlich hören, wie verletzt sie war. Vermutlich war die Prinzessin es nicht gerade gewöhnt, abgewiesen zu werden.

Er legte eine Hand auf ihre Schulter, und versuchte sie damit zu beruhigen. “Vielleicht, wenn diese ganze Sache ihr Ende gefunden hat, und ihr euren Thron bestiegen habt?” schlug er vor, und ließ es ihr damit offen. Wenn sie nach einer Weile noch immer so fühlte, könnten sie immer noch einen Versuch wagen.

“Ja… Vielleicht.”, flüsterte Ashe und versuchte die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. “Ich werde schlafen gehen. Und ihr solltet das auch, Balthier.”

“In Ordnung...schlaft gut… Ashe.”

Ende
 
 
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