By Night I Call Him Beast

von Tiargo
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Peter Skinny
23.07.2019
20.08.2019
5
16200
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Hold my hands ubove my head
And push my face into the bed
'Cause I'm a screamer baby
Make me a mute


Der nächste Tag war schlimm.  Ständig musste Peter an die Begegnungen mit Skinny denken. An Skinnys heißen Atem auf seiner Haut, die Nägel die sich in sein Fleisch bohrten. Und immer wieder ertappte er sich dabei, wie die Erinnerung ihn erregte. Angewidert schüttelte Peter den Kopf. Es handelte sich um Skinny. Diesen kaltschnäuzigen, arroganten Arsch mit den toten, grauen Augen. Konnten die Bilder nicht einfach verschwinden? Und sein Gefühlschaos gleich mit? Nur noch beim Sport schaffte Peter es einen freien Kopf zu bekommen. Wenn er gefordert war, sich auf das Spiel fokussieren musste, dann hatte er Ruhe vor den Bildern die immer wieder aufflackerten.

Doch auch Bob und Justus ging er aus dem Weg. Seine Freunde merkten, dass etwas nicht stimmte, doch Peter blockte auf Nachfragen ab. Er hatte keine Ahnung wie er ihnen erklären sollte, was in ihm vorging. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich um Skinny Norris handelte. Nein, das musste er alleine auf die Reihe kriegen.

„Haben wir schon neue Erkenntnisse?“, fragte Justus bei einem weiteren Treffen in der Zentrale. Bob hatte es sich auf einem der Sessel gemütlich gemacht, während Peter ausgestreckt auf dem Boden lag, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Mit finsterer Miene starrte er an die Decke der Zentrale.

„Nein, bisher noch nicht Justus. Der Junkie ist abgehauen, als er uns gesehen hat und du warst ja dabei, als die Türsteher von dem Fetisch-Club uns haben abblitzen lassen. Von der Pleite gestern Abend mit Skinny mal ganz abgesehen.“

Justus knurrte frustriert auf. Das war so überhaupt nicht nach seinem Geschmack. Und schon wieder schweiften Peters Gedanken ab. Zu Skinnys dunklem Umriss der über ihm aufragte.

„Peter? Peter dein Handy hat gerade geklingelt.“ Bob stieß Peter mit dem Fuß an. „Hast du etwa jemanden kennen gelernt?“, fragte er grinsend, als er Peter sein Telefon reichte.

Peter schaute auf das Display. Eine unbekannte Nummer. Und in der Vorschau konnte man schon die komplette Nachricht lesen.

Lust auf ne Fortsetzung von letzter Nacht?

Peter stöhnte innerlich auf. Er hatte keine Ahnung wie er das erklären sollte.

„Ich… ich hab da neulich auf der Party jemanden kennen gelernt. Ne einmalige Sache. Nicht wichtig.“, stammelte er dann ausweichend.

Skeptisch zog Bob eine Augenbraue hoch, doch dann schmunzelte er.

„Ist das der Grund, warum du den ganzen Tag schon so abwesend bist?“

„Möglich.“, nuschelte Peter als Antwort.

„Zurück zu den wichtigen Dingen.“ Justus' Prioritäten waren klar und damit das Thema zum Glück gewechselt.

***

Es war schon spät, als Peter und Bob die Zentrale verließen. Peter verabschiedete sich, dann stieg er in seinen MG. Er haderte mit sich. Sollte er nach Hause fahren oder zu Skinny? Immer wieder erinnerte er sich daran, dass es sich um Skinny handelte und dass er es bei den Ausrutschern belassen sollte, die bereits geschehen waren. Doch es gab da diesen Teil in ihm, der wollte mehr. Der sich erinnerte wie gut es sich angefühlt hatte. Außerdem waren sie nicht auf der Party an Skinny verwiesen worden? Das hieß, doch, dass er was mit dem Chandra zu tun haben musste. Und so schlug er den Weg nach Little Rampart ein.

Es war bereits dunkel, als Peter seinen MG in der herunter gekommeneren Gegend von Rocky Beach parkte. Kurz spielte er mit dem Gedanken doch wieder umzukehren. Das Richtige zu tun und mit seinen Kollegen wieder zu kommen. Eine zweite, ganz normale Wohnungsdurchsuchung draus zu machen. Aber er konnte sich nicht dazu durchringen. Stattdessen gab es einen Teil der sich freute wieder hier zu sein, alleine. Peter schloss sein Auto ab, dann eilte er mit hochgezogenen Schultern zum Hauseingang. Er fühlte sich unwohl und rechnete jeden Augenblick damit, dass eine dunkle Gestalt aus einer der kleinen Gassen mit gezücktem Messer auf ihn zukommen würde. Doch es geschah nichts dergleichen.

Er zog die Kapuze seines Pullis tiefer ins Gesicht, ehe er das Gebäude betrat. Die Haustür war nicht richtig ins Schloss gefallen und so konnte Peter problemlos das heruntergekommene Treppenhaus betreten. Müll lag auf den Fluren und der Gestank von Erbrochenem stach ihm in die Nase. Sein Herz hämmerte und er hörte sein Blut in den Ohren rauschen, als er bei Skinny klingelte. Halb hoffte er, dass um diese Uhrzeit niemand mehr öffnen würde, doch das dumpfe Dröhnen von Musik hinter der Tür deutete darauf hin, dass Skinny noch wach war.

Gerade als Peter beschlossen hatte, dass Skinny sein Klingeln nicht gehört hatte und er sich umdrehen wollte um zu verschwinden, schwang die Haustür auf und Peter wurde in die Dunkelheit des kleinen Flurs gezogen. Skinny drückt ihn gegen die Wand und küsste ihn fordernd, fast schon aggressiv. Als er ihm, stärker als bisher, in den Hals biss, entlockte es Peter ein leises Stöhnen.

„So spät habe ich nicht mehr mit dir gerechnet Shaw.“, stieß Skinny hervor, als er kurz von Peter abließ.

„Ich war mir auch nicht sicher, ob ich kommen sollte.“, gestand Peter.

„Hattest du etwa Schiss?“

Peter musste den Impuls unterdrücken Skinny einfach eine zu verpassen. Er hasste es wenn er als feige bezeichnet wurde. Das war nur gesunde Vorsicht. Der alte Hass auf Skinny flackerte wieder auf. Aber er hielt einfach den Mund. Schließlich wollte er ja was von Skinny und da wäre es reichlich dämlich, sich gleich wieder vor die Tür setzen zu lassen.

„Das ich das noch mal erleben darf. Schisser-Shaw steht auf böse Jungs.“, grinste Skinny.

„Ach halt die Klappe.“

Doch da küsste Skinny ihn schon wieder und Peters Wut verflog fast augenblicklich. Skinny biss Peter in die Lippe und der metallische Geschmack von Blut vermischte sich mit dem Kuss. Skinny packte heute deutlich härter zu als beim letzten Mal. Fast schon gewalttätig krallten sich seine Finger in Peters Fleisch. Immer wieder biss er Peter in den Hals, so dass dem Zweiten fast die Luft wegblieb.

Grob stieß Skinny Peter ins Schlafzimmer und drückte den Jungen aufs Bett. Dann fesselte er die Hände des zweiten Detektivs ans Bettgestell. Er war dabei so bestimmt, dass Peter sich nicht mal traute zu protestieren. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als Skinny zu vertrauen.

***

Nachdem er die Fesseln von Peters Handgelenken gelöst hatte, sank Skinny erschöpft in die Laken. Unbewegt blieben die beiden Jungen liegen, lauschten ihrem Atem, der immer noch schnell ging und starrten zur Decke empor.

Skinny regte sich als erster. Er drehte sich auf die Seite und betrachtete Peters Körper. „Mensch Shaw, die nächsten Tage solltest du nicht surfen gehen.“

Peter musste nicht hinsehen um zu wissen wovon Skinny sprach. Er spürte die unzähligen Stellen an denen Skinny ihn gekratzt und gebissen hatte. Spätestens morgen würde sein Körper eine Landkarte voller blauer Flecke sein.

Peter hörte wie Skinny sich bewegte, dann ein Rascheln, das Klicken eines Feuerzeugs und anschließend breitete sich der beißende Geruch von Tabak im Raum aus.

„Wenn du noch auf Kuscheln aus bist, dann musst du dafür woanders hin.“

Peter musterte Skinny von der Seite. Wie schaffte dieser es bloß, dass Peter sich in einem Moment nichts mehr als seine Berührungen wünschte und ihm im nächsten am liebsten einfach eine runter hauen wollte.

„Wow, bist du heute mal wieder gut gelaunt.“

„Ach halt doch die Klappe, Schisser.“

„Was ist bei dir schief gelaufen, dass du ständig so ein Arsch bist?“, wollte Peter daraufhin wissen.

„Glaub mir, das willst du nicht wissen.“

Peter schwieg. Skinnys Tonfall hatte deutlich gemacht, dass er bei dem Thema nicht in die Tiefe gehen wollte.

Dann wandte Skinny sich wieder Peter zu, seine Finger umfassten dessen Kinn und er zwang den zweiten Detektiv ihn anzusehen, als er sagte: „Shaw, das hier ist nur Sex. Das heißt, ich will nicht mit dir Händchen halten, geschweige denn, dass du die Nächte hier verbringst. Ist das klar?“

Peter nickte stumm. Daraufhin tätschelte Skinny ihm die Wange, drehte sich um, drückte die Zigarette im Aschenbecher auf dem Nachttisch aus und zog sich die Decke über die Schultern.

Kurz darauf hörte Peter Skinnys leise, regelmäßige Atemzüge neben sich. Er fühlte sich ebenfalls todmüde, doch er wusste, dass er nicht nur wach bleiben musste, um die Wohnung noch einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Skinny hatte auch unmissverständlich klar gemacht, dass er Peter nicht mehr in seiner Wohnung haben wollte, sobald er wieder wach wurde. Wobei Peter sich auch Schöneres vorstellen konnte, als morgens neben Skinny Norris aufzuwachen.

Leise stand Peter auf, zog sich im Dunkeln seine Klamotten über und schlich ins Wohnzimmer. Als Erstes schaltete er die Anlage aus, die Lärmbelästigung konnte sich ja keiner antun. Außerdem wollte er nicht unbedingt von Skinny überrascht werden, während er die Wohnung auf den Kopf stellte, nur weil er ihn nicht gehört hatte.

Peter sah sich in dem dunklen Raum um. Das Mondlicht, das durch das Fenster schien, reichte kaum aus, um viel mehr als die dunklen Umrisse der Möbel zu erahnen. Notgedrungen kramte Peter sein Handy aus der Hosentasche, schaltete die Taschenlampe ein und umwickelte es notdürftig mit Taschentüchern um das Licht etwas zu dämpfen. Peter ließ den schwachen Lichtschein über die Einrichtung schweifen. Die Anlage und der große Fernseher standen im krassen Kontrast zu den abgegriffenen Möbeln. Dann machte Peter sich daran die Schränke und Schubladen auf doppelte Wände und Fußböden zu kontrollieren, während er gespannt auf jedes Geräusch aus dem Schlafzimmer lauschte. Doch da schien alles ruhig zu bleiben.

Als er gerade dabei war, in der Küche die Teepackungen zu durchsuchen, hörte er ein Geräusch aus dem Schlafzimmer. Sofort schaltete Peter die Taschenlampe aus und versteckte sich in der Ecke hinter der Tür. Dort verharrte er regungslos in der Dunkelheit. Das Herz schlug ihm bis zum Hals, während er versuchte weitere Geräusche auszumachen. Doch anscheinend hatten seine gereizten Nerven ihm nur einen Streich gespielt, denn sonst blieb alles ruhig.

Peter atmete tief durch, dann wagte er sich aus seinem Versteck. Anschließend sah er im Bad sogar zwischen den Klopapierrollen nach und diesmal kam er auch dazu den Spülkasten zu öffnen. Doch die gesuchten Drogen fand er nicht. Und was ihn noch mehr verwunderte, er fand nichts was auch nur im Entferntesten darauf schließen ließ, dass Skinny in schmutzige Geschäfte verwickelte war. Kein Pulver, keine Pillen, keine Waffen, keine Stapel Bargeld, nichts.

Peter warf noch einen Blick zur Schlafzimmertür. Das war der einzige Raum, den er nicht durchsuchen konnte und er war sich sicher, dass er dort fündig werden würde, wenn sich die Gelegenheit ergab.

***

Lächelnd ließ Skinny immer wieder das Tütchen mit den türkisfarbenen Kugeln durch seine Finger gleiten. Hatte Shisser-Shaw wirklich geglaubt er würde es nicht mitbekommen, wenn er die Bude auf den Kopf stellte?

Ein weiteres Mal musste Skinny sich selbst für das Versteck hinter der Fußleiste loben. Dem Dicken wäre es vielleicht nicht verborgen geblieben, seine Spürhunde waren aber zum Glück nicht ganz so aufmerksam.

Und solange die Satzzeichen nicht hatten, was sie wollten, sollte es leicht sein, den Schisser wieder in seine Wohnung zu locken. Er wusste, dass ihm der Sex allein auf Dauer nicht den Nervenkitzel bieten konnte, den er brauchte. Es wurde Zeit auch in anderer Hinsicht zu gucken, wie weit er Shaw treiben konnte.
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