Between Two Worlds

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
Floki Lagertha Lothbrok OC (Own Character)
25.07.2019
09.10.2019
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Ich war im Wasser. Es war eiskalt und dennoch brannte ein Feuer in meinem Inneren. Ich spürte eine drückende Leere. Ein Gefühl von Verrat. Was war geschehen? Wo war ich? Ich hörte ein lautes Rufhorn blasen. Äxte, die auf Schilde schlugen. Ein irres Lachen. Und dann tauchte ich auf.

...

"Der Begriff Wikinger leitet sich von dem altnordischen Wort víkingr ab, was Rauben bedeutet.", erklärte unser Guide und führte uns in eine große Halle. Ein altes Wikingerschiff stand in der Mitte und darum herum unzählige Schaukästen mit Artefakten.
Wir waren mit unserem Sprachkurs nach Haithabu ins Wikingermuseum im Norden Deutschlands gefahren. Dieses war zu Zeiten der Wikinger ein Handelsort gewesen und die alten Häuser von damals wurden rekonstruiert und ein Museum daraus gebaut.
Am Anfang des Schuljahres mussten wir zwischen verschiedenen Sprachkursen wählen und ich hatte mich für Isländisch entschieden, da meine Eltern früher dort gewohnt hatten. Wegen der Arbeit meines Vaters waren wir nach Norddeutschland gezogen. Ich war damals erst drei gewesen und konnte mich gar nicht mehr an etwas anderes als Deutschland erinnern. Meine Eltern brachten mir viel über die Wikinger und deren Glauben bei, weil sie der Meinung waren, ich dürfte nicht vergessen, wo meine Wurzeln waren. Mein Name war Eivor und ich war 19 Jahre alt.
Ich liebte alles was mit Wikingern zu tun hatte, und deshalb wusste ich vieles schon, was unser Guide hier im Museum erzählte. Die junge Frau hatte blonde Haare und trug eines dieser Wikingerkleider mit Schürze und Lederbeuteln am Gürtel. Die anderen fanden das albern, aber ich fand es cool.

"Das Wort Wikinger bezeichnet also keine ethnische Zugehörigkeit, es ist vielmehr eine Zustandsbestimmung.", die Frau steuerte auf den Bug des Schiffes zu und blieb davor stehen. "Sie dürfen sich nun etwas in dieser Halle umsehen. Danach gehen wir zur Außenanlage." Sie lächelte uns zu und wandte sich an meinen Lehrer, der sie sofort in ein angelegtes Gespräch verwickelte.
"Komm!", meine beste Freundin Karin zog mich mit in den hinteren Teil des Raumes. Ich sah zu dem majestätischen Schiff hinauf. Es war ziemlich zerstört und das Holz schien morsch zu sein, doch ich fand es trotzdem wunderschön. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an den vielen Schmuckstücken und Ausgrabungen, die sie hier hatten. Karin zeigte auf einen Glaskasten mit Tonscherben.
"Alter, die verlangen Eintritt dafür, dass wir uns Scherben ansehen!" Sie rollte mit den Augen. Ich wusste, dass sie das alles ziemlich langweilig fand. Sie hatte sogar überlegt zu Hause zu bleiben und so zu tun, als sei sie krank. Doch mir zuliebe war sie schließlich doch mitgekommen. Sie wusste, wie sehr ich all das hier mochte.

Wir gingen an den Schaukästen vorbei und ich staunte, welch schönen Schmuck man damals schon herstellen konnte. Ich hörte einen Ruf und Karin stieß mir freundschaftlich ihren Ellenbogen in die Seite. "Bin gleich zurück, ja? Ich geh nur kurz zu Finn."
Finn war ihr heimlicher Schwarm und ich glaube, er mochte sie auch ziemlich gerne. Grinsend sah ich ihr hinterher und ging alleine weiter. Ich befand mich jetzt im hintersten Teil der Halle, der Rest der Klasse war auf halbem Weg stehen geblieben und unterhielt sich.
Ich erkundete den letzten Schaukasten, der direkt vor dem Heck des Schiffes stand. Er war offen und zeigte einige Waffen, die man hier in Haithabu gefunden hatte. Eigentlich ziemlich fahrlässig, aber vielleicht war etwas an dem Kasten kaputt und musste bald geändert werden. Mein Blick fiel auf ein Messer mit verziertem Griff. Es war wunderschön und ich konnte nicht widerstehen. Ich sah mich schnell um, doch niemand achtete auf mich.
Vorsichtig streckte ich die Hand aus und berührte das kühle Metall der Klinge.

Plötzlich wurde mir der Boden unter den Füßen weggezogen und ich fiel. Alles wurde dunkel, ich sah nichts mehr. Ich spürte wie ich umhergeschleudert wurde, doch als ich die Arme ausstreckte war da nichts. Und dann verlor ich das Bewusstsein.
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