Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

One life in Chaicago

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16
Christopher Hermann Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey OC (Own Character) Sylvie Brett
23.07.2019
16.03.2020
7
7.917
4
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
09.03.2020 1.069
 
Ein paar Minuten später, sitze ich wieder an „meinem“ Schreibtisch und versuche weiter den Papierkram abzuarbeiten.
Nur ist für mich an Arbeit jetzt gerade gar nicht zu denken.
Lindsay´s Worte gehen mir nicht aus dem Kopf.
Zu allem Übel muss ich mir selbst eingestehen, dass sie recht hat... ausgerechnet sie!
Seit dem Tod meines Bruders Justin, hat sich das Verhältnis zwischen mir und meinem Dad Sergeant Hank Voight, so dermaßen verändert... plötzlich war da nur noch sie, Erin Lindsay, mit der er über, ja über meine Mom oder Justin geredet hat.
Mich hat er immer nur abgewimmelt, wie oft hätte ich mir gewünscht dass er sich einfach mal Zeit nimmt für mich, dass er mir das Gefühl gibt, dass auch ich ihm noch irgendwas bedeuten würde – trotz all der Dinge die ich damals als Teenager angestellt habe.
Aber wie gesagt er hatte ja sie!
Meinen Ersatz!
Und jetzt soll ich einfach zu ihm fahren, oder ihn anrufen?!
Wer mich kennt, weiß dass ich Probleme damit habe, auf Leute zuzugehen.... zumindest wenn es darum geht, Dinge aus der Welt zu schaffen um wieder ein normales Verhältnis zueinander aufzubauen. Bestes Beispiel: Kelly Severide.
Statt irgendetwas zu klären, gehe ich ihm lieber aus dem Weg – was in diesem Fall sogar auf Gegenseitigkeit beruht!

Mit einem lauten Seufzer lasse ich meinen Kopf in meine Hände sinken und starre auf den Computerbildschirm.

Ich weiß nicht, wie lange ich so dasitze, aber ich schrecke auf, als mir jemand seine Hand auf meine Schulter legt und ich plötzlich angesprochen werde: „Parker! Hey!“
Ich richte mich auf: „Chief... Tut mir leid, ich war in Gedanken...“
Mein Vorgesetzter sieht mich an: „Das hab ich bemerkt!“
Ich nicke nur knapp: „Ist der Einsatz gut verlaufen? Sind alle in Ordnung?“
Boden nimmt einen tiefen Atemzug: „Es geht uns gut – mehr oder weniger...“, durch meinen fragenden Blick, zwinge ich ihn praktisch dazu weiterzureden: „Es war ein harter Einsatz. Ein Familienvater hat sich wie ein Schutzschild über seine beiden Kinder und seine Frau geworfen, während um sie herum alles brannte.... so etwas hab ich noch nie gesehen!“
Das klingt schrecklich.
Ich sehe meinem Gegenüber an, wie sehr ihn das mitnimmt, aber trotzdem ich kann nicht anders: „Und der Vater.... ist er... ?“
Der Chief schüttelt knapp den Kopf: „Er hat nicht überlebt!“
„Das tut mir Leid, Chief... ich weiß dass ihr alle alles getan habt um das zu verhindern!“
Mein Boss steht, beide Hände in den Hüften abgestützt vor mir und sieht zu Boden, er seufzt schwer und nickt kaum merklich, ehe er mich wieder anspricht: „Irgendwelche Anrufe während ich weg war?“
„Nein nicht einer, es war alles ruhig...“, Boden setzt sich in Bewegung um in sein Büro zu gehen und kaum da er an der Türe angekommen ist, rede ich weiter: „... das heißt...“, er dreht sich wieder zu mir um: „.. nicht komplett ruhig.. Halstead und... Lindsay von der Intelligence waren hier. Sie wollten zu Ihnen, anscheinend brauchen sie jetzt doch Ihre Hilfe bei irgendeinem Fall, sie sollen bitte Voight zurückrufen!“, sprudelt es aus mir raus.
Dem Blick meines Chief´s nach zu urteilen, ist es ihm nicht entgangen, dass ich meinen Dad bei seinem Namen nannte.
„Okay, Danke Parker!“, ich lächle ihn nur knapp zu.
„Alles in Ordnung Alex?“, Boden sieht mich besorgt an, er kennt mein momentanes Verhältnis zu meinem Dad nur zu gut, dank Herman.
„Klar! Es geht mir gut!“, mit diesen Worten mache ich kehrt und gehe zu den Anderen in den Aufenthaltsraum.



Als ich dort ankomme sitzen alle trüb herum, ich nehme neben Sylvie Platz, die bei Gabby und Casey sitzt.
„Ich hab gehört was passiert ist.... das tut mir Leid, Leute!“
Der Leutenand der Drehleiter lächelt mich freundschaftlich an: „Wir hätten nichts anders machen können. Er hat seine Entscheidung schon getroffen, als er sich auf seine Familie gelegt hat um sie zu schützen....“
Kelly geht hinter Casey´s Stuhl vorbei, in einer Hand eine große Tasse Kaffee, die andere Kumpelhaft auf Matt´s Schulter gelegt.
Unsere Blicke treffen sich für einen kurzen Augenblick – ein wirklich kurzer Augenblick, denn wir beide können nicht schnell genug wieder voneinander wegsehen.

„Habt ihr Hunger?“, frage ich laut in die Runde.
„IMMER... Parker wenn du kochst, immer!!!“, ich lache, als ich sehe wie Mouch mich schon fast flehentlich ansieht.
Cruz springt von seinem Platz auf: „Es ist noch genug Paella da....“
Ein aufgeregtes Murmeln geht durch den Aufenthaltsraum und dann höre ich Dawson: „Jaaaaaaaa, nein Cruz, das war heute Mittag alles aber keine Paella!“

Lächelnd stehe ich auf und gehe hinter den Küchenthresen.
„Danke, Danke Parker!“, Herman nimmt mich in die Arme.
Lächelnd schüttel ich den Kopf: „Euch ist aber schon klar, dass ihr dann den Abwasch übernehmt!“
„Du hast sie gehört Anwärter!“, richtet Herman seine Worte an Borelli.
Dann mache ich mich ans Werk.


Eine halbe Stunde später sitzen wir alle, genüsslich essend und laut redend an unserem großen Tisch.
„Was für ein Glück für uns, dass du nicht der zweiten Schicht zugeteilt worden bist...“
Mit einem breiten Grinsen legt mir Otis einen Arm um die Schultern: „Die konnten es vermutlich nicht verantworten, dass ihr nichts zu essen bekommt... also......“
Meine letzten Worte bleiben in der Luft hängen, als ich an Otis vorbei auf den Flur sehe, wo Antonio Dawson, Gabby´s Bruder, zusammen mit Chief Boden und meinem Vater in Richtung Fahrzeughalle und somit zum Ausgang gehen, scheinbar hat keiner von den Dreien auf uns geachtet.
Aus dem Augenwinkeln kriege ich mit, wie Herman und auch Kelly meinem Blick folgen.
Während Christopher mir aufmunternd zunickt, tut Kelly so als hätte er Antonio und seinen Ex-Schwiegervater-in-Spe nicht gesehen.

Ich lege mein Besteck weg und gehe in Richtung Fahrzeughalle, die Blicke meiner Kollegen auf mir.


Langsam öffne ich die Türe und gehe fast ebenso langsam nach draußen.
Ich höre wie die Drei noch irgendetwas bereden und sehe wie mein Dad und Boden sich die Hand schütteln, während Antonio schon auf den Weg zum Wagen ist.
Ich räuspere mich laut: „Ehm Chief.... wenn sie Hunger haben sollten sie sich beeilen, es ist nicht mehr viel übrig!“

Langsam dreht sich der Angesprochene zu mir um und gibt so meinem Dad die Sicht auf mich frei.
Mein Vater sieht mich ungläubig an und zieht scharf die Luft ein.
Boden nickt: „Ich lasse sie beide alleine!“
Als er an mir vorbei nach drinnen geht, drückt er mir freundschaftlich die Schulter.
Dann setze ich mich in Bewegung und stehe nach fast 3 Jahren meinem Vater wieder gegenüber.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast